Welches Problem hat die Duisburger SPD mit dem Islam?

10. September 2012

Heute wurde im Integrationsrat der Stadt Duisburg wieder deutlich wie verkrampft und distanziert das Verhältnis der Duisburger SPD zum Islam ist.

Die Vertreter der Duisburger SPD taten heute im Integrationsrat alles um eine Resolution zugunsten der Beschneidung wie sie im Islam und Judentum üblich ist zu verhindern. Die alevitische Aktivistin und SPD-Ratsfrau Keklik war sich nicht einmal zu schade, die Beschneidung von männlichen Kindern wie im Islam und Judentum üblich mit der Beschneidung von Mädchen in Ostafrika zu vergleichen. Die Abneigung auf alles was nach Islam aussieht muss bei einigen SPD-Vertretern ziemlich ausgeprägt sein.

Als die SPD-Vertreter merkten, dass eine Mehrheit der Integrationsratsmitglieder die Resolution zugunsten der religiösen Beschneidung von Jungen wie im Islam und Judentum üblich behandeln und beschließen wollten schlug der SPD-Mann Idik vor den Passus mit der Weitergabe der Glaubenswerte an die Kinder durch ihre Eltern zu streichen und begründete das mit der Gefahr einer möglichen „Zwangsmissionierung“, in Klartext die SPD möchte Eltern am liebsten verbieten ihre Kinder nach ihren Werten zu erziehen.

Zu guter letzt hatten dann die meisten Integrationsratsmitglieder keine Lust mehr sich weiter zu streiten und akzeptierten die Änderungsvorschläge der SPD mit der ausdrücklichen Ablehnung der Beschneidung von Mädchen, was auch unstrittig war, und der Streichung der Weitergabe der religiösen Werte an die Kinder durch ihre Eltern, was auf mich wirkt als wolle die SPD den Eltern die Erziehung ihrer Kinder wegnehmen oder zumindestens eine religiöse Erziehung verbieten.

Immerhin musste die SPD ihren Widerstand gegen die Resolution aufgeben die dann einstimmig angenommen wurde:

Glauben und Leben — religiöse Identität bewahren

Der Integrationsrat der Stadt Duisburg begrüßt ausdrücklich die Bemühungen
der Bundesregierung und des Bundestages, die Beschneidung aus religiösen
Gründen von männlichen Kindern, wie sie im Islam und Judentum vorgenommen
werden, auf eine sichere rechtliche Grundlage zu stellen. Es ist zwingend
notwendig, Rechtssichersicherheit für muslimische und jüdische Eltern zu
schaffen, die ihre Söhne nach den Geboten ihres Glaubens beschneiden lassen
wollen, um ihre religiöse Identität zu bewahren und weiterzugeben.
Die Beschneidung von Mädchen fällt aber nicht darunter und ist auch nicht
mit Islam und Judentum vereinbar.

Dabei ist es unbestritten wichtig, dass moderne medizinische Standards
gelten und eine fachgerechte Ausführung der Beschneidung sichergestellt
wird. Die Beschneidung männlicher Kinder ist dann auch ungefährlich. Sie
bietet laut entsprechenden Studien der Weltgesundheitsorganisation WHO
sogar gesundheitliche Vorteile. Die Beschneidung von Mädchen fällt aber nicht
darunter und ist auch nicht mit Islam und Judentum vereinbar.

Wir fordern daher die Duisburger Bundestagsabgeordneten auf, sich bei
den Beratungen in dem entsprechenden Gesetzgebungsverfahren dafür
einzusetzen, dass Muslime und Juden in Deutschland weiterhin ihren Glauben ausüben können.

6 Antworten to “Welches Problem hat die Duisburger SPD mit dem Islam?”

  1. Ügatz Says:

    Ich frage mich, inwieweit Rechtsbeugung durch diverse Glaubensriuale gerechtfertigt werden kann. Soll man aus Gründen der religiösen Toleranz z. B. das Tierschutzgesetz aufweichen, ist es sinnvoll entgegen des Rechtes auf körperliche Unversehrtheit ein Schlupfloch für körperliche Versehrung Wehrloser zu schaffen? Wo will ich die Grenze ziehen, zwischen religiösen Traditionen und unserem Grundgesetz? Die Sonderrechte, die man jetzt Juden und Moslems einräumt, muss man dann auch jeder anderen Glaubensgruppe einräumen. Ich wage mir nicht vorzustellen, welche Forderungen da noch auf uns zukommen werden. Ich bin grundsätzlich gegen Sonderrechte diverser Gruppen und ich erwarte, dass unsere Gesetze für alle Bürger unseres Staates gelten!
    Darüberhinaus frage ich mich, wie unbarmherzig und intolerant ein Gott und seine Anhänger sein müssen, die auf derlei Äußerlichkeiten fixiert sind.

    • rai30 Says:

      Auch wenn es ihnen nicht gefällt, wir leben nicht in einer religionslosen Gesellschaft. Alle Religionsgemeinschaften haben ihre eigenen Riten und Glaubensvorstellungen. Inwieweit die staatliche Rechtsordnung das berücksichtigen muss ist eine ziemlich schwere Diskussion. Aber es ist doch merkwürdig, dass nach tausenden von Jahren in denen die Beschneidung von Jungen im Judentum wie im Islam praktiziert wird nun auf einmal einem Landgericht in Köln auffällt, dass dieses religiöse Gebot eine strafbare Körperverletzung sein soll.

  2. beobachter2@beaobachter.de Says:

    Also nur weil Mädchen im Judentum und im Islam nicht beschnitten werden, dürfen diese nicht beschnitten werden?

    Wenn Jungen beschnitten werden dürfen, dann sollten Mädchen auch beschnitten werden, oder?
    Warum dürfen denn diese Eltern nicht Kinder nach ihren Werten erziehen?

    Wenn Religionsfreiheit, dann doch für alle oder keinen!

    • rai30 Says:

      Den Blödsinn meinen Sie doch wohl nicht im Ernst! Bei Mädchen ist die Beschneidung eine Beeinträchtigung und Gefährdung der Gesundheit sowie des körperlichen Wohlbefindens. Das ist bei Jungen nicht der Fall wenn der Eingriff fachgerecht ausgeführt wird. Übrigens hat die Beschneidung von Mädchen nichts, aber auch rein gar nichts, mit den Werten des Judentums wie des Islams zu tun.

      • beobachter2@beaobachter.de Says:

        Ich habe auch nicht gesagt, dass die Beschneidung von Mädchen etwas mit dem Judentum oder Islam zu tun hat!

        Aber wie Ügatz schon sagt, wenn dann muss das für alle Religionen gelten, wenn also eine Religion die Beschneidung von Mädchen als Voraussetzung zum Glauben benennt, so muss dieses ja dann auch in Deutschland erlaubt werden – gleiches Recht für alle!

        Also wer für die Bescheidung von Jungen aus religiösen Gründen ist, muss gleichzeitig auch die Beschneidung von Mädchen aus religiösen Gründen akzeptieren!

      • rai30 Says:

        Praktiken, die die Gesundheit eines Menschen beeinträchtigen oder sogar nachhaltig schädigen sind nicht erlaubt und sollten auch nicht erlaubt sein. Deswegen hat die Beschneidung von Mädchen auch nichts mit der Beschneidung von Jungen zu tun. Die Beschneidung von Mädchen ist schädlich und hat nichts mit Islam oder Judentum zu tun, sondern entstammt Ritualen aus grauen Vorzeiten. Unsere Moralvorstellungen beruhen auch auf jüdischen, christlichen und islamischen Geboten, die es verbieten einem Menschen vorsätzlich Schaden zuzufügen. Deswegen ist es auch Konsens, dass die Beschneidung nur zulässig ist wenn sie keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit hat.


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