Beten und abschalten

13. März 2011

Bildquelle: 利用者:KEI via http://ja.wikipedia.org/wiki/%E5%88%A9%E7%94%A8%E8%80%85:KEI

Bittere Ironie der Geschichte: fast 25 Jahre nach Tschernobyl erlebt die Welt eine Atomkatastrophe, die noch weitreichender und tödlicher sein könnte als das durch Schlampereien und technische Mängel in der damaligen Sowjetunion verursachte Unglück!


Bildquelle: http://en.wikipedia.org/wiki/File:FukushimaCity05.jpg

Aber diesmal können Atomkraftbefürworter nicht darauf verweisen, dass so etwas in den technisch-hochentwickelten deutschen Atommeilern niemals passieren könnte. Denn Japan ist selbst eines der technisch-hochentwickelsten Länder mit hohen Sicherheitsstandards. Doch gegen die Urgewalten der Natur hat das auch nicht geholfen, und gerade höre ich in den Nachrichten, dass mit 10.000 Toten gerechnet wird sowie einer bereits eingetretenen Kernschmelze, also dem sogenannten „GAU“! Der Traum von der billigen Energie in großen Mengen hat sich in einem Alptraum der atomaren Apokalypse verwandelt! In Japan hilft jetzt nur noch beten, dass es nicht noch schlimmer wird.

Es dürfte angesichts dieser Katastrophe in einem modernen hochentwickelten Atomreaktor völlig außer Frage stehen, dass die sogenannte „Kernenergie“ auch bei allen Sicherheitsmaßnahmen nicht verantwortbar ist. Eine Technologie, die ein Gebiet bei einer Katastrophe für viele tausend Jahre unbewohnbar macht und die Krebsrate bei Menschen explodieren lässt darf nicht weiter betrieben werden.

Auch wenn große Energiemonopolisten wie RWE, E.ON, Vattenfall und EnBw es nicht wollen: die Politik muss endlich Schluss machen mit der Atomkraft. Schon jetzt weiß niemand wohin mit dem jahrtausendelang strahlenden Atommüll, und Japan zeigt, dass selbst hochmoderne „sichere“ Atommeiler in Wirklichkeit eine nicht zu verantwortende Gefahr sind!

5 Antworten to “Beten und abschalten”

  1. asc Says:

    „In den Zentralen der Energiekonzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall herrscht am Montag große Hektik. Die Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima verändert auch die deutsche Atompolitik.
    (…)
    Die Konzerne müssen bangen, dass ihre «Gelddruckmaschinen» früher vom Netz müssen – mit einem abgeschriebenen Meiler lässt sich etwa eine Million Euro pro Tag verdienen.“

    http://www.zeit.de/news-032011/14/iptc-bdt-20110314-512-29249892xml

    Wir werden sehen, womit die Stromkonzerne die Politiker erpressen werden, um die Laufzeitverlängerung auch angesichts der sich anbahnenden Katastrophe in Japan durchzusetzen. Ich hoffe nicht, dass die heute beschlossene dreimonatige Aussetzung der Laufzeitverlängerung lediglich den anstehenden Wahlen geschuldet ist und Neckarwestheim nur (vorübergehend) abgeschaltet wird, damit Mappus MP in Baden-Württemberg bleiben kann.
    Falls doch, ist das der Gau für Schwarz-Gelb in Berlin und im Rest der Republik.
    Der Bürger ist auch dank Internet besser informiert als noch vor 20 Jahren und lässt sich nicht mehr mit dem Märchen vom billigen Strom und dem Gequatsche von der umweltfreundlichen Kerntechnologie einlullen.

    Welche Gefahren von Kernkraftwerken auch ohne Erdbeben und Tsunami ausgehen, kann man hier noch einmal eindrucksvoll nachlesen:

    „Fast-GAU in Schweden“
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23259/1.html

    • rai30 Says:

      Aber was wird aus dem Klimaschutz wenn wir nun alle Atomkraftwerke stillegen und dafür mehr Kohle verfeuern müssen, mit entsprechendem CO2-Ausstoß???!!!

  2. Beobi Says:

    Petition AKWs abschalten! Mach mit!

    http://www.openpetition.de/petition/zeichnen/super-gau-in-japan-akws-abschalten

    Auch bei uns können jederzeit Stromausfälle passieren, das ist der eigentliche Grund der Atom-Katastrophe in Japan.

    Diese Technologie ist NICHT beherrschbar.


  3. Godzilla: in Fukushima akut, im Ruhrgebiet chronisch. Das ist hier die Homberg Frage an Lokalzeit Duisburg WDR KW 11/11…

    In Japan heißt das Übel und die Angst Atom. Die Kultur schuf den Disgott Godzilla. Das Ruhrgebiet ist geprägt von den drei Monopolen Montanindustrie, Parteihochburg und Mediengigant. Die Kultur schuf den Abtritt Dismigration Duisburg, der Fortzug als M…


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