Für eine Handvoll EURO…

14. Februar 2011

Seit dem 1. Januar warten die Langzeitarbeitslosen und Rentner sowie die sogenannten „Aufstocker“ darauf, dass ihre Bezüge den gestiegenen Lebenshaltungskosten angepasst werden sollen! Doch SPD und Güne verhindern das seit Monaten!

Seit Monaten verhandeln die scwarz-gelbe Bundesregierung und die rot-grüne Opposition über die Höhe der Mehrzahlung an die Hilfsempfänger. Als Kleinverdiener betrachte ich dieses Hin und Her mit besonderem Interesse: denn wenn SPD und Grüne mehr Geld für die „HARTZ IV“-Bezieher fordern frage ich mich ob die linken Strategen mal daran gedacht haben, dass Menschen wie ich, die auch für wenig Geld arbeiten gehen, sich ziemlich dumm vorkommen wenn sie sehen, dass Langzeitarbeitslose pauschal mehr Geld kriegen. Denn die Arbeitnehmer, die für Tariflöhne(!) von 6, 7 oder 8 EURO die Stunde brutto arbeiten gehen stehen mit ihren Familien nicht selten finanziell schlechter dar als Langzeitarbeitslose wenn andere soziale Errungenschaften wie diverse Kostenermäßigungen miteingerechnet werden.

Dabei gab es durchaus auch gute Ansätze wie das Bildungsangebot für die Kinder aus den armen Familien um ihnen neue Chancen zu eröffnen und ihnen zu helfen aus dem Kreislauf der Armut auszubrechen. Das und die Erhöhung der „HARTZ IV“-Sätze wäre schon am Jahresanfang möglich gewesen. Doch ausgerechnet die „HARTZ IV“-Erfinder merken auf einmal wie sozial sie sein möchten und fordern mehr Geld, das sie selbst nicht geben wollten als sie regierten!

Aber davon mal abgesehen, wollen die Menschen in diesem Lande wirklich immer mehr von ihrem Geld ausgeben um soziale Wohltaten zu bezahlen?! Sollten wir nicht einfach mal die Bürger fragen wieviel sie bereit sind von ihrem Einkommen abzugeben um Arbeitslose und ihre Familien, arme Rentner, Behinderte, Alleinerziehende, Asylbewerber und andere Hilfsbedürftige zu versorgen? Die gegenwärtige Situation wäre doch eine gute Gelegenheit zu fragen wieviele Menschen in dieser Gesellschaft alimentiert werden sollen und was der arbeitenden Bevölkerung an Zahlungsverpflichtungen noch zumutbar ist!

Natürlich soll diese Gesellschaft auch weiterhin sozial bleiben, aber immer mehr Hilfsleistungen können auch nicht richtig sein! Und gerade viele einfache Arbeitnehmer sehen es auch nicht ein, dass sie mit ihrem knappen Einkommen immer mehr Hilfsempfänger versorgen sollen. Denn über Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer, Krankenkassenbeiträge und viele andere Abgaben müssen ja auch bereits Renten und Krankenversorgung sowie die damit zusammenhändende Sozialbürokratie mitfinanziert werden.

Die Gesellschaft sollte mal darüber diskutieren was und wie das Soziale finanziert werden soll anstatt nur oberflächlich über „Regelsätze“ zu streiten.

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Keine Arbeit!

Macht es einen Unterschied aus ob man vom Arbeitgeber kein Geld kriegt oder ob das Arbeitsamt kein Geld gibt?! Wohl nicht allzuviel! Kein Geld ist kein Geld! Also kündige ich meinem Chef die Kündigung an da auch in nächster Zeit keine Besserung zu erwarten ist und ich mich nicht weiter hinhalten lassen möchte! Er muss mir entweder Arbeit anbieten oder meine Kündigung annehmen.

Mein Kündigungsschreiben habe ich sogar schon formuliert:

xy Corporation
xxxxxxstraße 23

Sofortige fristlose Kündigung

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich mit sofortiger Wirkung unser Arbeitsverhältnis wegen zu niedriger Lohnzahlung sowie nicht eingehaltener Versprechen! Dadurch ist unser Vertrauensverhältnis welches für ein Arbeitsverhältnis unerlässlich ist unwiderruflich zerstört!

Mit sehr großer Enttäuschung verlasse ich das Unternehmen, aber wer mich vorsätzlich in die Armut abstürzen lässt kann keine Loyalität von mir erwarten! Diese Firma ist das allerletzte!

Ohne Gruß

Und ich habe mir geschworen ein Riesentheater im Büro aufzuführen damit auch alle mitbekommen was los ist. Denn auch die anderen Kollegen sind gefrustet wegen unzureichender Arbeit und viel zu wenig Lohn. Der Firma ist das vollkommen egal weil sie ja weiß, dass niemand wagt zu kündigen. Denn die Sperre vom Amt fürchten natürlich alle.

Daher werde ich auch mein Auto abmelden und alle Versicherungen kündigen. Und die nächste Zeit muss ich aus meiner Kriegskasse überleben. Dafür muss dann eben meine Frau „HARTZ IV“ beantragen damit sie und unser Sohn durchkommen. Vielleicht habe ich ja auch Glück und finde schnell eine neue Stelle, man soll die Hoffnung ja nie aufgeben!

Aber richtig sauer bin ich auf die Gewerkschaft ver.di, die mit ihrem Tarifvertrag die menschenunwürdigen miesen Verhältnisse im Bewachungsgewerbe auch noch absegnet. Der Tarifvertrag ist eine Schande für jeden Gewerkschafter!

Farbe und Dunkelheit...

Heute kam nun der zu erwartende Bescheid vom Thyssen Werkschutz und damit der Einstieg in die Armut: das Werksverbot bleibt bestehen und offensichtlich wird meiner Aussage nicht geglaubt während die Falschaussagen der Kollegen vor zweieinhalb Jahren abgenommen werden. Jetzt verliere ich zum zweiten Mal deswegen meine Arbeit weil ich für einen gefährlichen Schläger gehalten werde. Da spielt es keine Rolle, dass ich derjenige war der den Vorfall beim Werkschutz meldete und mit einem Messer angegriffen wurde. Und meine Firma tut nichts für mich und hat auch keine Arbeit für mich!

Doch der wahre Schock kam dann heraus als ich meinen Chef fragte wie denn meine Bezahlung diesen Monat aussieht wenn ich nicht zu Einsätzen gerufen werde: ganze 60 Arbeitsstunden für den Monat November kriege ich nur ausgezahlt. In dem Moment wäre ich am liebsten Amok gelaufen. Eine unbändige Wut machte sich bei mir bemerkbar. Jetzt soll ich allen Ernstes mit einem Monatslohn von vielleicht gerade mal 400 EURO überleben. Und im Dezember sieht es auch nicht besser aus!

Und dann kriege ich auch noch den tollen Tipp mich beim Arbeitsamt oder der ARGE zu melden um „Überbrückungsgeld“ zu beantragen. „Geben Sie mir sofort die Kündigung!“ war meine Antwort . „Aber im Februar brauchen wir Sie schon wieder, dann wird bei der BP genug Arbeit da sein.“ kam es zurück. Bis dahin soll ich allen Ernstes wohl von 400 EURO im Monat leben!

Es ist unglaublich was Arbeitgeber sich heutzutage erlauben. Die Menschen sehenden Auges in die Armut abrutschen zu lassen ist doch wohl das Niederträchtigste was man sich denken kann. Jetzt muss ich um Geld betteln gehen nur weil die große Weltfirma ThyssenKrupp mir nicht die Erlaubnis gibt auf dem Werksgelände zu arbeiten und mein Arbeitgeber mich nicht rechtzeitig kündigt und überhaupt nicht informiert was für negative Folgen das für mein Einkommen hat.

Ich kann das immer noch nicht fassen und suche mir jetzt sofort einen neuen Job und verklage meinen Arbeitgeber. Lebe ich hier wirklich in Deutschland? Oder ist das hier schon eine kapitalistische Bananenrepublik ohne soziale Rechte?!

Meine Kopfschmerzen werden jetzt immer heftiger und ich erwische mich selbst bei sehr dunklen Gedanken…

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