Sonntagsarbeit! Geld für den Hungerlöhner!

13. April 2008

Die Arbeit ruft!

Ich brauche so dringend Geld, dass ich dafür nun auch meinen Sonntag 12 Stunden auf der Arbeit verbringe! Die Firma kommt mir nach meinen heftigen Beschwerden über die niedrige Lohnzahlung nach Vermittlung des Betriebsrates zwar finanziell entgegen und verspricht jetzt auch ausreichend Arbeitsstunden, aber trotzdem muss ich daran denken, dass spätestens im Juni schon wieder der alte Ärger losgehen wird! Zudem habe ich diese Versprechen auch schon vor zwei Monaten gehört!

Vielen Kollegen geht es ähnlich, und einer soll sogar schon absichtlich die fällige Sicherheitsprüfung vergeigt haben um eine Kündigung zu provozieren weil er sich auch über die niedrigen Lohnzahlungen der letzten Monate geärgert hat. Denn unsere werte Firma weigert sich die Mitarbeiter zu kündigen und hält die Kollegen billig unterhalb des Sozialhilfeniveaus in Reserve.

Telefonisch habe ich heute die Kollegen vom Tor über meinen Auftritt am Freitag beim Chef im Büro informiert und ihnen geraten das Gleiche zu tun! Denn wie heißt es so schön: „Nur das schreiende Baby bekommt die Milch!“ (türkisches Sprichwort). Der Kollege am Tor stimmte mir da auch zu, hatte aber gleichzeitig Angst davor mit den Chef einen Streit zu riskieren. Erst als ich ihm sagte, dass bis Juni jeder Mann gebraucht wird und die Firma bis dahin garantiert niemanden rausschmeißen kann wurde er mutiger. Denn jetzt fehlen schon Leute, die gekündigt haben oder dafür gesorgt haben, dass sie nicht eingesetzt werden können!

Bis Juni können wir also auch Contra geben und mit Kündigung drohen. So lange dauern die Sondereinsätze im Werksgelände. Und bis dahin versuche ich soviel Kohle wie möglich zu verdienen während ich gleichzeitig einen neuen Job suche und meine Lohnklage vorbereite. Die heutige Arbeitswelt ist schon fast zum Kriegsschauplatz geworden!

2 Antworten to “Sonntagsarbeit! Geld für den Hungerlöhner!”

  1. Zwölfler Says:

    Eine Mitarbeiterin von einer Teilzeitfirma erhält im Homberger Krankenhaus St. Johannes Stift, Malteser GmbH 6.08 Euro brutto als Servicekraft (Bettenschieben, Essenausteilen usw).

    Sie ist sehr besorgt. Nicht nur ihr Geld, sondern auch wie wenig Zeit für die Kranken bleibt. Das merkt sie bei sich selbst und den Schwestern. „Alles nur Riesen-Hatz!“

    Sie würde mit Kusshand lieber einen Job in der Wirtschaft übernehmen: „Da stehen weniger mit der Peitsche hinter mir! Hier im Krankenhaus ist das die Hölle, aber ich brauch das Geld für die Miete.“

    Leihputz-Putzfrauen erhalten 7,13 Euro.

  2. rai30 Says:

    @ Zwölfler

    Angesichts solcher Zustände muss man doch verbindliche Miondestlöhne fordern und der vorherrschenden asozialen „Reform“politik entschieden entgegentreten.

    Komischerweise haben unsere Nachbarländer Niederlande, Belgien, Frankreich und Luxemburg solche Mindestlöhne, und der Wirtschaft dort geht es gut!

    Nur unsere dumme asoziale „Elite“ in Politik und Wirtschaft stäubt sich dagegen!


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