Musste das sein?!

29. März 2010

Einen Tag nach dem rechten Aufmarsch, der eigentlich lächerlich schwach war, und der massiven Gegendemo in Marxloh frage ich mich ob der ganze Aufwand gegen ganze 300 Rechtsextreme wirklich Sinn machte!

Natürlich bin ich auch gestern ganz früh nach Marxloh gefahren um mit gegen die Nazis und rechten Volksverhetzer von „ProNRW“ zu demonstrieren. Schließlich möchte man solche Leute nicht in seiner Stadt haben!

Als ich dann aber die Linksautonomen und andere diverse extreme Gruppierungen bei der Gegendemo sah fragte ich mich schon ob das wirklich gut ist solchen Leuten ein öffentliches Agitations- und Betätigungsfeld zu geben. Auch hatte ich teilweise den Eindruck bei einer Wahlkampfveranstaltung von SPD/Linken und Grünen zu sein, so sehr dominierten deren Fahnen und Transparente die ganze Veranstaltung. Aber natürlich hätten auch andere Parteien etwas offensiver auftreten können.

Die Polizei war natürlich auch massiv im Einsatz und war zu Beginn der Demo deutlich in Überzahl. Aus ganz NRW kamen die Beamten, und die Bundespolizei musste auch helfen!

Zuerst war alles ganz friedlich und es herrschte Volksfeststimmung bei sonnigem Wetter. Die Reden von OB Sauerland, Alt-OB Krings, Bürgermeister Kocalar, Integrationratsvorsitzender Avci und anderen Rednern wurden beklatscht sowie danach das kulturelle und kulinarische Programm der vielen Veranstalterorganisationen genutzt.

Aber dann kam auf einmal Unruhe auf und die Stimmung verdüsterte sich etwas: die Meldung, dass NPD und „ProNRW“ eingetroffen waren verbreitete sich, ebenso die Meldung der ersten Blokaden. Viele Leute gingen nun Richtung Warbruckshof um die Rechtsextremen zu sehen, aber leider wollten wohl auch einige kleine Gruppen von Linksautonomen und Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine handfeste Konfrontation vom Zaun brechen. Die Polizei musste einschreiten und tat das auch. Einige Bekannte erzählten mir später, dass die Polizisten dabei auch ziemlich hart vorgingen und für Kleinigkeiten die Jugendlichen auf den Boden warfen und festnahmen.

Auch zwischen den unterschiedlichen Gruppierungen wurde die Stimmung aggressiver: PKK-nahe Aktivisten und türkischstämmige Jugendliche konnten nur mit massiven Polizeiaufgebot auseinandergehalten werden, sonst hätte es vielleicht noch mittelschwere Krawalle gegeben. Auch trieben erkennbar islamistische und linksextreme türkische Gruppierungen ihr Unwesen in der Gegend.

Was müssen die Marxloher gedacht haben als sie diese Leute durch ihre Straßen laufen sahen. Eine Gruppe Jugendlicher sorgte mit lauten „Allahu akbar“-Rufen auf den Straßen für Aufsehen und strapazierte die Toleranz der Marxloher. Später soll es auch noch manch andere brenzlige Situation gegeben haben wie mir Freunde, die bis zuletzt vor Ort waren erzählten!

Angesichts solcher Ereignisse frage ich mich jetzt ob diese Aktion gegen „ProNRW“ und NPD wirklich sinnvoll war! Wegen 300 Rechtsextremer sind wahrscheinlich über 100.000 EURO für den massiven Polizeieinsatz ausgegeben worden um Krawalle zu verhindern und die gegnerischen Gruppen auseinanderzuhalten sowie die Rechten vor den Gegendemonstranten zu schützen.

Und was ich besonders bedenklich finde: wenn keiner Notiz von den islamfeindlichen Aktionen von NPD und „ProNRW“ genommen hätte wären diese Versuche die Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufzuhetzen vielleicht gar nicht beachtet worden und damit wirkungslos geblieben! Jetzt dagegen haben die rechten Volksverhetzer große mediale Aufmerksamkeit und damit kostenlose Werbung bekommen, die ihnen wohl leider auch bei der Landtagswahl im Mai einige Stimmen mehr bringen wird!!!

Dass da ein gut bezahlter Gewerkschaftsfunktionär, der der linken Ratsfraktion angehört, mich im Vorbeigehen mit den Worten „…der rechte Rand ist auch da…“ diffamierte nehme ich nur als kleine Randnotiz. Es gibt eben auch bei der örtlichen Linken einige Idioten!

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13 Antworten to “Musste das sein?!”

  1. Peter Says:

    Kann kostenlose Werbung noch schöner sein als durch Allahu Akbar rufende Jugendliche?

    Ich bin zwar nicht besonders angetan von einigen Pro Mitgliedern, aber sie machen auf etwas aufmerksam dass die anderen Parteien stiefmütterlich vernachlässigen.

  2. Peter Says:

    PS: Fals irgendwas falsch geschrieben ist, ich bin Legastheniker also habt Nachsicht mit mir.

  3. Reinsch Says:

    Wenn man sich die ganzen Aktionen noch einmal durch den Kopf gehen lässt finde ich auch man hätte besser nichts gemacht! Denn was ist zurück geblieben? Die “Allahu akbar”-Rufe (was die auch immer bedeuten), die türkischen Auseinandersetzungen unter den einzelnen Gruppen, die Verhaftungen bei den Gegendemonstrationen und die SPD-Präsenz! Von den Rechten spricht doch keiner mehr, geschweige denn was deren Aussage war und wie die diese verbreiten wollten. Was zurück bleibt, und das war eventuell von den Rechten so gewollt, sind doch nur die negativen Dinge der Gegendemonstranten! Aber da hätte man vorher drüber nachdenken sollen, ich war jedenfalls nicht da, weil ich mit diesen negativen Gegendemonstranten (Antifa, MLPD und den türkischen Randgruppen) nichts zu tun haben will!

    Ach ja Festnahmen gab es nur bei den Gegendemonstranten, komisches Demonkratieverständis haben die!!!

    • rai30 Says:

      Na ganz so negativ war es nun ja auch nicht!

      Neben den unschönen Szenen und Auseinandersetzungen haben tausende Menschen, also 95% der Teilnehmer, friedlich gefeiert und deutlich gezeigt, dass Rassismus nicht geduldet wird auch wenn er sich als „Islamkritik“ tarnt.

      Allerdings sehe ich auch das Problem, dass durch die intensive Berichterstattung über die Gegendemo „ProNRW“ viel kostenlose Werbung bekommen hat und dadurch eventuell mehr Stimmen bei der Landtagswahl erhalten wird.

      Deshalb frage ich mich auch ob es nicht sinnvoller gewesen wäre wenn die Kundgebungen einfach nur ignoriert worden wären. Dann hätte vielleicht niemand Notiz davon genommen und kaum einer wüßte ob „ProNRW“ nicht vielleicht nur eine unbekannte neue Joghurtmarke ist oder ein neuer Supermarkt!

  4. Menem Says:

    Das ganze war eine wunderbare Veranstaltung gegen SPD und dieLINKE, auch gegen diverse muslimische Gruppen.

    Eine bessere PR-Aktion, als diese Demo, hätte es für konservative Parteien und auch für den rechten Rand kaum geben können.Da habe ich Hoffnung für die Landtagswahl!

    • rai30 Says:

      Ganz so einfach ist die Sache nicht!

      Ich sehe die Gegendemo mit einem lachenden und einem weinenden Auge: erstmal war es schön und überwältigend wie viele Menschen an einem Sonntag zusammenkamen um gegen Rechtsextreme zu demonstrieren und Solidarität mit der Marxloher Moscheegemeinde zu zeigen.

      Leider haben aber einige Linksautonome und kleine Gruppen von Jugendlichen die Demo zu handfesten Auseinandersetzungen nutzen wollen und konnten nur mit massiven Polizeieinsatz daran gehindert werden!

      Diese extremen Gruppen und Krawallmacher können leider jede gute Veranstaltung zum Scheitern bringen. Das ist ein echtes Problem!

      Inwiefern „ProNRW“ Nutzen aus der massiven Publicity zeihen kann wird sich am 9. Mai zeigen.

      Ich hoffe, die Bürger erkennen, dass ihnen die Rechtspopulisten außer negativer Stimmungsmache nichts zu bieten haben und es keine verantwortbare Alternative zum friedlichen Zusammenleben der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen gibt!

  5. Lilli Intveen Says:

    Hallo Rainer,

    ich bin heute am Üttelsee spazieren gegangen. Dort fuhr ein Zug, der Chemikalien geladen hatte. Was ist denn genau in den Waggons und wo werden die denn be- und entladen? Ich dachte, der Homberger und auch der Orsoyer Hafen würden nicht mehr benutzt.
    Sorry, daß ich das hier im Blog frage, aber ich hab keine Alternative.Wäre nett, wenn du hier antworten könntest oder mir zumindestens jemanden nennen könntest, den ich fragen kann.

    • rai30 Says:

      Ich muss hier leider passen!

      Vielleicht sollte man die zuständige Regionaldirektion der Bahn anrufen.

      Vielleicht wurden die Waggons auch nur auf ein Wartegleis abgestellt. Da kann ich auch nur Vermutungen anstellen!

      • jakobswege Says:

        Die Antwort gibt’s bei Papa Google „Logport Rheinpreußen Hafen“ – mit einem Link auf den Ratsbeschluss.

  6. rai30 Says:

    Danke für den Hinweis!

    Ich wusste nicht, dass Logport III schon so intensiv arbeitet!

    Da freuen sich die Haesener sicher und dürfen sich bei SPD und CDU bedanken!

    • Halener Bagger Says:

      Gestern wurde eine IFG-Anfrage an die Stadt Duisburg zur Lärmimmission gerichtet, die bei der Auskiesung der Homberger Rheinwiesen entsteht. Der Ortsrand von Haesen liegt 500m von der Kiesgrube entfernt – bis zum Ütti-Ufer sind es 1700m.

    • AntiUSA Says:

      „Da freuen sich die Haesener sicher und dürfen sich bei SPD und CDU bedanken!“

      Nicht bei der DAL/DWG? Steht denn die DAL/DWG nicht mehr für Arbeitsplätze?


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