„Lasset die Kinder zu mir kommen…“ Nicht bei der katholischen Kirche!

19. Dezember 2007

Die Katholische Kirche ist ja bekanntermaßen nicht gerade arm, aber offensichtlich von den vielen Kirchenaustritten und Einnahmeverlusten so stark betroffen, dass sie zahlreiche Kindergärten schließen muss. Da ich nicht Katholik bin frage ich jetzt nicht ob sich das mit christlichen Grundsätzen wohl vereinbaren lässt!. Nur sehe ich aber auch nicht ein warum diese Institution so viel öffentliche Hilfe bekommt wenn sie sich so unsozial verhält! Denn gut 80% der Kosten bei katholischen Kindergärten trägt die öffentliche Hand! Auch wenn wir in Homberg jetzt nicht direkt betroffen sind, so kann sich das ja auch mal ändern!

Hier die Presseerklärung der Stadt Duisburg zu den Schließungsplänen:

Pressemitteilung von Dienstag, 18. Dezember 2007
Stadt Duisburg

Schließungen von Kindertageseinrichtungen im Bistum Essen zum 31. Juli 2008

Duisburg. In den vergangen Wochen hat der Kita-Zweckverband im Bistum Essen mitgeteilt, dass im Gebiet der Stadt Duisburg sukzessive bis zum 31. Juli 2010 insgesamt 54 Kindergartengruppen geschlossen werden sollen. Damit werden in Duisburg rund 1.350 Kindergartenplätze abgebaut, die aktuell von Kindern besucht werden. Da die Kommune dem Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz entsprechen muss und nach den aktuellen Bedarfszahlen die Plätze nach wie vor benötigt werden, ist es Aufgabe des kommunalen Jugendhilfeträgers, den Verlust an Kindergartenplätzen zu kompensieren. Hierzu bedarf es allerdings frühzeitig Klarheit darüber, zu welchem Zeitpunkt welche der 18 möglichen Einrichtungen geschlossen werden sollen. Diese Information fehlte bisher. Auf Einladung des Jugendamtes der Stadt Duisburg haben jetzt Vertreter des Zweckverbandes erstmals mitgeteilt, welche der Einrichtungen zum Ende des laufenden Kindergartenjahres, also zum 31. Juni 2008, geschlossen werden sollen.

Betroffen sind St. Paul, An der Paulskirche, Marxloh (50 Plätze, zwei Gruppen); Liebfrauen, Schulstraße, Bruckhausen (50 Plätze, zwei Gruppen); Herz Jesu, Brückelstraße, Obermeiderich (100 Plätze, vier Gruppen); St. Bonifazius, Wanheimer Straße, Hochfeld (60 Plätze, drei Gruppen); St. Rafael, Märchenweg, Bissingheim (50 Plätze, zwei Gruppen) und St. Suitbert, Am Tollberg, Wanheim-Angerhausen (75 Plätze, drei Gruppen). Darüber hinaus soll zum 31. Juli 2008 in der viergruppigen Einrichtung St. Norbert an der Schillerstraße in Obermarxloh eine Gruppe abgebaut werden. Die noch in Trägerschaft des Kita-Zweckverbandes befindliche Einrichtung St. Anna an der Geibelstraße in Neudorf-Nord wird im Laufe des ersten Halbjahres 2008 in die Trägerschaft des Studentenwerkes Essen/Duisburg überwechseln.

Aufgabe ist es jetzt, mit allen am Prozess Beteiligten Verfahrenswege abzustimmen, damit die betroffenen Kinder eine wohnortnahe KiTa-Alternative finden. Hierzu werden auch Gespräche mit anderen Trägern von Kindertageseinrichtungen, seien es kirchliche oder freie, gesucht. Auf das Anmeldeverfahren in den genannten Einrichtungen hat der mögliche Trägerwechsel keinen Einfluss. Klar wird aber sein, dass die bisher in katholischer Trägerschaft geführten Einrichtungen nach einem Trägerwechsel auch mit einem neuen inhaltlich-fachlichen Konzept, das den Prinzipien des jeweiligen neuen Trägers entspricht, zum 1. August 2008 an den Start gehen.

Pressekontakt: Anja Huntgeburth, Tel. 0203 283-4442

Kontaktdaten:
Herausgeberin: Stadt Duisburg
Referat für Kommunikation
47049 Duisburg
Tel. 0203 283 2202, Fax: 0203 283 4395
Internet: http://www.duisburg.de
e-mail: mailto:kommunikation@stadt-duisburg.de

Dazu muss man nicht mehr viel sagen!

5 Antworten to “„Lasset die Kinder zu mir kommen…“ Nicht bei der katholischen Kirche!”

  1. Beobi Says:

    Ich möchte auch mal an die miserablen „Tarif“-Verträge bei den ach so christlichen Arbeitgebern erinnern. Auch mit den Arbeitnehmerrechten lt. Betriebsverfassungsgesetz haben die kirchlichen Arbeitgeber nichts „am Hut“. Betriebsrat? Verboten.

    Und unter dem Mäntelchen der christlichen Nächstenliebe standen die kirchlichen Institutionen auch in der ersten Reihe und warteten gierig auf die ersten 1-Euro-Jobber, die man dann so schön ausbeuten konnte/kann.

    Wohl gemerkt, ich bin für Nachbarschaftshilfe und tätige Solidarität, aber ich habe viel gegen die Heuchelei der Amtskirchen und so mancher Gläubigen.

    Es tut mir leid, aber ich fühle mich stark ans Mittelalter erinnert: Almosen vor der Kirchentür fürs Seelenheil, während die Pfaffen ihre Bäuche mästen.

    Mit dem Heilsversprechen auf ein „besseres Leben“ nach dem Tod im „Paradies“ alternativ die Androhung von ewiger Verdammnis und „Höllenqualen“ wurden schon von jeher die bestehenden Herrschaftsverhältnisse zementiert und das Volk diszipliniert und ausgebeutet. Wobei die Kirchenoberen immer zur Herrschaft zählten.

    Wie wär’s denn einfach mal mit Moral und Anstand, mit menschlicher Ethik, mit Menschenrechten – ganz ohne religiöse Verbrähmung und Wahn und ohne kirchliche Indoktrination.

  2. Otto Says:

    Ach wisst ihr, lieber Rai und Beobi.
    Es trifft immer die Ärmsten der Armen.
    Haut auf die Kacke, meckert wie die Teufel!

    Ihr steht allein da. Duisburg ist wie es ist! Ihr gehört dazu – unter den Aspekten der Globalisierung meckert ihr am Markt vorbei.

    Duisburg und Deutschland kriegt noch viel mehr von Duisburg. Wir können stolz sein, Vorreiter zu sein. Keiner macht mehr mit, noch nicht einmal die Christen der Katholischen Kirche im Revier.

  3. liram Says:

    >Almosen vor der Kirchentür fürs Seelenheil, während die Pfaffen ihre Bäuche mästen.

    Jaja, wenn Du etwa im Allgäu übers Land wanderst, durch diese Wiesen und die wunderhübschen Dörfer, musste in den Dörfern nur fragen: ‚Wo speist der Herr Pfarrer?‘ – Das ist dann immer der beste Gasthof des Dorfes.

    Ist jetzt als Geheimtipp gemeint, um in der Provinz gut zu essen.

    Als Gedankenfutter empfehle ich die ‚Kriminalgeschichte des Christentums‘ von Karlheinz Deschner.

    http://www.deschner.info/
    http://de.wikipedia.org/wiki/Karlheinz_Deschner

    Wunderbarer Werkzyklus, sofern man auf trockene materialistische Geschichtsschreibung steht:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kriminalgeschichte_des_Christentums

  4. rai30 Says:

    Also ich habe kein Problem mit der katholischen Kirche oder dem christlichen Glauben!

    Ich finde nur, dass das nicht richtig sein kann, dass diese Organisation solche Privelegien genießt und jede Menge öffentliches Geld kriegt und sich dann so unsozial verhält!

    Ich denke man sollte man denen auch ihre ganzen Steuerprivelegien und Sonderrechte streichen wenn sie wichtige soziale Einrichtungen einfach aufgeben.

  5. Beobi Says:

    Hi liram,

    danke für den Tipp. Zum Thema ein Hinweis von mir: Neuer Atheismus – Gott und das Spaghetti-Monster (3sat, Magazin delta) zum Buch von Richard Dawkins „Der Gotteswahn“.

    Ich persönlich denke, dass es wohl menschlich sein muss, dass die Mehrheit der Bevölkerung immer Religionen/Ideologien braucht, weil eigenes Denken ihnen offensichtlich Schmerzen bereitet.

    Das die Kreationisten und Evangelikalen auch hier in unserem Land auf dem Vormarsch sind, wundert mich angesichts PISA überhaupt nicht, erschreckt mich aber zunehmend. Und das Bush als Ex-Alki bei den Kreationisten gelandet ist, nun ja, verständlich, wenn man sich auch noch das bisschen Gehirn wegsäuft … Passt ja Kretin und Kreationist. 😉

    (Übrigens liram: Dein Instinkt funktioniert. Ich bin in der Adenauer-Ära aufgewachsen, deshalb stehe ich auch auf „Gute Butter“. Das nur am Rande.)

    Zu Rai: Genau das ist der Punkt, dass die Kirchlichen Einrichtungen zu den Kirchensteuereinnahmen – die auch der Steuerzahler für die Pfaffen eintreibt – noch zusätzlich Steuergelder erhalten. Wenn die Säkularisation ernst genommen würde, müssten die Kirchen ihre eigenen Büttel zur Eintreibung der Kirchensteuer beschäftigen.

    Blöd sind die nicht, möchte nicht wissen, wie viele Neugeborene selbst heute noch zwangsaufgenommen werden in die Kirchen dieser Welt. Wenn man erst mal abwarten würde, bis die Kirchenmitglieder selbst denken und entscheiden können, wären wir die Kirchen vielleicht schon los. Von ein paar religiösen Spinnern mal abgesehen.

    In diesem Zusammenhang gehört jegliche Subvention mal auf den Prüfstand. An erster Stelle die Steuergeschenke an Großkonzerne, der Spitzensteuersatz, die Erbschaftssteuer und und und


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