Nachtschicht

18. Oktober 2016

Mondberg

Mondberg

Heute und morgen arbeite ich auf Nachtschicht…

…aber ansonsten ist wieder alles in der Schwebe weil ausgerechnet die Stadt und ihre Servicegesellschaft ganz kurzfristig Bewachungsaufträge stonieren. Von einem auf den anderen Tag werden da einfach Sicherheitskräfte wieder abbestellt, die schon für einige Wochen geplant waren. Bisher kannte ich solche Praktiken nur von Industriekonzernen, wobei selbst die sich noch an 2-Wochen-Kündigungsfristen hielten. Dass von einem auf den anderen Tag Aufträge stoniert werden habe ich bisher nur bei der Stadt Duisburg gesehen.

Zum Glück gibt es auch noch andere Stellenangebote, da werde ich jetzt wieder suchen.

Fortsetzung folgt….

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Keine Besserung in Sicht

12. April 2016

Eine ehemalige Landmarke

Ein Bild aus vergangenen Tagen

Ca. 16.000 Armutszuwanderer aus Südosteuropa leben derzeit in Duisburg, von denen die allermeisten von Sozialleistungen abhängig sind um über die Runden zu kommen weil es an Arbeitsplätzen mangelt und die Menschen aus Bulgarien und Rumänien häufig kaum über berufliche Qualifikationen verfügen, sogar Analphabeten sind darunter. Gleichzeitig muss unsere Stadt auch noch mehr Flüchtlinge aufnehmen.

Gestern nachmittag war ich in der Integrationsratssitzung, und irgendwie war die Tagesordnung leicht deprimierend was die Inhalte angeht. Die Linken wie die SPD-Apparatschiks waren natürlich ziemlich sauer auf mich als ich darauf hinwies, dass unsere Stadt zum Anziehungspunkt für arme Menschen aus anderen Ländern geworden ist was längst nicht mehr mit den bekannten Mitteln zu regulieren ist. Genau das hatte aber zuvor schon der Referent vom NUREC-Institut mit zugegebenermaßen wissenschaftlichen Begriffen dargelegt. Selbst die Migranten, die vor vielen Jahren in unserer Stadt ihr Zuhause fanden sind schon von den vielen Armutszuwanderern aus Südosteuropa genervt. Anhand des Beispiels von Marxloh wurde dann erklärt wie schlecht das Klima zwischen den Bevölkerungsgruppen geworden ist. Wer sich in Marxloh umsieht kann das aber auch ohne wissenschaftliche Studie relativ leicht erkennen wenn er mutig genug ist mal in die Seitenstraßen jenseits der Weseler Straße oder der Kaiser-Wilhelm-Straße zu laufen und unbeschadet wieder rauszukommen.

Überhaupt fand ich die gestrige Sitzung schon ziemlich nahe an einer Realsatire. Bei 16.000 (in Worten: sechzehntausend) Armutszuwanderern und ca. 5000 Flüchtlingen in der Stadt ist unsere Fachverwaltung und die linke Mehrheit im Integrationsrat stolz auf Integrations- und Bildungsprogramme für 200 bis 300 neue Zuwanderer. Immerhin gab der Vertreter des Integrationsreferates ehrlich zu, dass die Programme natürlich viel zu bescheiden sind um eine nachhaltige Verbesserung der Lage zu bewirken.
Den linken Vertretern im Integrationsrat fiel nichts besseres ein als mir eine Nähe zur AfD zu unterstellen und zu betonen man müsse alle Zuwanderer mit offenen Armen empfangen. Ich frage mich in welchem Paralelluniversum die Genossen eigentlich leben?

Dazu passt auch, dass die Stahlindustrie in der Stadt Angst hat bald gegen die Konkurrenz aus Fernost den Kürzeren zu ziehen und sich die Funktionäre von Gewerkschaft und SPD, was ja fast das selbe ist, auf öffentlichen Protestveranstaltungen in der ersten Reihe als Kämpfer für die Arbeiterklasse inszenieren während sie mit ihren politischen Entscheidungen die Verantwortung dafür tragen, dass die Energiekosten für die Unternehmen immer höher wurden.
Der Stadtwerketurm wird bald nicht mehr leuchten, wenn wir Glück haben überleben die Stadtwerke die nächsten Jahre nur dank gesteigerter Fernwärmeversorgung.
Wo sollen die nötigen Arbeitsplätze also herkommen um zehntausende Zuwanderer und Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren?

Darauf hat bis heute niemand eine Antwort. Obwohl eine SPD-Vertreterin, die gleichzeitig auch bei der EG DU arbeitet wusste zu beruhigen: Duisburg habe schon immer gut mit Zuwanderung umgehen können und werde das auch weiterhin tun.

Ich hoffe sie hat Recht.

 

Arbeit und Politik

26. März 2016

Rote Herrschaft auf Kosten der Bürger

Licht und Schatten

Es ist schwer genug Zeit für Politik, Arbeit und Familie zusammen zu finden

Da es aber immer schwerer wird mit den Dienstplänen meiner derzeitigen Firma ein funktionierende Familienleben zu führen und meine politische Arbeit fortzusetzen habe ich mich entschlossen mir wieder eine neue Arbeitsstelle mit besseren Arbeitszeiten zu suchen. Ständig 12-Stunden-Schichten zu absolvieren wird einfach zuviel. Zumal ich in den letzten Tagen feststellen musste, dass die Verantwortlichen in der Führungsebene mir auch nach über anderthalb Jahren immer noch keine feste Arbeitsstelle geben wollen und ich auf ewig für wenig Geld hin und her pendeln soll. Dass man als Sicherheitsmitarbeiter jeden Tag in den Asylunterkünften für wenig Geld seine Haut riskiert erfährt keinerlei Wertschätzung. 10,90 € die Stunde, natürlich brutto, sind Gesundheit und Leben eines Wachmanns wert.

Jetzt durchsuche ich wieder eifrig die Stellenbörsen und werde wenn alles klappt schon nächste Woche kurzfristig kündigen um bei einem besseren Arbeitgeber anzufangen. Heutzutage ist das häufig die einzige Art sich als Arbeitnehmer gegen ungerechte Behandlung zur Wehr zu setzen.

Ein Glück, dass der Arbeitsmarkt zurzeit so gut aussieht!

Von Sachtleben zu Huntsman

3. Dezember 2014

Rauchzeichen

Rauchzeichen über Duisburg-Essenberg — Für die volle Auflösung auf das Bild klicken

Die Zeiten ändern sich: vor über dreißig Jahren war Sachtleben noch eine florierende Chemiefabrik, in der viele Menschen, darunter auch mein Vater gutes Geld verdienen konnten.

Aus Sachtleben wurde Huntsman

Aus Sachtleben wurde Huntsman

Doch irgendwann vor zwanzig Jahren kamen schon Gerüchte über eine mögliche Schließung und Massenentlassungen auf. Ganz offensichtlich war Sachtleben damals schon wirtschaftlich in Schwierigkeiten weil es laut Aussagen der damaligen Geschäftsführung sich als relativ kleine Firma kaum noch gegen die große Konkurrenz der Globalplayer wie DuPont halten konnte.

Rauchzeichen am Rhein

Rauchzeichen — Für die volle Auflösung auf das Bild klicken

Deswegen hat Sachtleben auch mehrere Besitzerwechsel hinter sich sowie auch diverse Stellenkürzungen und Sparprogramme. Da ist es nicht verwunderlich, dass neue Besitzer auch erstmal sehen wo sie sparen und mehr Rendite erzielen können. Angesichts der besonders hohen Tariflöhne in der Chemieindustrie und den daranhängenden Lohnnebenkosten kann es niemanden wundern (außer vielleicht SPD-Bundestagsabgeordnete, die nicht begreifen in welchem Wirtschaftssystem sie leben), dass es zu weiteren Stellenkürzungen kommt.

Ich wünsche den Kollegen bei Sachtleben (Huntsman) viel Erfolg beim Kampf um die Arbeitsplätze, oder wenigstens einen ordentlichen Sozialplan, der den Arbeitsplatzabbau abmildert. Die Heuchelei aus der Politik finde ich aber schwer erträglich, besonders wenn Bundestagsabgeordnete sich medial hervortun, die eine Politik vertreten, die durch steigende Energiepreise und Sozialabgaben die Arbeitsplätze in diesem Lande verteuern und damit gefährden. Wenn die Produktion in einem Werk nicht rentabel genug ist weil zum Beispiel die höchsten Energiepreise Europas bezahlt werden müssen sind die Jobs in Gefahr. Das könnte jeder verstehen. Nur in den Medien wird darüber kaum geschrieben.

Die Chefs von Huntsman tun das was alle Firmenchefs machen, sie versuchen so rentabel und kostengünstig wie möglich zu produzieren. Und dabei tun sie auch das was alle anderen Konzerne wie RWE, E.ON, ThyssenKrupp, Bayer, Lanxess und Co. tun: teure Arbeitsplätze abbauen wenn es möglich ist. Da helfen auch noch so laute Wehklagen von Politikern nicht. Und neue Arbeitsplätze entstehen dadurch auch nicht.

Ist es bald aus mit dem Euro?

Ist es bald aus mit dem Euro?

Es sieht so aus als ob auch dieser Monat ein Armutslohnmonat wird.

Gerade habe ich erfahren, dass für den Rest des Monats noch keine Arbeit da ist. „Vielleicht kommt noch was“, heißt es. Irgendwie komme ich mir ziemlich verar…t vor: es wird erwartet, dass ich mich bei den verschiedenen Einsatzleitern der Firma durchfrage und quasi um Arbeit bettel. Wozu habe ich da eigentlich einen Arbeitsvertrag?

So unwürdig und geringschätzend geht ein großer Sicherheitskonzern in Deutschland mit seinen Mitarbeitern um. Den Namen dieses Konzerns, der zu den größten seiner Branche zählt werde ich bald veröffentlichen, und nicht nur das… 😦

Arbeitsplatz

Arbeit ohne Arbeit

Geschichte wiederholt sich manchmal, meine Geschichte von schlecht bezahlten und unsicheren Arbeitsplätzen leider auch immer wieder.

Mein Arbeitgeber hat mir bis heute keinen Dienstplan für April zugeschickt, und wir sind immerhin schon im April. Das bedeutet wieder ohne Bezahlung zuhause rumzuhocken. Es gibt zur Zeit angeblich keine Aufträge, vielleicht haben aber auch die Kollegen Recht, die sagen, dass ich jetzt von der Firma dafür bestraft werde, dass ich einen Einsatzleiter in Düsseldorf wegen Körperverletzung angezeigt und den Niederlassungsleiter nach einer Arbeitnehmervertretung gefragt habe. Sowas mag die Firmenleitung natürlich überhaupt nicht.

Wie dem auch sei, ich werde jetzt schon wieder mit sehr wenig Geld mich und meine Familie über Wasser halten müssen. Irgendwie bekomme ich Lust meinen Chef mit einem Baseballschläger in seinem Büro zu besuchen, allerdings nicht um Baseball zu spielen. Auf jeden Fall suche ich mir jetzt einen neuen Arbeitsplatz, was mich nur so sehr ärgert ist der Umstand, dass eine Firma ihre Arbeitnehmer ganz legal einfach ohne Lohn unter Vertrag halten kann und mit haltlosen Versprechungen vertröstet. Nach über drei Jahren Arbeit zu allen Tages- wie Nachtzeiten auf unsicheren Baustellen, Schrottplätzen, Logistikzentren und in Bürogebäuden zeigt die Firma so gut wie keine Wertschätzung für meine Arbeitsleistung. Andere Kollegen haben aber auch das selbe Problem, es betrifft also nicht nur mich. Dass die Menschen sich und ihre Familien nicht versorgen und sich nicht arbeitslos melden können obwohl sie faktisch keine Arbeit haben interessiert die Chefs nicht. Vielleicht muss jemand mal sehr lautstark und energisch im Firmensitz an die sogenannte Fürsorgepflicht des Arbeitgebers erinnern.

Was kann man in so einer existenziellen Situation sonst noch tun? Ist es rechtlich erlaubt einen Arbeitnehmer über längere Zeit ohne Lohn im Arbeitsverhältnis „festzuhalten“ obwohl keine Arbeit und damit auch kein Arbeitslohn vorhanden ist? Diese Frage werde ich rechtlich prüfen lassen. Auf keinen Fall werde ich tatenlos zusehen wie ich ohne Arbeitslohn in die Armut schlittere, eher werde ich meinen Chef das Leben zur Hölle machen.

Und jetzt gucke ich erstmal in den Stellenmarkt.

Kaltes Wetter

Kaltes Wetter

Die meiste Zeit des Lebens arbeitet der Mensch. Zum Glück ist es in unserem Lande auch üblich, dass Arbeitsplätze von Gesetzes wegen so gestaltet sein sollen, dass der Arbeitnehmer seinen Beruf ohne Schaden für die Gesundheit ausüben kann.

Um es gleich vorweg zu sagen: ich habe eine ziemlich robuste Gesundheit und meine letzte Krankschreibung liegt über 15 Jahre zurück, aber was ich vor einigen Tagen auf der Arbeit über mich ergehen lassen musste hat mich gesundheitlich dermaßen belastet, dass ich unter anderem Strafanzeige wegen Körperverletzung gegen einen Objektleiter meiner Firma gestellt habe.

Stundenlang mussten ich und andere Kollegen ununterbrochen in bitterer Kälte im Freien arbeiten; über 4 Stunden stand ich bei eisigem Wind an der Parkplatzzufahrt eines großen Mobilfunkanbieters in Düsseldorf und bekam dadurch Schmerzen in Schulter und Gelenken, mal eben zur Toilette oder zum Aufwärmen ins Konzerngebäude gehen war nicht möglich, dafür seien keine Leute da, die Positionen müssten schließlich immer besetzt sein. Also mussten ich und andere Kollegen auf Weisung des Vorgesetzten unserer Firma in Düsseldorf bitter frieren sowie unsere Gesundheit aufs Spiel setzen. Nach der Schicht war ich so fertig, dass ich kaum noch gerade laufen konnte.

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ein Einsatzleiter eines großen Unternehmens so rücksichtslos mit der Gesundheit der Beschäftigten umgeht um beim Kunden zu glänzen, was mich aber besonders erschrak war der Umstand, dass ich weiter in der Kälte aushalten sollte als ich mich telefonisch im Büro der Firma beschwerte. So gering ist der Stellenwert der Gesundheit der Beschäftigten für die Chefetage. Was kann man als einfacher Arbeitnehmer in einer solchen Situation tun? Ich habe den obersten Chef unseres Konzerns angeschrieben und die unmenschliche Situation in Düsseldorf geschildert. Danach muss es richtig in der Firma gerummst haben, jedenfalls bekam ich am nächsten Tag eine Einladung zu meinem örtlichen Chef in der Niederlassung Duisburg wo mir erklärt wurde, dass sich die Düsseldorfer Abteilung entschuldigen würde und sich die Situation dort extrem verbessert habe.

Wenn das stimmt hat sich die Beschwerde gelohnt sowie den Kollegen und mir was gebracht. Jetzt warte ich mal ab ob ich nicht doch später gekündigt werde. Denn mein Duisburger Boss ist alles andere als glücklich über mein Handeln, und die Strafanzeige ist gestellt.
Also abwarten…

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