Nachtschicht

Die Nachtschicht ist die ideale Gelegenheit zum Nachdenken über die Zukunft und was man daraus machen möchte: ist es möglich in diesem Lande mit Arbeit ein halbwegs vernünftiges Leben zu führen und die Familie zu versorgen? Oder sollte man nicht besser die vielleicht letzte Gelegenheit nutzen um auszuwandern und woanders sein Glück zu suchen!

Da hört man, dass in den Niederlanden schon wesentlich bessere Löhne gezahlt werden wie hier in Deutschland! Und die Lebensmittelpreise sind da auch niedriger! Oder ich grase weiterhin die hiesigen Stellenbörsen ab auf der Suche nach dem Unmöglichen, einem ordentlich bezahlten Arbeitsplatz!

Nur bin ich da wenig hoffnungsfroh, denn die anderen Kollegen suchen auch schon, da wir uns auf den kommenden Arbeitsplatzabbau vorbereiten müssen. Wenigstens ist nachts nicht so viel los, und so kann ich mir in Ruhe die Stellenangebote mal ansehen. Aber außer Hungerlohnjobs für die man auch noch weite Strecken fahren soll ist kaum was zu finden. Besonders dreist finde ich es ja wenn dann auch noch in solchen „Angeboten“ steht „eigener PKW notwendig„. Damit der Arbeitnehmer immer schön auf eigene Kosten durch die Weltgeschichte reisen darf und zum Premiumkunden für die Tankstelle wird!

Und natürlich werden jetzt auch noch nicht selten nur Teilzeitarbeitsplätze angeboten, damit der Unternehmer seine Arbeitssklaven (offiziell noch „Arbeitnehmer“ genannt) auch ohne Bezahlung zuhause sitzen lassen kann wenn das Geschäft nicht so läuft.

Da denke ich doch in der Nacht lieber ans Auswandern, Lotto gewinnen oder Berufswechsel. Und nun gehe ich nochmal in die Stellenbörsen!

Nachtschicht

Trübe Aussichten!

13. Juli 2008

…und das nicht nur wettermäßig! Die ersten Kollegen kriegen schon die Mitteilung, dass man sie bald nicht mehr brauchen wird!

Auf der Arbeit sinkt die Stimmung auf den Nullpunkt da der große Weltkonzern für den wir arbeiten nicht nur die Stammbelegschaft abbaut sondern selbst bei uns, den billigen Fremdfirmenmitarbeitern die Arbeitsstunden zusammenstreicht. Konzerne sind eben nie mit ihrem Gewinn zufrieden.

Und trotz aller Aufschwungpropaganda sehe ich in den Stellenbörsen überwiegend billige Hungerlohnjobs. Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass auch das Arbeitsamt nur solche Stellen im Angebot hat. Da kann ich mich schon glücklich schätzen, dass ich Aussicht auf einen der wenigen gut bezahlten Jobs im Sicherheitsbeeich habe!

Denn spätestens im August muss ich eine neue Stelle haben sonst kann ich mich wieder in die Warteschlangen beim Arbeitsamt einreihen!

Öffentlicher Arbeitgeber!

Seit Monaten suche ich nun schon einen neuen Job und ich habe bis gestern geglaubt, dass öffentliche Arbeitgeber sich besser und sozialer verhalten.

Und so habe ich mich auch beim Serviceableger der Stadtwerke Duisburg als Sicherheitsfachkraft beworben in der Hoffnung einen halbwegs sicheren Arbeitsplatz zu finden in dem wenigstens grundlegende soziale Grundsätze gelten.

Aber seit gestern vormittag bin ich da nicht mehr so sicher was die sozialen Grundsätze angeht! Denn da bekam ich über 4 Monate nach meiner Bewerbung plötzlich einen Anruf auf meinem Handy von einem SRD-Vertreter, der mich fragte ob ich immer noch Arbeit suchen würde. Das bestätigte ich, als ich aber auch darauf hinwies, dass ich noch eine Arbeitsstelle habe war der Mann sofort enttäuscht und meinte nur er hätte einen Mann für Freitag benötigt! Also für morgen!

Da war ich dann schon nicht mehr gefragt da ich ja nicht arbeitslos bin. Aber es zeigt mir auch, dass ich wohl nur als Notnagel gefragt bin wenn plötzlich jemand ausfällt. Und da verhält sich die Tochter der Duisburger Stadtwerke, SRD nicht anders wie die Halsabschneider aus der Zeitarbeit und vieler anderer Hungerlohnfirmen, die nur Leute von heute auf morgen suchen.

Zum Glück habe ich auch noch andere Vorstellungsgespräche mit anderen Firmen vor mir, aber nun weiß ich, dass es keine großen Unterschiede zwischen öffentlichen Arbeitgebern und den modernen Sklavenhändlern aus Zeitarbeit und Subunternehmen gibt. Und dem DVV-Konzern mit Stadtwerken und Servicefirmen wie der SRD stehe ich nun sehr mißtrauisch gegenüber! Und dass werde ich auch nun kommunalpolitisch bei Gelegenheit mal zeigen!

Idylle

Und ab und zu läuft einem sogar ein ausgewachsener Fuchs auf dem Werksgelände vor die Füße sowie jede Menge Hasen, Kaninchen und manchmal auch Katzen

Das hat besonders auf Nachtschichten den besonderen Reiz im Dunkeln ständig auf flüchtende Vierbeiner zu stoßen! Besser als Zweibeiner sage ich mir da auch!

Und in der Nacht wirkt sogar ein Industriebetrieb idyllisch wenn keine Menschenseele zu sehen ist während man an großen Lagern, Containern und brummenden Anlagen vorbei läuft! Da stören auch die unverschlossenen Container nicht weiter.

Jetzt müsste nur noch das Geld stimmen und die Arbeit wäre richtig befriedigend!

Idylle

Dicke Luft auf der Arbeit!

Das ist das Arbeitsleben im Bewachungsgewerbe: da entfliehen aus dem Munde des Objektleiters solche Worte weil ein Kollege zum wiederholten male einen Krankenschein genommen hat!

Und manche Kollegen glauben auch, dass die nun häufiger werdenden Krankmeldungen weniger mit fehlender Gesundheit als vielmehr mit fehlenden Arbeitsstunden und damit auch fehlendem Arbeitslohn zu tun haben! Das sorgt für Frust und führt dann auf Arbeitgeberseite zu Mobbingdrohungen um die Kollegen zu disziplinieren.

Interessant finde ich nur, dass die Firma selbst bei „krankfeiernden“ Kollegen nicht daran denkt diese zu kündigen wie es wohl sonst jeder Arbeitgeber tun würde. Stattdessen soll der Arbeitnehmer selbst kündigen. Das erinnert mich daran, dass ich ja auch einen heftigen Streit mit dem obersten Chef der Firma hatte und ihn sogar anschrie. Trotzdem forderte er mich auf selbst zu kündigen. Selbst als ich mit dem Arbeitsgericht drohte. Ich habe auch noch nie gehört, dass jemand in unsere Firma gekündigt wurde. Selbst wenn er unangenehm auffiel.

Ist merkwürdig, aber was solls ich bewerbe mich eh schon woanders. Nur meinte der Arbeitsberater beim Arbeitsamt ich solle aufpassen, dass der Chef es nicht mitbekommt da er sonst versuchen würde bei anderen Unternehmen schlechte Stimmung gegen mich zu machen um einen Arbeitsplatzwechsel zu erschweren.

Solche Verhältnisse erinnern schon fast an Sklaverei. Mit miesen Tricks zu versuchen Arbeitnehmer gegen ihren Willen in der Firma zu halten scheint eine Spezialität im Bewachungsgewerbe zu sein!

Arbeit und Recht!

Mein Anwalt hat mir heute so richtig aus der Seele gesprochen als wir uns die Erwiderung meines „werten“ Arbeitgebers auf meine Forderungen ansahen!

Und mein Anwalt ist ein seit Jahrzehnten erfahrener Arbeitsrechtsexperte! Aber die Zustände auf dem Arbeitsmarkt lassen ihn wohl trotzdem nicht kalt. Gerade die Unsitte mancher Arbeitgeber ständig zu Ungunsten ihrer Beschäftigten „Fehler“ in den Lohnabrechnungen zu machen scheint in den letzten Jahren zugenommen zu haben wie auch die befristeten Arbeitsverträge mit vielen halbseidenen Klauseln.

Aber so ist das eben heute, und die Politik, und damit vor allem die verlogenen aSozialdemokraten, haben es ja so gewollt als sie die asoziale „Agenda 2010“-Politik unter Schröder durchgesetzt haben. Dass sie unter Schröder und Müntefering absichtlich die Arbeitnehmerrechte geschwächt haben möchten die Kapitaldiener der SPD heute vergessen machen.

Aber was mich besonders ärgert ist der Umstand, dass es Betriebsräte gibt die das miese Spiel der Chefs mitspielen und mithelfen die Arbeitnehmer um ihre Rechte zu betrügen. Und diese Leute sind auch noch in der Gewerkschaft!

Teuer tanken!

Schock an der Tanke! Auf dem Weg zur Arbeit gestern abend musste ich mal notgedrungen wieder ein paar Liter Benzin tanken.

Aber nach dem Blick auf die große leuchtende Preistafel wäre ich lieber zuhause geblieben! Bei solchen Preisen muss ich im Monat wieder mit knapp 200 EURO Spritkosten rechnen. Von den übrigen Kosten mit dem Wagen mal ganz zu schweigen!

Für einen Normalverdiener, und erst recht für einen Hungerlöhner wie mich wird das Autofahren unerschwinglich. Deswegen werde ich meinen Wagen auch bald abschaffen wenn die Spritpreise weiter so steigen. Laut Experten, hörte ich vor kurzem im Radio, soll sogar in naher Zukunft der Liter Benzin auf 1,75 EURO steigen!

Spätestens dann zerreiße ich meinen Führerschein!

Das sieht nicht gut aus!

Oben: Aktuelle Preise vom 20. Mai 2008!

Aktion

Leider immer noch viel SPD-Wahlkampfpropaganda aber auch ein gelungenes Familienfest und der bunte Aufmarsch vieler Gruppen und Aktivisten!

Während das Familienfest und die bunten Stände wirklich ein guter Grund sind zum 1. Mai zu gehen ärgere ich mich immer wieder über die verlogene SPD-Propaganda auf der Rednerbühne. Insbesondere der örtliche DGB-Vorsitzende, der auch gleichzeitig für die asoziale SPD im Landtag sitzt, beklagt gerne laut die Armut und die Folgen der „HARTZ“-Gesetze für Familien und Kinder und „vergisst“ dabei zu erwähnen, dass er selbst als SPD-Funktionär diesen „Reformen“ und damit der Verarmung weiter Bevölkerungsteile zugestimmt hat!

Aber die Stadt Duisburg soll nun mit ihrem Nothaushalt die Folgen der SPD-Politik im Berliner Reichstag mildern. Auf die Idee mal seine Parteifreunde, die beiden Duisburger SPD-Bundestagsabgeordneten, aufzufordern „HARTZ IV“ abzuschaffen oder wenigstens die Leistungen für Kinder und Schule aufzustocken kommt er natürlich nicht. Heuchelei pur! Diese Instrumentalisierung des 1. Mai für einen SPD-Wahlkampf ist schon mehr als nur ein Wermutstropfen bei einem ansonsten gut gelungenen Fest.

Der werte Kollege Bischof sollte sich auch mal mit den Aktivisten der Duisburger Montagsdemo gegen die „HARTZ“-„Reform“ unterhalten und schlau machen.

Muss das sein?!

Auch verstehe ich nicht wieso der DGB es Gruppierungen, die offensichtlich der verbotenen Terrororganisation PKK nahe stehen, erlaubt so massiv beim Marsch zur Kundgebung aufzutreten! Das dürfte gerade viele türkische Kollegen von einer Teilnahme abschrecken! Zumal die Thematik auch nichts mit dem 1. Mai als Arbeiterfeiertag zu tun hat.

Am Straßenrand sah man dann auch manche Leute mit dem Kopf schütteln als der Zug zum Landschaftspark mit den vielen türkischen und kurdischen Losungen an ihnen vorbeiging. Die Gewerkschaften geraten auf ihrer eigenen Demo zumindestens optisch schon fast in die Minderheitenrolle!

Freude muss sein!

Aber die meisten Besucher im Landschaftspark kümmerten sich eh nicht darum und nahmen lieber das Freizeitangebot an den vielen Ständen wahr. Es gab fast alles was das Herz begehrte. So kann der „Tag der Arbeit“ auch die nächste Zeit überleben.

Jetzt müssen nur noch einige Kollegen aus der Gewerkschaftsführung begreifen, dass sie nicht für eine asozialdemokratische Partei da sind sondern gefälligst Arbeitnehmerinteressen konsequent zu vertreten haben. Und manche radikalen Gruppen bei der Demonstration sollten sie auch gefälligst in den Hintergrund drängen damit wieder mehr Arbeitnehmer kommen.

SPD-Propaganda für Arbeitnehmer

Das war wieder ein gelungenes Familienfest im Landschaftspark Nord! Trotz der dummen Wahlkampfpropaganda eines Rainer Bischof, der schon mal den Kommunalwahlkampf einläutete und bei allen Klagen über die gestiegene Armut verschwieg, dass er selbst als SPD-Mandatsträger mitverantwortlich ist für die asoziale Gesetzgebung, die gerade in dieser Stadt für viele Menschen den sozialen Abstieg bedeutet!

Aber dazu schreibe ich morgen mehr, da ich gleich zur Arbeit muss. Als einfacher Hungerlöhner muss ich auch heute ein bischen Kohle verdienen.

Wichtig ist dass ich viele Kollegen traf und mit ihnen ins Gespräch kam. Und sie meinten alle, dass die SPD-Funktionäre sich eigentlich schämen sollten. Auch der „Brandtneu“-Kandidat!

Auf zum 1. Mai….!

1. Mai 2008

Auf zum 1. Mai!

…auch wenn die offiziellen Reden nicht selten ziemlich langweilig sind und kaum noch jemanden hinterm Ofen hervorlocken!

Das kommt aber auch davon wenn hauptamtliche Gewerkschafts- und Parteifunktionäre mit viel altbackener Rhetorik einzureden versuchen sie seien für die Arbeitnehmer und Sozialschwachen da. Dabei dürften schon die meisten Kollegen gemerkt haben, dass sie den Apparatschiks nicht trauen können.

Was soll man auch von Gewerkschaftern wie dem Duisburger DGB-Vorsitzenden Bischof halten wenn sie in ihren Reden gegen Sozialabbau wettern aber gleichzeitig als SPD-Mandatsträger und -Funktionäre mitverantwortlich zeichnen für „HARTZ IV“ und die asoziale arbeitnehmerfeindliche „Reform“politik. Heuchelei pur! Von solchen „Gewerkschaftern“ fühle ich mich als Arbeitnehmer in keinster Weise vertreten!

Aber was solls, wegen der Reden geht sowieso kaum einer am 1. Mai in den Landschaftspark Duisburg-Nord! Wichtig sind da wohl eher das Musikprogramm und die vielen bunten Stände. Und die Möglichkeit Freunde und Kollegen zu treffen.

Vielleicht gehe ich auch mit meiner Familie hin. Denn wenn die Familie zufrieden ist stören auch die Märchenerzähler aus der Politik auf der Bühne nicht weiter!

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