Trotz Wirtschaftskrise habe ich mal wieder Glück gehabt und relativ schnell nach nur zweieinhalb Monaten Arbeitslosigkeit einen Job als Sicherheitsfachkraft gefunden!

Und das Ganze ohne große Hilfe durch das Arbeitsamt! Auch wenn der Vertrag nicht gerade das Gelbe vom Ei ist so ist die Firma wenigstens relativ seriös. Woanders sieht es ja leider auch nicht besser aus was Befristungen und fehlende Arbeitnehmerschutzrechte angeht!

Die unfähige Agentur für Arbeit(slosigkeit) konnte mir da auch kein bischen helfen: die Sachbearbeiter an der kostenpflichtigen(!) Hotline kannten sich nicht mal mit dem Arbeitsrecht aus! Eigentlich peinlich für eine Behörde mit so großem Apparat und Etat.

Ich hoffe nur, dass ich in Zukunft nicht mehr auf die „qualifizierten“ Dienste dieser Behörde angewiesen sein werde!!!

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Wieder auf Arbeitssuche!

1. Oktober 2009

Jetzt hat meine alte Firma nun doch nicht verlängert und die letzten Vorstellungsgespräche bei anderen potentiellen Arbeitgebern haben auch nichts gebracht. Also hat heute mein erster Tag als Arbeitsloser begonnen!

Natürlich hoffe ich jetzt noch auf Erfolg bei meiner heutigen Bewerbungstour, aber ich fürchte, dass ich nun doch für eine ungewisse Zeit beim „größten Arbeitgeber Deutschlands“ bleiben werde.

Es sei denn es geschieht ein kleines Wunder!


Die Webseite der Agentur für Arbeit(slosigkeit)

Was für eine schöne Meldung, die uns da nun in den Massenmedien aufgetischt wird: ein Rekordtief der Arbeitslosigkeit, trotz Finanzkrise! Ein Wunder?!

Misstrauisch wie ich nun mal bin habe ich aber mal einen Blick in die Arbeitslosenstatistik geworfen, und da zeigt sich doch ein etwas anderes Bild: denn wer ist „arbeitslos“ und wird auch bei der magischen Arbeitslosenzahl mitgezählt? Bei näherem Blick relativiert sich das Wunder auf dem Arbeitsmarkt schnell. Denn alle 1-EURO-Jobber, Teilnehmer an Qualifizierungsmaßnahmen, Kurzarbeiter, Arbeitslose ohne Anspruch auf Geldleistungen sowie die steigende Zahl von Hungerlöhnern kommen in der groß verkündeten Arbeitslosenzahl gar nicht vor!

Was da seltsamerweise von den Medien vergessen wird zu berichten ist die Tatsache, dass fast 7 Millionen Menschen von Hilfsleistungen der Arbeitsämter und ARGE´n abhängig sind. Die Zahl der Hungerlöhner, die trotz Arbeit Hilfe vom Amt brauchen ist sogar um 9% gestiegen! Und diejenigen Arbeitslosen, die keine Leistungen erhalten weil sie vielleicht etwas Geld besitzen oder einen Lebenspartner haben, der über Geld und Einkommen verfügt tauchen gar nicht in der Statistik auf! In diesem Zusammenhang passt es auch gut, dass die Kapitaldiener von der Bundesregierung die Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes verlängern. Denn die Kurzarbeiter sind ja auch nicht in der offiziellen Arbeitslosenzahl zu sehen so dass dann auch in den nächsten Monaten wieder das Märchen von den „erfolgreichen Reformen“ weiterverbreitet werden kann.

Diese Jubelmeldungen von mehr Beschäftigung sehen eher wie Propaganda aus. Denn scheinbar hinterfragt kein Journalist mehr die groß verkündete Botschaft von angeblich unter 3 Millionen Arbeitslosen. Dabei braucht man nur einen Blick in den Monatsbericht zur Arbeitsmarktsituation zu werfen anstatt ständig nur eine Zahl daraus hervorzuheben und alle anderen Angaben einfach zu unterschlagen.

Der ausführliche Bericht der Agentur für Arbeit ist unter http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000000/html/start/monat/aktuell.pdf nachzulesen! Vielleicht traut sich ja auch ein Redakteur der großen Medien mal zu recherchieren!

Benny auf dem Arbeitsamt!

17. August 2008

Ich könnte jetzt ja schreiben man kann gar nicht früh genug mit der Arbeitssuche anfangen aber das wäre natürlich vollkommen übertrieben!

Nur fragte ich mich schon ob mein Sohn eines Tages bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben wird wie ich heute als er anfing mit dem Computer auf dem Arbeitsamt zu spielen. Denn in diesem Land hat sich ja laut Sozialforschern eine strukturelle Benachteiligung von Menschen mit wenig Einkommen herausgebildet. Und sowas wie sozialer Aufstieg soll auch noch kaum möglich sein. Laut Sozialstudien!

Arm geboren und arm geblieben sozusagen! Doch dagegen kämpfe ich trotzdem an und versuche meinem Kleinen eine möglichst gute Bildung und Erziehung zu geben. Denn schlau ist er, jedenfalls findet er immer einen Weg um Kekse und Schokolade aus dem oberen Fächern des Wohnzimmerschranks zu stehlen, und am Computer spielt er natürlich auch schon herum.

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass er später keine Benachteiligungen wegen Herkunft oder sozialer Stellung erdulden muss. Denn auch wenn es altmodisch und „sozialromantisch“ sein sollte denke ich doch, dass alle Kinder diesem Land gleich viel wert sein sollten!

Auch wenn die Wirklichkeit (siehe Erziehungsgeld) leider anders aussieht!

Nachtschicht

Die Nachtschicht ist die ideale Gelegenheit zum Nachdenken über die Zukunft und was man daraus machen möchte: ist es möglich in diesem Lande mit Arbeit ein halbwegs vernünftiges Leben zu führen und die Familie zu versorgen? Oder sollte man nicht besser die vielleicht letzte Gelegenheit nutzen um auszuwandern und woanders sein Glück zu suchen!

Da hört man, dass in den Niederlanden schon wesentlich bessere Löhne gezahlt werden wie hier in Deutschland! Und die Lebensmittelpreise sind da auch niedriger! Oder ich grase weiterhin die hiesigen Stellenbörsen ab auf der Suche nach dem Unmöglichen, einem ordentlich bezahlten Arbeitsplatz!

Nur bin ich da wenig hoffnungsfroh, denn die anderen Kollegen suchen auch schon, da wir uns auf den kommenden Arbeitsplatzabbau vorbereiten müssen. Wenigstens ist nachts nicht so viel los, und so kann ich mir in Ruhe die Stellenangebote mal ansehen. Aber außer Hungerlohnjobs für die man auch noch weite Strecken fahren soll ist kaum was zu finden. Besonders dreist finde ich es ja wenn dann auch noch in solchen „Angeboten“ steht „eigener PKW notwendig„. Damit der Arbeitnehmer immer schön auf eigene Kosten durch die Weltgeschichte reisen darf und zum Premiumkunden für die Tankstelle wird!

Und natürlich werden jetzt auch noch nicht selten nur Teilzeitarbeitsplätze angeboten, damit der Unternehmer seine Arbeitssklaven (offiziell noch „Arbeitnehmer“ genannt) auch ohne Bezahlung zuhause sitzen lassen kann wenn das Geschäft nicht so läuft.

Da denke ich doch in der Nacht lieber ans Auswandern, Lotto gewinnen oder Berufswechsel. Und nun gehe ich nochmal in die Stellenbörsen!

Nachtschicht

Trübe Aussichten!

13. Juli 2008

…und das nicht nur wettermäßig! Die ersten Kollegen kriegen schon die Mitteilung, dass man sie bald nicht mehr brauchen wird!

Auf der Arbeit sinkt die Stimmung auf den Nullpunkt da der große Weltkonzern für den wir arbeiten nicht nur die Stammbelegschaft abbaut sondern selbst bei uns, den billigen Fremdfirmenmitarbeitern die Arbeitsstunden zusammenstreicht. Konzerne sind eben nie mit ihrem Gewinn zufrieden.

Und trotz aller Aufschwungpropaganda sehe ich in den Stellenbörsen überwiegend billige Hungerlohnjobs. Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass auch das Arbeitsamt nur solche Stellen im Angebot hat. Da kann ich mich schon glücklich schätzen, dass ich Aussicht auf einen der wenigen gut bezahlten Jobs im Sicherheitsbeeich habe!

Denn spätestens im August muss ich eine neue Stelle haben sonst kann ich mich wieder in die Warteschlangen beim Arbeitsamt einreihen!

Farbe und Dunkelheit...

Heute kam nun der zu erwartende Bescheid vom Thyssen Werkschutz und damit der Einstieg in die Armut: das Werksverbot bleibt bestehen und offensichtlich wird meiner Aussage nicht geglaubt während die Falschaussagen der Kollegen vor zweieinhalb Jahren abgenommen werden. Jetzt verliere ich zum zweiten Mal deswegen meine Arbeit weil ich für einen gefährlichen Schläger gehalten werde. Da spielt es keine Rolle, dass ich derjenige war der den Vorfall beim Werkschutz meldete und mit einem Messer angegriffen wurde. Und meine Firma tut nichts für mich und hat auch keine Arbeit für mich!

Doch der wahre Schock kam dann heraus als ich meinen Chef fragte wie denn meine Bezahlung diesen Monat aussieht wenn ich nicht zu Einsätzen gerufen werde: ganze 60 Arbeitsstunden für den Monat November kriege ich nur ausgezahlt. In dem Moment wäre ich am liebsten Amok gelaufen. Eine unbändige Wut machte sich bei mir bemerkbar. Jetzt soll ich allen Ernstes mit einem Monatslohn von vielleicht gerade mal 400 EURO überleben. Und im Dezember sieht es auch nicht besser aus!

Und dann kriege ich auch noch den tollen Tipp mich beim Arbeitsamt oder der ARGE zu melden um „Überbrückungsgeld“ zu beantragen. „Geben Sie mir sofort die Kündigung!“ war meine Antwort . „Aber im Februar brauchen wir Sie schon wieder, dann wird bei der BP genug Arbeit da sein.“ kam es zurück. Bis dahin soll ich allen Ernstes wohl von 400 EURO im Monat leben!

Es ist unglaublich was Arbeitgeber sich heutzutage erlauben. Die Menschen sehenden Auges in die Armut abrutschen zu lassen ist doch wohl das Niederträchtigste was man sich denken kann. Jetzt muss ich um Geld betteln gehen nur weil die große Weltfirma ThyssenKrupp mir nicht die Erlaubnis gibt auf dem Werksgelände zu arbeiten und mein Arbeitgeber mich nicht rechtzeitig kündigt und überhaupt nicht informiert was für negative Folgen das für mein Einkommen hat.

Ich kann das immer noch nicht fassen und suche mir jetzt sofort einen neuen Job und verklage meinen Arbeitgeber. Lebe ich hier wirklich in Deutschland? Oder ist das hier schon eine kapitalistische Bananenrepublik ohne soziale Rechte?!

Meine Kopfschmerzen werden jetzt immer heftiger und ich erwische mich selbst bei sehr dunklen Gedanken…

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