Eine Fahne vor dem Duisburger Rathaus

Eine Fahne vor dem Duisburger Rathaus

Gestern war der vorläufige wie enttäuschende Abschluss eines Aufbegehrens der Mehrheit des Duisburger Integrationsrates gegen den Völkermordvorwurf des Bundestages gegen die Türkei

Seit dem Abend des 2. Juni 2016 kam es zu vielen Telefonaten zwischen Mitgliedern des Integrationsrates. Die Erregung über die Verurteilung der Türkei war in vielen türkischen Organisation so groß, dass spontan viele zusagten sich an einer Erklärung oder an öffentlichen Protestaktionen zu beteiligen um der deutschen Öffentlichkeit zu zeigen, dass die türkischstämmigen Bürger dieser Stadt die Verurteilung ihres Herkunftslandes ablehnen. Auf einem eilig einberufenen Treffen kam ein Mitglied des Integrationsrates, das gleichzeitig Mitglied einer großen Partei in Duisburg ist, auf die Idee die ursprünglich als öffentliche Erklärung gedachte Aktion zu einem Beschluss des Integrationsrates zu machen, viele schlossen sich der Idee an. Und damit begann der ganze Ärger der letzten zwei Wochen in Duisburg. Ich muss aber auch selbstkritisch zugeben, dass der Text zu scharf und polemisch formuliert war.

Gestern wollte in der medial groß beachteten Sondersitzung des Integrationsrates niemand mehr verantwortlich gewesen sein, bis auf die Kollegen der MTB bekannte sich keine Gruppierung zu ihrer aktiven Beteiligung bei der Formulierung und Antragstellung der Resolution mit dem Titel „Eine Lüge ist eine Lüge und bleibt eine Lüge“.

Ich verlor in der Sitzung die Nerven, der Druck der letzten Tage durch manipulative Medienberichte war einfach zu groß. Als ich während der Diskussion im Ratssaal sah, dass die CDU-Kollegen komplett umgeschwenkt waren, einige fehlten auch, wusste ich die Mehrheit für eine Aufrechterhaltung der umstrittenen Resolution ist nicht mehr da. Wütend war ich auf die großen Helden von ABI, DERGAH und DSP, die gerne große Patrioten sein wollen aber dann nicht auch sichtbar zu ihrer Mitwirkung an der Resolution im Vorfeld stehen.

Jetzt steht nur mein Name als Antragsteller auf der wohl inzwischen weltweit diskutierten Resolution, und alle anderen Beteiligten leugnen ihre aktive Mitwirkung bei der Erstellung und lassen sich selbst nicht als Antragsteller mit raufsetzen. Solche Heldden mag ich ja ganz besonders. Deshalb bin ich wütend aus dem Saal gegangen und habe nicht an der Abstimmung teilgenommen. Auf die tatsächliche Mehrheitsbildung hatte es aber keinen großen Einfluss. Die nächsten Tage werde ich gut überlegen wie ich noch weiter arbeiten kann.

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