18%

Von 18% der Duisburger gewählt

„Tolles Ergebnis“

2. Juli 2012

Vorsicht, Satire!

Vorsicht, Satire!

 

Die Rückkehr zur totalen SPD-Herrschaft in Duisburg war unvermeidlich, aber dass sie so skurril abläuft und drei Viertel der Bürger die Wahl boykottieren kam dann doch unerwartet.

Umso erstaunlicher wie sich die SPD-Propagandamedien des WAZ-Konzerns die niedrigste Wahlbeteiligung, die Duisburg jemals bei einer regulären Wahl hatte wegdachten. Da sprach ein Reporter von „Radio Duisburg“ allen Ernstes von „Rückenwind“ und einem „Vertrauensvorschuss“ der Bürger für den neuen Oberbürgermeister, obwohl ihn 80% der Bürger gar nicht gewählt hatten. Soviel Wirklichkeitsverleugnung und dümmliche Propaganda muss auch auf den neuen Amtsträger abgefärbt sein, der bei Interviews ständig die Phrase „tolles Ergebnis“ absonderte.

Ich kann ja verstehen, dass sich Sören Link und seine Duisburger SPD-Genossen über ihren Wahlsieg freuen, trotzdem sollte man doch ein bischen bescheidener auftreten anstatt euphorisch zu feiern wenn man de facto nicht mal 20% der Bürger hinter sich hat. Als 20-Prozent-Oberbürgermeister in einer gespaltenen Stadt mit gewaltigen Problemen kann einem Sören Link sogar leid tun. Er wird es nämlich nicht leicht haben in seinem Amt. Seine Partei und ihre Hiwis von der alten BI „Neuanfang“ hatten den Bürgern falsche Versprechungen gemacht und darüber hinweggetäuscht, dass es die ganze Zeit nur darum ging wieder die 57 Jahre SPD-Herrschaft in der Stadt neu zu errichten. Alle hohlen Sprüche von „Gräben zu schütten“, „Neuanfang“, „überparteiliche Zusammenarbeit“ etc. werden nicht mehr geglaubt, und diese Vertrauenskrise trifft jetzt alle Parteien sowie den Oberbürgermeister, der mit dem Makel leben muss durch Gesetzesänderungen und falsche Versprechungen an die Macht gekommen zu sein obwohl eine Mehrheit der Bürger ihn nicht will.

Auch wenn ich selbst nicht viel von ihm halte, da ich ihn noch aus Juso-Zeiten kenne wo er nicht mit Fähigkeiten glänzte, wünsche ich ihm unserer Stadt zuliebe Glück und eine erfolgreiche Arbeit als Oberbürgermeister. Ich bin darauf gespannt wie es nun im Rathaus weitergehen wird, angeblich wird jetzt gerade die neue Mannschaft im Oberbürgermeisterbüro zusammengestellt.

Extraschicht

1. Juli 2012

Förderturm Lohberg

Feuerwerk auf Lohberg

Vor wenigen Stunden bin ich noch auf der ehemaligen Zeche Lohberg gewesen, die sich jetzt „Kreativquartier.Lohberg“ nennt und für Künstler wie künstlerich Schaffende als Atelier und Ausstellungsort dient.

Lichthalle Lohberg

Die alte Lichthalle auf Lohberg

Wo früher Bergleute malochten, was noch gar nicht so lange her ist, stellen heute Künstler ihre Werke aus und sorgen für Leben in den alten Hallen. Kunst statt Kohle sozusagen. Gestern abend war einiges los auf dem alten Pütt in Dinslaken-Lohberg, es herrschte reges Treiben und Feststimmung, viele Leute flanierten über das Gelände und durch die Kauen und Maschinenhallen. Dabei bewunderten sie nicht nur die alte antiquierte Technik aus vergangenen Tagen sondern auch die Bilder, Fotografien und Skulpturen der nun auf Lohberg ansässigen Kulturschaffenden während wir arme Sicherheitsleute fast 10 Stunden lang bis heute morgen Türen, Hallen und Bühnen bewachen durften auf denen das bunte Showprogramm ablief, garniert mit mitternächtlichen Feuerwerk am Förderturm.

Kunst auf´m Pütt

Kunst auf´m Pütt

Das ist wohl die Zukunft: an Stelle der alten Industriebetriebe sind nun Ateliers und Mediendienstleister getreten. Ob da auch genug Menschen ihren Lebensunterhalt finden werden ist nicht sicher, aber da sieht es in der Industrie ja auch nicht so gut aus was ordentlich bezahlte Arbeitsplätze angeht. Die Zeit des Bergbaus ist jedenfalls schon fast beendet, in sechs Jahren soll das letzte Bergwerk schließen. Bis dahin muss die RAG Immobiliengesellschaft, also eine Tochtergesellschaft der „Deutschen Steinkohle“, von der die alte Konzernmutter mit neuem Namen „EVONIK“ heute nichts wissen möchte noch einige Zechengelände neu vermarkten.

Der alte Förderturm vom Bergwerk Lohberg

Der alte Förderturm vom Bergwerk Lohberg

Viele ehemalige Kumpels stecken heute in Hungerlohnjobs dank ehemaligen RAG-Konzern (EVONIK) und den Heuchlern von Gewerkschaft und Betriebsrat, die die Kumpels verraten haben anstatt ihnen zu helfen einen anderen Job zu finden. Daran musste ich gestern auch denken als ich den Förderturm sah.

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