Arbeitsplatz

Arbeit ohne Arbeit

Geschichte wiederholt sich manchmal, meine Geschichte von schlecht bezahlten und unsicheren Arbeitsplätzen leider auch immer wieder.

Mein Arbeitgeber hat mir bis heute keinen Dienstplan für April zugeschickt, und wir sind immerhin schon im April. Das bedeutet wieder ohne Bezahlung zuhause rumzuhocken. Es gibt zur Zeit angeblich keine Aufträge, vielleicht haben aber auch die Kollegen Recht, die sagen, dass ich jetzt von der Firma dafür bestraft werde, dass ich einen Einsatzleiter in Düsseldorf wegen Körperverletzung angezeigt und den Niederlassungsleiter nach einer Arbeitnehmervertretung gefragt habe. Sowas mag die Firmenleitung natürlich überhaupt nicht.

Wie dem auch sei, ich werde jetzt schon wieder mit sehr wenig Geld mich und meine Familie über Wasser halten müssen. Irgendwie bekomme ich Lust meinen Chef mit einem Baseballschläger in seinem Büro zu besuchen, allerdings nicht um Baseball zu spielen. Auf jeden Fall suche ich mir jetzt einen neuen Arbeitsplatz, was mich nur so sehr ärgert ist der Umstand, dass eine Firma ihre Arbeitnehmer ganz legal einfach ohne Lohn unter Vertrag halten kann und mit haltlosen Versprechungen vertröstet. Nach über drei Jahren Arbeit zu allen Tages- wie Nachtzeiten auf unsicheren Baustellen, Schrottplätzen, Logistikzentren und in Bürogebäuden zeigt die Firma so gut wie keine Wertschätzung für meine Arbeitsleistung. Andere Kollegen haben aber auch das selbe Problem, es betrifft also nicht nur mich. Dass die Menschen sich und ihre Familien nicht versorgen und sich nicht arbeitslos melden können obwohl sie faktisch keine Arbeit haben interessiert die Chefs nicht. Vielleicht muss jemand mal sehr lautstark und energisch im Firmensitz an die sogenannte Fürsorgepflicht des Arbeitgebers erinnern.

Was kann man in so einer existenziellen Situation sonst noch tun? Ist es rechtlich erlaubt einen Arbeitnehmer über längere Zeit ohne Lohn im Arbeitsverhältnis „festzuhalten“ obwohl keine Arbeit und damit auch kein Arbeitslohn vorhanden ist? Diese Frage werde ich rechtlich prüfen lassen. Auf keinen Fall werde ich tatenlos zusehen wie ich ohne Arbeitslohn in die Armut schlittere, eher werde ich meinen Chef das Leben zur Hölle machen.

Und jetzt gucke ich erstmal in den Stellenmarkt.

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Kleingeld

Wofür arbeite ich eigentlich?! Was nützt mir ein solcher Arbeitsplatz?!

Das war ein Schock als ich die Post öffnete und die Lohnabrechnung sah: ganze 372 EURO Monatslohn kriege ich da raus. Weil im Januar nichts los war hat mich mein „werter“ Arbeitgeber, dem ich am liebsten das Büro xxxxxxxx jagen würde, zu hause warten lassen. Trotz ständigen Nachfragens wurde ich nicht zum Dienst bestellt. Aber anstatt wegen Arbeitsmangels zu kündigen hat man mich mit Ausreden und falschen Hoffnungen hingehalten! Die ganze Zeit durfte ich mich bereit halten um jetzt einen absolut schäbigen Hungerlohn zu bekommen!

Nun darf ich wohl zum ersten Mal in meinem Leben mit „HARTZ IV“ Bekanntschaft machen. Es sei denn mein Arbeitgeber lässt sich wirklich was einfallen denn ich habe ihm klar gesagt, dass ich nun kein Geld mehr für Benzin habe und nicht weiß ob ich es noch schaffe zur Arbeit zu kommen. Im Übrigen ist mein Wagen jetzt auch kaputt! Ab sofort!

Doch der Bereichsleiter vertröstet mich schon wieder und faselt was von Gesprächen mit der Geschäftsleitung und möglichen Fehlern in der Abrechnung nachdem ich ihm gesagt habe, dass ich diese Abrechnung als Kündigungsgrund ansehe und nicht mehr zur Arbeit kommen kann da mein Autotank leer ist. Am Montag soll alles geklärt werden höre ich da. Offenbar nur damit ich meinen Dienst auch übers Wochenende weitermache. Ich spüre nur noch Wut in mir!

Mit massiver publizistischer Unterstützung der Massenmedien wird jetzt für Hungerlöhne geworben. Soll heißen wer Geld verdienen will darf nicht mehr verlangen als der Unternehmer zu geben bereit ist. Auch wenn das nicht zum Leben reicht!

Und die die sonst Subventionen immer verteufeln wollen sich die Niedriglöne auch noch vom Staat finanzieren lassen und faseln von Kombilöhnen und Aufstocken, also Arbeitslosengeld II für Arbeitnehmer trotz Arbeitsstelle! Doch diesmal könnte die große Kampagne der Kapitalmedien (Springer, WAZ, Rheinische Pest usw.) zum Rohrkrepierer werden, denn auch dank unabhängiger Berichterstattung wird klar, dass hier einzelne Großkonzerne auf Kosten der Allgemeinheit großen Profit machen wollen!

Dazu gibt es interessante Beiträge zu lesen. Hier ein Beispiel:

aus http://www.boocompany.com/index.cfm/content/story/id/15254/commentsOpen/true/
PIN = Profit Im Niedrigstlohnsektor?
BOO PIN von Santa

16:43 Dienstag, 04. Dezember 2007

Kann man nur im Niedriegstlohnsoktor Profite machen? Offenbar nur dann, wenn man den Mindestlohn unterschreiten will.
Kaum ist der Mindestlohn durch, droht PIN mit der Entlassung von 1.000 Mitarbeitern.

„Und wenn das nicht reicht, dann entlassen wir eben auch den Rest“, so könnte man das Unternehmen auch verstehen.

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,521313,00.html

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Re: PIN = Profit Im Niedrigstlohnsektor? (Chris the Best)
Bitte nicht auf die Springer-Propaganda reinfallen, dass aufgrund des Mindestlohns die Leute entlassen werden… 😉

http://www.fixmbr.de/mindestlohn-um-vom-eigenen-versagen-abzulenken-geht-die-springer-propaganda-nun-richtig-los/….

Wohin geht es?!

Heute kam ausgerechnet von der Gewerkschaft „ver.di“ die niederschmetternde Nachricht, dass ich nicht selbst kündigen darf obwohl der Arbeitgeber sich weigert mir ausreichenden Lohn zu zahlen!

Der „werte“ Arbeitgeber hat also in diesem Lande das Recht dank asozialer Gesetzgebung seine Mitarbeiter zur ARGE zu schicken damit sie sich dort ihre Existenzsicherung holen können. Und braucht selbst nur einen kümmerlichen Minilohn von 60 Arbeitsstunden auszuzahlen. Der Arbeitnehmer hat aber trotz drohender Armut durch Nicht-Lohnzahlung kein Recht zu kündigen ohne eine Sperre vom Arbeitsamt zu riskieren! Sowas nennt sich „Sozialgesetzgebung“! Der Unternehmer lässt sich seine „stille Reserve“ von den Sozialkassen finanzieren!

Das „Teilzeitgesetz“ macht sowas möglich! Wenn im Arbeitsvertrag irgendwo von „Teilzeit“ oder „teilzeitbeschäftigt“ die Rede ist sollte man bloß nicht unterschreiben, denn sonst kann der Arbeitgeber bei schlechter Auftragslage sogar laut Gesetz nach Auskunft von „ver.di“ seine Arbeitnehmer mit 40 bezahlten Arbeitsstunden im Monat(!) abspeisen. Also deutlich unter 400 EURO!

Bei so einer asozialen Gesetzeslage hilft nur sofortiger Arbeitsplatzwechsel. Denn da trifft man die Arbeitgeber an ihrer empfindlichen Stelle: wenn jeder sofort den Arbeitsplatz wechselt und so jede Planungssicherheit des Arbeitgebers zerstört kann dieser seine Aufträge nicht mehr kalkulieren da er ja nicht mehr weiß ob er noch in zwei Wochen genügend Leute zur Verfügung hat. Und da es immer im Wachgewerbe noch freie Arbeitsplätze gibt kann ich meinen „werten“ Chefs bald die eigene Kündigung auf den Tisch legen. Vorausgesetzt ich habe in meinen nächsten Vorstellungsgesprächen Erfolg!

Mein Kündigung habe ich schon bereit gelegt! Vielleicht fange ich schon übermorgen woanders an!

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