Das Leben ist so schön….

26. Oktober 2011

sicher

sicher?

…gefährlich! „Arbeitssicherheit steht immer an erster Stelle“ hört man als Arbeitnehmer immer wieder aus der Chefetage. Stets wird behauptet, dass alles getan wird damit der Arbeitnehmer sicher seine Arbeit tun kann.

Natürlich sieht die Wirklichkeit jenseits der schönen Worte aus der Chefetage etwas anders aus, und Sicherheit kollidiert im Arbeitsalltag auch schon mal mit dem Kostenargument. Da läuft der Wachmann ganz alleine und ohne irgendeine Absicherung durch mehr oder weniger gefährliches Gelände und bewacht ganz auf sich selbst gestellt Millionenwerte.

Zuletzt war ich vor einigen Tagen in einem großen Waren- und Logistikzentrum eingesetzt. Da lagern begehrte Waren wie riesige Plasmabildschirme, Tablet-PCs und alles andere was das Konsumentenherz so begehrt. Riesige meterhohe Regale voller Schätze, bewacht von einer kleinen Schar schlechtbezahlter Wachleute. Wenigstens, dachte ich, ist hier alles besonders gut gesichert. Schließlich ist das Gelände umzäunt und mit einer modernen Alarmanlage gesichert. Dummerweise ist der Zaun aber offen und während der Schicht erfuhr ich dann auch noch, dass bei einigen Türen der Alarm nicht funktioniert. Im Ernstfall können die Diebe also unbemerkt in die schöne Warenwelt eindringen um mich und meine Kollegen zu überraschen. Nach einem kleinen Raubzug würde die Weltfirma dann ihr Warenlager wahrscheinlich besser absichern wenn der Verlust von einigen Millionen Euros sich bemerkbar macht. Nur hätten ich und meine Kollegen vielleicht nicht mehr so viel davon, je nachdem wie brutal und rücksichtslos die Räuberbande gewesen wäre.

Ich frage mich nur warum da keine Gewerkschaft oder Berufsgenossenschaft sich mal meldet, das Warenlager der Welthandelsfirma ist ja nicht gerade klein und füllt sich von Tag zu Tag (dem Weihnachtsgeschäft sei Dank) mit immer mehr Waren. Irgendwann wird eventuell auch die eine oder andere Diebesbande darauf aufmerksam. Hoffentlich sind bis dahin auch die kleinen Sicherheitslücken geschlossen worden. Denn Geiz ist nicht immer geil!

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Arbeitsplatz

…und an Sylvester und Neujahr auch noch! Allerdings sind auch viele Arbeiter übers Wochenende und Sylvester im Werk beschäftigt!

Während ich aber nur im Werk rumlaufen und überwachen muss sind die Arbeiter richtig am malochen. Für 8 EURO die Stunde klettert da eine Putzkolonne zirkusreif auf den großen Anlagen herum und riskiert für wenig Geld Gesundheit und Leben. Da wird die Kranbahn und Presse geputzt und neu angestrichen. Das alles muss bis nachmittags fertig werden weshalb die türkischen Kollegen auch richtig reinhauen und wie Zirkusartisten auf den Maschinen rumklettern da nicht genug geeignete Bühnen vorhanden sind.

Trotzdem sind die Kollegen bei guter Laune und unterhalten sich gerne lebhaft untereinander. Bei Gesprächen in denen ich sie bitte vorsichtig zu sein und lieber die Arbeit langsamer fortzuführen erfahre ich, dass sie aus Hattingen kommen und für einen Subunternehmer arbeiten. Offenbar verdient ihr Chef gar nicht so schlecht, denn er fährt mit einem fetten VW Touareg aufs Werksgelände. Morgen früh werde ich ihn mal bitten für seine Leute gefälligst sichere Bühnen und Höhensicherungen zu beschaffen! Solche Sachen passieren nur mal nebenbei bemerkt in einem hochprofitablen Unternehmen!

Schön anzusehen und profitabel

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