Mit knurrendem Magen…

4. August 2011

…schreibe ich gerade diesen Artikel, denn es ist Ramazan und ich muss noch gute zwei Stunden warten bis zum Iftar (Fastenbrechen)!

Seit Anfang der Woche heißt es nun Zurückhaltung und Selbstbeherrschung üben. Was angesichts der vielen Verlockungen im Kühlschrank und der Werbung im Fernsehen nicht immer leicht fällt. Dieses Jahr fällt der Fastenmonat auch noch mitten in den Hochsommer und in die Urlaubszeit wo man sonst gerne grillt, ein paar kühle Getränke genießt und Eiscreme schleckt. Daran denke ich jetzt aber lieber nicht, denn ich muss wie schon gesagt noch über zwei Stunden aushalten.

Dafür freue ich mich über die ersten Iftar-Einladungen von Freunden sowie befreundeten Organisationen und beschäftige mich mit der Vorbereitung des Iftar der DAL am Monatsende. Der islamische Fastenmonat ist neben dem Fasten auch eine gute Gelegenheit um Freunde und Familie zu treffen was das Gemeinschaftsgefühl stärkt und für viele anregende Gespräche sorgt. Nebenbei kann ich so auch den Kontakt zur Basis in den befreundeten Vereinen verbessern.

Ich gebe aber auch zu, dass ich das Fasten auch zu meinem eigenen Wohlbefinden nutzen möchte indem ich versuche etwas abzunehmen. Die Sucht nach viel Essen und vor allem Süßigkeiten kann ich hoffentlich so in den Griff kriegen. Dann hätte der Fastenmonat meiner Gesundheit jetzt gut getan und ich würde auch in Zukunft weniger essen und dafür bewußter leben.

Aber trotzdem freue ich mich schon auf das Zuckerfest im September!

Heute hat das Opferfest begonnen, und die Verwandten aus der Türkei rufen an um ihre Grüße und Segnungswünsche zu übermitteln.

Nach dem Zuckerfest ist das Opferfest der wichtigste religiöse Höhepunkt im Islam. Der theologische Hintergrund für diese drei Feiertage im Islam lässt sich übrigens sogar in der Bibel finden! Die Stelle im alten Testament in der Abraham seinen eigenen Sohn opfern soll und dann doch in letzter Sekunde auf göttlichen Befehl hin ein Opfertier an seiner Stelle darbringt ist für Juden, Christen und Muslime wichtig!

Jedenfalls bedeuten diese Tage auch Verwandten- und Nachbarschaftsbesuche. Und an ärmere Familien wird ein Teil des Fleisches der Opfertiere verschenkt. Letztes Jahr brachte der Nachbar sogar uns ein Kilo vorbei. Und so arm bin ich zum Glück (noch?) nicht!

Bis Sonntag ist jetzt jedenfalls Feststimmung angesagt, nur der Kindergarten meines Sohnes will am Montag das Opferfest feiern wenn schon alles vorbei ist. Offensichtlich kennen die sich nicht aus. Einer der Erzieher will sich jetzt immerhin einen Kalender besorgen wo alle wichtigen Feiertage verzeichnet sind!

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