Benny im Kostüm zur Feier seiner Beschneidung

Benny im Kostüm zur Feier seiner Beschneidung

Seit ein deutsches Gericht entschieden hat, dass Beschneidungen bei männlichen Kindern wie sie im Judentum und Islam zum religiösen Selbstverständnis gehören strafbar sind stellt sich wieder die Frage ob die deutsche Mehrheitsgesellschaft alle nicht-christlichen Glaubensgemeinschaften in diesem Lande an ihrem religösen Leben hindern möchte.

Wahrscheinlich begreifen die meisten Menschen in diesem Lande nicht wirklich wie wichtig für die religiöse Identität die Beschneidung der männlichen Kinder sowohl im Judentum als auch im Islam ist. Wer das verbieten will muss eigentlich auch Judentum und Islam in Deutschland verbieten wollen denn die Beschneidung der Söhne ist in beiden Religionen die Voraussetzung um überhaupt zur Glaubensgemeinschaft dazugehören zu können. In einer zunehmend religionskritischen Gesellschaft wird das leider nur von wenigen verstanden.

Verständlich, dass sich einmütig nun der Zentralrat der Juden wie muslimische Dachverbände gegen diesen Angriff auf ihren Glauben zur Wehr setzen und sich entsetzt fragen ob sie an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden sollen. Seit Jahrtausenden werden männliche Kinder beschnitten, das Gebot lässt sich sogar im Alten Testament der Bibel nachlesen. Seit fast 2000 Jahren leben Juden in Deutschland und beschneiden ihre Söhne gemäß den Geboten ihres Glaubens, das gleiche gilt für Muslime, die seit einigen Jahrzehnten hier zuhause sind. Jetzt auf einmal findet ein Gericht das strafbar, und viele Kommentatoren und Leserbriefschreiber finden das auch noch richtig. Hier sehen wohl einige wieder die Gelegenheit andere Glaubensgemeinschaften zurückzusetzen.

Heute hat das Opferfest begonnen, und die Verwandten aus der Türkei rufen an um ihre Grüße und Segnungswünsche zu übermitteln.

Nach dem Zuckerfest ist das Opferfest der wichtigste religiöse Höhepunkt im Islam. Der theologische Hintergrund für diese drei Feiertage im Islam lässt sich übrigens sogar in der Bibel finden! Die Stelle im alten Testament in der Abraham seinen eigenen Sohn opfern soll und dann doch in letzter Sekunde auf göttlichen Befehl hin ein Opfertier an seiner Stelle darbringt ist für Juden, Christen und Muslime wichtig!

Jedenfalls bedeuten diese Tage auch Verwandten- und Nachbarschaftsbesuche. Und an ärmere Familien wird ein Teil des Fleisches der Opfertiere verschenkt. Letztes Jahr brachte der Nachbar sogar uns ein Kilo vorbei. Und so arm bin ich zum Glück (noch?) nicht!

Bis Sonntag ist jetzt jedenfalls Feststimmung angesagt, nur der Kindergarten meines Sohnes will am Montag das Opferfest feiern wenn schon alles vorbei ist. Offensichtlich kennen die sich nicht aus. Einer der Erzieher will sich jetzt immerhin einen Kalender besorgen wo alle wichtigen Feiertage verzeichnet sind!

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