Gauck for President — Teil 2: Nun klappt es doch!

20. Februar 2012


Bildquelle: Screenshot Webseite Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

Nach fast zwei Jahren klappt es jetzt doch einen parteilosen unabhängigen Bundespräsidenten ins Amt zu wählen. Schön, dass die Parteien sich darauf einigen konnten!

2010 war ich noch enttäuscht, dass wieder ein blasser Parteisoldat das höchste Staatsamt bekam, nun freuen sich ich und sicher viele andere Bürger, dass eine honorige Persönlichkeit ins Schloss Bellevue ziehen wird, die sich nicht so einfach irgendwelchen Parteilagern zurechnen lässt. Als bekennender Parteiloser gibt mir das die Hoffnung, dass die Parteien den Staat noch nicht vollständig unter ihrer Kontrolle haben. Und der FDP muss man wohl auch danken, dass sie innerhalb der schwarz-gelben Regierungskoalition verhindert hat, dass Frau Merkel wieder einen Parteifreund versorgt.

Vielleicht gelingt es uns auch in Duisburg nach den Kämpfen der Vergangenheit ein parteiunabhängiges Stadtoberhaupt ins Rathaus zu bringen um die verhärteten Fronten im Rat der Stadt wieder abbauen zu können und das Klima in unserer Stadt wieder zu entspannen.

—> siehe auch Artikel aus 2010 „Gauck for President“

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2 Antworten to “Gauck for President — Teil 2: Nun klappt es doch!”

  1. asc Says:

    @rai30
    Ihre Begeisterung für Gauck kann ich nicht teilen. Nicht nach einer solchen Äußerung pro Sarrazin:

    http://www.tagesspiegel.de/politik/politik-und-gesellschaft-gauck-attestiert-sarrazin-mut/3685052.html

    „Dem früheren Berliner Finanzsenator und Autor des umstrittenen Sachbuches „Deutschland schafft sich ab“, Thilo Sarrazin, attestierte Gauck, „Mut bewiesen“ zu haben. „Er hat über ein Problem, das in der Gesellschaft besteht, offener gesprochen als die Politik.“ Die politische Klasse könne aus dem Erfolg von Sarrazins Buch lernen, dass „ihre Sprache der politischen Korrektheit bei den Menschen das Gefühl weckt, dass die wirklichen Probleme verschleiert werden sollen“. Zum Parteiausschlussverfahren der SPD gegen Sarrazin sagte Gauck, die SPD habe das Recht zu sagen, dass die Position eines Parteimitgliedes nicht ihrer politischen Auffassung entspricht. „Aber man muss nicht gleich demjenigen Sanktionen androhen, der ein bestehendes Problem offen anspricht.“

    Andere kritische Stimmen:
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=12283
    „Yes, we Gauck – Springer hat sich durchgesetzt“

    http://www.fixmbr.de/joachim-gauck-ein-spalter-und-egoistischer-selbstdarsteller-auf-schloss-bellevue/
    „Ein Spalter und egoistischer Selbstdarsteller auf Schloss Bellevue“

    • rai30 Says:

      Natürlich ist Joachim Gauck ein Mann mit Ecken und Kanten, und Antikommunist aus Überzeugung. Nach Jahrzehnten in der DDR ist das auch nachvollziehbar.

      Ich würde auch nicht alle seine Ansichten toll finden, ich finde es einfach positiv, dass erstmals ein parteiloser Bundespräsident an der Spitze des Staates stehen wird, der sich nicht eindeutig einem politischem Lager zuordnen lässt und der keine Angst hat auch deutlich zu sagen was er denkt, auch wenn er damit aneckt. Das ist mir lieber als ein Schönplauderer, der jedem nach dem Munde redet und Angst hat auch mal kontroverse Positionen einzunehmen. Was Sarrazin angeht war ich übrigens auch der meinung es wäre besser sich offensiv mit den Positionen des SPD-Politikers auseinanderzusetzen und diesen nach seiner eigenen Verantwortung nach 40 Jahren Parteipolitik zu fragen anstatt Denkverbote auszusprechen sowie Parteiausschlussverfahren anzudrohen. Mir sind argumentative Auseinandersetzungen lieber, denn da hat ein Sarrazin mit seinen obskuren Behauptungen kaum eine Chance.

      Ich bin jedenfalls gespannt wie sich Gauck als Bundespräsident machen wird, und wenn er wirklich so schlimm sein sollte können wir Blogger ihn immer noch zur Diskussion herausfordern. Als ehemaliger Bürgerrechtler wird er sich der nicht ohne Gesichtsverlust verweigern können. Vielleicht will er es auch gar nicht, das hoffe ich zumindestens.


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