Wie weit geht Meinungsfreiheit?!

8. Juli 2008

WAZ-Werbung

Immer wieder gibt es in Internetforen und Blogs wie diesem auch schon mal sehr kontroverse Diskussionen!

Dass dabei Beleidigungen, Fäkalsprache und persönliche Herabwürdigungen nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun haben ist ja noch durchaus jedem klar. Aber sollen kontroverse Diskussionen unterschlagen werden nur weil sich bestimmte Bevölkerungsgruppen oder Parteien beleidigt fühlen?! Obwohl die Menschen über höchst umstrittene Themen diskutieren wollen wird ihnen von wohlmeinenden Zensoren aus Verlagen und Redaktionen die Möglichkeit genommen weil es immer auch ein paar Extremisten und Krawallmacher gibt, die sich proflieren wollen.

Insbesondere Themen wie „Islam“, Kriminalität, „Ausländer“ und Wahlkampf sind dafür wohl besonders anfällig. Ich selber habe auch schon Kommentare in meinem Blog gelöscht wenn nur noch übel geschimpft wurde und keinerlei Rücksicht auf menschliche Umgangsformen zu erkennen war.

Aber, dass ganze Themenbeiträge gelöscht werden, wie beim Internetforum des WAZ-Monopolisten („derWesten.de„) geht finde ich schon zu weit. Als ob es nicht möglich wäre einfach nur gezielt bestimmte Kommentare zu löschen! Stattdessen wurden ganze langanhaltenden Diskussionen einfach komplett gelöscht wenn auffälligerweise die örtliche SPD offen kritisiert wurde.

WAZ=SPD

So auch gestern nachmittag als der Artikel zum geplanten Bau der VIKZ-Moschee in Walsum mit seinen vielen Diskussionsbeiträgen einfach komplett verschwand. Und interessanterweise nach meinem Kommentar, der darauf hinwies, dass die SPD im Beirat für Zuwanderung und Integration der Stadt Duisburg mit dem vielgescholtenen konservativen islamischen Dachverband VIKZ und Milli Görüs zusammenarbeitet um dort mit Mehrheit ihre Anträge durchzusetzen!
Obwohl der Artikel wohl vielgelesen und vor allem vieldiskutiert wurde ist er nicht mehr im Internetportal zu finden!


Hier zeigt der WAZ-Konzern wohl wieder ein knappes Jahr vor der Kommunalwahl, dass er sich vor allem als Propagandaorgan für die SPD versteht und die Hoffnung auf eine faire bürgernahe Berichterstattung mit freier Diskussion im Onlineforum sich nicht erfüllte.

Für mich ist das ein weiteres Argument eine alternative Berichterstattung aufzubauen. Nur leider trauen sich nur wenige Bürger daran. Trotz aller Zensur der Meinungsmonopole!

09.07.08, 03:45 Uhr:
Ich nehme alles wieder zurück! Nach den mitternachtlichen Wartungsarbeiten bei der „derWesten.de“ ist der Artikel mit den Kommentaren im Archiv wieder aufgetaucht. Ob es technische Probleme waren?! Auf jeden Fall findet sich der Artikel unter: http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/duisburg/2008/7/7/news-60760005/detail.html

Und das ist das erste Mal, dass ich auf einen Artikel des WAZ-Konzerns verlinke!

8 Antworten to “Wie weit geht Meinungsfreiheit?!”

  1. Tenrix Says:

    Hallo Rai30,

    ich bin sehr besorgt. Viele Bürger sehen den Verfall und alle zucken ratlos mit den Schultern.

    Erinnere Dich an die letzte drei oder vier Bürgergruppen, die sich in Homberg eingesetzt haben. Alle haben letztlich wegen Schikanen aus Politik und Verwaltung aufgegeben.

    Denk nur daran, wieviel Einsatz zur Abwendung des Aufstellungsbeschluss Sportplatz Haesen von engagierten Bürgern geleistet wurde. Das wäre ein runde Sache, die mit einem kräftigen publizistischen Knall abgeschlossen werden könnte. Und mittlerweile?

    Denk an die vielen Stadtteil-Blogger, die sich mit einem „Es hat keinen Zweck!“ zurückgezogen haben.

    Es gibt das erweiterte Mariethal-Phänomen, bei dem sich Frustration und Depression ausbreiten, wenn eine eigensüchtige Politik und Verwaltung gegen die Interessen der Bürger verstößt.

    Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU Duisburg) ist Schirmherr von „Duisburg gegen Depression“ (ein Drittel der Bevölkerung ist betroffen).

    Gegen ein hausgemachtes Problem seit einem halben Jahrhundert gibt es kein Hausmittel, sondern nur eine Radikalkur. Da hilft manchem zu einem Quantensprung, wie ihn die WAZ auch im Frühjahr 2007 machte.

    Wenn aber Blazer Jetski im NRZ-Klartext der Verwaltung an Idiotie grenzende Vorwürfe (Hebeturm als Hochaus) macht und keiner zieht bei den Lesern mit, braucht sich keiner darüber zu wundern, dass es in der Westen Duisburg weitergeht wie bisher.

    Selbstkritisch können wir Stadtteil-Blogger uns fragen: „Was hat das gebracht?“ Sind wir ein Fall für die Historiker?

  2. rai30 Says:

    @ Tenrix

    Ich hoffe mal wir sind noch lange kein Fall für die Historiker!

    Zumindestens gibt es auch heute noch eine Menge Leser und viele Diskussionen in den verbliebenen Blogs! Und da bald wieder Wahlen sind können sich die Parteien auch erstmal keine größeren bürgerfeindlichen Aktionen mehr leisten. Wir haben durchaus auch für ein bischen Vorsicht im Homberger Rathaus gesorgt da wir unabhängig berichten können.

    Jetzt müssten sich nur noch ein paar Leute mehr auch trauen aktiv mitzumachen!

  3. Tenrix Says:

    Jetzt müssten sich nur noch ein paar Leute mehr auch trauen aktiv mitzumachen!

    Rai, sollen wir mal wetten?

  4. politikpest Says:

    Ja ja, die WAZ.
    Wäre allerdings nicht ungewöhnlich, wenn sie deine Beiträge komplett gelöscht hätten, wahrlich nicht ungewöhnlich. Meine werden ständig zensiert, aber als pöööser „Rechter“, der ich nicht bin ist man bei der Waz sowie bei sämtlichen „Qualitätsmedien“ ganz schnell draussen.
    Es lebe die Demokratie, muhaha.

    mfG. politikpest

  5. Fridolin Says:

    Auch der Islam garantiert Meinungsfreiheit. D.h. jeder kann seine Meinung haben, vorausgesetzt, er behält sie – und zwar für sich. Dies schrieb mir sinngemäß vor einigen Jahren der deutsche Konvertit und Verleger islamischer Literatur Salim Spohr in mein Forum. Genau das ist die Richtung, welche unser Land und vor allem Europa jetzt eingeschlagen hat, unter dem Druck der Islam-Verbände. In Foren deutscher Provider kann man schon lange nicht mehr schreiben, was man denkt, schon gar keine Islamkritik. Bei vielen Blogs ist es ähnlich, allen voran Google. Mein Blog überlebte dort gerade mal vier Tage und drei absolut harmlose, und wie ich meine, sogar witzige Beiträge, mit wirklich moderater Islamkritik. Am vierten Tag war er ohne nähere Begründung gelöscht, mit dem Hinweis, dass dieser Blogname ab sofort gesperrt sei.
    Gruß
    Fridolin
    http://fridolinswunderwelt.wordpress.com/

  6. Terix Says:

    Angenommen, es herrschte Informationsfreiheit. Wie entsteht dann demnächst die neue Demokratie? Hier bei uns im Re-Wir-Gebiet!

    RISKAND, Die Informationsdatei über Risiko-Kandidaten. „Ruhrgebiet, wir sind die Zukunft von Deutschland!“

  7. rai30 Says:

    @ Fridolin

    Ich bin selbst Muslim und durchaus auch für kritisches Denken! Nur sollte es eben auch differenziert sein und nicht pauschal Muslime mit Extremisten gleichsetzen!

    Deswegen sollte Kritik eben auch richtig adressiert sein: eben die faschistoiden Islamisten beim Namen nennen die den Glauben für politische Zwecke mißbrauchen!!!

    Warum Google nun Ihren Blog löschte weiß ich nicht, aber ich denke einfach, dass viele Medienorgane damit überfordert sind zu differenzieren was nun islamisch ist und ab wo der Extremismus beginnt.

    Denn für mich und viele andere Muslime ist es sehr ärgerlich, dass immer irgendwelche Fanatiker glauben sie hätten das Recht für „die Muslime“ zu sprechen und könnten anderen Menschen vorschreiben wie sie zu leben haben.

    Wenn es „Islamkritikern“ gelänge das zu vermitteln würden selbst viele Muslime zustimmen!

  8. Tenrix Says:

    Bei der Selektion im Bereich der Medien haben wir doch unsere eigenen Erfahrungen: http://homberg.blog.de

    Wir haben uns früher nicht aufgeregt – und werden das auch heute nicht tun. Ich bin selbst kein Muslim und durchaus auch für kritisches Denken!


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