Arbeits-Unrecht

10. Februar 2009

Arbeitnehmer sind heute praktisch rechtlos, auch wenn es theoretisch noch ein Arbeitsrecht gibt! Denn dank Zeitverträgen und aufgezwungenen Teilzeitarbeitsverträgen traut kaum noch ein Arbeiter sich gegen Unrecht zur Wehr zu setzen. Dank den verfluchten aSozialdemokraten!

Welche Möglichkeiten gibt es da noch? Ich überlege auch immer wie man  wirksame Strategien gegen asoziale Unternehmer, Wirtschaftsverbände und ihre politischen Helfer entwickeln kann, die gerade Milliarden für Spekulanten verpulvern (alleine 90 Milliarden EURO für die „Hypo Real Estate“!!!).

Dabei bin ich auch auf einen Blog mit Namen „Business Crime Control“ gestoßen. Es gibt da also noch eine Gegenbewegung, die die jahrelange Entrechtung von Arbeitnehmern und den politisch organisierten Raub des öffentlichen Eigentums thematisiert.

aus http://businesscrime.de/?p=1
Arbeits-Unrecht in Deutschland

Arbeit und Arbeitslosigkeit in der Krise des Neoliberalismus

Eine Konferenz am 14. März 2009 in Köln

Die Verletzung von Arbeits- und Sozialrechten ist zu einer systemischen Erscheinung geworden. Dabei geht es nicht nur um die Verletzung bestehender Rest-Rechte, sondern auch um verrechtlichtes Unrecht und um den Bruch von Menschenrechten durch Privateigentümer und Staat.

In der Krise des Neoliberalismus nehmen Corporate Crime und State Crime eher noch zu. Eine nationale und internationale Gegenbewegung steht auf der Tagesordnung.

Wir laden Experten, Aktivisten und Betroffene zu Vorträgen, Workshops, Diskussionen und Gesprächen ein.

Wir wollen verfolgen mit der Konferenz drei Ziele:

* Bestandsaufnahme, Analyse, Diskussion. Welche Menschen-, Sozial- und Arbeitsrechte werden gebrochen?

* Begriffsbildung – Die systematische Verletzung von Arbeitnehmer-Rechten als eine Form von Corporate Crime

* Perspektiven – Menschen zusammen zu bringen und Widerstand anzustoßen

Samstag, 14. März 2009 – 10.00 bis 18.00 Uhr
Bürgerhaus Stollwerk (Raum 416), Dreikönigenstraße 23, 50678 Köln

P.S.: Gestern habe ich von einem Kollegen erfahren, dass er Verona (Feldbusch) und Franjo Pooth am Düsseldorfer Flughafen gesehen hat wie sie am Sonntag bei Lufthansa erste Klasse eingecheckt haben. Trotz Pleite und jeder Menge Schulden. Spekulanten und Pleitiers aus der Oberschicht dürfen eben alles in diesem Lande!

Es ist wirklich schon Weihnachten! Der Blick auf den geschenkten Kalender beweist es, ebenso die Geschenke der einzelnen Firmenabteilungen für das arme Sicherheitspersonal!

Ich werde die Feiertage zwar durcharbeiten dürfen, aber trotzdem habe ich mich genauso wie die Kollegen natürlich über die Geschenke gefreut. Und ich muss zugeben auch wenn ich schon lange kein Weihnachten mehr feiere, die besinnliche Stimmung mit den geschmückten Bäumen und den vielen Lichterketten lässt mich nicht unbeeindruckt.

Daher wünsche ich auch allen Lesern hier frohe Feiertage im Kreise der Lieben. Auch wenn ich selbst leider arbeiten darf.

Immerhin gibt es dafür auch mehr Geld


Die Webseite der Agentur für Arbeit(slosigkeit)

Was für eine schöne Meldung, die uns da nun in den Massenmedien aufgetischt wird: ein Rekordtief der Arbeitslosigkeit, trotz Finanzkrise! Ein Wunder?!

Misstrauisch wie ich nun mal bin habe ich aber mal einen Blick in die Arbeitslosenstatistik geworfen, und da zeigt sich doch ein etwas anderes Bild: denn wer ist „arbeitslos“ und wird auch bei der magischen Arbeitslosenzahl mitgezählt? Bei näherem Blick relativiert sich das Wunder auf dem Arbeitsmarkt schnell. Denn alle 1-EURO-Jobber, Teilnehmer an Qualifizierungsmaßnahmen, Kurzarbeiter, Arbeitslose ohne Anspruch auf Geldleistungen sowie die steigende Zahl von Hungerlöhnern kommen in der groß verkündeten Arbeitslosenzahl gar nicht vor!

Was da seltsamerweise von den Medien vergessen wird zu berichten ist die Tatsache, dass fast 7 Millionen Menschen von Hilfsleistungen der Arbeitsämter und ARGE´n abhängig sind. Die Zahl der Hungerlöhner, die trotz Arbeit Hilfe vom Amt brauchen ist sogar um 9% gestiegen! Und diejenigen Arbeitslosen, die keine Leistungen erhalten weil sie vielleicht etwas Geld besitzen oder einen Lebenspartner haben, der über Geld und Einkommen verfügt tauchen gar nicht in der Statistik auf! In diesem Zusammenhang passt es auch gut, dass die Kapitaldiener von der Bundesregierung die Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes verlängern. Denn die Kurzarbeiter sind ja auch nicht in der offiziellen Arbeitslosenzahl zu sehen so dass dann auch in den nächsten Monaten wieder das Märchen von den „erfolgreichen Reformen“ weiterverbreitet werden kann.

Diese Jubelmeldungen von mehr Beschäftigung sehen eher wie Propaganda aus. Denn scheinbar hinterfragt kein Journalist mehr die groß verkündete Botschaft von angeblich unter 3 Millionen Arbeitslosen. Dabei braucht man nur einen Blick in den Monatsbericht zur Arbeitsmarktsituation zu werfen anstatt ständig nur eine Zahl daraus hervorzuheben und alle anderen Angaben einfach zu unterschlagen.

Der ausführliche Bericht der Agentur für Arbeit ist unter http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000000/html/start/monat/aktuell.pdf nachzulesen! Vielleicht traut sich ja auch ein Redakteur der großen Medien mal zu recherchieren!

Die Arbeitsplätze im ehemaligen „Hornitex“-Werk gehen verloren, das steht fest! Da liegt es nah neue Jobs zu suchen!

Das ist heutzutage sicher nicht einfach, besonders wenn die Arbeiter schon älter sind. Da trifft es sich gut, dass ich heute eine eMail erhalten habe in der ein Leser mir schreibt, dass er in seinem Betrieb Leute sucht und auch gerne erfahrene Arbeiter von „Hornitex“ einstellen würde!

Da ich niemanden bei „Hornitex“ persönlich kenne, und mein Informant bis heute anonym geblieben ist setze ich die Mail hier rein und hoffe mal, dass sich die Betroffenen, die hier mitlesen beim Unternehmer melden! Auch wenn es in Geldern ist!

Sehr geehrter Herr Gruen,

ich habe Ihren Artikel gelesen und möchte auf diesem Wege versuchen, einen Kontakt zu den Mitarbeitern zu bekommen. Wir suchen für unseren Servicebetrieb ( Reparatur und Instandsetzung von Gabelstaplern und Flurförderzeugen) Mitarbeiter. Wir sind seit 25 Jahren in diesem Bereich tätig und haben unseren Betrieb in 47608 Geldern. Wenn Sie uns hier weiterhelfen können, Ansprechpartner für uns z.B. nennen könnten, wären wir Ihnen sehr dankbar.

mit freundlichem Gruß aus Geldern

Manfred Michels

MICHELS GMBH & CO KG
Sitz der Gesellschaft: Geldern Max Planckstraße 40
Registergericht: Kleve HRA 1290
Geschäftsführer: Joachim Michels; Manfred Michels
Tel.: 02831-1310 Fax.: 02831-131119 Emal: mmichels@michels-online.de http://www.michels-online.de

Da hat das Bloggen doch was genützt wenn auf diesem Wege einige Leute doch noch einen neuen Arbeitsplatz finden!

Seit einigen Tagen ist nun offiziell und öffentlich, dass das ehemalige „Hornitex“-Werk stillgelegt wird, trotz neuer moderner Produktionsanlagen! Die Hinweise darauf erhielt ich bereits im April durch einen anonymen Informanten!

Damals schrieb ich noch ganz vorsichtig von einer „möglichen Schließung“ –> Macht “Hornitex” bald dicht???!!!

Der Informant wußte schon damals von den Praktiken des Sonae-Konzerns zu berichten die Produktion durch Auftragsverlargerungen absichtlich unrentabel zu machen um eine Schließung zu begründen. Was mich nur überraschte war die totale Ignoranz der örtlichen Lokalpresse, die überhaupt nicht auf den drohenden Verlust der Arbeitsplätze einging und die berechtigten Sorgen der Arbeiter, die kaum noch Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz haben!

Dafür lasen aber einige hundert Leute den Artikel hier. Ebenso den zweiten Artikel wenige Tage später –> Sterben auf Raten: Altes “Hornitex”-Werk wird heruntergefahren!

Im Juli meldete sich dann der Informant, der wohl auch auf der Entscheidungsebene, vielleicht sogar im Vorstand, tätig zu sein scheint nocheinmal und berichtete mir wie sogar Aufträge von nahegelegenen Kunden wie „Holz Dammers“ auf entfernte Werke verteilt werden um systematisch das Homberger Werk herunterzufahren –> Miese Stimmung bei “Hornitex”!

Da erfuhr ich auch von den Überlegungen der Geschäftsleitung der Glunz AG die Mitarbeiter eventuell in eine Auffanggesellschaft zu verlegen und die Leute dazu zu bringen selbst zu kündigen.

Auch dafür interessierte sich unsere ignorante Lokalpresse erstmal nicht!

Und vor knapp zwei Wochen erfuhr ich dann sogar von meinem Tippgeber schon vorher, dass der Aufsichtsrat die Schließung des Werkes besiegeln wird und dies der Belegschaft offiziell mitgeteilt wird mit der Möglichkeit durch Abfindungen die Arbeitsverträge aufzuheben –>  “Hornitex”-Ende ist nah!

Danach aber erfuhr ich auch, dass einige Verantwortliche aus der Glunz AG auf meine Blogartikel aufmerksam wurden und es im Vorstand zur hektischen Suche nach der undichten Stelle kam und so wohl auch beschlossen wurde die ganze Geschichte offiziell früher zu verkünden als ursprünglich geplant –> “Hornitex”-Ende ist nah! Teil 2: Die Suche nach dem Informanten!

Die letzten Tage sind jeweils über 300 Leser auf diesem Blog gewesen und entsprechend viele Kommentare gab es auch. Natürlich freue ich mich über diese rege Aufmersamkeit für meinen Blog und danke auch allen Lesern und Kommentatoren!

Nun ist auch die örtliche Presse endlich dahinter gekommen, dass ein altes Traditionswerk schließt und viele Arbeitsplätze verschwinden. Nur recherchieren können die werten Lokalredakteure wohl nicht, denn in den Artikeln werden die Positionen der Geschäftsleitung 1:1 wiedergegeben. Das sind eben in Wirklichkeit nur Auftragsschreiber, die sich gerne zur Kapitalpropaganda hergeben!

Und von der örtlichen Provinzpolitik ist auch nicht ein Wort dazu zu hören wenn ein großer Arbeitgeber vor Ort verloren geht und Bürger aus unserem Bezirk ihren Job verlieren.

Von meinem Informanten habe ich nun seit fast zwei Wochen nichts mehr gehört, ich hoffe nur, dass er nicht enttarnt wurde und eventuell Konsequenzen zu tragen hat. Denn ohne ihn wäre vielleicht auch heute noch nicht raus, dass bereits in wenigen Monaten, wahrscheinlich zum Jahresende das frühere „Hornitex“-Werk seine Produktion einstellt!

Der Tag der Entscheidung!

28. August 2008

Hoffnung auf Arbeit

Heute entscheidet sich ob ich den neuen Job wirklich kriege! Und ausgerechnet der von mir so „geschätzte“ Betriebsrat hat das letzte Wort!

Immerhin hat mein neuer Chef in spe mir Hoffnung gemacht mit dem Argument, dass an dem Einsatzort einfach dringend ein weiterer Mitarbeiter gebraucht wird. Das müsse auch der Betriebsrat einsehen!

Da bin ich ja mal gespannt!

Aus der Traum!

20. August 2008

Da hatte ich mich schon auf meinem neuen Job in einer Konzernzentrale gefreut…

…doch nun wird nichts daraus! Denn angeblich hat ausgerechnet der BETRIEBSRAT(!) seine Zustimmung zur Neueinstellung verweigert um älteren Mitarbeitern mehr Arbeitsstunden zu sichern.

Wenn das stimmt was mir da gestern der Kollege erzählt hat verdanke ich also auch dem Betriebsrat meine nun kurz bevorstehende Arbeitslosigkeit!

Der Kollege meinte dann auch resigniert, dass das ein „perverses System“ sei da die älteren Mitarbeiter überhaupt nicht für den stressigen Job mit seinen langen Schließ- und Kontrollgängen geeignet seien. Einige dieser Kollegen waren schon dort und haben nach kurzer Zeit schon aufgegeben. Deswegen wurde ich dorthin ausgeliehen da mein derzeitiger Arbeitgeber demselben Konzern gehört.

Da haben sich die Kollegen schon gefreut nach langem Suchen wie sie sagen endlich einen geeigneten Kandidaten für den Job gefunden zu haben und da funkt der Betriebsrat dazwischen und verbietet die Neueinstellung.

Da ich ja nur von meinem derzeitigen Noch-Arbeitgeber seit 3 Wochen an die Schwesterfirma ausgeliehen wurde versucht jetzt deren Objektleiter meinen Chef zu überreden meinen auslaufenden Arbeitsvertrag wenigstens für einen Monat noch weiter zu verlängern. Denn sonst fehlt ihm im nächsten Monat ein Ersatzmann.

Ist schon irgendwie verrückt, dass eine Firma dringend einen Mitarbeiter sucht, ihn aber nicht einstellen darf weil der Betriebsrat das nicht will.

Auf jeden Fall ist meine schlechte Meinung über Betriebsräte jetzt nicht besser geworden!!!

„Feine“ Kollegen! Danke für euren Einsatz damit ich arbeitslos werde! 😦

Neue Arbeit!

14. August 2008

Man soll die Hoffnung ja nie aufgeben: ich habe mit großer Wahrscheinlichkeit schon eine neue Arbeitsstelle gefunden!

Es wird zwar weniger als der Werkschutztarif bezahlt aber dafür liegt der Einsatzort ganz in der Nähe, so spare ich auch ordentlich Fahrkosten! Jetzt nur noch ein Gespräch mit den neuen oberen Chefs und ich habe ab September einen neuen interessanten Job in einer Konzernzentrale.

Die neuen Kollegen sind auch ganz okay, und was natürlich sehr wichtig aber leider heutzutage nicht selbstverständlich ist: die Lohnabrechnungen stimmen, niemand wird um seine Euros betrogen!

Jetzt kann ich auch wohl hoffentlich die Arbeitsplatz“angebote“ des Arbeitsamtes in die Mülltonne werfen. Denn das waren aus Sicht eines Arbeitnehmers keine guten Jobs!

Nie mehr Auto fahren?!

27. Juli 2008

Kann ich bald mein Auto aufgeben und verschrotten?! Unabhängig davon, dass das Auto fahren heute eh schon für Normalverdiener und erst recht für Hungerlöhner wie mich fast unbezahlbar geworden ist, brauche ich meinen Wagen vielleicht schon bald nicht mehr!

Denn nun werde ich die nächsten Wochen in Duisburg als Sicherheitsfachkraft eingesetzt, nur wenige Kilometer von meiner Haustür entfernt! Und da ich mich ja auch mit meinem „werten“ Arbeitgeber seit geraumer Zeit im Rechtsstreit befinde kann ich wohl davon ausgehen, dass mein bald auslaufender Arbeitsvertrag nicht verlängert wird. Denn das hat die Firma nicht gerne wenn man als Arbeitnehmer auch mit juristischen Mitteln auf seinen wenigen noch verbliebenen Rechten besteht.

Wenn also nicht ein mittelgroßes Wunder geschieht und ich einen halbwegs ordentlichen Job finde werde ich mich im September wieder in das Heer der Arbeitslosen einreihen und gleichzeitig was für den Umweltschutz tun indem ich das Auto fahren aufgebe und meine alte japanische Reisschüssel entsorge!

Denn TÜV, Umweltzone und höhere KFZ-Steuern kann ich mir künftig als dann arbeitsloser Autofahrer nicht mehr zumuten.

Unsere kapitalhörige Politiker“elite“ weiß schon wie Auto fahren wieder zu einer exclusiven Angelegenheit wird!

Jedenfalls habe ich mir heute schwitzend in der Bullenhitze auf der Arbeit vorgestellt wie es wohl wäre wenn wesentlich mehr Arbeitnehmer ihr Auto einfach stehen lassen und nur noch nahegelegne Arbeitsstellen suchen würden! Aber natürlich ist das illusorisch! Denn da wird dann sofort wieder Zwang von Unternehmern und Arbeitsamt ausgeübt auch weite Strecken zu fahren!

Es ist nun engültig klar, dass das ehemalige „Hornitex“-Werk (heute: Glunz AG) in Gerdt systematisch heruntergefahren wird! Aus der Belegschaft ist zu hören, dass nur noch 24 Stunden in der Woche(!) produziert wird.

Selbst die alten Aufträge für Kunden in der Umgebung wie „Holz Dammers“ seien nun auf andere entfernt gelegene Werke mit sogar älteren Produktionsanlagen verteilt worden. So machten die Chefs in der Konzernzentrale das Werk mit seinen relativ modernen Anlagen vorsätzlich unrentabel und produzierten natürlich Verluste durch hohe Anlaufkosten in der Produktion.

Auch sollen schon Überlegungen in der Geschäftsleitung laut geworden sein die Beschäftigten in eine Auffanggesellschaft zu verlegen damit sie dann zu anderen Produktionsstandorten oder sogar anderen Firmen geschickt werden können.

So würde dann trotz Beschäftigungsgarantie bis Ende 2009 den Arbeitnehmern das Leben so schwer gemacht, dass nicht wenige wohl „freiwillig“ gehen werden.

Das Kapital findet eben immer Wege um Arbeitnehmer los zu werden!

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