Karfreitag

2. April 2010

Gerade bereitet meine Frau ein kleines Fischessen zu, und ich denke nur, dass passt irgendwie zufällig zum heutigen Karfreitag!

Nun bin ich ja schon seit fast 14 Jahren kein Christ mehr, aber so ganz vergisst man natürlich nicht die alten Regeln und Gewohnheiten. Ich weiß auch noch, dass diese Woche auch die Fastenzeit oder Passionszeit endet. So soll eben an die Leiden und die Kreuzigung von Jesus Christus (im Islam als „Hz. Isa“ verehrt) erinnert werden. Meine Mutter erzählte mir früher, dass in dieser Zeit außer Fisch kein Fleisch beim Essen erlaubt ist.

Ich bin aber auch erstaunt darüber, dass sich kaum ein Mensch an diese Regeln hält. In diesem Land sind ja offiziell immer noch über 80% der Bevölkerung christlicher Konfession, aber ich habe bis jetzt nur einen einzigen Menschen kennengelernt, der sich an die Fastenregel hält und großen Wert auf die Regeln des christlichen Glaubens legt.

In einem Land in dem selbst evangelische Bischöffinen mitten in der Fastenzeit besoffen Auto fahren kann es also nicht allzuweit mit den christlichen Glaubensvorstellungen bei den Menschen sein!

Das finde ich auch als eher weltlich eingestellter Muslim ziemlich schade, da ich mit religiösen Menschen gleich welcher Konfession immer gut ausgekommen bin solange sie tolerant und keine Fanatiker waren.

Und ich bin auch der Überzeugung, dass man auch in einer modernen Gesellschaft Moral und Ethik braucht um destruktive Charaktereigenschaften wie Egoismus, Neid und Gier unter Kontrolle zu halten.

In diesem Sinne wünsche ich allen Christen besinnliche und frohe Feiertage zum Osterfest!

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14 Antworten to “Karfreitag”

  1. jakobswege Says:

    > Und ich bin auch der Überzeugung, dass man auch in einer modernen Gesellschaft Moral und Ethik braucht

    Jede Region hat ihre Moral und Ethik selbst ausgeprägt. Bei uns herrscht der Reviergeist: „Mach was Du willst, aber lass mich in Frieden!“

    Wer sich auf den Jakobsweg begibt lernt, dass Moral von einem Tal zum andern sich ändert.

  2. Rheinhauser Says:

    Du bist erstaunt darüber?

    In diesem Land hat die Religion doch keinen Einfluss mehr auf die Menschen, meiner Meinung nach ist das das Beste was einem passieren kann. Warum sollte denn keiner an diesem Tag Fleisch essen? Warum sollte man sich an solche Vorgaben halten? Jeder hier soll doch selbst denken und nicht einfach ohne Sinn und Verstand Regeln die vor mehreren tausend Jahren aus irgendwelchen Gründen aufgestellt worden sind nachahmen!

    Wir sind doch ein eigenständiges Volk! Jeder der Religion braucht, soll sie haben, aber nur für sich!

    Woher hast du denn die 80%? 20% der Bevölkerung haben keinen christlichen Glauben bzw. gar keinen Glauben? 80% finde ich sehr hoch gegriffen!

    • rai30 Says:

      @ Rheinhauser

      Es geht mir nicht um irgendwelche mehrere tausend jahre alte Regeln und deren Nachahmung sondern um Moral und Ethik.

      Eine nur noch materialistische Gesellschaft finde ich einfach trost- und orientierungslos!

      Im Übrigen steckt hinter dem Fasten auch ein tieferer Sinn: man lernt zu verzichten und sich selbst zu disziplinieren. Ebenso sieht es mit der Achtung vor dem Leben aus und das Verhältnis zu den Mitmenschen.

      Es gibt sicher auch gute Gründe den Kirchen oder anderen Religionsgemeinschaften gegenüber misstrauisch zu sein aber völlig ohne Glauben ist das Leben meiner Ansicht nach sinnentleert.

      Daher glaube ich auch, dass es nicht gut sein kann wenn immer mehr Menschen der Religion den Rücken kehren!

      • Rheinhauser Says:

        Wenn ich mir die letzten 600 Jahre unserer Geschichte mit einem Blick auf die Religion anschaue, dann bin ich froh das immer weniger Menschen der Religion folgen! Sicher darf man nun nicht nur materialistisch denken und nur ich-bezogen, man muss schon an seine Mitmenschen denken, wenn ich aber die Kirche in Europa in den letzten 500 Jahren sehe, dann sehe ich das alles nicht! Hier bei uns hatte doch in den letzten 500 Jahren die Kirche nur mit Macht zu tun und nicht mit Moral und Ethik!

        Hinter dem Fasten Steckt ein tieferer Sinn? Zu verzichten oder sich selbst zu disziplinieren?! Warum sollte es die Menschheit weiter bringen wenn mehrere Millionen Menschen in der Fastenzeit sich selbst disziplinieren? Warum sollte es etwas bringen, wenn die Menschen nur im Dunklen essen dürfen? Man sollte sich auch mal selbst Gedanken machen was man da für einen Kult lebt und nicht nur einfach alles nachmachen was schon seit Jahrhunderten gemacht wird! Wir sind doch alle selbst denkende Menschen, warum versucht die Religion uns das abzusprechen?!

        Und um meine Antwort noch rund zu formulieren: warum melden mich meine Eltern mit der Taufe für die Kirchensteuer in 20 Jahren an?! Für mich völlig unverständlich, so etwas gibt es nur in Deutschland, da kann man mal sehen, dass die Religion selbst bei uns noch zu viel Einfluss hat! Man denkt ja immer wir hätten die Trennung von Religion und Staat schon zu 100% vollzogen, aber leider fehlt da noch was – wenn auch nicht viel!

      • rai30 Says:

        @ Rheinhauser

        Alles nur negativ zu sehen halte ich für falsch und auch zu pauschal.

        Es gibt auch Unterschiede zwischen den Glauben und den religiösen Institutionen.

        Ob Kirchen oder Kalifat, immer ist Religion auch als Machtmittel eingesetzt worden. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Mensch sowas wie einen Glauben zur seelischen Stabilität braucht!

        Es ist kein Zufall, dass überall auf der Welt, selbst in den hintersten Winkeln unseres Planeten, Glaubensformen existieren.

        Im Übrigen ist Selbstdisziplin eine wichtige Eigenschaft gerade im Zusammenleben mit anderen Menschen und damit auch wichtige Voraussetzung für jede Gesellschaft. Ob durch Fleischverzicht oder zeitweisen Verzicht auf Essen am Tage, es zählt der geübte Verzicht. Wahrscheinlich würde es auch die Menschheit weiterbringen wenn unsere Überflussgesellschaften im Westen und Nordamerika lernen würden weniger zu verschwenden und auch auf manchen Luxus zu verzichten!

        Allerdings ist das natürlich alles eine freiwillige Sache und ich denke auch, dass staatliche und religiöse Institutionen strikt getrennt sein sollten! Nur hat das eher mit politischen Mehrheiten zu tun als mit Glaubenssachen!

      • Rheinhauser Says:

        „Wahrscheinlich würde es auch die Menschheit weiterbringen wenn unsere Überflussgesellschaften im Westen und Nordamerika lernen würden weniger zu verschwenden und auch auf manchen Luxus zu verzichten!“

        Wer definiert Luxus? Du? Oder die Religion?

        Klingt für mich so als wenn wir alle unselbständig sind. Wie gesagt, wer verzichten will kann ja gerne, aber einen Volkssport daraus zu machen finde ich keine gute Idee.

        Im Osten gibt es keine Überflussgesellschaft?

        Nordamerika finde ich in diesem Zusammenhang auch etwas verwirrend?! Warum kommst du gerade auf Nordamerika? Meinst du Kanada?

    • rai30 Says:

      @ Rheinhauser

      Kanada, USA, Westeuropa und andere Länder wie Australien sind Überflussgesellschaften, in denen der Großteil der Ressourcen dieser Welt verbraucht wird.

      Im Übrigen müssen wir nicht lange nachdenken was Luxus bedeutet wenn man sich ansieht was hier alles so weggeworfen wird und wieviel Energie für Sportwagen, Neonreklame, Festbeleuchtungen, SUV´s, Konsumtempel und ähnliche Dinge verbraucht wird.

      Es geht einfach um etwas mehr Verantwortungsbewußtsein und bewußte Lebensführung, dafür finde ich Religion durchaus sinnvoll! Das macht meiner Meinung nach so altmodische Begriffe wie Moral und Ethik auch heute noch wichtig!!!

      • Rheinhauser Says:

        Sehr interessant!

        Können wir es uns denn so einfach machen?

        Du fährst doch auch mit einem Auto zur Arbeit, oder? Mein Opa ist jeden Morgen 2 Stunden zur Arbeit gelaufen, der hätte auch gesagt dein Auto ist Luxus. Kannst du deshalb bestimmen was Luxus ist? Alles was du dir zur Zeit nicht leisten kannst kann man doch nicht einfach so als Luxus bezeichnen, oder?

        Was ist denn mit den Staaten wie Iran, Irak oder Türkei? Dort gibt es keinen Luxus? Selbst in religiösen Staaten gibt es Luxus! Mir fehlt da irgendwie der Zusammenhang zwischen Luxus und Religion?! Nur weil einmal im Jahr religiöse Menschen Fasten oder nur abends essen, bringt diese Art zu leben doch nicht weniger Luxus oder bringt die Menschen dazu sich nach weniger Luxus zu sehnen. Mir fällt im Moment leider kein anderes Beispiel ein, aber die jungen Migranten hier in Duisburg leben doch auch ihre Religion mit Ramadan, oder? Und wenn die dann in Ihre Sportwagen bzw. SUVs steigen, denkt auch keiner mehr von denen an Energiesparen?! Da scheint die Religion also keinen Einfluss auf die Menschen auszuüben.
        Wenn man dir ein Stück Luxus schenken würde oder du es dir erarbeiten würdest, dann würdest du auf diesen Luxus verzichten?

      • rai30 Says:

        @ Rheinhauser

        Wer macht es sich denn einfach???

        Zum Verzicht aufzurufen und diesen auch zu praktizieren ist doch nicht einfach!

        Nur weil es viele Menschen gibt, sei es nun in den USA oder in den reichen Golfstaaten, die nicht breit sind auf Luxus zu verzichten ist die Botschaft doch nicht falsch!

        Es ist nunmal Tatsache, dass ein kleiner Teil der Menschheit die allermeisten Ressourcen an Energie und Rohstoffen verschwendet. Dem entgegenzuwirken ist nicht einfach da in der Tat liebgewordene Annehmlichkeiten nicht so einfach aufgegeben werden.

        Viele Menschen sind heute auf ihr Auto angewiesen um zur Arbeit zu kommen, aber es ist nicht falsch wenn man mal überlegt ob man nicht wenigstens eine Zeitlang darauf verzichtet. Ich habe gehört, dass das auch als Fastenverpflichtung von den Kirchen akzeptiert wird.

        Ich selber werde mal mein altes Fahhrad reparieren um weniger Auto zu fahren. Es gab auch früher einen Pfarrer in Essenberg, der sehr ökologisch engagiert war und das Engagement unter das Motto „Gottes Schöpfung bewahren“ stellte.

        Das ist auch ein sinnvoller Ansatz weil Menschen vielleicht so begreifen, dass sie nicht alleine auf dieser Welt leben und eine Verpflichtung haben auch an die Zukunft zu denken und ihr Leben ein Stück weit danach auszurichten.

        Da ist Moral und Ethik durchaus hilfreich!

      • Rheinhauser Says:

        Aus anderen Beiträgen hier habe ich entnommen, dass du für die Loveparade bist. Wie steht das denn nun im Zusammenhang mit Verschwendung? Ich meine jetzt nicht die immensen Kosten die durch die Loveparade verursacht werden, sondern der Müll und die Verschwendung von Ressourcen. Wie kannst du auf der einen Seite hier Verzicht und den sparsamen Umgang mit Ressource predigen und auf der anderen Seite genau das Gegenteil im Rat beschließen?!

        Moral und Ethik will ich im Zusammenhang der Loveparade gar nicht ansprechen! Drogenkonzum, nakte Frauen, Pornofilme wurden in Berlin auf der Loveparade gedreht, etc. wie willst du denn dann Moral und Ethik vertreten, wenn du das nach Duisburg holst?!

      • rai30 Says:

        @ Rheinhauser

        Nur weil ich auch für die bewusste Verwendung von Ressourcen bin und auch für sparsamen Einsatz von Rohstoffen und Energie eintrete heißt das noch lange nicht, dass ich gegen alle Parties und Festivals bin.

        Moral und Ethik bedeuten doch nicht ein freudloses Leben ohne jede Fete führen zu müssen. Sonst müsste ich auch noch die Schließung aller Diskos, Konzerthallen, Kneipen und Gaststätten fordern sowie den Karneval verbieten.

        Die „Loveparade“ findet alle 2 Jahre statt, und nicht jeden Tag. Die große Verschwendung geschieht alltäglich, deswegen geht es auch darum, dass jeder einzelne sich Gedanken darum macht wo er sparen/verzichten kann!

      • Rheinhauser Says:

        Naja, klingt für mich etwas befremdlich.

        Verschwendung ist ok, solange Sie nur alle 2 Jahre vorkommt?! Wenn alle 2 Jahre 1 bis 2 Mio für eine Party ausgegeben werden, gleichzeitig soviel Müll produziert wird wie sonst im ganzen Jahr damit ein kleiner Teil der Gesellschaft feiern kann, dann spreche ich schon von Verschwendung.

        Ich denke wir werden hier nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen, denn unsere Meinungen von Verschwendung, Moral und Ethik gehen zu weit auseinander.

        Jedem seine Meinung 😉

      • rai30 Says:

        @ Rheinhauser

        Nur in Sack und Asche gehen ist in der Tat nicht mein Anliegen wenn ich von Moral und Ethik spreche!

        Ein bischen Vergnügen muss auch sein!

  3. jakobswege Says:

    Ostern: JedeR glaubt irgend was irgendwann.

    Vor 2000 Jahren glaubte die Germanen Sippe der Sueben etwa im Gebiet Hamborn, dass der Oberste Boss der „Munt“ sei. Der war damals moralprägend. Und so glaubte der Munt, dass es moralisch verwerflich sei, sich von den Römischen Besatzern knechten zulassen und hat Widerstand aus ethischen und moralischen Gründen angeordnet: Duisburger Randale gegen die Römer.

    Damit waren die Römer aber wenig einverstanden und haben die Sueben zwangsweise über die Rheinfurt bei Homberg auf die linke Rheinseite nach Suefhem umgesiedelt, so die Archäologie Duisburg, um sie besser im Besatzungsgebiet unter Kontrolle zu halten. Der heutige Name von Suefhem ist Schwafheim (Duisburg).

    Nur den germanischen Sueben wie auch die Helvetier vom nördlichen Niederrhein gefiel die Römische Besatzung nicht, sie haben weggemacht und gingen in die Gebiete, die heute Schwaben und Schweiz heißen.

    Die Niederrheinischen Menschen sind über die Jahrhunderte recht anpassungsfähig. Schick mal heute einen moralischen Hochheider nach Bern oder Stuttgart – nur in Gedanken.

    Die Moral der SPD-Hochburg Hochheide wurde von den Weißen Riesen geprägt.

    Im Umfeld des SPD Homberg Ratsbeschluss hat der Untersuchnungsausschuss des Landtags NRW festgestellt: bezahlte Spitzel der Polizei Duisburg und bestochene Sparkassendirektoren und Stadtbeamte. Noch heute hat die SPD Homberg sog. „Tombola-Gelder“ (SPIEGEL) aus dieser Zeit, aus deren Zinsen sie die Wahlkämpfe finanziert. Alle Kassierer des OV SPD Homberg wurde in das Geheimnis eingeweiht.

    Ja, ja. Moral und Ethik in Hochheide.

    Das ist das Vierte Reich des Regionalsozialismus. Die Politiker und Bamten der SPD-Hochburg Hochheide ließen Bagger gegen Demonstranten einsetzen, das berichtet die Wohnungsgenossenschaft Rheinpreußen-Sielung: http://www.rheinpreussensiedlung.de/
    .


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