Sanierungsbeirat „Grüngürtel“: wenn Bürger auf Apparatschiks treffen!

13. August 2008

Webseite der EG DU
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Gestern abend nahm ich zum ersten Mal an der Sitzung des Sanierungsbeirates für den Grüngürtel in Bruckhausen teil, und das erste was mir auffiel war eine sehr geladene Atmosphäre zwischen den betroffenen Bürgern, Hausbesitzern und den Funktionsträgern aus Stadtverwaltung, EG DU und Politik!

Da nahm ich nun als Mitglied des Beirates für Zuwanderung und Integration an der Sitzung im Kulturbunker Bruckhausen teil und durfte erleben wie sofort die ersten Auseinandersetzungen um das letzte Protokoll begannen. Die Vorsitzende des Sanierungsbeirates bescheinigte der EG DU eine „katastrophale“ Protokollführung was dann die SPD-Mandatsträger auf den Plan rief, die sich schützend vor die EG DU stellten und empfahlen doch im kleinen Kreis Protokollprobleme zu lösen.

Die Stimmung im Bunker war schon geladen da monierte ein SPD-Ratsherr auch noch die Filmaufnahmen eines anwesenden lokalen Filmteams. Das war dann die zweite kontroverse Diskussion!

Diese Diskussionen raubten gut 50 Minuten der Sitzung und vertrieben die ehrenamtlichen Filmkünstler aus dem Saal!

Auch danach gingen die Kontroversen munter weiter: denn das eigentlich heikle Thema waren natürlich die Gutachten zur Wertfeststellung der Häuser, die dem „Grüngürtel“ im Duisburger Norden weichen müssen. Deren Besitzer befinden sich nicht selten in existenzieller Not, da sie ihr Eigentum weder nutzen noch verkaufen können. Wer zieht denn schon in ein Gebiet, das bald geräumt wird! Und so werden die Hausbesitzer durch langwierige Entscheidungswege mürbe gemacht ihr Eigentum auch weit unter Wert zu verkaufen. Denn nur die Stadt bestimmt den Preis letzten Endes!

Auf der gestrigen Sitzung bekam ich auch einen wahren Einblick in dem Kampf zwischen Hausbesitzern, die natürlich möglichst viel Geld für ihre Immobilien haben wollen, und der Stadt, der vorgeworfen wird das Verfahren lange schleppend laufen zu lassen um den Kaufpreis zu drücken. Dazu sollen dann auch Gutachter, die zuvor noch auf der Empfehlungsliste der Stadt gestanden haben auf einmal abgelehnt worden sein wenn ihre Schätzungen den Verantwortlichen des Bauamtes missfielen! Angeblich waren die Gutachten laut anwesendem Amtsvertreter fehlerhaft. Trotzdem wurden sie aber bezahlt!

Da erst ein Drittel der notwendigen Gutachten bis jetzt erstellt wurden soll die Stadt sogar mit den 30 Millionen EURO für das Grüngürtel-Projekt ordentlich Zinsen verdienen wie ein Vertreter der Betroffenen meinte. Es war ein großes Mißtrauen gegenüber Stadt und EG DU mit Händen greifbar.

Ich muss ja zugeben, dass ich der Idee mit dem „Grüngürtel“ im Duisburger Norden positiv gegenüberstand, aber offensichtlich haben die Verantwortlichen aus den Ämtern und der EG DU es vor allem geschafft große Teile der Bevölkerung gegen sich aufzubringen und dadurch auch das Projekt in Mißkredit gebracht.

Inzwischen denke ich auch das diese „Grüngürtel“-Idee nur den Interessen von ThyssenKrupp und der EG DU mit ihren vielen SPD-Funktionären dient. Die Interessen der Einwohner und der Hausbesitzer spielen da keine große Rolle. Ich hoffe natürlich, dass die engagierten Bürger im Sanierungsbeirat es schaffen werden den Bürokraten und Mandatsträgern möglichst viele Zugeständnisse abzuringen. Das wird sicher ein harter Kampf. Aber er ist berechtigt und er sorgt auch dafür, dass das „Grüngürtel“-Projekt im Sinne der Bürger verwirklicht wird!

Hoffentlich!

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4 Antworten to “Sanierungsbeirat „Grüngürtel“: wenn Bürger auf Apparatschiks treffen!”

  1. Tenrix Says:

    Das Land will doch den „Rückbau fördern“. Ich erinnere mich an eine WAZ-Meldung aus 2007.

    In einem Blog habe ich den Link auf eine Studie über Duisburg gelegt. Dort geht es um den Rückbaubedarf für Wohnraum von 23.000 Haushalten im Prognosezeitraum.

    Wir können nur hoffen, dass jetzt beim Auftakt in Bruckhausen alles mit rechten Dingen zugeht.

  2. rai30 Says:

    @ Tenrix

    Leider geht es offenbar nicht mit rechten Dingen zu! Hausbesitzer, die sich für ihren Traum vom Wohneigentum verschuldet haben geraten in den Bankrott weil Stadtverwaltung und EG DU scheinbar sowas wie eine Hinhalte- und Verzögerungstaktik betreiben. Anstatt den Hausbesitzern ordentliche Entschädigungen zu zahlen wird alles versucht um den Wert der Häuser gering anzusetzen.

    Das wurde auf der Sitzung des Sanierungsbeirates von Betroffenen gesagt!

    Das sieht teilweise richtig übel aus was da abgeht!

  3. Tenrix Says:

    Ich bedauere diese Entwicklung. Der Parteiparasit Jürgen C. Brandt (SPD Duisburg) ist dafür auch verantwortlich.

    Ich frage mich mich: Wird das Madenwrk der Systemfuzzies wie zum Beispiel beim OV SPD Homberg je lernen?

    Wahrscheinlich muss ein demographisch bedrohter Ortsteil wie Haesen komplett absterben, weil er ohne Gegenwehr des vergreisten Bürgervereins Haesen und Gerdt sich nicht mehr wehren kann und weil die alten Leute in den Haesen als Hauptproblem die Verdauung haben: G änsekot am Ütti und ihr eigene.

  4. Beobi Says:

    Pressemitteilung – 21.8.08

    Immobilienstreit in Bruckhausen (Projekt Grüngürtel)

    Zu dem Streit um die gutachterliche Bewertung von Abrisshäusern in Bruckhausen erklärt Hermann Dierkes, Ratsfraktion DIE LINKE:

    „Die Stadtverwaltung hat rd. 20 der insgesamt über 40 bisher vorliegenden Gutachten beanstandet und nicht akzeptiert.

    Unsere Fraktion ist von etlichen betroffenen Hausbesitzern angesprochen worden. Sie befürchten, dass sie im Preis gedrückt werden sollen. Dies ist – nach Erkenntnissen der Linksfraktion – aber nicht der Fall.

    Die beanstandeten Gutachten stammen alle von einem Gutachter, dem schwerwiegende methodische Mängel vorgeworfen werden. Er weigert sich darüber hinaus, die umstrittenen Fragen aufzuklären.

    Bei der letzten Zusammenkunft des Sanierungsbeirats in Bruckhausen wurde ein Angebot der Verwaltung, den Landesgutachterausschuss einzuschalten, um die beanstandeten Gutachten zu überprüfen, von den betroffenen Hausbesitzern verworfen. Sie trauen dem Braten nicht. Es herrscht auch Unklarheit darüber, wer ein weiteres Gutachten bezahlt.

    Nach Rücksprache mit den zuständigen Stellen in der Verwaltung ist diese bereit, auch die Kosten für eine Gutachtenüberprüfung bzw. ein neues Gutachten durch die vereidigte Landesgutachtergruppe zu übernehmen. Wir raten den betroffenen Hausbesitzern, sich an die Verwaltung – Herrn Reiner Bartel, Amt für Baurecht,
    Tel. 283 – 31 71 – zu wenden, um eine Lösung zu finden.

    Die Linksfraktion schlägt darüber hinaus vertrauensbildende Maßnahmen vor.
    So könnte der Sanierungsbeirat fordern, dass ein Gutachter ihres Vertrauens – etwa aus dem Kreis der übrigen 6 bestellten Gutachter – die Ergebnisse der Landesgut-achtergruppe noch einmal überprüft, ob einwandfrei gearbeitet wurde.“


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