Internetfund: einen Tag vor der Katastrophe

7. August 2010

Heute wissen es alle besser, aber am 23. Juli also einen Tag vor der Katastrophe auf der Loveparade waren eigentlich alle guter Hoffnung, dass das Raverfestival ein großartiges Ereignis werden würde!

Die Presseerklärung des NRW-Innenministers ist da nur ein Beispiel, egal ob Stadt, IHK, Lopavent, Medien oder eben die Landespolitik: alle hatten große Erwartungen. Nur jetzt will keiner verantwortlich sein oder aber man war schon immer sehr kritisch gegenüber der Loveparade eingestellt!

Um das Gesamtbild nicht zu stören hat der WAZ-Konzern, dessen Redakteure die Loveparade noch am 23. Juli als „Glücksfall“ bezeichneten, auch die entsprechenden Artikel aus dem Netz genommen. Nur die Datenbanksuche über „derWesten.de“ zeigt noch, dass diejenigen die angeblich schon immer wussten, dass die Loveparade nicht nach Duisburg gehört, vor dem 24. Juli 2010 selbst noch ganz begeistert von dem Technospektakel waren.

Angesichts der Katastrophe ehrlich zu bleiben und frühere Fehleinschätzungen zuzugeben ist eben für viele sehr schwer!

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10 Antworten to “Internetfund: einen Tag vor der Katastrophe”

  1. jakobswege Says:

    Ralf Jäger hat damit dem öffentlichen Druck nachgegeben und die ehemals aus dem Netz genommene Pressemitteilung wieder freischalten lassen.

    http://www.im.nrw.de/pm/230710_1842.html

    • jakobswege Says:

      http://www.im.nrw.de/pm/230710_1842.html

      Ministerium für Inneres und Kommunales NRW – 23.07.10

      Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Polizei professionell auf die Love-Parade vorbereitet – Innen- und Kommunalminister Jäger: Wir wünschen den Menschen ein sicheres Fest in Duisburg Mehr als 2.000 Polizistinnen und Polizisten, rund 2.000 Sanitäter und Ärzte und über 300 Feuerwehrleute sind am morgigen Samstag für die Love-Parade in Duisburg im Einsatz. „Alle sind hoch motiviert und haben sich professionell vorbereitet“, sagte Innen- und Kommunalminister Ralf Jäger heute (23. Juli) in Düsseldorf. Die Stadt Duisburg und der Veranstalter erwarten mehrere hunderttausend Besucher.

      Bei Bedarf steht weitere schnelle und koordinierte Hilfe zur Verfügung. Dazu sind landesweit im Rahmen der überörtlichen Hilfe rund 1.000 Behandlungs- und Betreuungskräfte und 500 Feuerwehrleute in Bereitschaft. „Damit sind wir in der Lage, schnell zu helfen und den bestmöglichen Schutz für die Menschen zu gewährleisten“, stellte Jäger fest. „Wir wünschen, dass die vielen Besucher dieses Events unbeschwert feiern können.“

  2. jakobswege Says:

    Der Streubomben Reportismus bei dem größten Teil der Medien sollte endlich beendet werden.

    Es sind Menschen getötet und verletzt worden an der Rampe. Das hat nicht mit der Planung Fluchtwegen oder Unterschriften von der Stadtverwaltung zu tun.

    Wir wollen wissen:

    Warum wurde eine Polizeikette an der Rampe errichtet?

    Warum hatte der Polizeibeamte im Crowd-Management-Container kein Funkgerät?

    Warum war die zweite Rampe zur Katastrophe nahezu leer?

    War die große Rampe als Zu- und Ausgang geplant?

  3. asc Says:

    Unbekannter vierter Faktor Schuld an Loveparade-Katastrophe?

    Quelle: Der Postillon
    http://www.der-postillon.com/2010/08/unbekannter-vierter-faktor-schuld.html


  4. […] Gerrits und Götz Middeldorf haben jämmerlich versagt. Das ist […]


  5. […] jakobswege Der Bauzaun auf der Rampe des Zugangs zur Loveparade wurde lange vor dem Event errichtet. Das beweisen Satelliten-Aufnahmen bei […]

  6. Kelmi24 Says:

    Stellen wir uns vor, in der Stadt Y findet ein open air Konzert statt. Es sind Massen von Menschen anwesend, die Sicht auf die Künstler ist schlecht. Einige Zuhörer klettern auf Laternenpfähle um die Künstler sehen zu können, stürzen dabei ab. Es kommt zu einer Massenpanik mit Toten und Verletzten. Muss jetzt der Veranstalter zur Rechenschaft gezogen werden, müssen Mitglieder der Stadtverwaltung zurücktreten oder sollten die Kletterer haftbar gemacht werden?

    ScheiXXegal! An erster Stelle steht eine Untersuchung des Geschehenen an! Und alle Schmeissfliegen dieser Welt sollten sich mit Vorverurteilungen doch bitte zurückhalten!

    Mich kXXXt dieses mediale, verbale Gegeifer an, Ekelhaft diese parteipolitisch motivierten Anschuldigungen und zum wütenden Pöbel der Straße möchte ich mich erst gar nicht äußern.

    • Rainer Unfug Says:

      @Kelmi24

      Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen möchte!!!!

      „Einige Zuhörer klettern auf Laternenpfähle um die Künstler sehen zu können, stürzen dabei ab …“

      Das klingt wie die erste Pressekonferenz vom OB, da hat der OB auch gesagt, dass die Toten selbst schuld sind! Jetzt die Schuld den Toten selbst zu geben ist das ekelhafteste was ich mir vorstellen kann!!!

      Ich hoffe der Kommentar wird hier gelöscht!!!

    • rai30 Says:

      @ Kelmi24

      Ganz so einfach ist die Sache nicht: die Massenpanik kam wohl auch auf weil es immer enger wurde und zeitweise die Zugangsschleusen gesperrt waren.

      Den Augenzeugenberichten nach wurden viele Menschen von dem Sog erfasst den die Masse auslöste, die zu den Treppen drängte.
      Man muss wohl davon ausgehen, dass es eine Menge Fehler gab, die zur Tragödie führten.

      Ich denke wir sollten alle die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abwarten bevor wir irgendjemanden beschuldigen!

      Auch wenn es schwerfällt, aber es gibt hier wohl keine schnellen und einfachen Antworten!


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