Die Heimat meines Vaters!

31. Januar 2008

Ein Zufallsfund aus dem Internet! Eine kleine Region an der westlichen Schwarzmeerküste der Türkei aus der mein Vater stammt! Sieht doch ganz nett aus!

Advertisements

Nokia - Nein Danke!

Gestern hat der Beirat für Zuwanderung und Integration einen von mir formulierten Antrag der Muslimischen Türken Union beschlossen in dem die Duisburger Stadtverwaltung gebeten wird auf Nokia-Produkte zu verzichten! Der Ratsherr der GRÜNEN, Herr Sait Keles, fand als Einziger gestern den Antrag populistisch und sah den Stil der „BILD-Zeitung“ darin!

Das empfinde ich natürlich als Beleidigung wenn man Solidarität mit den Arbeitnehmern im Nokia-Werk Bochum mit dem Stil der BLÖD-Zeitung gleichsetzt! Auch wenn dieser GRÜNE namens Sait Keles alleine dastand und nur die Moscheevertreter überzeugen konnte, so frage ich mich ob die Grünen in Duisburg sich schon auf einem solchen arbeitnehmerfeindlichem Kurs befinden oder der Ratsherr Keles vielleicht nur eine negative Ausnahme ist?!

Oder ist der Boykottantrag so schlecht formuliert worden? Ist das wirklich „BILD-Zeitung“-Stil?
Hier ist der Antrag im Wortlaut zum Lesen damit sich jeder selbst ein Urteil bilden kann:

Antrag der Muslimischen Türken Union – MTB

23. Januar 2008

NOKIA – Nein, Danke!

Wir bitten den Oberbürgermeister zu prüfen ob die Möglichkeit besteht in der Duisburger Stadtverwaltung alle Diensthandys der Marke NOKIA aus dem Verkehr zu ziehen und durch Geräte anderer Hersteller zu ersetzen sowie auf Dauer auf Geräte der Marke Nokia vollständig zu verzichten!
Wir verweisen dazu auch auf einem Beschluss der Bundesstadt Bonn!

Begründung:
Durch die unerwartete plötzliche Schließung des Bochumer Werkes von Nokia verlieren Tausende Menschen ihre Existenz und wird eine ohnehin schon gebeutelte Region weiter nach unten gezogen. Das unsoziale und allgemeinschädliche Verhalten des NOKIA-Konzerns darf nicht hingenommen werden!

Weitere Begründung erfolgt mündlich!

Vielleicht sollten auch in anderen Gremien ähnliche Anträge gestellt werden!

Rathaus Duisburg

Die heutige Sitzung des Beirates für Zuwanderung und Integration der Stadt Duisburg war sehr erhellend für den Zustand des Gremiums und die Zukunft der politischen Zusammenarbeit!

Da fordert die SPD mal eben 500.000 EURO mehr für die Umsetzung der Ergebnisse der Integrationskonferenz wohlwissend, dass der Nothaushalt der Stadt das gar nicht hergibt und jede Mehrausgabe von der Kommunalaufsicht genehmigt werden muss. Aber der SPD-Sprecher meinte allen Ernstes die Summe sei ja nur“willkürlich“ gewählt und er würde sich auch mit nur 250.000 EURO zufrieden geben. So sieht also seriöse politische Arbeit bei der Duisburger SPD aus! So kann man mal eben auch noch 30.000 EURO mehr hier und 25.000 EURO dort verlangen ohne einen Gedanken daran zu verschwenden ob das auch realisiert werden kann und wie die Ausgaben im Einzelnen zu begründen sind! Zusammen mit ihren Verbündeten „Duisburger Muslimen Bund“ setzte die SPD im Beirat ihre Anträge mit knapper Mehrheit heute durch.

Da nützten dann auch alle Versuche eine Konsenslösung zu finden nichts. Alle Vorschläge doch gemeinsam nach Wegen zu suchen mehr Geld für Projekte und Etats lockerzumachen fruchteten nichts. Es war zu erkennen, dass die SPD in Duisburg schon den Kommunalwahlkampf eingeläutet hat. Da war dann auch mein Kompromissvorschlag doch die Anträge in Prüfaufträge an die Verwaltung umzuwandeln mit dem Ziel mehr Geld zu organisieren oder Argumente für Ausnahmegenehmigungen beim Regierungspräsidenten zu erarbeiten um den Haushalt aufzustocken vergeblich. Die SPD in Duisburg kann nur noch Wahlkampf! Die Sacharbeit im Sinne der Bürger ist ihr völlig egal!

Negativ überrascht war ich dann auch als mein Antrag „Nokia – Nein, danke!“ aufgerufen wurde. Als Antrag der „Muslimischen Türken Union“ fand er natürlich sofort Widerspruch beim „Duisburger Muslimen Bund“. Das war aber nicht so tragisch.

Wirklich erschrocken war ich eher darüber, dass der Ratsherr der Grünen sich vehement gegen einen NOKIA-Boykott aussprach und sogar vor Diskriminierung warnte! Das führte dann bei der Abstimmung zu dem Ergebnis, dass der Grünen-Ratsherr zusammen mit den Moscheevertretern gegen meinen Antrag stimmte während SPD, CDU und Kroaten auch dafür waren Nokia-Handys aus der Stadtverwaltung zu verbannen!

Aber irgendwie stimmt es mich doch nachdenklich wieviel Verständnis ein Mandatsträger der Duisburger Grünen dem asozialen Verhalten des Nokia-Konzerns entgegenbringt! Da überholt er sogar die CDU im kapitaltreuen Denken!

Nokia-Protest in Bochum

Ein ereignisloser Tag!

29. Januar 2008

Duisburg relaxt

Wenn man mal von den hektischen Meldungen in den Medien absieht, die immer noch nicht begreifen wollen, dass viele Menschen die asoziale „Reform“politik in diesem Lande ablehnen und deswegen der Linken ihre Stimme geben, so war das gestern ein ruhiger Tag!

Ich habe meine Schwägerin zum Arzt fahren müssen weil ihr der Brustkorb schmerzte und so auch beim Gang über den Sonnenwall in Duisburg festgestellt, dass es auch in Duisburg-Zentrum leere Ladenlokale gibt. Zum Glück aber nicht soviele wie in Hochheide und Homberg! Und meinem Kleinen gefiel es über die Kö und die Beekstraße zu laufen. Solange mein Arbeitgeber keine Arbeit für mich hat kann ich mir solche Rundgänge ja auch leisten. Der Schreck kommt dann mit der nächsten Lohnabrechnung Mitte Februar.

Und bei Ebay versuche ich eine günstige Spiegelreflexkamera zu ersteigern da meine 20 Jahre alte Ricoh Probleme mit dem Verschluss hat. Nur irgendwie verschwinden die Angebote bei Ebay plötzlich. Entweder weil in letzter Minute noch ein höheres Angebot kommt oder weil der Artikel für den ich geboten habe auf einmal gar nicht mehr zu finden ist. Obwohl ich zuletzt das höchste Angebot abgegeben hatte! Scheint nicht so ganz mein Glückstag gewesen zu sein.

Hoffentlich wird es heute besser. Denn heute ist mein großer Auftritt im Beirat für Zuwanderung und Integration. Und heute wollen wir ja auch den Nokia-Boykott für Duisburg anleiern. Da muss selbst Ebay warten!

Hochheider Impressionen!

27. Januar 2008

Benny freut sich über spielende Hunde

Am heutigen Sonntag bin ich mit meinem Kleinen mal nach Hochheide zum Trödelmarkt gegangen um zu sehen was los ist. Immerhin das Wichtigste ist wohl, dass kein Krawall zu sehen war und die Leute in Ruhe flanieren konnten.

Leider war das aber ein ziemlich dürftiger Trödelmarkt mit kleinem Kinderkarussel und Würstchenbude. An den wenigen Ständen konnte man den üblichen alten Trödel ergänzt durch Billigware und Handyoberschalen kaufen. Für einen Stadtteil wie Hochheide mit seinen vielen (Noch-)Einwohnern eigentlich zu dürftig!

Hochheider Billigmarkt

Und negativ fielen auch wieder die Gruppen von Halbwüchsigen auf, die scheinbar gelangweilt durch die Szenerie zogen. Am Karussel kam es zum Streit mit dem Besitzer als die Jungs meinten kostenlos auf dem Karussel mitfahren und darauf irgendwelche Spielchen wie Rauf- und Runterspringen veranstalten zu können. Ich denke diese Jugendlichen brauchen dringend Betreuung und Beschäftigung. Da wäre das Jugendamt aber auch sicher die Sportvereine gefragt damit diese Jungs nicht immer nur Ärger verbreiten und sich sinnvoll austoben können.

Tristesse Hochheider Ladenstadt

Auf dem Weg nach Hause kam ich dann auch noch an einem Plakat vorbei auf dem Tiefgaragen bei den Weißen Riesen angeboten werden. Ob da jetzt auf einmal mehr Leute leben, oder ist das Billigangebot ein Zeichen dafür, dass die Plätze sich kaum noch vermieten lassen? Übrigens sollen auch die Wohnungen immer billiger werden!

Billige Tiefgaragen in Hochheide

Ich bin ja mal gespannt ob es jetzt auch wirklich mehr Anstrengungen von seiten der Politik für unseren Stadtteil geben wird.

P.S.: Gerade sehe ich bei der Tagesschau, dass die CDU in Hessen so richtig schön abgekackt ist! Frei nach dem Motto „Viele Köche verderben den Brei, und in Hessen reicht schon einer dazu!“ Beruhigend zu sehen, dass Volksverhetzung und brutalstmöglicher Populismus von den Wählern nicht honoriert wird! Die Leute sind doch schlauer als viele meinen! Eine Lehre auch für Hochheide!

Den Linken gratuliere ich auch als Nicht-Parteimitglied zu ihren Ergebnissen, dadurch wird die asoziale „Reform“politik immer unmöglicher. Das kann mir als einfacher Hungerlöhner nur Recht sein!

Ein Samstag in Xanten!

26. Januar 2008

Römische Überreste in Xanten

Heute bin ich und meine Familie nebst Schwägerin mal nach Xanten gefahren! Schließlich soll die Schwester meiner Frau auch mal was von der Landschaft und Kultur sehen solange sie bei uns zu Besuch ist.

Theater in Xanten

Da war der Archäologische Park in Xanten mit seinen römischen Überresten natürlich erste Wahl da auch in der Türkei viele Hinterlassenschaften aus der Römerzeit zu finden sind und meine Schwägerin so viele bekannte Bauten wie Tempel und Amphitheater zu sehen bekam.

Trajan und Benjamin

Katakomben im Amphitheater

Insbesondere die Grabsteine mit ihren Inschriften und Bildern taten es ihr an. Der Grabstein des römischen Legionärs Secundus fiel uns da allen besonders auf! Es ist doch beeindruckend wie die Römer vom heutigen Deutschland bis in die Türkei ein Weltreich errichten konnten und auch die kulturellen Grundlagen für Europa aber auch Kleinasien mitschufen.

Grabstein des römischen Legionärs Secundus

Und trotz eisigen Windes fuhren wir dann auch noch zum Xantener Dom ins Stadtzentrum um uns die Altstadt mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten anzusehen. Meine Schwägerin war insbesondere von den vielen Statuen und religiösen Darstellungen angetan. Sogar die Auferstehung Christi konnte sie selbst erkennen als sie die Darstellung vor dem Eingang des Xantener Doms sah. Ebenso beindruckend die Kreuzigungsszene und die vielen Figuren am Dom und anderen Gebäuden.

Xantener Dom

Das war ein gelungener Ausflug, jetzt muss ich mir nur noch überlegen wo es als nächstes hingeht. Denn schließlich wollen wir unseren Verwandten in der Türkei auch die Kultur unserer Region näherbringen!

Demo in Bochum

Dem Nokia-Konzern bläst in Deutschland der Wind ins Gesicht. Den Absatzmarkt hier können die Finnen wohl erstmal vergessen. Die Empörung über den milliardenschweren Konzern ist so groß und weitverbreitet, dass kein Politiker es wagt das Vorgehen der Nokia-Manager zu verteidigen. Und es sieht so aus als ob auch die Duisburger Stadtverwaltung ihre Nokia-Diensthandys abschaffen wird.

Vor wenigen Stunden habe ich erfahren, dass alle Listengruppierungen und Parteien den von mir formulierten Antrag der Muslimischen Türken Union unterstützen mit dem Ziel auch von seiten der Stadtverwaltung Nokia-Produkte zu boykottieren! Da ist es ziemlich wahrscheinlich, dass das auch der Beirat für Zuwanderung und Integration der Stadt Duisburg am kommenden Dienstag so beschließen wird.

Auch wenn es nur ein beratendes Gremium ist so glaube ich, dass die Stadt da nicht Nein zu sagen kann. Aber ausgerechnet der Vertreter der Grünen hat sich in einer vorbereitenden Sitzung schützend vor den Nokia-Konzern gestellt und vor „Diskriminierung“ gewarnt und die Leistungen von Nokia gewürdigt! So kapitalhörig sind die Grünen heute schon!

Und in der Fernsehsendung „Illner“ im ZDF lieferten sich gestern abend Lafontaine und Westerwelle ein Duell vom Feinsten. Beide bekamen für ihre total konträren Positionen Applaus. Aber während die Politik plus Kapitalvertreter nur bekannte Positionen austauschte und Binsenweisheiten zum Besten gab („…ohne Rendite kann ein Unternehmen nicht überleben…„, „Gewinne müssen sein…“ etc.) veranschaulichte die Betriebratsvorsitzende von Nokia wie flexibel die Arbeitnehmer bei Nokia sind und so den Rekordgewinn von über 7 Milliarden Euro erwirtschafteten. Zum Dank werden sie in wenigen Monaten rausgeschmissen. Das überzeugte!

Immerhin scheint der Fall Nokia selbst in den Mainstream-Medien nun auch Kapitalismuskritik wieder saisonfähig zu machen. Der Titel der Sendung „Kapital brutal, Jobs egal…“ wäre so vor kurzem sicher nicht möglich gewesen. Jedenfalls nicht beim ZDF! Wenn das nicht nach einem Linksruck aussieht!

Brüder zur Sonne....

Zum gleichen Thema auch nochmal die Pressemitteilung der Bochumer Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen:

24.01.2008
Sevim Dağdelen, MdB: Menschenverachtende Bilanz für Nokia

Sevim Dağdelen, MdB der Linksfraktion aus Bochum erklärt zu den heute
veröffentlichten Bilanzen des Nokia Konzerns:

„Auf der einen Seite präsentiert Nokia Rekordgewinne in schwindelerregender Höhe, auf der
anderen Seite sollen im Werk Bochum die MitarbeiterInnen entlassen
werden. Das ist für mich eine menschenverachtende Bilanz!“

Der Konzern, der weltweit 130.000 Menschen beschäftigt, hat in seinem
Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr einschließlich des vierten Quartals
Rekordgewinne bekannt gegeben. Der Nettogewinn stieg im vierten Quartal um 44
Prozent auf mehr als 1,8 Milliarden Euro. Von Oktober bis Dezember setzte das
Unternehmen nach eigenen Angaben 15,7 Milliarden Euro um und damit 34
Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr 2007 konnte der
Gewinn sogar um 67 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro gesteigert werden, der
Umsatz stieg um 24 Prozent auf 51,1 Milliarden Euro

„Dass vor diesem Hintergrund Konzernchef Olli-Pekka Kallasvuo schon vorher
verlauten ließ, dass Nokia auf der Stilllegung des Handy-Werkes in Bochum
bestehe, ist unfassbar, vor allem für die Betroffenen“, so Sevim Dağdelen weiter.

„Dieses Vorgehen von Nokia zeigt ganz besonders deutlich, dass es im
Kapitalismus in erster Linie nicht um die Menschen geht, sondern um die Profite.
Und die können offensichtlich nicht groß genug sein, wie die vorgelegten Zahlen
von Nokia belegen.
Gemeinsam mit meinem Fraktionskollegen Oskar Lafontaine bin ich der Meinung,
dass nicht zuletzt der Fall Nokia zeigt, dass wir eine andere Wirtschaftsordnung
brauchen, in der die Arbeitnehmer zumindest in existenziellen Fragen ein
Mitentscheidungsrecht haben.“

%d Bloggern gefällt das: