„…selbsternannte Fachleute…“ — Der Blick von Duisburger Verwaltungsbeamten auf die Bürger!

14. Juli 2012

Der Baum auf der Steinbrinkstraße in Duisburg-Wanheim

Der Baum auf der Steinbrinkstraße in Duisburg-Wanheim — Anwohnerfoto

„Das sind häufig nur selbsternannte Fachleute…“! Als ich diesen Satz am Telefon von einem hohen Verwaltungsbeamten aus dem Umweltamt der Stadt zu hören bekam wurde mir klar warum nicht wenige Bürger keine gute Meinung von der Stadtverwaltung haben.

Der Baum auf der Steinbrinkstraße in Duisburg-Wanheim

Der Baum auf der Steinbrinkstraße in Duisburg-Wanheim — Anwohnerfoto

Doch erstmal möchte ich hier die Vorgeschichte erzählen: ein Anwohner, der auch in der DAL und in unserer Fraktion tätig ist hat zusammen mit anderen Bürgern schon letztes Jahr auf den kranken Zustand des Baumes auf dem Privatgrundstück an der Steinbrinkstraße in Duisburg-Wanheim hingewiesen. Es gab sogar Ortstermine mit dem Bezirksamtsleiter und Experten des Umweltamtes, die aber meinten, dass akut keine Gefährdung vom Baum ausginge. Der Baum steht zwar auf einem Privatgrundstück, aber seine mächtigen Äste und die Hälfte der Baumkrone hängen, oder besser gesagt, hingen über einem öffentlichen Gehweg, der jeden Morgen auch von Schulkindern aus der Wohnsiedlung genutzt wird.

Ein Taxi nachdem der Baum auf der Steinbrinkstraße seine halbe Baumkrone verloren hat

Ein Taxi nachdem der Baum auf der Steinbrinkstraße seine halbe Baumkrone verloren hat — Anwohnerfoto

Und dann kam vor wenigen Tagen, was die laut Verwaltungsbeamten „selbsternannten Fachleute“ schon letztes Jahr befürchtet hatten: ein kleiner Regen sorgte dafür, dass der Baum, der ja laut Experten des Umweltamtes, also den „richtigen“ Fachleuten, keine akute Gefährdung darstellte seine halbe Baumkrone auf der Straße und den Gehweg verlor. Zum Glück gab es nur Blechschaden. Wenn zur selben Zeit Fußgänger zufällig vorbeigelaufen wären hätte schlimmeres passieren können. Trotzdem hat das Umweltamt kein Einsehen, beim Telefonat mit dem stellvertretenden Amtsleiter meinte dieser ganz ungerührt es gäbe eben keine hundertprozentige Sicherheit und auch gesunde Bäume würden bei Unwetter Äste verlieren. Als ich ihn darauf hinwies, dass es keinen Orkan gab sondern nur einen kurzen Regen und der Baum seine halbe Baumkrone verloren hat entgegenete er mir, dass es bei Bäumen eben immer ein gewisses Risiko gäbe. Und die Hinweise aus der Bürgerschaft qualifizierte er als Meinung von „selbsternannten Fachleuten“ herab, und jetzt sei der Baum ja sicher wo die morschen Äste herabgefallen sind.

Das Ordnungsamt will ohne Rat des Umweltamtes nicht tätig werden und behauptet sogar keine Kenntnis von einer Gefährdung durch den nun halb abgebrochenen Baum auf der Steinbrinkstraße gehabt zu haben obwohl auch der Leiter des Ordnungsamtes letztes Jahr informiert wurde. Offensichtlich ist die Kommunikation zwischen den Ämtern der Stadt Duisburg sehr verbesserungswürdig, um es milde auszudrücken. Der Eigntümer des Grundstücks auf dem der Baum steht wurde vom Ordnungsamt aufgefordert einen „Beischnitt“ zu machen, also die nicht-gesunden Äste abzusägen. Interessanterweise würde er aber auch eine Fällgenehmigung bekommen wenn er diese beantrage. Also kann die Pappel doch nicht so gesund und sicher sein.

Fast ein Jahr haben Umwelt- und Ordnungsamt nichts unternommen und alle Warnungen aus der Bürgerschaft nicht ernst genommen weil es angeblich sehr schwer sei einen Eigentümer zu zwingen Gefährdungen, die von seinem Grundstück ausgehen wie zum Beispiel morsche kranke Bäume, abzustellen.

Es gilt wohl leider immer noch die alte Regel, dass erst dann was passiert wenn schon etwas schlimmes passiert ist.

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