Screenshot Facebookseite der UETD in Duisburg

Screenshot Facebookseite der UETD in Duisburg

Ist ein gläubiger Muslim verdächtig? Nein, natürlich nicht! Ist es verdächtig den türkischen Staatspräsidenten toll zu finden und ihn zu verehren? Ein klares Nein auch hier!

Screenshot muhabirce.de - Dankesworte von Mahmut Özdemir an die UETD

Screenshot muhabirce.de – Dankesworte von Mahmut Özdemir an die UETD

Aber das Praktizieren des eigenen Glaubens heißt nicht, dass man andere geringschätzen darf. Wer in einer Kapelle meint Kreuze entfernen lassen zu müssen wenn er dort betet sollte sich nicht über die Irritationen wundern die dieser mangelnde Respekt gegenüber einem christlich geprägten Land auslöst. Das ist aber nicht das eigentliche Thema meines gestrigen Artikels gewesen. Ich schreibe das weil jetzt gewisse AKP/UETD-Anhänger ihren Bundestagsabgeordneten meinen schützen zu müssen indem sie mir „Hetze“ und „Beleidigung“ unterstellen oder versuchen den Eindruck zu erwecken ich hätte was dagegen wenn Herr Özdemir in der Kapelle des Deutschen Bundestags seinen Gebetsteppich ausrollt. Was für eine Aufregung unter den hiesigen AKP/UETD-Anhängern gleich ausbricht wenn mal kritische Worte in ihre Richtung geschrieben werden ist schon bemerkenswert.

Aber nun mal zu den Sachverhalten. Warum habe ich den Verdacht, dass da eine gewisse Beziehung zwischen dem SPD-Bundestagsabgeordneten Mahmut Özdemir und der regierungsnahen UETD besteht? Und „regierungsnah“ heißt hier im Auftrag der türkischen Regierung. Ich kenne Mahmut Özdemir seit nun fast 17 Jahren, damals kam er als übereifriger Jugendlicher zu den Homberger Jusos und steckte voller Tatendrang. Kurzum machten ich und andere Jusos ihn zum Juso-Vorsitzenden um ihn zu fördern. Wir halfen ihm wo es möglich war was ja auch zu seiner Karierre beitrug. Ich habe Mahmut Özdemir immer als Sozialdemokraten eingeschätzt. Deswegen war ich auch ziemlich irritiert, dass im Bundestagswahlkampf 2013 ausgerechnet die UETD in Duisburg aktiv zu seinen Gunsten in den Bundestagswahlkampf eingriff. Jeder, der sich ein wenig mit der türkischen Politik auskennt weiß, dass hinter der UETD die türkische Regierungspartei AKP des Recep Tayyip Erdogan steckt.

Der örtliche Leiter der UETD in Duisburg heißt Bekir Sipahi(der Mann mit der Glatze und dem Schnurrbart auf dem obigen Bild) und ist ein glühender Anhänger des türkischen Staatspräsidenten. Was ja auch erlaubt ist, bevor mir jetzt jemand unterstellt ich wolle sowas verbieten. Herr Bekir Sipahi ist Mitglied des Duisburger Integrationsrates und fällt dort neben seinen etwas impulsivem Temperament vor allem dadurch auf, dass er nahezu immer mit der SPD stimmt und kaum jemand seinen nicht selten heftigen Wortbeiträgen folgen kann. Trotzdem wollte er bei der Kommunalwahl 2014 von der SPD als Ratskandidat aufgestellt werden. Als die SPD ihm nicht den Gefallen tat trat er mit einer eigenen Liste bei der Kommunalwahl auf. Zuvor hatte er schon 2013 versucht bei der türkischen Parlamentswahl als Kandidat für die AKP anzutreten.

Nun könnte man ja großzügig darüber hinwegsehen, dass jemand in zwei verschiedenen Ländern nahezu gleichzeitig versucht Politik zu machen, aber wenn jemand im Deutschen Bundestag sitzt hat er dort gefälligst nur einem Land zu dienen, und das ist selbstverständlich Deutschland. Und da sind wir beim Bundestagsabgeordneten Özdemir. Mahmut Özdemir ist Mitglied einer Regierungsfraktion im Bundestag. Es sieht vorsichtig formuliert etwas merkwürdig aus wenn er dann von der Regierungspartei eines anderen Landes gesponsert wird. Man könnte sowas auch Interessenskonflikt nennen. Darum geht es mir. Gerade jetzt wo es auch Konfliktpotential zwischen der türkischen und der deutschen Regierung gibt sollte ein Bundestagsabgeordneter nicht den Eindruck aufkommen lassen er lasse sich von außen beeinflussen.

Wie oft er wo seinen Gebetsteppich ausrollt ist da ziemlich belanglos.

Erdogans U-Boote?

13. Mai 2016

Screenshot Facebookseite der UETD in Duisburg

Screenshot Facebookseite der UETD in Duisburg

Kann man zwei Herren dienen? Sowohl für das hiesige Gemeinwohl arbeiten und gleichzeitig für die türkische Regierung mit dem Präsidenten Recep Tayyip Erdogan an der Spitze?

Gestern hörte ich in der Bezirksvertretung kurz nach der Sitzung die Geschichte, dass der Bundestagsabgeordnete Mahmut Özdemir angeblich in der Kapelle des Bundestags ein Kreuz wegräumen lässt wenn er dort seinen Gebetsteppich ausrollt um seine Gebete zu verrichten. Offensichtlich stört ihn das Kreuz auf dem Tisch in der Kapelle.

Ob die Geschichte nun stimmt weiß ich nicht, es ist mir auch egal. Aber mir fiel dann spontan ein, dass der Bundestagsabgeordnete aus Hochheide während des Wahlkampfes 2013 ziemlich offen von Funktionären der AKP-Auslandsorganisation „UETD“ unterstützt wurde. Die Fans des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan warben intensiv für den Sozialdemokraten Mahmut Özdemir. Ob da nun eine gewisse ideologische Nähe besteht oder einfach nur die Freude groß war einen türkischstämmigen Jungpolitiker in den Bundestag wählen zu können, der zudem auch noch sunnitischer Muslim ist lässt sich nicht genau bestimmen. Es sollte auch eher unwichtig sein. Und bevor jetzt jemand auf die Idee kommt ich wolle hier nur meinem Hobby frönen gegen die SPD zu stänkern; auch in der CDU gibt es Erdogan-Anhänger, sogar bei der liberalen FDP sollen welche sein.

Von der Facebookseite der UETD Duisburg. SPD-Ratsfrau Merve Özdemir (2. von rechts) zu Besuch bei der UETD

Von der Facebookseite der UETD Duisburg. SPD-Ratsfrau Merve Özdemir (2. von rechts) zu Besuch bei der UETD

Mich stört es einfach nur wenn in den hiesigen Parlamenten Leute sitzen, die vielleicht gar nicht so sehr das hiesige Gemeinwohl vertreten sondern im Auftrag anderer Regierungen agieren. Wenn der türkische Präsident droht Europa mit Flüchtlingen zu fluten, was nichts anderes heißt als dass Deutschland noch mehr Flüchtlinge aufnehmen muss, dann hat er womöglicherweise hier schon zahlreiche Helfer in politischen Gremien sitzen, die seine Positionen verteidigen. Ich hoffe ja ich täusche mich, aber wenn ich sehe, dass in der SPD wie auch in der CDU ganz eindeutige Parteigänger der türkischen AKP Mandate bekommen wird mir etwas mulmig.

Die „Union der türkischen Demokraten in Europa“ (UETD) betreibt als Ableger der in der Türkei regierenden AKP massive Lobbyarbeit für die türkische Regierung und nimmt Einfluss auf die türkischstämmige Bevölkerung hier und in den anderen europäischen Ländern, es handelt sich de-facto um eine Regierungsorganisation. Hat sie auch schon direkten Einfluss auf unsere Parlamente bekommen?

 

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