Holzfäller im städtischem Auftrag

Holzfäller im städtischem Auftrag

Vor über zwei Jahren gab es auf meiner Straße eine großangelegte Baumfällaktion der alle Kastanienbäume zum Opfer fielen, trotz damals noch gültiger Baumschutzsatzung.

Holzfäller im städtischem Auftrag

Holzfäller im städtischem Auftrag

Jetzt hat die Homberger CDU in der Bezirksvertretung einen Antrag mit Mehrheit beschließen lassen in dem die Wiedereinführung der Baumschutzsatzung, die ab 01.01.2016 abgeschafft wurde, gefordert wird.

Interessanterweise waren es vor zwei Jahren im Duisburger Rathaus CDU und SPD gemeinsam, die die Baumschutzsatzung abschafften um so vor allem privaten Gartenbesitzern die Freiheit zu geben selbst zu entscheiden ob die eigenen Bäume stehen bleiben dürfen oder nicht. Bis zum 1. Januar 2016 mussten Baumfällungen erst genehmigt werden und teure Ausgleichszahlungen an die Stadt abgeführt werden bevor man auf seinem eigenen Grundstück einen Baum mit Stammumfang ab 80 cm fällen durfte. Selbst wenn man den Baum eigenhändig gepflanzt hatte. Das führte dann nicht selten dazu, dass so mancher Bürger seine Bäume „rechtzeitig“ fällte bevor sie unter die Baumschutzsatzung fielen.

Die städtischen Bäume wurden von dieser Satzung eh nicht wirklich geschützt. Es gab genügend Bauprojekte bei denen das öffentliche Interesse festgestellt wurde was dann zu umfangreichen Baumfällungen führte, trotz Baumschutzsatzung. Es gab sogar Fällungen von speziellen Bäumen wie Gingkos weil diese Früchte abwarfen, die dann durch unangenehme Gerüche und Lackschäden bei parkenden Autos auffielen. Im Klartext: nur der einfache Bürger musste sich wirklich mit dieser Satzung ärgern und gute überzeugende Gründe vorweisen sowie Geld bezahlen um eigene Bäume auf dem eigenen Grundstück auch entfernen zu dürfen.

Säge im städtischem Auftrag

Säge im städtischem Auftrag

Die Stadt dagegen findet immer Gründe für Baumfällungen, und keine Baumschutzsatzung wird erfahrungsgemäß was daran ändern können. Ich denke da auch noch an unsere Kastanienbäume, die unsere Straße jahrzenhntelang prägten und wegen einer Pilzerkrankung alle einer großangelegten Fällaktion vor über zwei Jahren zum Opfer fielen. —>  Eine andere Straße

Alle Straßenbäume fielen der städtischen Aktion zum Opfer

Alle Straßenbäume fielen der städtischen Aktion zum Opfer

Bis heute hat es keine Ausgleichspflanzungen gegeben und auch über zwei Jahre nach der Fällaktion vermodern die Baumstümpfe auf unserer Straße. Die versprochenen neuen Bäume sollten angeblich schon letztes Jahr gepflanzt werden.  Doch das sieht die Stadt bei sich selbst wohl nicht so eng. Nun waren die gefällten Bäume laut städtischer Aussage alle erkrankt und somit die Fällaktion aus Gründen der Sicherheit notwendig. Aber das enbindet die Stadt nicht von der Pflicht wieder neue Bäume zu pflanzen.

Angesichts des städtischen Umgangs mit Straßenbäumen ist es schwer zu begründen, dass der Bürger auf seinem eigenen Grundstück im Detail vorgeschrieben bekommen soll was er tun darf und was nicht, auf eigene Kosten natürlich.

Solange die Stadt ständig Bäume im großen Stil fällt ist es schwer zu verstehen, dass der einfache Bürger in seinem Garten unter anderem für die „Sicherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes“ zu sorgen hat. Hier sollte doch die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen um das Umweltbewusstsein zu fördern und statt mit Strafen zu drohen auf freiwilliges Engagement setzen. Das würde dann natürlich auch eine bessere Pflege der städtischen Parks und Straßenbäume bedeuten um dieser Vorbildfunktion gerecht zu werden anstatt zu warten bis Bäume von Krankheiten so schwer befallen sind, dass sie nicht mehr zu retten sind.

Hier noch einige Bilder von der städtischen Baumfällaktion im August 2015, für höhere Bildauflösung einfach draufklicken:

Zersägte Baumteile

Zersägte Baumteile

Baumstämme und Äste

Baumstämme und Äste

Kranker Baum mit Loch im Stamm

Kranker Baum mit Loch im Stamm

Baumsägemaschine in Aktion

Baumsägemaschine in Aktion

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Hochhäuser für Jahrzehnte?

20. Oktober 2017

Hoffnung für Hochheide

Hoffnung für Hochheide

Werden die Hochhäuser in Hochheide wirklich jemals abgerissen? Nach der gestrigen Sitzung der Bezirksvertretung in Homberg habe ich den Verdacht, dass die Hochhäuser in Hochheide noch lange stehen bleiben werden.

Am 3. September diesen Jahres sollte eigentlich das erste Hochhaus der „Weißen Riesen“ in Hochheide gesprengt werden. Nach vielen leeren Versprechungen der letzten Jahre gab es endlich Hoffnung das ein Anfang mit der Sanierung in Hochheide und damit eine Verbesserung der Situation im Umfeld der Ladenstadt gelingen könnte. Doch plötzlich fand man überraschend Asbest in größeren Mengen in der Bausubstanz. Was für eine Überaschung!

Die Hochhaussiedlung in Hochheide wurde zwischen 1968 und 1971 gebaut. Damals wurde Asbest als guter brandhemmender Baustoff in großen Mengen überall verbaut. Eigentlich ist das auch bekannt. Nur die Experten des Planungsamtes und der Fachfirma für den Abriss sind von den weiteren Asbestfunden überrascht worden.

Jetzt sind dadurch Mehrkosten von fast 3,5 Millionen Euro verursacht worden. Das Land wird die Kosten übernehmen und die Sanierung des Hochhauses an der Friedrich-Ebert-Straße verlängert sich laut städtischer Beschlussvorlage um 32 Wochen. Trotzdem heißt es im gleichen Papier „die Sprengung wurde auf unbestimmte Zeit verschoben“.

Das brachte mich auf die Idee in der Sitzung mal nachzufragen ob nicht nach 32 Wochen der verschobene Sprengtermin stattfinden könnte wenn dann doch laut Fachfirma die zusätzlichen Asbestmengen mit der „Hochdruck-Wasserstrahl-Methode“ saniert wurden?

Darauf gab es gestern keine Antwort, als ich nochmal nachfragte platzte dem Bezirksbürgermeister der Kragen. Er meinte das hätte ich im Rat der Stadt nachfragen können und wieso ich jetzt hier diese Frage stellen würde. Offensichtlich sind die Hochhäuser in Hochheide nicht das richtige Thema für die Homberger Bezirksvertretung wenn es nach dem Bezirksbürgermeister Paschmann geht. Und ich dachte immer die „Weißen Riesen“ seien ein wichtiges Thema für die Politik im Bezirk. Schließlich haben die SPD-Provinzpolitiker in den letzten Jahren doch oft genug schon den baldigen Abriss der Hochhäuser versprochen. Heute blieben sie recht kleinlaut als es um eine konkrete Zeitangabe für die verschobene Sprengung ging.

Weitere Bilder von der Hochhaussiedlung —> Die Weißen Riesen in Hochheide

http://www.der-gruen.de/ansicht/fotografie02weisse_riesen.html

SchwarzGrünGelb

SchwarzGrünGelb

Eigentlich ist Jamaika ja ein Sinnbild für Entspannung und karibische Lebensfreunde verbunden mit einer gewissen Lockerheit was die Bewältigung von Problemen angeht.

Wenn man sich aber einen (Kabinetts)Tisch vorstellt an dem Horst Seehofer, Angela Merkel, Schäm Ötzdemeier (die alte Haschpflanze) und Christian Lindner zusammen sitzen und gemeinsam Deutschland regieren sollen dann kommen einem garantiert keine Entspannung oder gar Lebensfreude in den Sinn.

Wie wollen Leute zusammen regieren, die eigentlich für vollkommen gegensätzliche politische Grundeinstellungen stehen, und das in nahezu allen wichtigen Politikfeldern?
Die einen wollen Steuern senken und sogar abschaffen während die anderen sie noch weiter erhöhen wollen. Die Haschpflanze auf zwei Beinen und seine grünen Kröten würden am liebsten die Energiepreise noch weiter verteuern ohne auch nur im geringsten an die wirtschaftlichen Folgen für unser Land zu denken. Die konservativen und wirtschaftsfreundlichen Kräfte in einer „Jamaika-Regierung“ könnten eine solche Politik nicht mittragen ohne selbst völlig unglaubwürdig zu werden. „Energiewende“ verbunden mit den höchsten Energiekosten weit und breit bedeutet nichts anderes als massenhafte Arbeitsplatzvernichtung in der Schwerindustrie wie vielen Produktionsbetrieben, die mit hohem Energieverbrauch arbeiten müssen. Sonne, Wind und Wasser reichen eben doch nicht aus um zu jeder Tag- wie Nachtzeit die Produktion am laufen zu halten. Besonders dann wenn ausgerechnet Grüne vor Ort gegen die Stromleitungen kämpfen, die den Windstrom aus Norddeutschland in die südlicheren Bundesländer transportieren sollen.
Oder sehen wir uns die Verkehrspolitik an: während die grünen Ökos jede Autobahn und jede neue Straße verteufeln und zu verhindern versuchen wollen Konservative und Liberale den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur vorantreiben. Was auch dringend nötig ist wie wir gerade in Duisburg auf der A40 und der A42 jeden Werktag ab 7 Uhr morgens gut erkennen können.
Und so setzt sich das durch alle Politikfelder fort.

Bei der Flüchtlingspolitik wird es besonders interessant: vergessen wir mal das Gequatsche von „Obergrenzen“ und „Richtgrößen“; wirklicher totaler Widerspruch zwischen den Jamaika-Parteien tut sich in der Frage des Familiennnachzugs von Flüchtlingen auf. Wenn es nach den Grünen geht sollen sichere legale Fluchtwege nach Europa geschaffen werden. Jeder kann sich vorstellen was diese Großzügigkeit für Konsequenzen haben kann. Wenn dann ganze Großfamilien nach Deutschland kommen dürfen und zusätzlich weitere Flüchtlinge, die dann ebenfalls ihre Familien nachholen wollen, werden das verständlicherweise viele Bürger nicht verstehen können. Welcher Kompromiss soll da noch helfen wenn die einen abschotten und die anderen den Zuzug noch weiter erleichtern wollen? Und machen wir uns nichts vor: auch in Italien und Griechenland warten noch genügend Flüchtlinge, die hier rüber wollen. Mit Merkelscher Naivität und grüner Realitätsfremde würde die AfD dank „Jamaika“ noch größer wie gefährlicher werden.

Eine Bundesregierung aus drei, mit der CSU, sogar vier Parteien ist eh schon nicht sonderlich stabil, aber wenn die inhaltlichen Gegensätze so groß sind wie bei CSU, CDU, Grüne und FDP kann das eigentlich nicht lange gut gehen.

Ach ja, das einzige was alle beteiligten Parteien gemeinsam haben ist eine mehr oder weniger intensive Anti-Türkei-Politik, und das wirkt aber auf mich überhaupt nicht beruhigend wenn dann vielleicht schon bald ein amtierender Außenminister bei PKK-Terrorunterstützern seine Werbeauftritte absolviert.

Denke ich an Jamaika in der Nacht dann bin ich um den Schlaf gebracht!

„Sie müssen sich auch da bewerben sonst verlieren Sie Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld!“. Die Arbeitsvermittlerin bekam auf einmal einen scharfen Ton in ihrer Stimme als ich sie darauf hinwies, dass die Firma Stölting durch falsche Lohnabrechnungen und Arbeitsgerichtsprozesse negativ aufgefallen ist und ich deswegen dort nicht arbeiten möchte

Auch als ich der Arbeitsvermittlerin erzählte, dass ich mehrere ehemalige Stölting-Mitarbeiter kenne, die ihren Lohn vor Gericht einklagen mussten wies sie mich zurecht und drohte mir mit kompletten Leistungsentzug weil ich nicht für eine solche Firma wie Stölting arbeiten möchte. Für mich stellt sich damit die konkrete Frage ob die Agentur für Arbeit, oder zumindestens einzelne Arbeitsvermittler sich nicht als Komplizen für Betrüger hergeben?

Es gibt soviele Berichte über rechtswidrige Praktiken bei solchen Firmen, dass die Agentur für Arbeit nicht so tun kann als wüsste sie nicht davon. Deswegen sollten eigentlich auch strafrechtliche Schritte gegen die Geschäftsführung der Agentur für Arbeit ernsthaft geprüft werden. Das kann doch nicht sein, dass Arbeitnehmer von der Argentur für Arbeit indirekt gezwungen werden sich betrügen zu lassen.

Hier mal eine kleine Artikelsammlung zu den Praktiken bei Stölting und deren Unternehmen. Und die Agentur für Arbeit zwingt Leute sich da zu bewerben! —>

http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-11/sicherheitsdienst-burbach-essen-vorwuerfe

http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-10/fluechtlingsheime-sicherheitsfirmen

https://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/verdi-sekretaerin-kritisiert-stoelting-in-gelsenkirchen-id10437487.html

http://www.rp-online.de/nrw/panorama/skandalbranche-sicherheit-aid-1.4569426 

(Zitat: „…“Hier kommen jede Woche Beschwerden rein“, berichtet die zuständige Gewerksschaftssekretärin Katja Arndt. Einen Betriebsrat gäbe es bei dem Unternehmen auch nicht. „Viele Mitarbeiter bei Stoelting haben Angst“, sagt Frau Arndt…“)

http://www.lokalkompass.de/gelsenkirchen/ratgeber/gelsenkirchener-reinigungsfirma-stoelting-zahlt-kopfgeld-fuer-gewerkschaftsaustritt-d632219.html

https://www.welt.de/print/wams/politik/article153482537/Gefaehrliche-Beschuetzer.html

Das ist nur eine Auswahl an Berichten.

Übrigens erzählte mir der Sicherheitsmitarbeiter von Funke im Foyer des Arbeitsamtes, dass er auch für ganz wenig Geld arbeiten muss und eine langjährige Kollegin sofort gekündigt wurde weil sie ein paar Tage krank war. Solche unsozialen arbeitnehmerfeindlichen Praktiken finden mitten im Arbeitsamt statt. Schande über die Geschäftsführung des Arbeitsamtes!

P.S.: Ich habe zum Glück genügend andere seriöse Stellenangebote und muss mich nicht mit einer Firma wie Stölting einlassen. Und ich habe natürlich nicht die Geschäftsführung von octeo vergessen. Sollte meine Arbeitsbescheinigung fehlerhaft sein und der Tarif nicht stimmen darf sich die Geschäftsführung von octeo Multiservices in Duisburg über einige Strafanzeigen wegen Betruges freuen.

 

 

Viele Millionen Euro teuer!

Viele Millionen Euro teuer!

Nun ist es raus: die überteuerten Traglufthallen für Flüchtlinge sollen dichtgemacht werden.

Sinnvoll waren sie ja eigentlich nie, aber dafür ziemlich teuer mit langer Laufzeit gemietet. Leider darf ich den Preis nicht verraten. Es gilt gerade in Duisburg immer noch der Grundsatz, dass alle Schweinereien und Pannen für „nicht-öffentlich“ erklärt werden. Aber auch vor anderthalb Jahren war allen klar, dass die Unterbringung in Traglufthallen ziemlich teuer und alles andere als menschenfreundlich war. Keine Privatsphäre, ständiger Geräuschpegel durch die großen Kompressoren der Traglufthalle und eine Akkustik wie im Orchestersaal sprechen nicht gerade für diese Unterbringung von Flüchtlingen. Und das für viele Millionen Euro auf Jahre vertraglich festgelegt. Welcher Teufel hat da die Stadtspitze wohl geritten?

Im Sommer mussten die Hallen von der Feuerwehr gekühlt werden weil Temperaturen von über 40 Grad Celsius den Menschen in der Halle zusetzten, darunter übrigens auch viele Kinder. Und das alles nur weil die Verantwortlichen der Stadtspitze nicht von ihrer unsinnigen Ideologie der Massenunterkünfte ablassen konnten. In einer Stadt mit tausenden leerstehenden Wohnungen wollten sie unbedingt Flüchtlingsunterkünfte aufmachen anstatt die Menschen in vorhandenen Wohnungen wesentlich kostengünstiger unterzubringen. Selbst der teure Reinfall mit der Zeltstadt in Walsum im September 2015 konnte in der Chefetage des Duisburger Rathauses nicht für Vernunft sorgen.

Zeltstadt Walsum

Eine geplante Unterkunft für Flüchtlinge in Walsum im September 2015

Obwohl damals schon viele hundertttausend Euro für die nie genutzte Zeltstadt in den Wind geschossen wurden, eine genaue Summe wurde trotz mehrmaligen Nachfragens nie genannt, haben die Verantwortlichen nichts aus ihren Fehlern gelernt und kurz nach dem Desaster dann die teuren Mietverträge für die Traglufthallen abgeschlossen.

Aber in einer Stadt wie Duisburg hat sowas auch keine politischen Konsequenzen für die Verantwortlichen. Da darf sich dann der Bürger auch nicht wundern wenn die Misswirtschaft in unserer Stadt so weiter betrieben wird. Wer immer die gleichen wählt bekommt eben auch die gleiche falsche Politik dazu.

Blick aus dem Fenster

Blick aus dem Fenster

„Hallelujah“ sang die rothaarige Sängerin mit einer Leidenschaft,die zu minutenlangen begeisterten Applaus im Publikum führte

Musikalischer Beitrag

Musikalischer Beitrag

Nun ist das berühmte Lied von Leonard Cohen auch wirklich beeindruckend und die Sängerin mit ihrer markanten Stimme gab auch ihr Bestes um die Leidenschaft des Songs überzeugend zu interpretieren. Nur was hat dieses Lied auf einem offiziellen staatlichen Festakt der Stadt Duisburg zum Tag der Deutschen Einheit zu suchen? „Hallelujah“ ist nun eher ein düsteres melancholisches wenn nicht sogar depressives Lied des kanadischen Songwriters Leonard Cohen. Irgendwie etwas unpassend zu einem freudigen Ereignis wie der Deutschen Einheit. Nebenbei auch noch in englischer Sprache. Englisch ist zwar Weltsprache, aber auf einem staatlichen Festakt zum Tag der Deutschen Einheit hätte ich mir auch deutschsprachige Lieder gewünscht. Die Sängerin hätte die sicher auch überzeugend interpretieren können. Es wäre also nicht nötig gewesen, dass gesamte musikalische Rahmenprogramm mit englischsprachigen Liedern zu bestreiten.

Rede von Pfarrer Armin Schneider, evangelische Kirche

Rede von Pfarrer Armin Schneider, evangelische Kirche

Immerhin war die lange Predigt des evangelischen Pfarrers Armin Schneider auf deutsch. Mit vielen Verweisen auf Martin Luther und die Reformatoren erklärte der Pfarrer warum die Politik wieder mehr auf die Bürger hören sollte und wie schrecklich der Wahlerfolg der AfD für das Land sei. Dass dies an Fehlern der regierenden Politik liegen könnte kam ihm leider während seiner langen Rede nicht in den Sinn. Dafür gab er uns Einblick in seine seelsorgerische Tätigkeit. Wirklich interessant, aber wo ist da der Zusammenhang mit der Deutschen Einheit?

Der Festakt der Stadt Duisburg zum Tag der Deutschen Einheit wirkte gestern etwas fremdartig auf mich was die ihnhaltliche Gestaltung angeht. Ich halte es für wichtig den wichtigsten nationalen Feiertag Deutschlands auch gebührend zu feiern und würde mir wünschen die städtischen Planer würden für nächstes Jahr darauf achten, dass der städtische Festakt dem Anlass gerechter wird als die letzten Jahre.

 

Wieviele tausend Staaten braucht die Welt noch zusätzlich?

Diese Frage drängt sich mir auf wenn ich an die die zahlreichen Abspaltungen und neuen Staaten der letzten 25 Jahre denke und die ständigen gleichen Reden vom „Selbstbestimmungsrecht der Völker“. Noch besteht die „Weltgemeinschaft“ aus weniger wie 200 Nationalstaaten.
Aber das wird sich vielleicht schon dramatisch ändern wenn die Entwicklung so weiterläuft wie bisher.
Die Schotten wollen es bald wieder versuchen, in Spanien nun die Katalanen, im Irak die Kurden, irgendwann folgen vielleicht auch Basken und Korsen.

Südsudan und Kososvo haben es vorgemacht: obwohl beide Gebiete keine Nationalgeschichte und keine staatliche Tradition besitzen sind sie mit internationaler Hilfe zu Staaten erklärt worden ohne bis heute überlebensfähig zu sein. Der Südsudan ist im Bürgerkrieg versunken und der Kosovo hängt am Tropf der EU-Hilfsgelder.

Katalonien ist dagegen reich, will aber nicht mehr solidarisch sein und verlangt einen eigenen Staat. Im Irak will der kurdische Provinzfürst Barzani sich das Öl im Nordirak unter den Nagel reissen und behauptet einfach dreist das Gebiet würde den Kurden gehören. Dabei leben dort nachweislich zahlreiche andere Volksgruppen schon länger. Spätestens nach dem blutigen Jugoslawienkrieg vor 20 Jahren müssten doch alle politisch Verantwortlichen wissen wohin Separatismus führen kann. Aber nein, es wird munter weiter die Phrase vom „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ gedroschen ohne über die dramatischen Folgen wie zum Beispiel Krieg und Vertreibung nachzudenken. Je nachdem wie der Begriff „Volk“ definiert wird würde diese Geisteshaltung irgendwann auch zu Atomisierung der gesamten Staatenwelt führen. Es gibt an die 5000 Völker auf diesem Planeten, die mit Fug und Recht behaupten können eine eigene Sprache und Kultur zu besitzen. Fast jeder Nationalstaat könnte in mehrere Teile aufgespalten werden.

Selbst wir in Deutschland könnten betroffen sein: Bayern, Sachsen, Schwaben, Franken, Friesen und so weiter können eigene Sprache und Kultur nachweisen. Haben sie deshalb einen Anspruch auf einen eigenen Staat? Sollen Nationalstaaten nicht auch verschiedene Volksgruppen unter einem Dach vereinen? Um wieder zu Spanien zu kommen: dort leben verschiedene Volksgruppen gleichberechtigt in einem Staat mit autonomen Regionen wo auch die regionale Sprache den Rang einer Amtssprache hat. Unterdrückung oder Diskriminierung können da also kaum als Begründung für eine Abspaltung herhalten. Wir sollten uns als Deutsche wie Europäer auch im eigenen Interesse gegen jede Art von Separatismus und Kleinstaaterei wenden. 

P.S.: Bevor hier irgendwelche Vermutungen aufkommen stelle ich klar, dass ich kein Spanier bin sowie auch keinerlei Beziehungen zu Spanien habe. Ich lehne Separatismus aus prinzipiellen Gründen ab.

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