Berichte von der Arbeit — ein Arbeitsplatz ohne Arbeit

3. April 2013

Arbeitsplatz

Arbeit ohne Arbeit

Geschichte wiederholt sich manchmal, meine Geschichte von schlecht bezahlten und unsicheren Arbeitsplätzen leider auch immer wieder.

Mein Arbeitgeber hat mir bis heute keinen Dienstplan für April zugeschickt, und wir sind immerhin schon im April. Das bedeutet wieder ohne Bezahlung zuhause rumzuhocken. Es gibt zur Zeit angeblich keine Aufträge, vielleicht haben aber auch die Kollegen Recht, die sagen, dass ich jetzt von der Firma dafür bestraft werde, dass ich einen Einsatzleiter in Düsseldorf wegen Körperverletzung angezeigt und den Niederlassungsleiter nach einer Arbeitnehmervertretung gefragt habe. Sowas mag die Firmenleitung natürlich überhaupt nicht.

Wie dem auch sei, ich werde jetzt schon wieder mit sehr wenig Geld mich und meine Familie über Wasser halten müssen. Irgendwie bekomme ich Lust meinen Chef mit einem Baseballschläger in seinem Büro zu besuchen, allerdings nicht um Baseball zu spielen. Auf jeden Fall suche ich mir jetzt einen neuen Arbeitsplatz, was mich nur so sehr ärgert ist der Umstand, dass eine Firma ihre Arbeitnehmer ganz legal einfach ohne Lohn unter Vertrag halten kann und mit haltlosen Versprechungen vertröstet. Nach über drei Jahren Arbeit zu allen Tages- wie Nachtzeiten auf unsicheren Baustellen, Schrottplätzen, Logistikzentren und in Bürogebäuden zeigt die Firma so gut wie keine Wertschätzung für meine Arbeitsleistung. Andere Kollegen haben aber auch das selbe Problem, es betrifft also nicht nur mich. Dass die Menschen sich und ihre Familien nicht versorgen und sich nicht arbeitslos melden können obwohl sie faktisch keine Arbeit haben interessiert die Chefs nicht. Vielleicht muss jemand mal sehr lautstark und energisch im Firmensitz an die sogenannte Fürsorgepflicht des Arbeitgebers erinnern.

Was kann man in so einer existenziellen Situation sonst noch tun? Ist es rechtlich erlaubt einen Arbeitnehmer über längere Zeit ohne Lohn im Arbeitsverhältnis „festzuhalten“ obwohl keine Arbeit und damit auch kein Arbeitslohn vorhanden ist? Diese Frage werde ich rechtlich prüfen lassen. Auf keinen Fall werde ich tatenlos zusehen wie ich ohne Arbeitslohn in die Armut schlittere, eher werde ich meinen Chef das Leben zur Hölle machen.

Und jetzt gucke ich erstmal in den Stellenmarkt.

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3 Antworten to “Berichte von der Arbeit — ein Arbeitsplatz ohne Arbeit”

  1. synsas Says:

    Nun ja, dafür mußte man nicht Sherlock Holmes sein, um darauf zu kommen, dass Ihr Arbeitgeber mit Repressalien aufwarten wird, nachdem Sie dessen Fehlverhalten zur Anzeige gebracht und publik gemacht hatten.

    Wir hatten früher mal einen sehr, sehr guten Rechtsanwalt für solche Fälle in Duisburg Mitte, Herrn Conradis/Konradis- ich glaube aber, dass er leider nicht mehr praktiziert.

    Was Sie auf jeden Fall machen können- was jeder in einer solchen Situation machen kann:

    Gehen Sie zum Amtsgericht , dort können Sie unter Geltendmachung Ihrer gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation einen sog. Beratungsgutschein beantragen: Mit diesem Schein können Sie zu jedem Anwalt Ihrer Wahl gehen und sich zum Thema beraten lassen, Maximal zehn Euro müssen Sie dann evtl noch beim Anwalt selbst beisteuern- die meisten RA´s verzichten jedoch darauf. Im Nachgang prüft der RA noch einmal die Erfolgsaussichten und übernimmt dann bestenfalls den Fall- kostet Sie erst einmal gar nichts.

    Des weiteren können Sie natürlich „aufstocken“. Ich weiß, dass das ein blöder Tip ist, denn für einen Menschen, der arbeiten geht, gibt es wohl kaum etwas Entwürdigenderes, als bei Sozialamt zu „betteln“- aber wenn es um Ihre Familie geht, geht es wohl eben nicht anders. Leider. 😦

    Ich würde an Ihrer Stelle trotz dessen noch einmal darüber nachdenken, ob ich nicht überregionale Medien auf Ihre Causa aufmerksam mache, bspw BILD- die sind immer sehr „dankbar“ für solche Storys…

    Feuern Sie aus allen Rohren, Herr Gruen- was haben Sie schon zu verlieren, denn so wie es aussieht, sind Sie ja faktisch eh schon so gut wie gefeuert / „gegangen worden“.

    Na ja, nun ist es wohl leider so gekommen, wie es zu erwarten war: „Immer schön die Frexxe halten.“

    Traurig und gleichzeitig allgemein praktizierte Realität.

    Ich wünsche Ihnen Kraft und Glück.

    Herzliche Grüsse.

    synsas

  2. Elvis Says:

    Greift da nicht die „Beschäftigungspflicht“ bei Arbeitsverträgen? http://de.wikipedia.org/wiki/Beschäftigungspflicht

    • rai30 Says:

      Wegen dieser Beschäftigungspflicht gibt es bei vielen Firmen nur noch Teilzeitverträge oder Verträge in denen Arbeit nach Bedarf drin steht.
      Der einzige Weg ist wohl eine Feststellung eines tatsächlichen Vollzeitarbeitsverhältnisses vor einem Arbeitsgericht.


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