Ein Glas Limonade und eine Soutane

11. Juli 2012

Hört die Menschenwürde auf sobald jemand ein hohes Amt bekleidet? Oder ist eine menschenunwürdige Herabsetzung eines Amtsträgers in aller Öffentlichkeit „Satire“?

Um es vorweg klarzustellen: ich bin kein Freund des Vatikans und nicht einmal katholisch, aber obwohl ich durchaus auch kritische Distanz zur katholischen Kirche wahre finde ich die aktuellen „Satire“titel des Magazins „Titanic“ gegen den Papst geschmacklos und menschenunwürdig. Egal wie man zu Papst Benedikt XVI steht, auch er hat eine Menschenwürde. Die Darstellung mit gelben Flecken vorne und braunen Flecken auf der Rückseite seiner Kleidung sowie den beigefügten Titel „undichte Stelle im Vatikan gefunden“ ist eine Verächtlichmachung, die eigentlich alle Menschen mit gewissen Gesundheitsproblemen trifft, die gerade im hohen Alter auftreten.

Im Bemühen Religion und religiöse Institutionen schlecht aussehen zu lassen sind da wohl bei manchen Redakteuren alle Skrupel abhanden gekommen. Die „Titanic“-Redakteure sind laut Medienberichten richtig stolz darauf, dass sie wegen ihrer geschmacklosen Titelbilder des Papstes nun vom Vatikan mit einer Unterlassungserklärung juristisch belangt werden. Auf ihrer Webseite veralbert die „Titanic“ dann auch noch die Öffentlichkeit mit der Behauptung man habe nur auf verschüttete Fanta-Limonade auf der Soutane des Papstes angespielt. Wahrscheinlich wollten dann die Satire-Meister der Titanic auch nur noch auf Cola-Flecken auf der Rückseite des Papstgewandes hinweisen.

Ist es heute so schwer eine Institution inhaltlich zu kritisieren ohne deren Vertreter oder Oberhaupt menschlich herabzusetzen?

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2 Antworten to “Ein Glas Limonade und eine Soutane”

  1. Rheinhauser.de Says:

    Wie steht die DaL denn zum Thema „Elendsquartier in Bergheim“?

    http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/west/elendsquartier-in-bergheim-id6844327.html

    Das war ja sogar schon im Fernsehen, aber hier sehe ich nichts davon?!

    • rai30 Says:

      Auch wenn das hier jetzt offtopic ist: die DAL vertritt bei Elendsbehausungen und Armutszuwanderung die gleichen Positionen wie in Hochfeld. Also eine Kombination von Sozial- und Ordnungsmaßnahmen, das Ordnungsamt muss die Wohnungen kontrollieren und bei menschenunwürdigen Zuständen räumen sowie den Vermieter zur Rechenschaft ziehen. Auch muss den Kindern geholfen werden, aber bei Rechtsverstößen dürfen Polizei und Ordnungsamt auch nicht einfach wegsehen.
      Übrigens sind Elendsquartiere nichts neues in unserer Stadt. In Bruckhausen, Marxloh, Hochfeld und manch anderem Stadtteil findet sich sowas. Armutswanderungen gehen nicht immer an uns vorbei.


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