Das Opferfest in Zeiten der Bedrohung

25. Oktober 2012

Angstkampagne

Angstkampagne

Heute ist der erste Tag des Opferfestes in diesem Jahr. Das höchste islamische Fest erinnert an eine Glaubensprüfung Abrahams, die auch im Alten Testament der Bibel nachzulesen ist, und in der es um den Glauben an Gott und den hohen Wert des menschlichen Lebens geht. Abraham war bereit seinen eigenen Sohn zu opfern, erhielt aber von Gott selbst an dessen Stelle ein Opfertier. Gott wollte kein Menschenopfer!

Diese wichtige Erkenntnis verbindet Judentum, Christentum und Islam miteinander, und ist auch gemeinsame Grundlage für Moral und Ethik. Im Islam ist das Opferfest auch eine soziale Einrichtung, neben dem gemeinsamen Besuch der Moschee ist es auch Pflicht das Fleisch der Opfertiere mit anderen Menschen, denen es nicht so gut geht zu teilen. Es ist üblich geworden gerade zu diesen Feiertagen auch Geld zu spenden und sich auch in vielfältiger Weise mildtätig zu verhalten. Das bedeutete heute auch, dass wir Kindern aus der Nachbarschaft, die zum „Kurban Bayram“, wie das Opferfest auf türkisch heißt, gratulierten, etwas Geld gaben. Segenswünsche wurden zwischen Freunden und Nachbarn auf vielfältige Weise auch mit modernen Kommunikationmsmitteln ausgetauscht, es herrschte eine gelockerte Stimmung und morgen werden einige Moscheevereine auch Opferfleisch ausgeben für das in den letzten Wochen eifrig gesammelt wurde. Es herrscht also echte Festtagsstimmung.

Nur aber leider auch mit kleinen Einschränkungen: die Freunde aus Rheinhausen haben immer noch mit den Folgen der Denunziation eines SPD-Fraktionsmitgliedes aus dem Duisburger Rathaus zu kämpfen, die zeitweise zur Schließung ihrer Moschee führte, und in Deutschland haben die islamfeindlichen Hetzaktionen von „ProNRW“ und erst recht die mörderischen Terrorakte von einer Nazigruppe namens „NSU“ zu einer deutlichen Klimaverschlechterung in vielen türkisch-islamischen Vereinen geführt. Dieses Jahr ist das Opferfest nicht ganz so ausgelassen wie noch im letzten. Die Debatte um ein Verbot der Beschneidung von Jungen wie im Judentum und Islam üblich hat dazu noch den Verdacht geweckt die Mehrheit in diesem Lande würde Judentum und Islam am liebsten verbieten.

Schlechte Post von der Polizei

Schlechte Post von der Polizei

Was aber unsere befreundeten Vereine im Dezember letzten Jahres besonders aufschreckte war die Mitteilung der Polizei, dass auch ihre Adressen auf den Listen der Nazi-Terroristen des „Nationalsozialistischen Untergrund“ NSU standen. Eine Nazimörderbande, die 13 Jahre lang in Deutschland morden und bomben konnte ohne entdeckt zu werden. Viele haben den Verdacht, dass Teile der deutschen Sicherheitsbehörden diese Nazi-Mörder gedeckt haben. Nun ist auch noch herausgekommen, dass an die hundert gefährliche Neonazis noch im Untergrund sind und vielleicht bereit stehen weiter zu morden. Und es sind unsere Leute, Menschen orientalischer Herkunft und muslimischen Glaubens, die auf ihrer Liste stehen. Das lässt kaum Feierlaune aufkommen, auch wenn es nicht gut ist ständig an solche unerfreulichen Dinge zu denken.

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