Von der Sonne in den Regen

28. September 2010

Von 30 Grad Wärme und Sonnenschein zurück ins heimische kalte Regenwetter!

Ich vermisse Gaziantep und seine Wärme schon jetzt! Spätestens seit ich gestern abend im Regen meine ersten Kontrollrunden auf der Arbeit gedreht habe und mich fragte ob das wirklich nur erst wenige Stunden her war, dass ich zusammen mit den anderen Delegationsteilnehmern auf dem Istanbuler Flughafen herumgeschlendert bin.

Aber jetzt hat uns der Duisburger Alltag wieder und wir überlegen wohl alle wie wir die Freundschaft zu Gaziantep noch weiter vertiefen können! Ich selbst werde aber erstmal daran arbeiten meine Türkischkenntnisse zu verbessern!

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Duisburg Bulvari

Heute endet der dreitägige Besuch bei unseren Freunden in Gaziantep!

Seit 2005 hat die Stadt Duisburg mit der türkischen Stadt Gaziantep eine Städtepartnerschaft begründet! Und daraus hat sich eine interessante und freundschaftliche Zusammenarbeit entwickelt!

Duisburger Straße

Es hat auch schon einige Besuche und Gegenbesuche gegeben, die geholfen haben die Beziehungen zwischen den beiden Städten zu vertiefen. Jugendliche aus beiden Städten haben die jeweils andere Stadt kennengelernt und auch wirtschaftliche Kontakte sind erleichtert worden.

Gaziantep hatte zum Pistazienfest Vertreter aus allen Partnerstädten eingeladen und mit Ulan Bator in der Mongolei sogar eine neue Partnerschaft begründet. Und so durften ich und Vertreter anderer Ratsfraktionen zusammen mit Mongolen, Syrern, Franzosen und Niederländern bei zahlreichen Veranstaltungen der Stadt anwesend sein und lernen wie dynamisch Gaziantep in den letzten Jahren gewachsen ist. Der Zoo der Stadt ist übrigens der drittgrößte der Welt und hat Eintrittspreise von ca. 1,50 EURO pro Erwachsenen!

Überall in der Stadt wird gebaut, die imposanten Einkaufszentren sind überlaufen und das kulturelle Leben scheint auch zu blühen. Jedenfalls wirkten das Folklorefestival mit Ministerbesuch sowie das Nachtleben der Stadt recht beeindruckend. Leider haben die drei Tage kaum ausgereicht um die alte historische und zugleich moderne Stadt wirklich kennenzulernen.

Handwerkskunst aus Gaziantep

Neben den vielen offiziellen Anlässen hatten ich und die anderen Delegationsteilnehmer dann gestern noch Gelegenheit Pistazien und sehr ästhetisch wirkende Kupferwaren zu kaufen. Gaziantep ist ja auch wegen seiner Pistazien und den zahlreich daraus hergestellten Waren bekannt. Interessant ist auch die multikulturelle Tradition dieser alten und modernen Stadt: Muslime und aramäische Christen sowie Türken, Kurden und Araber leben hier seit Jahrhunderten zusammen. Die Stadtverwaltung hat sogar vor kurzem erst die Renovierung einer alten Kirche abgeschlossen.

Beschämt war ich als ich sah mit welchem Aufwand Gaziantep seine Partnerstädte würdigt: große Boulevards wurden nach den jeweiligen Partnern benannt was natürlich auch einen imposanten „Duisburg Bulvari“ auf der größten Hauptstrasse der Stadt zur Folge hat. Zusätzlich wurden auch noch die Wappen der Partnerstädte an anderer Stelle gut sichtbar aufgestellt.

Duisburg in Ostanatolien

In Duisburg wäre sowas wohl nur sehr schwer durchzusetzen. In Gaziantep haben sich dagegen sogar Geschäfte und Wohnanlagen nach Duisburg benannt.

Überall wurden wir in der Stadt sehr freundschaftlich aufgenommen und konnten viele Eindrücke gewinnen! Ich war zum ersten Mal in Gaziantep, aber sicher nicht zum letzten Male!

Ja oder Nein?!

13. September 2010

69 anwesende Ratsfrauen und -herren hatten heute im Duisburger Rathaus die Entscheidung zu treffen ob das Abwahlverfahren gegen den Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland eingeleitet wird…

…und SPD, Linke wie FDP erlebten eine Pleite mit ihrem Abwahlantrag! Mit nur 41 Stimmen verfehlten sie die notwendige 50 Stimmen-Mehrheit deutlich!

Die Wunschvorstellung der SPD-Propagandamedien WAZ, NRZ und Radio Duisburg von herbeigesehnten Überläufern aus der CDU-Fraktion erfüllte sich nicht. Ebenso war der Traum einer möglichen 2/3-Mehrheit von vornherein irreal da auch Ratsmitglieder außerhalb der CDU die Abwahl des Oberbürgermeisters nicht wollen!

Die ganze wochenlange intensive Propagandamaschinerie von WAZ und WDR verfängt eben doch nicht bei jedem! Ich bin froh, dass auch die geballte SPD-Medienmacht es nicht schafft einen gewählten Oberbürgermeister zu stürzen nur um wieder die alten Parteifunktionäre aus Zieling-Zeiten zurück an die Macht zu bringen!

Nach ungefähr einer halben Stunde war die außerordentliche Ratssitzung beendet, und man kann nur hoffen, dass jetzt endlich auch die destruktive Kampagne von SPD, Linken und FDP aufhört.

Vor der Rathaustür konnte man auch deutlich sehen welche Basis SPD und Linke für ihren Abwahlantrag wirklich besitzen: ganze 15 Demonstranten wetterten dort gegen den Oberbürgermeister, unter großer medialer Beachtung, während rund 50 Bürger für den Oberbürgermeister auf dem Platz standen.

Mit einem der Anti-OB-Demonstranten geriet ich auch in Streit nachdem dieser ständig mit dümmlichen „Schande“-Rufen aus dem Megaphon zuzüglich diverser Beschimpfungen der Ratsmitglieder meine Nerven strapazierte! Zum Glück zogen mich Freunde zurück und beruhigten mich!

Am Ende bleibt nur die Erkenntnis, dass die allermeisten Bürger in der Stadt schon längst kein Interesse mehr an diesen unsinnigen politischen Schaukämpfen im und vor dem Rathaus haben und erwarten, dass die politische Arbeit in unserer Stadt endlich wieder in normale Bahnen gelenkt wird!

Das war vielleicht auch der Grund dafür, dass 5 Ratsmitglieder aus verschiedenen Fraktionen nicht zur Ratssitzung erschienen!

Straßenfest vor der Haustür

12. September 2010


25 Jahre Wohnungsgenossenschaft Rheinpreussensiedlung

Gestern wurde es richtig laut und fröhlich vor unserer Haustür: unsere Wohnungsgenossenschaft feierte ihr 25-jähriges Bestehen mit einem Straßenfest!


Benny hat sich gefreut und mit anderen Kindern das Schminkangebot und die Hüpfburg in Anspruch genommen. Ich selbst habe die Gelegenheit genutzt um kurz bei der offiziellen Eröffnung anwesend zu sein. Die Stadt hatte ausgerechnet Bürgermeister Kocalar als Vertreter geschickt, der dann in seiner Rede die Leistung der Siedler für die Integration und das gute Zusammenleben hervorhob. Danach gab es dann auch noch eine kleine Rederunde mit Zeitzeugen aus der Siedlung, Alt-Oberbürgermeister Krings und einem Vertreter des Genossenschaftsverbandes. Das interessierte allerdings kaum einen der Nachbarn. Kuchenstand, Bierwagen und Hüpfburg waren den allermeisten wichtiger als die trockene Geschichtsstunde.

Ich muss gestehen auch mir, und so habe ich wohl meinen Auftritt als Ratsherr verpasst weil ich lieber mit Benny über die Straße lief und sowieso nicht vorhatte offiziell in Erscheinung zu treten. Meine Nachbarn kennen mich auch so und sehen mich eh fast jeden Tag!

Ich freue mich aber, dass Alois Fischer und das Team mit den vielen freiwilligen Helfern aus der Siedlung schon seit Jahren regelmäßig das Straßenfest mit Erfolg und viel Zuspruch veranstalten. Da kommen dann sogar Leute aus den Hochhäusern zum Feiern vorbei!

Şeker Bayram 2010

9. September 2010

Am Schaufenster eines Blumenladens in Hochheide!

Sportlerehrung im Rathaus…

7. September 2010

…mit dem Oberbürgermeister Adolf Sauerland und Bürgermeister Kocalar (Linke)!

Heute bin ich eher zufällig in die Sportlerehrung der Stadt hineingeraten. Unter den Rednern war unter anderem auch der Oberbürgermeister, der den Sportlern ihre Urkunden und Geschenke überreichte und für seine Rede Beifall erhielt. Wie bei solchen städtischen Terminen üblich waren natürlich auch Ratsleute aller Parteien anwesend, also auch von SPD und Linken. Und auch der Bürgermeister Kocalar, der gestern noch mit einem T-Shirt über dem Burgplatz lief auf dem er sich öffentlich gegen den Oberbürgermeister aussprach, dessen Stellvertreter er ist, und mit dem er eigentlich zusammenarbeiten soll.

Einige Teilnehmer meinten denn auch, dass sich ein Bürgermeister in der Öffentlichkeit nicht sowas erlauben sollte!

Aber davon mal ab war die Stimmung im Rathaus bei der Sportlerehrung ganz locker, und die meist jungen Sportler brachten gute Laune mit, die alle Anwesenden ansteckte. Das Begleitprogramm mit Tanz, Musik und einer beeindruckenden Jojo-Vorstellung sowie das obligatorische Essen und Trinken sorgten für lockere Atmosphäre.

Ein Trauerspiel!

6. September 2010

Das war heute ein unwürdiges und beschämendes Trauerspiel im Rat der Stadt: ein grinsender und sichtlich gut gelaunter Jürgen C. Brandt von der SPD-Fraktion am Anfang der Ratssitzung, und dauernde Zwischenrufe von der Tribüne während der Sitzung!

Was aber am meisten auffiel war der deutliche Versuch der SPD jede Aufklärung zu behindern und vor(!) der Diskussion um die Loveparade-Katastrophe per Resolution mit ihrer neuen rot-ROT-gelben Ratsmehrheit den Rücktritt des Oberbürgermeisters zu fordern! Überhaupt ständig wurde Rücktritt gefordert!

Beim Hinterbliebenen, der Gelegenheit zur Rede erhielt konnte man ja noch Verständnis für die Rücktrittsforderung aufbringen, aber bei den beiden Vertretern des Mieterbundes, der eigentlich gar nichts mit Kommunalpolitik zu tun hat, war deutlich zu erkennen, dass es nur um Selbstdarstellung ging! Die SPD-Ratsleute wirkten denn auch gelöst und teilweise sogar fröhlich, schließlich gilt es als sicher, dass ihre Partei von einem Rücktritt des OB profitieren würde.

Die Stimmung war bedrückt bis aggressiv, sowohl drinnen als auch draußen wo es eine Demo für den OB gab, deren Teilnehmer dann aber von einer Handvoll Gegendemonstranten aggressiv angegangen wurden, auffällig auch das völlige Fehlen von Fragen in der Sitzung seitens der SPD zu den Ereignissen auf der Loveparade und die totale Fixierung auf den Oberbürgermeister, so als sei er der alleinige Veranstalter und Befürworter der Loveparade gewesen! Diese Ratssitzung war letztlich nur eine Schauveranstaltung mit dem Ziel einen Rücktritt zu erzwingen und sich selbst in Szene zu setzen. Einzig die Rede des Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Professor Kantel war bemerkenswert. Er erinnerte daran, dass sich alle im Saal auch ihrer eigenen Verantwortung bewusst sein sollten und die Aufklärung der Katastrophe wichtiger ist als das Opfern eines Entscheidungsträgers bevor überhaupt feststeht welcher Verantwortliche Fehler gemacht hat! Der grünen Ratsfrau Leiße kamen daraufhin sogar die Tränen!

Leider war aber selbstkritisches Innehalten und Gerechtigkeitsempfinden sonst kaum zu spüren auf dieser Ratssitzung. Mein beschämender Eindruck war heute, dass auf den Rücken der Toten Machtpolitik ausgeübt wird. Ich wies auch ohne die SPD direkt zu nennen daraufhin, dass das Verhalten einiger Ratsmitglieder mit ihrem Gelächter und ständigen Dazwischenquatschen mehr als unwürdig für eine Sitzung ist deren Ziel doch eigentlich auch die Aufklärung der Umstände und Ursachen der Katastrophe sein sollte! Aber außer Hampeleien wie bei einem Bürgermeister der Linken, der es nicht fertigbrachte eine einzige inhaltliche Frage zu stellen und sich von der Anwältin der Stadt wie ein Kind behandelt fühlte weil er wohl ihren Ausführungen nicht folgen konnte hatten SPD, Linke und leider auch die FDP nur Polemik anzubieten.

Aber wer noch vor einem halben Jahr Anträge im Rat einbrachte, deren erster Satz lautete „Wir begrüßen die Durchführung der Loveparade in Duisburg“ sollte sich besser nicht vor der eigenen Mitverantwortung drücken und so tun als habe man keine Kontrollfunktion für das Verwaltungshandeln.

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