Der „One Million-Dollar-Man“ der SPD

31. Oktober 2012

1,25 Millionen EURO „Nebenverdienst“ in knapp drei Jahren, als Redner bei Banken, Versicherungen, Agenturen, Wirtschaftsprüfern und anderen Wirtschaftsvereinigungen. Und in seiner Aufstellung fehlen noch diverse andere „Nebeneinnahmen“ aus publizistischer Tätigkeit!

Nun soll das ja alles im üblichen Rahmen liegen wenn ein „hochkarätiger“ Redner wie der Ex-Bundesfinanzminister 15.000 EURO für eine Rede bekommt, er war sogar am 24.06.2012 zu diesem Preis bei der „Pensionskasse für die deutsche Wirtschaft“ in Duisburg. Da war er beim „Atriumtalk“ der Bochumer Stadtwerke etwas teuerer, obwohl die Bochumer Stadtwerke natürlich auch fest in Genossenhand sind machte er keinen Freundschaftspreis, sondern kassierte dort für seinen Einsatz die höchste Einzelsumme, sage und schreibe 25.000 EURO (in Worten fünfundzwanzigtausend)! Das Geld der Strom- und Wassergebührenzahler in Bochum war da hoffentlich gut angelegt.

Aber bevor ich jetzt neidisch werde auf die fetten Nebeneinnahmen des SPD-Kanzlerkandidaten Steinbrück beschränke ich mich darauf zu fragen ob ein Bundestagsabgeordneter, der ein Vielfaches seiner Einnahmen aus seiner eigentlichen Haupttätigkeit als Volksvertreter bei seinen „Nebenverdiensten“ erwirtschaftet wirklich noch unabhängig in seinem Mandat ist und auch seine Schaffenskraft und Aufmerksamkeit hauptsächlich seinem politischem Mandat widmet? Ich habe da so meine Zweifel. Als Bundesfinanzminister in der großen Koalition pflegte Herr Steinbrück eine große Nähe zur Finanzwirtschaft, und in seiner Amtszeit als Bundesfinanzminister wurden auch die gewaltigen Rettungspakete von 500 Milliarden EURO für die Spekulationsschäden von diversen Bankern und Finanzhaien geschnürrt.

Kaum war seine Zeit als Bundesfinanzminister 2009 vorbei bekam er lukrative Auftrittsmöglichkeiten bei der Finanzwirtschaft mit dem „Standardhonorar“ von 15.000 EURO pro Vortrag. Ob das eine späte Belohnung war? Aber gut die Genossen in Bochum waren ja noch großzügiger als Deutsche Bank und Co.

Was wohl die Arbeitnehmer, die im Bundestagswahlkampf sicher wieder als die klassischen SPD-Stammwähler umworben werden, von so einem Kanzlerkandidaten halten werden? Noch einen „Genossen der Bosse“ so wie Gazprom-Schröder werden die vielleicht nicht wollen. Ich hoffe es zumindestens.

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10 Antworten to “Der „One Million-Dollar-Man“ der SPD”

  1. asc Says:

    Die Überschrift „Two Million EURO Man“ ist wohl passender, weil er hat doch noch zwei tolle Bücher geschrieben, einen Aufsichtsratsposten und eine fünfstellige Summe für ein Interview bekommen. (siehe hier: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/buchhonorare-steinbrueck-verdiente-insgesamt-zwei-millionen-euro-a-865145.html)

    Wie er das alles mit seiner Nebentätigkeit als Bundestagsabgeordneter vereinbart hat (die heulen uns doch immer etwas von einem 16-Stunden-Tag vor), bleibt sein Geheimnis.
    Das Volk hat sich damit abzufinden, dass der geniale Finanzexperte Steinbrück eben eine Markt hat. Und nach einer etwaigen Kanzlerschaft wird dieser Markt noch besser. Das ehemalige Proletarierkind Gerhard Schröder soll ja um die 70.000 – 100.000 EUR Pro Auftritt bekommen.

    Dass Steinbrück gerade von den Stadtwerken einer Pleitestadt wie Bochum das höchste Honorar erhielt, kommt bei den Bürgern bestimm besonders gut an. Mal sehen welche warmen Worte der Sozialdemokrat Steinbrück demnächt ablässt, wenn die Opelaner ihren Arbeitsplatz verlieren.

    Zu empfehlen ist der Artikel auf den Nachdenkseiten „Hohe Redehonorare – „Marktwert“ oder Judaslohn bzw. Investition in die künftige politische Korruption“. (http://www.nachdenkseiten.de/?p=14892)

    Ubd stimmt, die „Anderen“ sind auch nicht besser. Deshalb wähle ich auch nicht die SPD oder die „Anderen“, sondern noch Andere ;- )

    • rai30 Says:

      Der Vergleich mit den Fischstäbchen passt. Zumal ein Steinbrück immer mit der Finanzwirtschaft verbandelt war und zu den glühendsten Verfechtern der sogenannten „Hartz-Reformen“ gehörte. Ein echter aSozialdemokrat!

      • rheinhauser@rheinhauser.de Says:

        Daraus schließe ich wir sollen Frau Merkel wählen, wenn wir eine soziale Politik wünschen?

      • rai30 Says:

        Daraus schließe ich, dass anonyme SPD-Funktionäre glauben, dass es außer Merkel oder Steinbrück, oder außer CDU und SPD, nichts anderes zu wählen gibt. Leben wir schon im Zwei-Parteien-Staat?

      • asc Says:

        Tja, das ist wohl das einzige „Argument“, was der SPD übrig bleibt: Hauptsache nicht Merkel.

      • rai30 Says:

        Da ist ein Steinbrück, der ja als Bundesfinanzminister bis 2009 ein schon fast inniges Verhältnis zu Merkel hatte ein ziemlich schwaches Argument.

      • rheinhauser@rheinhauser.de Says:

        Ich will doch auch weder Merkel noch Steinbrück, aber wen wollt ihr mir den ans Herz legen? Einfach nur Steinbrück hier schlecht stehen lassen bringt ja nichts. Was sind denn die Alternativen? Sicherlich ist es einfach nur immer gegen alles zu sein, aber …

      • rai30 Says:

        Die Qual der Wahl: ich weiß selbst noch nicht wen ich wähle. Da die Piraten sich gerade selbst zerlegen und ich die Linke zu staatsgläubig finde sehe ich mir das Angebot der verschiedenen Parteien an. Bis auf Rechtsradikale schließe ich nichts aus.


  2. ► Ein Vortrag im Rahmen der Eröffnung der Weltmesse „REIFEN“ am 4. Juni 2012 in Essen brachte 15 000 Euro.


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