Kleingeld ist nötig!

Die Jobsuche läuft und es gibt sogar freie Stellen! Ich wurde heute auch fündig und habe auch schon die ersten Bewerbungen losgelassen!

Dummerweise nur läuft heute viel über private Arbeitsvermittler! Und die wollen einen Vermittlungsgutschein der Agentur für Arbeit(slosigkeit) oder aber Bares sehen!

Ich müsste also mindestens 6 Wochen lang arbeitslos sein oder aber aus der eigenen Tasche den Jobvermittler bezahlen. Für einen Job, der sowieso nicht gerade gut bezahlt wird.

Dieses beknackte System verdanken wir natürlich auch der asozialen „Reform“politik der SPD. Das war ja ein Bestandteil der „HARTZ“-Reformen. Nur dass jetzt viele Arbeitsplätze sich nur noch über Arbeitsvermittler finden lassen, die Bares wollen. Denn die Arbeitsämter sind ja anscheinend nicht fähig genug um Arbeit zu finden.

Und so muss ich wohl in den sauren Apfel beißen und notfalls sogar Geld investieren (das ich eigentlich nicht habe) um eine bessere Arbeit zu finden. Während ich suche geht der Tag vorüber und ich muss zur Arbeit fahren, die ich wahrscheinlich bald los bin! Was irgendwie auch besser ist, denn die Spritpreise werden langsam unerschwinglich für mich!

Auf dem Weg zur Arbeit

Die Arbeit ruft!

Ich weiß ja nicht ob es da einen Zusammenhang gibt: aber gestern habe ich erfahren, dass jetzt auf einmal nach dem ganzen Ärger mit den fehlerhaften Lohnabrechnungen Krankmeldungen eingegangen sind und deswegen der Dienstplan komplett überarbeitet werden muss!

Da werde ich heute mal draufgucken und den stellvertretenden Objektleiter darauf hinweisen, dass ich der Firma eine Frist bis Freitag gesetzt habe meine Lohnabrechnung zu korrigieren! Ab Samstag könnte ich dann schon fristlos kündigen wegen Lohnbetrugs falls die Fehler nicht bereinigt werden. Dann ist die Dienstplanung ab Samstag wieder hinfällig!

Und der Objektleiter ist nun auch noch überraschend unter dramatischen Umständen ausgefallen: eine Notoperation wegen eines Bypasses hat ihm das Leben gerettet! Aber er wird jetzt wohl längere Zeit nicht mehr dienstfähig sein!

Wie schnell sowas gehen kann! Am Freitag hatte er noch ganz fit auf mich gewirkt.

Die Arbeit ruft!

Ich brauche so dringend Geld, dass ich dafür nun auch meinen Sonntag 12 Stunden auf der Arbeit verbringe! Die Firma kommt mir nach meinen heftigen Beschwerden über die niedrige Lohnzahlung nach Vermittlung des Betriebsrates zwar finanziell entgegen und verspricht jetzt auch ausreichend Arbeitsstunden, aber trotzdem muss ich daran denken, dass spätestens im Juni schon wieder der alte Ärger losgehen wird! Zudem habe ich diese Versprechen auch schon vor zwei Monaten gehört!

Vielen Kollegen geht es ähnlich, und einer soll sogar schon absichtlich die fällige Sicherheitsprüfung vergeigt haben um eine Kündigung zu provozieren weil er sich auch über die niedrigen Lohnzahlungen der letzten Monate geärgert hat. Denn unsere werte Firma weigert sich die Mitarbeiter zu kündigen und hält die Kollegen billig unterhalb des Sozialhilfeniveaus in Reserve.

Telefonisch habe ich heute die Kollegen vom Tor über meinen Auftritt am Freitag beim Chef im Büro informiert und ihnen geraten das Gleiche zu tun! Denn wie heißt es so schön: „Nur das schreiende Baby bekommt die Milch!“ (türkisches Sprichwort). Der Kollege am Tor stimmte mir da auch zu, hatte aber gleichzeitig Angst davor mit den Chef einen Streit zu riskieren. Erst als ich ihm sagte, dass bis Juni jeder Mann gebraucht wird und die Firma bis dahin garantiert niemanden rausschmeißen kann wurde er mutiger. Denn jetzt fehlen schon Leute, die gekündigt haben oder dafür gesorgt haben, dass sie nicht eingesetzt werden können!

Bis Juni können wir also auch Contra geben und mit Kündigung drohen. So lange dauern die Sondereinsätze im Werksgelände. Und bis dahin versuche ich soviel Kohle wie möglich zu verdienen während ich gleichzeitig einen neuen Job suche und meine Lohnklage vorbereite. Die heutige Arbeitswelt ist schon fast zum Kriegsschauplatz geworden!

Ein Bäumchen für die Zukunft

Der Bürgerverein Haesen und Gerdt hatte die schöne Idee zur einer Aktion „Papa, wir pflanzen einen Baum“ zu der auch viele Familien am Samstagmorgen erschienen.

Eine bunte Kinderschar aus den Kindergärten St. Peter und Liebfrauen hatte da ihre Freude. Es kamen sogar die Vertreter der Provinzpolitik, wobei die SPD aber recht schwach vertreten war! Dafür haben die Linken bei dieser Aktion aufgetrumpft mit ihren eigenen Rotbuchen, die sie für die Aktion spendeten. Als aktiver Bürger im „Homberger Signal“ habe ich beim Pflanzen der kleinen Bäumchen natürlich mitgeholfen. Das hat Spaß gemacht und die Fotos dazu werde ich hier bald reinstellen sobald der Film entwickelt ist! Und der sonst eher konservative Bürgerverein hat sich über diesen aktiven Beitrag auch sehr gefreut.

Wirkliche glückliche Gewinner an diesem Samstagvormittag waren aber die Kinder, die sich in dem leicht schlammigen Boden richtig ausgetobt haben. Schade nur, dass ich meinen Benny nicht mitbringen konnte da er morgens gerne lange schläft.

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die vielen hundert Bäumchen auch noch groß werden. „Tausend Bäume für den Üttelsheimer See“ sollen in nicht allzu ferner Zukunft den nördlichen Bereich des Uettelsheimer Sees verschönern!

Hier verdient das Kapital!

Es gibt wenig Geld und wenig Arbeit für zuviele Leute im Werkschutz!

Heute habe ich erfahren, dass es vielen Kollegen schlecht geht weil auch deren Lohnzahlung jeglicher Beschreibung spottet! Heute wollte ich mir ja wegen meiner missratenen Lohnabrechnung meinen Chef vorknöpfen. Allerdings habe ich heute auch erfahren, dass er eigentlich auch ziemlich hilflos ist in dieser schwierigen Situation! Denn unser Auftraggeber, ein großer milliardenschwerer Weltkonzern, stellt fast täglich die Personalplanung um und bestellt einfach von ein auf den anderen Tag die Leute wieder ab, die erst kurz zuvor verlangt worden waren. Erst sollten drei Werkschützer am Tor sein dann nur zwei! Dann sollten zwei einen bestimmten Betriebsteil überwachen um heute nur noch mit einem Mann vor Ort zu sein.

Wegen dieser ständigen Änderungen ist unsere Firma gezwungen die Kollegen auf Reserve zu halten. Dank eines beschissenen Tarifvertrags von „ver.di“ (Schande über diese Gewerkschaft!) bekommen die Kollegen diese Zeit in der sie nicht zum Dienst gerufen werden nicht bezahlt!

Stattdessen werden sie dann zur ARGE geschickt wenn der kümmerliche Lohn dann zum Leben nicht ausreicht. Wenn der Weltkonzern dann doch wieder mehr Leute braucht werden sie wieder urplötzlich von einen auf den anderen Moment zur Arbeit gerufen.

Eine stille Reserve, vom Steuerzahler über „HARTZ IV“ (aufstockende Hilfe zum Lebensunterhalt) finanziert damit ein milliardenschwerer Konzern Kosten sparen und mehr Gewinn machen kann!

Und für diese staatlich finanzierte Arbeitnehmer-Reservebank stellt unsere Firma mehr Leute ein als eigentlich gebraucht werden. Nur, dass dann die betroffenen Kollegen in die Armut abstürzen trotz Arbeitsplatz. Ein richtig perverses System zum Nutzen des Kapitals mit Hilfe der aSozialdemokraten etabliert. Aber so kann man ja auch die offiziellen Arbeitslosenzahlen senken!

Als Arbeitnehmer ist man diesem System richtig ausgeliefert. Und so langsam wird mir klar, dass wir für die Gewerkschaft nur Arbeitnehmer 2. Klasse sind. Unsere Tarifverträge sind mies und als Hungerlöhner spricht man uns auch nicht an. Mein Eindruck ist, dass Gewerkschaften sich nur für die Stammbelegschaften mit relativ hohen Löhnen einsetzen. Da sind die Preise in der Kantine nur ein kleines Beispiel für!

Ich denke inzwischen nur noch an Kündigung. Heute werde ich aber nochmal Krach im Firmenbüro schlagen um Geld zu fordern und mit einer Anzeige wegen Lohnbetrug drohen!

Schluss damit!

Es reicht mir jetzt! Ab sofort suche ich einen neuen Job!

Zum zweiten Male bekomme ich eine fehlerhafte Abrechnung mit viel zuwenig Geld. Glauben die Chefs meiner Firma wirklich, dass ich mit 553 EURO im Monat über die Runden komme?!

Die Lohnabrechnung, die mir heute in den Briefkasten flatterte ist eine glatte Armutsbescheinigung! Ich habe den ganzen Tag nur noch schlechte Laune gehabt und würde meinem Chef am liebsten die Gurgel umdrehen! Meine Motivation ist auf einem absoluten Tiefpunkt und ich weiß nicht ob ich überhaupt noch was sehen würde wenn irgendwelche Leute auf die verrückte Idee kommen sollten das Tanklager auf dem Werksgelände in die Luft zu jagen. Ich kann einfach nicht mehr für diese Drecksfirma arbeiten, die mich schon wieder in die Armut abstürzen lässt! Es bleibt nur noch die Kündigung!

Da ich von Kollegen erfahren habe, dass der große Weltkonzern für den wir arbeiten spätestens im Juni wieder die Hälfte der Leute abbestellen wird ist es besser jetzt schon nach neuer Arbeit Ausschau zu halten, und meinem Chef mache ich morgen die Hölle heiß!

Auch andere Kollegen haben übrigens fehlerhafte Lohnabrechnungen bekommen: da wurden Urlaubstage „vergessen“ oder Feiertagszuschläge nicht berechnet. Die werden auch ordentlich Krach machen!

Die Arbeit ruft

Es wird hart und lange im Betrieb gearbeitet, besonders wenn neue Produktionsanlagen errichtet werden. Das heißt für viele Arbeiter jede Menge Überstunden kloppen!

Auf meinen Kontrollgängen im Areal komme ich auch öfters mit den Arbeitern ins Gespräch, und da höre ich auch schon mal Sätze wie „Heute reichts mir, 12 Stunden sind genug!“ Bisher dachte ich immer, dass es nur im Wachgewerbe regelmäßig 12-Stunden-Schichten gibt. Aber auch Schweißer, Elektriker, Schlosser und Anlagenbauer müsen wohl bei Termindruck mal 12 Stunden oder sogar mehr arbeiten.

Auf die Frage von mir ob das denn überhaupt erlaubt sei kriege ich die Antwort „wo kein Kläger, da kein Richter„. Mehr Leute einzusetzen um die Arbeit besser aufzuteilen und ein Mehrschichtsystem um extrem lange Arbeitszeiten zu vermeiden ist wohl unrealistisch. Jedenfalls meint der sehr erschöpft wirkende Kollege nur „Ich bin auch nur ausgeliehen. Das bestimmen andere wie lange wir arbeiten müssen. Dafür können die uns von ein auf den anderen Tag wieder nach Hause schicken!„.

Für „Fremdfirmenmitarbeiter“ gelten Arbeitsschutz- und Arbeitszeitgesetze wohl nicht so sehr! Dafür dürfen sie aber mit weniger Geld glücklich werden und in der Kantine ordentlich mehr bezahlen.

Teuer Essen für Arme!

Es lebe die Klassengesellschaft!

Ruf doch mal an!

8. April 2008

Ruf doch mal an!

Neulich auf dem Weg zur Arbeit sah ich dieses öffentliche Telefon. Ob sich damit noch telefonieren lässt? Aber was soll es, inzwischen hat jeder ja ein Handy, oder zwei!

Die Kantine

Die angegebenen Preise gelten nur für ………-Mitarbeiter“! Das konnte ich gestern abend in der Betriebskantine auf der Preistafel lesen. Und ich hatte mich schon über die günstigen Preise gefreut.

Aber natürlich darf ich als „Fremdfirmenmitarbeiter“ auch den höheren Preis bezahlen. Die Klassengesellschaft gilt eben auch in der Arbeitswelt. Jedenfalls verdienen „Fremdfirmenmitarbeiter“ (Unternehmer, Subunternehmer, Zeitarbeiter etc.) nicht nur schlechter als die Stammbelegschaft, sie dürfen in der Kantine sozusagen als „Ausgleich“ auch noch ca. 50% mehr fürs Essen bezahlen!

Teuer für Arme!

Übrigens sind inzwischen die meisten Arbeiter im Werk bei Fremdfirmen beschäftigt! Günstiges Essen in der Kantine wird also auch schon zum Privileg in unserer real existierenden Klassengesellschaft!

Die Kantine

Vielleicht sieht es auch deshalb so leer aus!

Endlich Frühling!

Die Natur blüht auf und trotz gelegentlichen Regens scheint doch überwiegend die Sonne! Da würde ich ja lieber wieder zuhause bleiben als zur Arbeit zu fahren, aber Geld verdienen muss auch sein.

Denn das schöne Wetter wird wohl auch nichts an der bevorstehenden Wirtschaftskrise ändern. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln wenn man hört wo sich überall Milliardenlöcher bei den Banken auftun weil zu gierig und zu riskant spekuliert wurde. Eins weiß ich jetzt schon: Respekt haben weder Banker noch Manager in meinem Augen verdient! Und ihre Politdiener aus SPDCDUCSUFDPGRÜNE gehören mit an den öffentlichen Pranger. Denn wer nicht mal die eigenen Landesbanken kontrollieren kann und dann Milliarden an unseren Steuergeldern opfern muss um Schlimmeres zu verhindern ist schon kriminell unfähig.

Der Gedanke, dass diese Leute über das Schicksal unseres Gemeinwesens entscheiden ist nicht gerade beruhigend!

Also denke ich lieber wieder ans schöne Wetter und die nächsten Spaziergänge mit meinem Sohn. Denn die Natur ist jetzt besonders schön und mein Kleiner kann sich da ordentlich austoben. Er wird immer wilder und ich denke es wird langsam Zeit ihn im Kindergarten und einem Sportverein für Kinder anzumelden. Aber ob da auch schon Dreijährige genommen werden….

Und jetzt ruft wieder die Arbeit!

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