Von Sachtleben zu Huntsman

3. Dezember 2014

Rauchzeichen

Rauchzeichen über Duisburg-Essenberg — Für die volle Auflösung auf das Bild klicken

Die Zeiten ändern sich: vor über dreißig Jahren war Sachtleben noch eine florierende Chemiefabrik, in der viele Menschen, darunter auch mein Vater gutes Geld verdienen konnten.

Aus Sachtleben wurde Huntsman

Aus Sachtleben wurde Huntsman

Doch irgendwann vor zwanzig Jahren kamen schon Gerüchte über eine mögliche Schließung und Massenentlassungen auf. Ganz offensichtlich war Sachtleben damals schon wirtschaftlich in Schwierigkeiten weil es laut Aussagen der damaligen Geschäftsführung sich als relativ kleine Firma kaum noch gegen die große Konkurrenz der Globalplayer wie DuPont halten konnte.

Rauchzeichen am Rhein

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Deswegen hat Sachtleben auch mehrere Besitzerwechsel hinter sich sowie auch diverse Stellenkürzungen und Sparprogramme. Da ist es nicht verwunderlich, dass neue Besitzer auch erstmal sehen wo sie sparen und mehr Rendite erzielen können. Angesichts der besonders hohen Tariflöhne in der Chemieindustrie und den daranhängenden Lohnnebenkosten kann es niemanden wundern (außer vielleicht SPD-Bundestagsabgeordnete, die nicht begreifen in welchem Wirtschaftssystem sie leben), dass es zu weiteren Stellenkürzungen kommt.

Ich wünsche den Kollegen bei Sachtleben (Huntsman) viel Erfolg beim Kampf um die Arbeitsplätze, oder wenigstens einen ordentlichen Sozialplan, der den Arbeitsplatzabbau abmildert. Die Heuchelei aus der Politik finde ich aber schwer erträglich, besonders wenn Bundestagsabgeordnete sich medial hervortun, die eine Politik vertreten, die durch steigende Energiepreise und Sozialabgaben die Arbeitsplätze in diesem Lande verteuern und damit gefährden. Wenn die Produktion in einem Werk nicht rentabel genug ist weil zum Beispiel die höchsten Energiepreise Europas bezahlt werden müssen sind die Jobs in Gefahr. Das könnte jeder verstehen. Nur in den Medien wird darüber kaum geschrieben.

Die Chefs von Huntsman tun das was alle Firmenchefs machen, sie versuchen so rentabel und kostengünstig wie möglich zu produzieren. Und dabei tun sie auch das was alle anderen Konzerne wie RWE, E.ON, ThyssenKrupp, Bayer, Lanxess und Co. tun: teure Arbeitsplätze abbauen wenn es möglich ist. Da helfen auch noch so laute Wehklagen von Politikern nicht. Und neue Arbeitsplätze entstehen dadurch auch nicht.

Teure SPD-Herrschaft bei den Duisburger Stadtwerken

Teure SPD-Herrschaft

Heute bekommen die Duisburger Bürger wieder richtig große Rechnungen ausgestellt: Mietnebenkosten wie Grundsteuer, Abwassergebühren und spezielle Straßenanliegergebühren werden heute von den linken Herrschern der SPD, Linke und Grünen deutlich angehoben.

Besonders dreist sind die rot-rot-grünen Herrscher bei der Grundsteuer B und den Abwassergebühren. Die Grundsteuer wird jetzt schon zum dritten Male innerhalb von zwei Jahren drastisch erhöht was zu Mietsteigerungen von bis zu 15 EURO im Monat bei Familien mit großem Wohnraumbedarf führen wird. Bei den Abwassergebühren erwirtschaften die Wirtschaftsbetriebe einen Überschuss laut Plan von über 11 Millionen Euro und erhöhen noch weiter die Gebühren für Schmutzwasser und Niederschlagswasser („Regensteuer“).

Die Mächtigen von SPD/Linken und Grünen nennen das die „gerechteste Lösung“ zur Lösung der Haushaltsprobleme und weigern sich notwendige Strukturreformen in der Stadt vorzunehmen da sie die vielen Chefposten im Rathaus und den städtischen Gesellschaften auch weiterhin ihren Genossen und Freunden zuschustern möchten. Da kassiert man lieber die Bürger ab statt nachhaltig zu wirtschaften.

Ich fände es ja gerecht, frei nach Verursacherprinzip, wenn die Wähler der SPD/Linke und der Grünen in Duisburg einen besonders hohen Anteil der Steuer- und Gebührenerhöhungen bezahlen müssten.

Aber warum ärgere ich mich noch? Die Wähler haben es so gewollt und anscheinend sind nur wenige so unzufrieden wie ich mit dieser fatalen Politik in Duisburg.

Wenig Geld

Gerade habe ich meine Lohnabrechnung für April gelesen und könnte jetzt eine Ladung Antidepressiva in Kombination mit Beruhigungsmitteln gut gebrauchen.

Auch wenn Psychopharmaka keine Lösung sind um meine Familie zu versorgen können sie mir vielleicht helfen mein Los mit meiner Firma und ihrem miserablen Lohn leichter zu ertragen. Die Wirkung der Antidepressiva entfaltet sich aber laut Arzneimittellexikon erst nach Tagen, also habe ich jetzt davon auch nichts.

Es bleibt eben nichts anderes übrig als sofort einen anderen Job zu suchen damit ich bei meiner verfluchten Sch..ßfirma sofort kündigen kann. Einer Firma übrigens, die mit der Gewerkschaft Ver.di einen Tarifvertrag abgeschlossen hat für den sich jeder Gewerkschafter was schämen sollte. Die gleiche Heuchlergewerkschaft hat für die Flughafenmitarbeiter, die ohnehin schon gut verdienen eine deftige Lohnerhöhung von über 2 Euro mehr pro Stunde durchgesetzt (fast 16 Euro) während bei unseren Kollegen nur wenige Cent mehr pro Stunde rauskamen (8,23 Euro). Die selben verlogenen Heuchler von Ver.di & Co fordern angeblich einen Mindestlohn von 8,50 Euro. Wie wäre es denn erstmal selbst vernünftige Tarifverträge abzuschließen?

Aber was besonders ärgerlich ist, ist der Umstand, dass eine Firma Arbeitnehmer einfach tagelang unbezahlt zuhause auf weitere Arbeit warten lässt, und dass diese Firma einer der größten Sicherheitsdientsunternehmen in Deutschland ist mit vielen Auftraggebern aus der Industrie und auch der öffentlichen Hand. Diese große Firma speist Mitarbeiter mit Hungerlohn ab und bekommt auch noch viele öffentliche Aufträge von Kommunen, kommunalen Unternehmen und Landesbehörden. Laut Firmenwerbung ist man sogar auf Wachstumskurs, nur eben nicht bei den Löhnen, die bleiben unten, außer beim Flughafen. Die Arbeitsverträge sind auch so formuliert, dass der Arbeitnehmer nie weiß wieviel Arbeitsstunden und Arbeitslohn am Monatsende herauskommen; die totale Unsicherheit bei einem Sicherheitsunternehmen wenn es um die Bezahlung geht.

Mir reicht es jetzt… 😦

Arbeitsplatz

Arbeit ohne Arbeit

Geschichte wiederholt sich manchmal, meine Geschichte von schlecht bezahlten und unsicheren Arbeitsplätzen leider auch immer wieder.

Mein Arbeitgeber hat mir bis heute keinen Dienstplan für April zugeschickt, und wir sind immerhin schon im April. Das bedeutet wieder ohne Bezahlung zuhause rumzuhocken. Es gibt zur Zeit angeblich keine Aufträge, vielleicht haben aber auch die Kollegen Recht, die sagen, dass ich jetzt von der Firma dafür bestraft werde, dass ich einen Einsatzleiter in Düsseldorf wegen Körperverletzung angezeigt und den Niederlassungsleiter nach einer Arbeitnehmervertretung gefragt habe. Sowas mag die Firmenleitung natürlich überhaupt nicht.

Wie dem auch sei, ich werde jetzt schon wieder mit sehr wenig Geld mich und meine Familie über Wasser halten müssen. Irgendwie bekomme ich Lust meinen Chef mit einem Baseballschläger in seinem Büro zu besuchen, allerdings nicht um Baseball zu spielen. Auf jeden Fall suche ich mir jetzt einen neuen Arbeitsplatz, was mich nur so sehr ärgert ist der Umstand, dass eine Firma ihre Arbeitnehmer ganz legal einfach ohne Lohn unter Vertrag halten kann und mit haltlosen Versprechungen vertröstet. Nach über drei Jahren Arbeit zu allen Tages- wie Nachtzeiten auf unsicheren Baustellen, Schrottplätzen, Logistikzentren und in Bürogebäuden zeigt die Firma so gut wie keine Wertschätzung für meine Arbeitsleistung. Andere Kollegen haben aber auch das selbe Problem, es betrifft also nicht nur mich. Dass die Menschen sich und ihre Familien nicht versorgen und sich nicht arbeitslos melden können obwohl sie faktisch keine Arbeit haben interessiert die Chefs nicht. Vielleicht muss jemand mal sehr lautstark und energisch im Firmensitz an die sogenannte Fürsorgepflicht des Arbeitgebers erinnern.

Was kann man in so einer existenziellen Situation sonst noch tun? Ist es rechtlich erlaubt einen Arbeitnehmer über längere Zeit ohne Lohn im Arbeitsverhältnis „festzuhalten“ obwohl keine Arbeit und damit auch kein Arbeitslohn vorhanden ist? Diese Frage werde ich rechtlich prüfen lassen. Auf keinen Fall werde ich tatenlos zusehen wie ich ohne Arbeitslohn in die Armut schlittere, eher werde ich meinen Chef das Leben zur Hölle machen.

Und jetzt gucke ich erstmal in den Stellenmarkt.

Freitag, der vierzehnte!

14. Oktober 2011

Trübe Aussichten

Trübe Aussichten!

Zwei schwarze Katzen haben mich heute morgen um halb vier bei der Arbeit daran erinnert, dass wir Freitag, den vierzehnten haben.

Bei kaltem Wetter, kurz nach meinem vierten Kontrollgang sah ich die vermeintlichen Unglücksbringer an meinem Wachobjekt vorbeischleichen. Zum Glück fühle ich mich aber nicht unglücklich, auch wenn ich bei der Arbeit fror, schlecht verdiene und mein fast 20 Jahre alter Honda es wohl nicht mehr lange machen wird. Aber was solls, mein Arbeitsvertrag läuft ja sowieso zum Jahresende aus und meine Arbeitssuche kommt eh nur schleppend voran.

Also warte ich auf ein Wunder und überlege wie meine Zukunft als Prekarianer oder Hungerlöhner aussehen könnte. Ob arbeitslos oder nicht macht vom Geld her kaum einen Unterschied, und wenn nichts geht muss ich eben in anderen Landesteilen nach einem besseren Job suchen. Wobei das ohne Auto auch schwer werden könnte, aber wer sagt denn dass das Leben einfach ist. Seit 2002 schlage ich mich nun mit Hungerlohnjobs durch und denke jetzt auch ernsthaft daran nach Süddeutschland, falls keine Besserung in Sicht ist, zu ziehen wo der Arbeitsmarkt etwas besser aussieht. Nächstes Jahr werden ich und meine Familie diese Entscheidung vielleicht treffen müssen. Oder ich habe Glück und die zwei schwarzen Katzen heute morgen waren Glücksbringer, die mir einen baldigen gutbezahlten Arbeitsplatz in der Umgebung ankündigten.

Am Ende dieser 60-Stunden-Arbeitswoche werde ich auf jeden Fall die Freizeit für intensive Bewerbungen nutzen sowie für eine Vorbereitung auf die Ratssitzung am Montag. Immerhin soll dieses Wochenende schönes sonniges Wetter sein, das ist auch eine Form von Glück.

Nicht alles war schlecht, aber leider war auch vieles nicht gut!

Obwohl Anfang des Jahres die Demagogen und Islamhasser von „ProNRW“ auf sich aufmerksam machten will ich mal mit den positiven Dingen beginnen:
ich habe Arbeit und verdiene Geld, wenn auch nicht allzuviel! Meine alte japanische Reisschüssel ist wieder über den TÜV gekommen. Die Familie ist wohlauf und Benny tobt immer wilder herum.

Politisch kann ich sagen geht es mit der Fraktionsarbeit ganz ordentlich voran. Natürlich gibt es auch Verbesserungsbedarf, aber im Großen und Ganzen läuft es gut. Bald bekommt Duisburg wohl auch zwei Megamöbelmärkte, die hoffentlich der Wirtschaft vor Ort positive Anstöße geben und viele Arbeitsplätze in unsere Stadt bringen.

Aber leider gibt es auch viel weniger Gutes im Jahr 2010 festzuhalten: ein von einer unvernünftigen rot-rot-grünen Ratsmehrheit durchgesetzter unseriöser Haushalt, der nun sogar von einer grünen Regierungspräsidentin abgelehnt wurde! Ein leider immer schlechter werdendes Klima im Duisburger Rathaus zwischen den Parteien sowie einer seit geraumer Zeit nur destruktiv agierender Duisburger SPD, und natürlich die Loveparade-Katastrophe mit ihren verheerenden Folgen für die Stadt.

Die Katastrophe ist bis heute nicht wirklich aufgeklärt, aber die SPD/Linke benutzt zusammen mit ihren Propagandamedien WAZ/NRZ und Radio Duisburg dieses schlimme Ereigniss leider nur für machtpolitische Taktik. Den blamablen Auftritt eines Jürgen C. Brandt in der Sondersitzung des Rates der Stadt am 6. September werde ich nie vergessen wo er nicht in der Lage war auch nur eine Nachfrage zu stellen als der städtische Bericht zur Loveparade vorgelegt wurde und er nur Allgemeinplätze aus dem Mund herausbekam während alle anderen Fraktionen umfangreiche Fragenkataloge ausgearbeitet hatten. Ich selbst habe mir auch nach der Katastrophe vorgenommen viel kritischer mit zukünftigen Planungen umzugehen, denn ich glaube, dass der gesamte Rat der Stadt viel zu wenig über das Sicherheits- und Veranstaltungskonzept der Loveparade nachgedacht hat. Kein Ratsmitglied hat meiner Erinnerung nach jemals danach gefragt!

Andere Probleme hat die Stadt aber auch genug da ja ohne genehmigten Haushalt alles in der Schwebe hängt und niemand sicher sein kann ob Geld für alle Aufgaben zur Verfügung steht. Es sieht also wieder so aus wie zu Beginn des Jahres 2010: alle freiwilligen Einrichtungen der Stadt, also Kultur-, Jugend- und Bildungseinrichtungen sind in Gefahr. Wie wir damit umgehen und wo der Haushaltsentwurf am 17. Januar 2011 Streichungen ansetzen wird werden wir dann sehen. Wahrscheinlich werden dann wieder alle aufschreien und darüber klagen, dass nicht genug Geld vorhanden ist. Während aber natürlich nirgendwo gespart werden soll!

Die Versprechungen der neuen Landesregierung aus SPD und Grünen mit der Linkspartei als inoffizieller Partner haben sich bisher nur als heiße Luft herausgestellt, die Stadt wird mit ziemlicher Sicherheit sogar wesentlich weniger Geld für ihre Aufgaben bekommen als noch 2010 ganz entgegen der schönen Versprechungen aus dem Landtagswahlkampf!
Angesichts solcher Ausblicke fällt es da auch nicht leicht optimistisch ins neue Jahr zu blicken. Ich versuche es trotzdem und hoffe, dass der wirtschaftliche Aufschwung sowohl für mich selbst als auch für die Stadt spürbar wird. Immerhin scheint es wirklich wieder mehr freie Stellen zu geben, und meine Firma hat zur Zeit auch genug Aufträge.

Es gibt also noch ein bischen Hoffnung!

P. S.: Natürlich ist dieser kleine Rückblick nicht vollständig. Aber jetzt auch noch über den Integrationsrat oder die Bezirksvertretung und die vielen Versuche der SPD mich zu diskreditieren zu schreiben wäre einfach zu umfangreich geworden!

Frieren und arbeiten!

22. Dezember 2010

-8 Grad Celsius können verdammt kalt sein. Das spüre ich seit Tagen auf meinen Kontrollgängen während meiner Nachtschicht!


Für sagenhafte 7,82 EURO die Stunde plus 5% Nachtzulage friere ich mir also derzeit den Allerwertesten ab, stapfe die letzten Nächte durch den Schnee und kämpfe mich mit meinem kleinen Honda durch schneebedeckte Straßen zum Betriebsgelände. Solange ich keine bessere Arbeit finde muss ich damit klarkommen. Natürlich suche ich auch immer noch einen besseren Arbeitsplatz, aber bisher leider erfolglos!

Bis Ende nächsten Jahres läuft mein Arbeitsvertrag noch, also bin ich immerhin noch nicht arbeitslos. Aber irgendwie sehe ich trotzdem keinen „Aufschwung“, der Arbeitsmarkt gibt auch für Facharbeiter nur Hungerlohnjobs her. Vielleicht sollte ich wirklich besser wegziehen, angeblich ist in Hessen und Süddeutschland noch gutbezahlte Arbeit zu finden. Duisburg und das Ruhrgebiet sehen arbeitsmäßig jedenfalls nicht gut aus. Die Stellenbörsen sprechen da eine deutliche Sprache!

Die nächsten Wochen werde ich darüber intensiv nachdenken ob ich in dieser Stadt noch eine Zukunft habe!

Das ewige Gequatsche von gewissen SPD- und CSU-Politikern lässt im Verbund mit den immer noch reichlich vorhandenen rassistischen Vorurteilen über Menschen ausländischer Herkunft viele vergessen, dass die meisten Zuwanderer sich längst in Deutschland integriert haben und nicht wenige von ihnen hier sogar erfolgreich selbstständig wirtschaften und Arbeitsplätze schaffen!

Mit einer Presseerklärung haben sich vor kurzem Vertreter von Wirtschaftsverbänden und Unternehmer mit internationaler Ausrichtung an die Öffentlichkeit gewandt um das schiefe Bild etwas geradezurücken, dass ein abgehalfterter Bundesbanker und SPD-Politiker in der veröffentlichten Meinung hinterlassen hat:

Wir sind auch noch da – ein Aufstand der Integrierten

Warum wir es satt haben, als „Ausländer“ mit Integrations- und Bildungsverweigerern in einen Topf geworfen zu werden.

In Deutschland gibt es seit dem Herbst 2010 eine neue Zeitrechnung. Es gibt die Zeit vor der Sarrazin-Debatte und es gibt eine Zeit nach der Sarrazin-Debatte.

In der Nach-Sarrazin-Zeit sind alle Populismus-Hemmungen gefallen. Deutschland verdumme durch Einwanderer, brauche keine zusätzliche Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen, heißt es von einigen deutschen Politikern mit einem Seitenblick auf den Stammtisch.

Wir, die Integrierten, haben die Debatte, die in unserem Land stattfindet, satt.
Und zwar gründlich!

Wir möchten nicht auf Gang-Jugendliche reduziert werden, die Menschen in der U-Bahn zu Tode prügeln oder stolz „hartzen“. Ja, die gibt es auch! Es gibt aber auch die stille Mehrheit der Einwanderer, die morgens um 5 Uhr im Großhandel Gemüse für den eigenen „Tante-Emma-Laden“ einkauft oder um 9 Uhr in die eigene Arztpraxis geht.

Wir haben die Pauschalurteile satt: „Ausländer“ nehmen Deutschen die Arbeit
weg? Das Gegenteil ist richtig. Wir führen in Deutschland rund 600.000
Betriebe, in über 90 Branchen beschäftigen wir bis zu 2,5 Million Menschen.

Warum berichtet fast keine deutsche Zeitung, dass im September 2010 durch
die IHK in Frankfurt am Main die 260 besten Lehrlinge ausgezeichnet wurden,
von denen ein Fünftel ausländische Wurzeln hatte?
Warum berichtet fast keine deutsche Zeitung, dass im Jahr 2010 ausländische
Existenzgründer fast 150.000 neue Jobs schafften? Fast jeder fünfte potenzielle
Existenzgründer stammt aus einer Zuwandererfamilie, so die DIHK!

2
In Deutschland leben fast 16 Millionen Zuwanderer und Menschen mit
Migrationshintergrund. Die Debatte, so wie sie geführt wird, beschädigt und
verletzt uns. Sie beschädigt auch die Motivation unserer Kinder, sich in
Deutschland zu integrieren. Wir fordern deshalb von der deutschen Politik, dass
sie sich endlich zu uns bekennt:

· Wir erwarten, dass uns die deutsche Politik vor der Hetze von Populisten in Schutz nimmt! Wir wollen mit dem, was wir leisten, anerkannt werden.

· Wir fordern, dass sich die deutsche Politik zu Deutschlands Einwanderern als integralem Teil der deutschen Identität bekennt. Wir verstehen die deutsche Identität als Lebensideal der deutschsprachigen und bildungshungrigen, an den Werten der französischen Aufklärung orientierte Mittelschicht. Wir wollen etwas aus unserem Leben machen und dass es unseren Kindern einmal besser geht!

· Wir fordern, dass die deutsche Politik für noch bessere Rahmenbedingungen sorgt, um unsere Integration zu erleichtern. Es gibt nicht „die Einwanderer“ als solche, wir sind sehr verschieden in Hinblick auf unsere Bedürfnisse und Fähigkeiten. Aber wir möchten alle Bestandteil Deutschlands sein.

· Wir erwarten, dass die deutsche Politik unser Steuergeld auch für unsere Bedürfnisse verwendet. Wir möchten, dass unsere Kinder so früh wie möglich Deutschunterricht erhalten – und dort, wo nötig, speziellen Förderunterricht.

· Wir fordern, dass die deutsche Politik anerkennt, dass wir eine zweite Identität haben. Wir möchten, dass unsere Kinder ebenso perfekt deutsch sprechen wie ihre erste Sprache. In einem immer enger zusammenwachsenden Europa ist das ein Vorteil, auf den wir stolz sind. Wir fordern daher, den muttersprachlichen Unterricht weiterzuführen und auszubauen.

· Wir fordern, dass die deutsche Politik die Rahmenbedingungen für den Mittelstand verbessert und die Selbständigenkultur noch stärker durch Steueranreize fördert.

· Für die Zuwanderer der ersten Generation sind die Anerkennung von ausländischen Bildungs- und Berufsabschlüssen und die Weiterbildung in Hinblick auf den deutschen Arbeitsmarkt von großer Bedeutung. Wir fordern, dass die deutsche Politik hier tätig wird.

· Wir wollen, dass das brachliegende Potential aller deutschen Jugendlichen genutzt wird. Eine grundsätzliche Bildungsoffensive ist nötig – zumindest bei jenen, die eben in bildungsfernen Schichten aufwachsen, ob mit Migrationshintergrund oder ohne.
3
Wir fordern ein Ende der Debatte und stattdessen Taten! Wir brauchen Deutschland – aber Deutschland braucht auch uns. Unser Land wird auf die Dauer ohne Zuzug von Ausländern wirtschaftlich und menschlich verarmen. Der Facharbeitermangel kostet Deutschland jährlich Milliardensummen.

Wir wollen eine Vorbildfunktion übernehmen und Deutschland präsentieren – auch im Ausland und in der alten Heimat. Wir wollen Deutschland als ein Land der Menschenrechte präsentieren, als ein Land, in dem jeder, der sich anstrengt, das eigene Glück verwirklichen kann. Hierfür stand Deutschland in der Vergangenheit. Wir möchten, dass das auch in Zukunft so bleibt. Wir möchten auf unser Land noch stolzer sein, als wir es schon heute sind! Jetzt ist die deutsche Politik am Zug.

Wir sind bereit.

Dimitrij Vaisband
Geschäftsführer Bundesverband deutsch-russischer Unternehmer e.V.

Dr. Jorgo Chatzimarkakis
Präsident Deutsch-Hellenische Wirtschaftsvereinigung DHW

Vural Öger
ehemaliger Abgeordneter Europäisches Parlament

Mario Susak
Vorstandsvorsitzender Kroatische Wirtschaftsvereinigung e.V.

Lucyna Jachymiak Królikowska
Vorsitzende NIKE Polnische Unternehmerschaft e.V.

Suat Bakir
Geschäftsführer Türkisch-Deutsche Industrie- und Handelskammer e.V.

Julian Korman
Präsident Verband der Polnischen Dienstleistungsunternehmen e.V.

Dr. Simeon Ries
Präsident Verband Portugiesischer Unternehmen in Deutschland e.V.

Wann ist man zu alt?!

12. Oktober 2010

Gerade habe ich in den Fernsehnachrichten erfahren, dass eine Arbeitnehmerin vor dem Arbeitsgericht erfolgreich gegen ein Universitätsklinikum geklagt hat, dass ihre Bewerbung ablehnte weil sie wohl mit 49 Jahren als zu alt galt!

Ich freue mich für die Frau und frage mich auch schon seit langem warum so viele Arbeitgeber glauben man seie zu alt für einen Arbeitsplatz sobald man sich dem fünfzigsten Lebensjahr nähert und die vierzig überschritten hat. Da fällt mir mein eigenes Erlebnis mit einem Arbeiterverleiher, auch Zeitarbeitsunternehmen genannt, ein, der vor Jahren zu mir meinte „…was wollen Sie denn? Sie sind doch schon bald vierzig, und dann will Sie keiner mehr!…“, so als Motivation auch einen Job für 6,50 EURO die Stunde anzunehmen. Zum Glück habe ich mich nicht davon einschüchtern lassen und habe trotzdem einen besser bezahlten Arbeitsplatz gefunden. Aber der Umgang der Firmen mit „älteren“ Arbeitnehmern hat sich wahrscheinlich nicht gebessert.

Vor Jahren erzählte mir auch ein Abteilungsleiter bei Thyssen, dass die Chefetage angeblich allen Abteilungsleitern über 50 horrende Abfindungen angeboten haben soll damit sie ihre Arbeitsplätze freiwillig räumen. Wieso macht ein Weltkonzern so etwas? Zählen Erfahrung und jahrzehntelange Loyalität heute so wenig, oder ist das immer noch der Irrglaube, dass die Jugend alles besser kann, der die Verantwortlichen in den Chefetagen zu so einem hirnrissigen Verhalten verleitet?!

Dabei gibt es sicher genug Beispiele dafür, dass auch Menschen über vierzig, fünfzig oder gar über sechzig noch sehr produktiv und zuverlässiger als manch junger Schnösel arbeiten können. Ich habe jedenfalls als früherer Projektleiter häufig die Erfahrung gemacht, dass die älteren Kollegen fleißiger und engagierter arbeiteten als manch junger, der sein Handy auch während der Arbeit nie aus der Hand legte!

Hoffentlich lernt die Wirtschaft mal langsam umzudenken!

Kaltes Klima

7. Januar 2010

Gerade bin ich von der Nachtschicht nach Hause gekommen. Durch schneebedeckte Straßen durfte ich schön langsam und vorsichtig fahren!

Angeblich sollen ja am Wochenende sogar Schneestürme in unserer Region möglich sein! Es wird also ziemlich ungemütlich!

Auf meiner neuen Arbeitsstelle ist derzeit auch frostiges Klima, und ich bin wohl leider mit ein Grund dafür! Ein Kollege hat mir verraten, dass den Mitarbeitern Arbeitsstunden abgezogen wurden um mich zu beschäftigen und mit Arbeit zu versorgen. Das ist mir mehr als unangenehm denn schließlich bin ich ja davon ausgegangen, dass die Firma Leute braucht. Zum Glück sind die Kollegen nicht auf mich sauer, doch verstehen tut das niemand wenn neue Leute eingestellt werden obwohl die vorhandene Arbeit kaum für die Stammbelegschaft ausreicht.

Zumal ich auch nicht gerade viel Arbeit haben werde. Wahrscheinlich werde ich sogar weniger Geld rauskriegen als ich Arbeitslosengeld hatte!!!

Das ist doch eine verrückte Arbeitswelt wenn die Löhne so niedrig sind, dass selbst das Arbeitslosengeld darüber liegt!

Falls sich das nicht ändert werde ich ganz schnell den Job kündigen!

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