Ideen durch Gespräche

10. November 2009

Heute haben ich und mein Freund und Mitstreiter Ulrich ein interessantes Gespräch mit einem Mitarbeiter im städtischen Dezernat für Stadtentwicklung geführt.

„Duisburg: WIR sind das Gespräch!“ lautet der vorläufige Arbeitstitel des Projektes, das Ulrich sich ausgedacht hat und mit Hilfe der Bürger helfen soll die Stadt wieder einigermaßen mit vereinten Kräften neu zu beleben!

Eine Konzeption wird gerade geschrieben, und auch der städtische Mitarbeiter zeigte Interesse und würde die Konzeption auch an den Dezernenten Dressler weiterleiten. Es war zwar auch viel Skepsis herauszuhören, aber auch große Neugier. Denn Geld hat die Stadt bekanntermaßen nicht, aber dafür viele kreative Bürger, die sich im städtischen Leben einbringen könnten!

Mir hat das Gespräch übrigens auch geholfen: kaum war ich wieder zuhause fiel es mir ein was uns als Begriff gefehlt hatte: IDEEN!
Durch die vielen Aspekte des rund einstündigen Gespräches hatte ich auf einmal neue Logoideen im Kopf. Und letztendlich ist der Sinn aller Kommunikation neue Ideen zu gewinnen. Denn der Verwaltungsmann fragte auch ständig nach den Nutzen von organisierten Gesprächsrunden mit Mediatoren.


Dass der Sinn vielleicht einfach auch nur im Gespräch selbst und den daraus entstehenden Ideen und Aktivitäten liegen könnte muss sich noch in der städtischen Administration als Erkenntnis durchsetzen.


Dieses Projekt werden wir aber auf jeden Fall hartnäckig weiterverfolgen!

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Alle Welt gedachte gestern des Mauerfalls vor 20 Jahren in Berlin! Aber da war auch noch was anderes am 09. November: 1938 brannten in diesem Lande Synagogen und wurden Menschen ermordet weil sie jüdischen Glaubens waren.

Im Duisburger Rathaus gab es gestern abend aus diesem Anlass eine Gedenkveranstaltung, die auch sehr gut besucht war! Der Ratssaal war proppevoll, und selbst die Zuschauertribünen waren voll. Ein städtischer Mitarbeiter meinte ganz überrascht, dass das nicht erwartet worden war da doch heute alle den zwanzigsten Jahrestages des Mauerfalls feiern würden!

Wenn man mal von dem üblichen Gedenkritualen mit Reden und Vorlesungen von Schülern absieht war die Veranstaltung im Duisburger Rathaus sehr gelungen weil ein Publizist mit Namen Günther G. Ginzel in seiner Rede sehr interessante und nachdenkenswerte Aspekte zur Sprache brachte. Nicht nur, dass er vor einer erstarrten und zu ritualisierten Gedenkkultur warnte, er fragte auch warum das Gedenken an den Widerstand gegen die Naziherrschaft zu sehr den militärischen Widerstand um Stauffenberg und andere hohe Militärs der Wehrmacht glorifiziert und die wenigen einfachen Widerstandskämpfer wie einen Georg Elser völlig vernachlässigt. Als die Wehrmachtsoffiziere des 20. Juli 1944 ihren Anschlag auf Hitler wagten waren seine Familienmitglieder schon ermordet wie der jüdische Publizist Ginzel feststellte! Die Wehrmachtsoffiziere hätten für Hitler ein Weltreich erobert wenn es gut gegangen wäre! Erst als sich die Niederlage abzeichnete trauten sie sich zum Widerstand!

Deswegen appelierte er auch eindringlich an alle aktiv zu werden gegen Verfolgung und Diskriminierung! Er erinnerte ebenso daran, dass auch die Vertreter jüdischer Gemeinden sich in Köln für den Bau der Moschee stark gemacht haben weil sie auch die Rechte der Muslime auf einen würdigen Ort für ihre Glaubensausübung respektieren.

Ich muss sagen, dass mir die Rede von Herrn Ginzel imponierte weil er sich auch den üblichen Frontstellungen verweigerte  und zu einem Bekenntnis zu humanistischen Werten und einem respektvollen Zusammenleben unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen aufrief! In Zeiten der medialen Kultur- und Religionskriege waren das guttuende und zugleich aufklärerische Worte!

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