Der Ex-Banker und jetzige Bundespräsident Köhler hat ja schon Fehler im Finanzwesen eingeräumt. Aber in seiner „Ruck“-Rede letzte Woche hat er auch den Anschein erweckt wir alle seien verantwortlich für das Tun der asozialen Spekulanten in den Bankpalästen!

So wird die Schuld für die derzeitige schwere Krise auf uns alle abgewälzt! Als ob wir alle die hochspekulativen Geschäfte der Nieten in Nadelstreifen getätigt hätten! Nicht nur, dass wir als Steuerzahler für die Schäden der Finanzkrise haften müssen, wir sollen jetzt auch noch Schuld daran sein!

Auf den NachDenkSeiten fand ich einen offenen Brief einer ehemaligen Siemens-Betriebsrätin zu dieser unverschämten Schuldabwälzung der mir auch aus der Seele spricht:

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

Ihre Rede enthielt einen Satz, der mich und meine Familie, ebenso meinen Bekannten- und Verwandtenkreis zutiefst gekränkt hat:

Der Satz: „Wir haben alle über unsere Verhältnisse gelebt“

Wir empfinden es als eine tiefe Beleidigung, wenn uns jemand vorwirft, „wir“ hätten über unsere Verhältnisse gelebt. Ebenso erging es den meisten meiner Nachbarn bei Ihrer Rede.
Zu meiner Familie möchte ich folgendes sagen: Mein Mann und ich kommen aus einer Familie mit vier bzw. sieben Kindern und extrem fleißigen Eltern, die ihre christlichen, moralischen und sozialen Werte an ihre Kinder weitergegeben haben. Alle Kinder sind fleißig und haben sich nach dem Vorbild der Eltern durch harte Arbeit und Sparsamkeit wieder ein Häuschen erspart und ihren Kindern eine gute Ausbildung (Studium) ermöglicht. Auch unsere Kinder arbeiten inzwischen, nach dem Studium fleißig – fast rund um die Uhr, um sich in dieser Zeit, in der Mieten in München fast unbezahlbar sind, ein lebenswertes Leben zu ermöglichen. Ob unsere Kinder sich ein Eigenheim durch eigene Arbeit erwirtschaften können, obwohl sie zu den besser Verdienenden gehören, bezweifle ich inzwischen. Sie müssen ja für ihre private Altersvorsorge vorsorgen und angesichts der Veruntreuung der Banken, sind diese finanziellen Absicherungen schon längst nicht mehr sicher!

Der Schwiegersohn einer unserer Bekannten ist einer der Zocker, sein früherer Arbeitgeber war die Hypo-Real-Estate. 2003 wechselte er die Bank. Er bediente die Großkunden über 1 Million mit Anlagepapieren. Der kann sich jetzt ein Häuschen leisten – er baut gerade … ein Einfamilienhaus für über 500.000,– Euro.

Wir haben jahrelang auf Urlaub verzichtet. Meine Eltern hatten nie einen Urlaub! Diese kannten nur Arbeiten von früh bis spät. Der Obst und Gemüseanbau wurde auf dem Land selbst getätigt. Vorräte mussten eingekocht werden und die Kleidung wurde selbst genäht. Diese fleißigen Leute haben alles – zu sparen war nichts da – ins Häuschen und in die Kinder investiert.

Sie wollten immer, dass es uns einmal besser geht.

Das Blatt hat sich jedoch gewendet und die Lebensbedingungen sind nicht, wie es unsere Eltern wollten, besser geworden, nein die Lebensbedingungen haben sich eindeutig verschlechtert!

Inzwischen ist das Leben so teuer geworden, dass wir Angst haben, uns eine medizinische Versorgung im Alter nicht mehr leisten zu können.

Ich war Betriebsrätin bei der Siemens AG, im Telekommunikationsbereich in München, Hofmannstraße und habe erlebt, wie ein großer Teil dieser Arbeitsplätze abgebaut und ins Ausland verlagert wurden.

Der von der Staatsanwaltschaft beschuldigte Ulrich Schumacher ist Leiter eines Chipherstellers in China – mit den Patenten von Siemens/Infinion/Quimonda.

Die Patente der Telekommunikationsbranche von Siemens gingen zum chinesischen Telekommunikationskonzern Huawei, der vom chinesischen Staat mit Millionen gesponsert wird. Dessen deutscher Chef Hai Feng Ling war bis 2005 mein Kollege.

Angesichts der Entwicklung von Korruption, Veruntreuung der Gelder der Anleger und des Geldes der Bürger empfinde ich es als Hohn, wenn jemand davon spricht: Wir hätten über unsere Verhältnisse gelebt! Ebenso sehe ich die Verlagerung der Arbeitsplätze und aufgrund der Finanzkrise die Vernichtung von Arbeitsplätzen!

Muss man in dieser Bundesrepublik inzwischen korrupt und kriminell sein, um es zu etwas zu bringen oder um geachtet zu sein? Es sieht doch so aus, dass diese hochkriminellen Leute, Banker, beteiligte Politiker und Wirtschaftsbosse, in unserer Gesellschaft noch immer das Zepter in der Hand halten! Diese Leute wollen nach wie vor ehrenwert behandelt werden und erhalten sämtliche Rückendeckung aus der Politik!

Nein – wir haben nicht über unsere Verhältnisse gelebt. Das ist eine völlig unzutreffende Beschuldigung uns anständigen Bürgern gegenüber!

Sie – die Politiker, Wirtschaftsbosse und Banker haben über Ihre Verhältnisse gelebt oder nicht dafür gesorgt, wofür sie bezahlt werden: Nämlich einen gesunden Staat, eine gesunde Wirtschaft zu erhalten, in einer gesunden Struktur, in der jeder vernünftig existieren kann. Statt dessen werden wir Bürger doppelt und dreifach abgezockt und jeden Tag aufs neue belogen und die Privatisierung,  bei der sich wenige bereichern, wird weiter vorangetrieben. Soll jetzt auch noch das Wasser privatisiert werden? Wieso wurde das Wasser nicht als ein weltweites Grundrecht für die Menschen anerkannt? Soll hier nach dem Wunsch des Nestlé-Managers oder einiger PPPs verfahren werden?

Ich erwarte eine Entschuldigung von Ihnen, Herr Köhler. Denn so etwas, dass meine fleißige Familie über ihre Verhältnisse gelebt hat – wo diese seit Jahren keinen Urlaub hat, lasse ich nicht auf uns sitzen.

Ich erwarte zudem von den gewählten Volksvertretern, dass sie sich endlich darum kümmern, dass wir nicht für Fehler, die wir nicht zu verantworten haben, haftbar gemacht werden – bzw. zahlen müssen. Denn haftbar heißt: Für den Schaden aufkommen! Und wer bezahlt?

Die Zockerei in den Banken, haben nicht wir betrieben. Die Politiker und Wirtschaftsvertreter saßen in den Vorständen und Aufsichtsräten! Wir haben die Regeln der BaFin nicht gelockert! Nicht wir! Ich erwarte zudem von Ihnen, dass veranlasst wird, gerichtlich gegen die Täter und Verursacher vorzugehen.

Mit freundlichen Grüßen
Karin Hujer

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Aprilwetter im März!

30. März 2009

Das Wetter ist so zuverlässig wie unsere Bundesregierung: mal Sonnenschein und Wärme und dann im nächsten Moment heftiger Regen und kalter Wind!

Zur Arbeit nehme ich schon vorsichtshalber meinen Parka mit, selbst wenn die Sonne scheint und es fast 20 Grad Celsius warm ist. Denn der Wetterumschwung kommt so sicher wie neue schlechte Nachrichten von der Wirtschaftskrise!

Immerhin habe ich noch Arbeit und kann mir sogar während der Arbeitszeit den Luxus leisten die erwachende Natur zu beobachten. Ansonsten bleibt noch die Hoffnung, dass es wieder besser wird und die Firma auch weiterhin versucht ihre Leute zu halten!


Webseite www.28maerz.de

Gerade höre ich in den Nachrichten, dass zehntausende Demonstranten in Berlin und Frankfurt durch die Straßen ziehen und ausgerechnet Oskar Lafontaine mit Eiern beworfen wurde!

Dabei ist er doch immer ein Kritiker der Kapitalmärkte und ihrer Eskapaden gewesen und hat schon vor über zehn Jahren härtere Kontrollen der Spekulanten gefordert. Seltsamerweise kann eine Kapitaldienerin Merkel in Duisburg reden ohne dass Eier fliegen oder ein paar Buhrufe hörbar werden!

Ich selbst wäre heute auch gerne nach Frankfurt gefahren, aber die Familie hat heute deutlich ihr Recht gefordert. Wenn man nur ganze 5 freie Tage im Monat hat und selbst am Sonntag gearbeitet wird geht die Pflicht als Familienvater eben vor.

Dafür habe ich aber auch schon vor einer knappen Woche Werbung für die Demo verteilt!

Trotzdem frage ich mich wieso da wohl nicht noch mehr Leute hingegangen sind. Denn immerhin wird gerade unser Steuergeld in schwindelerregenden Milliardendimensionen für die Schäden verbratet, die Banker und Börsenspekulanten angerichtet haben.

Während sich diese feinen Herren auch noch Bonuszahlungen genehmigen und die immensen Schäden ihrer Spekulationen der Allgemeinheit überlassen fragt man sich als Normalbürger was man gegen diese Verbrecher in Nadelstreifen und ihre politischen Helfer von CDU/CSU und SPD unternehmen kann!

Ich weiß nur ziemlich sicher, dass ich bei der nächsten Bundestagswahl auf keinen Fall SPDGRÜNECDUCSUFDP wählen werde. Und irgendwie hege ich die Utopie, dass dann weder Merkel noch Steinmeier Kanzler werden können weil sie die Mehrheit der Bevölkerung gegen sich haben.

Vorgestern hat selbst der Kapitalpräsident und Ex-Banker Köhler in seiner neuesten „Ruck“-Rede auch Fehler eingeräumt und auf seine Ex-Kollegen von den Banken geschimpft!

Nach den gigantischen Schäden und Verlusten der Nieten in Nadelstreifen sah er sich wohl dazu genötigt. Denn wenn hunderte Milliarden EURO einfach so im kapitalistischen Nirvana verschwinden und die Versager in den Bankpalästen auch noch so unverschämt sind dafür Bonuszahlungen zu verlangen und die Allgemeinheit (also wir dummen Steuerzahler!) die Schäden bezahlen zu lassen, kann das schon zu ziemlichen Ärger führen. Und das ausgerechnet auch noch im Wahljahr!

In einer solchen Situation wo das Versagen der Kapitaldiener trotz aller medialen Vernebelungskampagnen sichtbar wird fordert selbst die sonst so kapitaltreue FDP einen Untersuchungsausschuss um die Umtriebe der Spekulanten bei der „Hypo Real Estate“ aufzuklären und der Unfähigkeit der Bundesregierung Merkel/Steinmeier/Steinbrück auf den Grund zu gehen, die schon sage und schreibe 102 Milliarden(!) Euro nur für diese eine Spekulantenbank verbraten hat.

Da lohnt es sich nachzufragen wieso da solche gigantischen Summen unseres Geldes reingesteckt werden und ob die Bankenaufsicht des Ministers Steinbrück nicht schon viel früher hätte eingreifen müssen um die Schäden zu begrenzen!!!

Auf die Aufklärung bin ich schon gespannt. Wenn sie denn nicht mit allerlei Tricks verhindert werden sollte. Denn es sieht so aus als ob die Kapitaldiener der Bundesregierung absichtlich gewartet haben bis die Haftungsverpflichtungen der früheren Besitzer einer Privatbank abgelaufen sind um die Kapitaleigner zu schützen und dem Steuerzahler die Verluste der Spekulanten aufzubürden!!!

Alles ist in Ordnung! Die Tiefgarage kann ruhig einstürzen!

Laut WAZ und Stadtverwaltung kann nichts passieren, die Hochhäuser stehen ja nur neben der Tiefgarage und nicht darüber!

Ob da wohl schon die Baustatiker alles überprüft haben?!

Nicht, dass da auch irgendwelche Erdmassen einfach so unerlaubt wegrutschen und die Fundamente der nebenstehenden Hochhäuser im „Wohnpark Hochheide“ (SPD-Werbung!) schädigen!

Offenbar gibt es dramatische Meldungen aus der Hochhaussiedlung: im Blog des Bürgervereins Haesen hat heute ein Kommentator gemeldet, dass die Tiefgaragen bei den Weißen Riesen in Hochheide einsturzgefährdet sind!!!

Wenn das wirklich der Fall sein sollte ist das nur ein weiterer Beleg dafür wie die jahrzehntelange SPD-Herrschaft insbesondere Hochheide schwer geschädigt hat!

Hier der Bericht:

  • Ladenstadt (Besucher)
  • 2009-03-23 @ 12:17:01
  • Hier eine eilige Meldung für euch. Die Tiefgaragen unterhalb der Hochhäuser sind gesperrt! Die Autos durften nur mit einer „Sondererlaubnis“ in einer absoluten Sofortaktion aus den Garagen geholt werden, weil Einsturzgefahr herrscht. Die Stadt hat zum Schutz der Bevölkerung erst den Weg oberhalb der Garagen zwischen den Weißen Riesen und dem Marktplatz komplett sperren wollen, traute sich aber nicht, weil Panik befürchtet wurde.
    Nach Köln ein absolutes Unding und die WAZ schweigt dazu!

    Herr Paschmann übernehmen sie und lassen sie den Sportplatz für die Kinder!

Quelle:
http://buergervereinhaesenundgerdt.blog.de/2006/01/13/text_der_beschlussvorlage_zur_bebauung_d~467965/#c9455467

Den freien Sonntag habe ich trotz frischer Temperaturen zum Spaziergang am Rhein mit meinem Sohn genutzt!

Da kann man gut entspannen und auch schon mal die Sorgen des Alltags ein wenig vergessen. Ebenso die dümmliche Provinzpolitik im Homberger Rathaus, die trotz aller warnenden Hinweise dabei ist die letzten freien Flächen vor Ort zuzubauen und das Rathaus zu verramschen.

Immerhin, den Rhein können sie nicht zubauen (wenn auch leider das Rheinufer)!

Ich hoffe nur, dass die Bürger im Bezirk den Betonköpfen der örtlichen SPD und der Homberger CDU einen ordentlichen Tritt in den Allerwertesten für ihre große Koalition am Bismarckplatz geben. Damit mein Benny auch noch in zwanzig Jahren am Rheinufer und auf unbebauten freien Grünflächen spazierengehen kann.

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