Während gerade gigantische Milliardenpakete für Spekulanten in den Bankpalästen vorbereitet werden wird auch weiterhin Menschen ohne Vermögen, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind jeder Cent gnadenlos nachgerechnet und bei jeden sich bietenden Anlass gekürzt!

Heute fand ich im Netz die Seite „gegen-hartz.de“ mit der beklemmenden Nachricht, dass von einer Mutter, die ihr Kind in der Schwangerschaft verloren hatte die Zuschüsse für die Umstandsmode zurückgefordert wurden!

Hier ein Auszug:


Hartz IV: Bei Totgeburt Umstandskleider zurück

So pietätlos können Hartz IV-Ämter sein.

Arge Düsseldorf zeigt sich mehr als pietätlos: Nach einer Totgeburt verlangte der Sachbearbeiter das Geld für die beantragte Umstandskleidung zurück.

Am vergangenen Montag wurde das Kind von Vanessa G. beerdigt. Nach dem fünften Schwangerschaftsmonat verstarb das Kind im Bauch der Mutter und die Ärzte mussten künstliche Wehen einleiten, um das tote Kind aus dem Bauch der Mutter zu holen. Kurz zuvor hatte die Mutter des Kindes, die auf Arbeitslosengeld II (ALG II) Zahlungen angewiesen ist, einen Sonderbekleidungsantrag für Umstandsmode beantragt und 190 Euro bewilligt bekommen.

Ordungsgemäß teilte die trauernde Frau ihrem Sachbearbeiter mit, dass das Kind verstorben sei. Fassungslos war die Frau, als der Sachbearbeiter der Arge Düsseldorf von ihr nur eins wollten; das Geld zurück für die Umstandskleidung. Die Frau hatte verständlicherweise Tränen in den Augen und konnte kaum glauben, was der Arge-Mitarbeiter von ihr verlangte.

Vanessa G. wandte sich an die örtliche Presse (Express) und berichtete von dem Vorfall. Als die Zeitung eine Anfrage an die Arge startete, wurde sofort zurück gerudert. Der Arge Pressesprecher Jürgen Hennigsfeld sagte gegenüber dem „Express“: „Ein Missverständis. Die Frau stand, nach allem was sie durchgemacht hat, wohl unter Schock, hat den Mitarbeiter falsch verstanden.“ Lediglich die Mehrbedarfszahlungen werden eingestellt. Den Sonderzuschlag für die Schwangerschaftskleidung muss Vanessa G. nicht zurück zahlen. Doch Vanessa G. ist über dies Aussage mehr als irritiert: Denn sie hatte überhaupt keine Mehrbedarfszahlungen erhalten…..


Der ganze Artikel unter http://gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/umstandskleider883746325.php

Da fehlen einem die Worte….

Hier verdient das Kapital!

Es gibt wenig Geld und wenig Arbeit für zuviele Leute im Werkschutz!

Heute habe ich erfahren, dass es vielen Kollegen schlecht geht weil auch deren Lohnzahlung jeglicher Beschreibung spottet! Heute wollte ich mir ja wegen meiner missratenen Lohnabrechnung meinen Chef vorknöpfen. Allerdings habe ich heute auch erfahren, dass er eigentlich auch ziemlich hilflos ist in dieser schwierigen Situation! Denn unser Auftraggeber, ein großer milliardenschwerer Weltkonzern, stellt fast täglich die Personalplanung um und bestellt einfach von ein auf den anderen Tag die Leute wieder ab, die erst kurz zuvor verlangt worden waren. Erst sollten drei Werkschützer am Tor sein dann nur zwei! Dann sollten zwei einen bestimmten Betriebsteil überwachen um heute nur noch mit einem Mann vor Ort zu sein.

Wegen dieser ständigen Änderungen ist unsere Firma gezwungen die Kollegen auf Reserve zu halten. Dank eines beschissenen Tarifvertrags von „ver.di“ (Schande über diese Gewerkschaft!) bekommen die Kollegen diese Zeit in der sie nicht zum Dienst gerufen werden nicht bezahlt!

Stattdessen werden sie dann zur ARGE geschickt wenn der kümmerliche Lohn dann zum Leben nicht ausreicht. Wenn der Weltkonzern dann doch wieder mehr Leute braucht werden sie wieder urplötzlich von einen auf den anderen Moment zur Arbeit gerufen.

Eine stille Reserve, vom Steuerzahler über „HARTZ IV“ (aufstockende Hilfe zum Lebensunterhalt) finanziert damit ein milliardenschwerer Konzern Kosten sparen und mehr Gewinn machen kann!

Und für diese staatlich finanzierte Arbeitnehmer-Reservebank stellt unsere Firma mehr Leute ein als eigentlich gebraucht werden. Nur, dass dann die betroffenen Kollegen in die Armut abstürzen trotz Arbeitsplatz. Ein richtig perverses System zum Nutzen des Kapitals mit Hilfe der aSozialdemokraten etabliert. Aber so kann man ja auch die offiziellen Arbeitslosenzahlen senken!

Als Arbeitnehmer ist man diesem System richtig ausgeliefert. Und so langsam wird mir klar, dass wir für die Gewerkschaft nur Arbeitnehmer 2. Klasse sind. Unsere Tarifverträge sind mies und als Hungerlöhner spricht man uns auch nicht an. Mein Eindruck ist, dass Gewerkschaften sich nur für die Stammbelegschaften mit relativ hohen Löhnen einsetzen. Da sind die Preise in der Kantine nur ein kleines Beispiel für!

Ich denke inzwischen nur noch an Kündigung. Heute werde ich aber nochmal Krach im Firmenbüro schlagen um Geld zu fordern und mit einer Anzeige wegen Lohnbetrug drohen!

Mein Weg in die Armut!

11. Februar 2008

Haus der Armut

Heute wird es ernst: entweder mein Arbeitgeber korrigiert meine Lohnabrechnung deutlich oder ich muss mit Kündigung drohen! Und „Hartz IV“ darf ich dann auch zum ersten Mal in meinem Leben beantragen!

In den Lokalzeitungen stand was von einem erfolgreichen Abbau der Arbeitslosigkeit in Duisburg und den großen Erfolgen der Duisburger ARGE mit ihrem neuen Leiter Maul. Bei näherem Hinsehen fällt mir aber nur auf, dass die Zahl der Menschen, die „HARTZ IV“-Leistungen brauchen um zu überleben so hoch wie nie ist, bald gehöre ich wohl auch dazu. Und die Zahl der Ein-Euro-Jobber ist weitaus höher als der Rückgang bei den Langzeitarbeitslosen. Also wenn das der „Aufschwung“ sein soll mit diesen ganzen von der öffentlichen Hand teuer finanzierten Armutsjobs, dann will ich lieber nicht daran denken wie es wird wenn die sich jetzt schon ankündigende Weltwirtschaftskrise irgendwann im Laufe des Jahres voll durchschlägt. Dann werden wahrscheinlich noch so viele Maßnahmen die Armutswelle nicht bewältigen können!

Als kleiner Arbeitnehmer und Hungerlöhner kann ich da auch nur versuchen so schnell wie möglich einen anderen Job zu finden und notfalls auch ins Ausland zu gehen. Denn in Deutschland scheint es keine Zukunft für Arbeitnehmer mehr zu geben! Jedenfalls sprechen die Stellenbörsen eine deutliche Sprache!

Keine Arbeit!

Macht es einen Unterschied aus ob man vom Arbeitgeber kein Geld kriegt oder ob das Arbeitsamt kein Geld gibt?! Wohl nicht allzuviel! Kein Geld ist kein Geld! Also kündige ich meinem Chef die Kündigung an da auch in nächster Zeit keine Besserung zu erwarten ist und ich mich nicht weiter hinhalten lassen möchte! Er muss mir entweder Arbeit anbieten oder meine Kündigung annehmen.

Mein Kündigungsschreiben habe ich sogar schon formuliert:

xy Corporation
xxxxxxstraße 23

Sofortige fristlose Kündigung

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich mit sofortiger Wirkung unser Arbeitsverhältnis wegen zu niedriger Lohnzahlung sowie nicht eingehaltener Versprechen! Dadurch ist unser Vertrauensverhältnis welches für ein Arbeitsverhältnis unerlässlich ist unwiderruflich zerstört!

Mit sehr großer Enttäuschung verlasse ich das Unternehmen, aber wer mich vorsätzlich in die Armut abstürzen lässt kann keine Loyalität von mir erwarten! Diese Firma ist das allerletzte!

Ohne Gruß

Und ich habe mir geschworen ein Riesentheater im Büro aufzuführen damit auch alle mitbekommen was los ist. Denn auch die anderen Kollegen sind gefrustet wegen unzureichender Arbeit und viel zu wenig Lohn. Der Firma ist das vollkommen egal weil sie ja weiß, dass niemand wagt zu kündigen. Denn die Sperre vom Amt fürchten natürlich alle.

Daher werde ich auch mein Auto abmelden und alle Versicherungen kündigen. Und die nächste Zeit muss ich aus meiner Kriegskasse überleben. Dafür muss dann eben meine Frau „HARTZ IV“ beantragen damit sie und unser Sohn durchkommen. Vielleicht habe ich ja auch Glück und finde schnell eine neue Stelle, man soll die Hoffnung ja nie aufgeben!

Aber richtig sauer bin ich auf die Gewerkschaft ver.di, die mit ihrem Tarifvertrag die menschenunwürdigen miesen Verhältnisse im Bewachungsgewerbe auch noch absegnet. Der Tarifvertrag ist eine Schande für jeden Gewerkschafter!

Heute darf ich nach fast zwei Monaten unfreiwilliger Ruhezeit wieder arbeiten gehen! Mein werter Arbeitgeber braucht über die Feiertage und Neujahr wieder meine Arbeitskraft!

Ganz kurzfristig kam der Anruf, und ich werde wohl wieder gebraucht! Ob es was mit meiner Ankündigung zu tun hatte meinen Lohn notfalls einzuklagen oder einfach nur am Personalmangel über die Feiertage liegt: ich werde wieder als Werkschützer arbeiten und das auch noch ganz in der Nähe in Rheinhausen. Ist doch schön, dass es sowas noch gibt.

Da konnte ich gestern noch zum Opferfest Verwandte besuchen und nun geht der Arbeitsstress wieder los. Hoffentlich stimmt die Kohle wenigstens in 3 Wochen. Denn ich habe absolut keine Lust zur (verfassungswidrigen!) ARGE zu laufen!

Kleingeld

Der „HARTZ IV“-Antrag lag schon bereit nachdem mein Arbeitgeber mir vor zwei Wochen erklärte mir wegen Arbeitsmangels im November nur 60 Stunden für den ganzen Monat auszuzahlen!

Heute kam die Lohnabrechnung, und oh Wunder ich bekomme einen vollen Monatslohn mit der durschnittlichen Stundenzahl überwiesen. Da kann ich mir jetzt den Besuch bei der ARGE sparen. Was ich auch gerne tue!

Wie dieses Wunder zustande kommt ist mir etwas schleierhaft da ich mir nicht vorstellen kann noch über Guthaben auf meinem Arbeitszeitkonto zu verfügen. Da haben die Chefs wohl etwas großzügig gerechnet! Oder hat es mit meiner Ankündigung zu tun die Firma zu verklagen und die Kündigung zu verlangen?

Wie dem auch sei, ich bin erstmal froh, dass ich diesen Monat halbwegs vernünftig leben kann ohne als Bittsteller bei der ARGE um Geld betteln zu müssen und zu erklären wieviel Geld ich für meinen Kleinen an die Seite legen konnte.

Kleingeld

Von Seiten der Linken in Duisburg wird an alle „HARTZ IV“-Empfänger ein wichtiger Tipp gegeben wenn das Geld so knapp sein sollte, dass es auch für geringe Ratenzahlungen für die Schulbuchfinanzierung nicht reicht! Bei den derzeitigen gestiegenen Lebenshaltungskosten ein wertvoller Tipp!!!


Beobi | xx_xxxxx@xxxx.xx | IP: XXXXXXXXXXX

Hier ist noch eine Pressemitteilung mit einem wichtigen Hinweis unseres Arbeitslosenberaters für die Betroffenen:

29.11.07: Vorfinanzierung von Schulbüchern

Die Stadt Duisburg und die ARGE Duisburg haben eine Vereinbarung getroffen, was die Vorfinanzierung von Schulbüchern bei Hartz-IV-Empfängern klären soll. „Endlich wurde hier das Problem erkannt, dass ein Großteil von Kindern aus Hartz VI-Familien ohne Schulbücher zur Schule kommen,“ so Werner Roming, Kreisvorstandsmitglied der LINKEN und Arbeitslosenberater.

„Dass die Vorfinanzierung aus den laufenden Geldern der Regelleistung in kleinen Raten wieder einbehalten wird, ist jedoch schlicht unverschämt.

Die Trägerversammlung, die aus der Stadt Duisburg mit Vertretern der CDU, DIE GRÜNEN und der SPD und Vertretern der ARGE besteht, mutet damit den Hartz-IV-Empfängern noch weitere Kürzungen ihrer Bezüge zu, obwohl ihre Transferleistungen bereits unter dem Existenzminimum liegen.

Das ist rechtswidrig. Jeder Hartz-IV-Empfänger lebt unter der Pfändungsfreigrenze (989,99 Euro) und im SGB I § 51 ist ein grundsätzliches Aufrechnungsverbot enthalten. Ratenzahlungen dürfen daher nur dann einbehalten werden, wenn Betroffene eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben und mit ihrem Einkommen über der Pfändungsfreigrenze liegen.

Ich kann nur allen betroffenen Bürgerinnen und Bürgern raten, nicht auf das Angebot der Stadt Duisburg und der ARGE einzugehen.

DIE LINKE Duisburg fordert die Stadt und die politischen Gremien auf, endlich aktiv zu werden, damit das Recht auf Bildung für alle Kinder gleichermaßen umgesetzt werden kann.“

Dez 7, 2:48 PM

Wie schon gesagt ein wichtiger Rat. Und man kann schon betroffen sein ohne arbeitslos zu werden wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Denn wenn der Lohn nicht reicht und man Hilfe beantragen muss zum Überleben steckt auch ein Arbeitsplatzbesitzer in dieser Zwickmühle!

Da sitzt die ARGE Rheinhausen drin!

Heute waren die ARGE-Mitarbeiter richtig freundlich und entgegenkommend. Das war im Gegensatz zu gestern heute ein fast schon positives Erlebnis. Nach Schilderung der Lage bekam ich ruckzuck die notwendigen Antragsunterlagen und sogar Verständnis für meine Lage. Und das alles nach nur kurzer Wartezeit!

Beim Gespräch hatte ich dann auch den Eindruck, dass selbst viele ARGE-Mitarbeiter der Sozialgesetzgebung kritisch gegenüberstehen! Jedenfalls bekam ich mehrfach den Satz zu hören „wir müssen das leider fragen“ oder „die Gesetze verlangen sowas von uns„! Da ich über kein Vermögen verfüge und außer dem Sparbuch meines Sohnes auch nichts an die Seite legen konnte brauche ich die Nachfragen auch nicht zu fürchten.

Aber mein „werter“ Arbeitgeber, der mich bis heute immer noch nicht kündigen möchte, kann sich darauf gefasst machen, dass ich ihn wegen fehlenden Lohnes verklagen werde. Und die Chancen scheinen auch nicht schlecht zu stehen. Dann brauche ich die Kohle von der ARGE eventuell gar nicht erst in Anspruch zu nehmen. Denn dass finde ich einfach unmöglich, dass sich Firmen um die Lohnzahlung drücken und die Leute zur ARGE schicken mit den Worten „da können Sie Geld kriegen!„. Da stimmte mir auch die Sachbearbeiterin bei der ARGE zu!

Heute hatte ich das „Vergnügen“ zum Arbeitsamt rennen zu dürfen um diesen Monat überhaupt noch sowas wie ein Einkommen zu haben. Da mein „armer“ Arbeitgeber mir keinen ausreichenden Lohn zahlen will muss ich jetzt die öffentliche Kasse anbetteln und Bedürftigkeit nachweisen!

Doch erstmal wurde ich nur abgewimmelt: in der Agentur für Arbeit erklärte man sich nicht für zuständig und verwies auf die ARGE, und bei der ARGE wurde heute niemand bedient, der nicht schon vorher einen Termin hatte. Da die Information auch nicht belegt war bin ich einfach unverschämterweise in die ARGE Rheinhausen reingegangen und habe eine Mitarbeiterin dort angesprochen. „Sie haben keinen Termin, kommen sie morgen wieder!“ bekam ich hastig entgegengehalten. Doch so lasse ich mich nicht einfach abspeisen und wies daraufhin, dass ich dringend Hilfe brauche und erst gestern nachmittag über meine Notlage informiert wurde! Das interessierte die junge hastige Mitarbeiterin überhaupt nicht und knallte mir vor der Nase die Tür zu! Eine ältere Kollegin war wenigstens noch so höflich darauf hinzuweisen, dass es heute leider nicht ginge ich aber morgen ab 07:30 Uhr mein Anliegen vorbringen könnte. Aber dass ich nicht mal Antragsunterlagen bekam fand ich trotzdem ärmlich und wenig kundenfreundlich!

Dann fuhr ich zum Arbeitsgericht um Klage einzureichen nicht ohne vorher meinen „werten“ Arbeitgeber anzurufen und ihn daran zu erinnern, dass er mich gefälligst sofort zu kündigen habe wenn er keine Arbeit und keinen Lohn für mich hat. Da müsse er aber erst mit dem Niederlasungsleiter reden meinte er nur. Und Nachmittags rief mich dann noch ein Arbeitsvermittler der Firma an der mich darum bat es nochmal bei der ARGE zu versuchen und dort wohl auch schon die Mitarbeiter näher kennt. Nur kündigen wollen mich die Chefs wohl immer noch nicht. Trotz Ankündigung einer Lohnklage!

Jetzt werde ich erstmal alle Abos und Versicherungen kündigen, denn das wenige Geld wird von nun an nur noch für das physische Überleben meiner Familie benötigt. Ich muss immer noch damit rechnen den Dezember mit 300 EURO zu überleben. Das werden wahrhaft magere Weihnachten!

Jetzt schreibe ich gleichmal mein erstes Kündigungsschreiben an das Propagandablatt für asoziale „Reform“politik namens Rheinische Post. Das ist schon lange überfällig!

%d Bloggern gefällt das: