Hoffnung in der Ferne

Von meiner Firma bin ich ja als Hungerlöhner schwer enttäuscht! Erst durch Kündigungsdrohung finden meine Chefs auf einmal heraus, dass eventuell doch noch irgendwo Arbeit zu finden ist und die miese Lohnabrechnung noch korrigiert werden sollte!

Nachdem ich meinen Bereichsleiter am Telefon angeschrien habe und vehement die sofortige Kündigung verlangte wurden eventuelle Fehler in der Lohnabrechnung eingeräumt und wie durch ein Wunder weitere Arbeitstage in Aussicht gestellt. Da ich das aber eher als Ablenkung und Besänftigungsstrategie ansehe lasse ich mich dadurch nicht beeindrucken und habe schon mal die Kündigung vorbereitet um Montag früh im Chefbüro im Duisburger Süden einen lautstarken heftigen Streit vom Zaun zu brechen der auch im ganzen Haus wahrgenommen werden soll!

Wahrscheinlich bringt mir das außer einer kurzen Befriedigung nicht viel aber irgendwo muss ich mich abreagieren können. Und diese Elendsverwalter in ihrem schicken Büro sollen auch mal unangenehm auf die Folgen ihrer Geschäftspolitik hingewiesen werden. Ich sorge dafür, dass sie meinen Auftritt nicht so schnell vergessen werden!

Nur die Kündigung werde ich noch(!) hinauszögern, denn es gibt zum Glück auch noch Kollegen, die bereit sind zu helfen und auf ihre Arbeitsstunden zu meinen Gunsten verzichten. Was meine Kollegen angeht habe ich wohl Glück gehabt!

Meinen Chefs drohe ich nun mit unberechenbarer Kündigung, denn sie werden schon bald wieder qualifizierte Werkschützer brauchen und können dann kurzfristig nicht genug davon bekommen. Wahrscheinlich sind sie auch nur deswegen auf einmal kompromissbereit! Aber die wirklichen Übeltäter sind die großen Industriekonzerne, die immer sehr kurzfristig Werkschutzfachkräfte bestellen um dann mal eben die Hälfte wieder abzubestellen. So ist es unmöglich verlässlich als Arbeitnehmer zu planen und sicheren Verdienst zu bekommen. Die ganze Wirtschaft ist total asozial geworden und Gewerkschaften wie Betriebsräte spielen das menschenunwürdige Spiel mit!

Als Hungerlöhner ist man eben am untersten Ende dieser Gesellschaft angekommen, da sind auch die Gewerkschaften und ihre Apparatschiks nicht daran interessiert. Heutzutage helfen nicht mehr irgendwelche Großorganisationen sondern nur noch Netzwerke von Betroffenen, die sich zu wehren wagen! Das habe ich gelernt!

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