Toepperbadinitiative

Der Stadt Duisburg geht es ja bekanntermaßen finanziell nicht sehr gut. Eigentlich sogar sehr schlecht, so schlecht, dass die Kommunalaufsicht in Düsseldorf auch Kürzungen und Schließungen verlangt, die die Bürger direkt betreffen. Das tut weh und ruft Protest hervor wenn Bäder, Bibliotheken und Hallen schließen müssen. Seit Monaten kämpft nun eine Bürgerinitiative in Duisburg-Rheinhausen um das beliebte Freibad am Toeppersee, ein Bürgerbegehren wurde mit 27 000 Unterschriften aus der Bürgerschaft auf den Weg gebracht und am 16. Dezember dürfen wir dann entscheiden ob das Freibad auch im nächsten Jahr wieder seinen Betrieb aufnehmen kann!

Doch wie auch immer die Bürger entscheiden werden die Sparvorgaben der Kommunalaufsicht werden auch weiterhin erfüllt werden müssen. Im Klartext wenn das Bad aufbleiben kann muss an anderer Stelle eingespart werden. Das ist eine echt vertrackte Situation, die mich auch in Gewissensnot bringt. Denn ich weiß nicht wie ich mich am 16.12. verhalten soll. Denn das finde ich natürlich nicht in Ordnung, dass den Bürgern ein beliebtes Freibad weggenommen wird. Aber ich sehe den Zwang aus Düsseldorf solche Schließungen vorzunehmen und ich möchte nicht, dass dann ein anderer Stadtbezirk sein Bad verliert damit am Toeppersee in Rheinhausen das Freibad weiter aufbleibt.

Beim Durchsichten der Argumente für und wider stieß ich aber auf einen interessanten Vorschlag der Duisburger FDP, die zwar nicht das Bürgerbegehren unterstützt aber auf ihrer Webseite vorschlägt den Fehlbetrag von 250.000 EURO durch private Initiative der Freibadbefürworter also der Bürger aufzubringen und so das Freibad zu retten ohne andere öffentliche Einrichtungen zu gefährden. Dafür bräuchte nur jeder der 27.000 Unterstützer des Bürgerbegehrens 10 EURO im Jahr herzugeben!

Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: ich bin parteilos und stehe der FDP sicher nicht nahe! Aber dieser Vorschlag hat einfach einen gewissen Charme. Popelige 10 EURO im Jahr kann sich eigentlich jeder leisten und das Bad bleibt in Bürgerhand und kriegt sogar ein neues Hallenbad dazu. Dafür würde ich auch sofort 10 EURO lockermachen, und ich bin finanziell nicht gut gestellt.

Schade nur, dass die FDP ihrem eigenen Vorschlag keine Chancen einräumt. Wären die Menschen in Rheinhausen und Umgebung nicht bereit diesen kleinen Beitrag zum Erhalt ihres beliebten Freibades herzugeben?!

Werbeanzeigen

Gestern abend sah ich in den Nachrichten die Meldung, dass der Bundesrechnungshof in seinem jüngsten Bericht feststellt, dass 1,9 Milliarden EURO vom Bund verschwendet werden!

Und in den Berichten dieses unabhängigen Kontrollorgans wird den Appatschiks der öffentlichen Verwaltung kein gutes Zeugnis ausgestellt: So entstehen auch Haushaltslöcher „weil die Verwaltung häufig ohne angemessene Wirtschaftlichkeitsberechnungen investiert…„! So bauen die Appatschiks sich selbst gerne zu groß geratene repräsentative Bürogebäude mit überflüssigen Sälen und aufwendigen teuren Fassaden, die wohl zur Ego-Pflege manch höheren Verwaltungsbeamten dienen.

Oder es wird völlig überteuert Software angeschafft, die auch preisgünstiger zu haben wäre und sogar auch schon mal falsch programmiert wurde. Was dann aber auch auffällt, und mir zeigt in wessen Auftrag die Herrschenden aus CDU und SPD Politik machen ist die Tatsache, dass die Steueraufsicht, also das Eintreiben von Steuern völlig ungenügend ist. Dass Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung und Geldwäsche nicht wirksam bekämpft werden. Während der einfache Arbeitnehmer seine Steuern sofort vom Lohn abgezogen bekommt und beim Einkauf für das alltägliche Überleben auch nochmal geschröpft wird können sich Vermögende und Großverdiener relativ leicht ihrer Steuerpflicht entziehen. Dank aSozialdemokraten und CDU/CSU. Aber auch Grüne und FDP haben immer daran gedacht Steuerschlupflöcher für diese Klientel zu schaffen.

Und während unsere Oberschicht aus Vermögenden, Politik und Apparat es sich gut gehen lässt werden wir einfache Bürger dazu angehalten mit unseren bescheidenen Einkommen vorzusorgen und uns auf mickrige Renten im Alter einzustellen. Und wenn wir mal unerlaubterweise krank werden müssen wir das auch noch selbst zahlen während durch unsere Sozialversicherungsbeiträge die Verwaltungsvorstände nebst Untergebenen finanziert werden.

Dafür aber können sich Verwaltungsleute dann neue Lichthöfe, Konferenzsäle, gläserne Aufzüge und andere nette Spielereien auf unsere Kosten leisten. Der Bericht liest sich sehr nüchtern aber auch informativ. Er zeigt mir vor allem, dass wir Steuerzahler die Dummen in diesem Lande sind. Zumindestens die von uns, die nicht Großverdiener sind!

%d Bloggern gefällt das: