Heute wurde im Integrationsrat der Stadt Duisburg wieder deutlich wie verkrampft und distanziert das Verhältnis der Duisburger SPD zum Islam ist.

Die Vertreter der Duisburger SPD taten heute im Integrationsrat alles um eine Resolution zugunsten der Beschneidung wie sie im Islam und Judentum üblich ist zu verhindern. Die alevitische Aktivistin und SPD-Ratsfrau Keklik war sich nicht einmal zu schade, die Beschneidung von männlichen Kindern wie im Islam und Judentum üblich mit der Beschneidung von Mädchen in Ostafrika zu vergleichen. Die Abneigung auf alles was nach Islam aussieht muss bei einigen SPD-Vertretern ziemlich ausgeprägt sein.

Als die SPD-Vertreter merkten, dass eine Mehrheit der Integrationsratsmitglieder die Resolution zugunsten der religiösen Beschneidung von Jungen wie im Islam und Judentum üblich behandeln und beschließen wollten schlug der SPD-Mann Idik vor den Passus mit der Weitergabe der Glaubenswerte an die Kinder durch ihre Eltern zu streichen und begründete das mit der Gefahr einer möglichen „Zwangsmissionierung“, in Klartext die SPD möchte Eltern am liebsten verbieten ihre Kinder nach ihren Werten zu erziehen.

Zu guter letzt hatten dann die meisten Integrationsratsmitglieder keine Lust mehr sich weiter zu streiten und akzeptierten die Änderungsvorschläge der SPD mit der ausdrücklichen Ablehnung der Beschneidung von Mädchen, was auch unstrittig war, und der Streichung der Weitergabe der religiösen Werte an die Kinder durch ihre Eltern, was auf mich wirkt als wolle die SPD den Eltern die Erziehung ihrer Kinder wegnehmen oder zumindestens eine religiöse Erziehung verbieten.

Immerhin musste die SPD ihren Widerstand gegen die Resolution aufgeben die dann einstimmig angenommen wurde:

Glauben und Leben — religiöse Identität bewahren

Der Integrationsrat der Stadt Duisburg begrüßt ausdrücklich die Bemühungen
der Bundesregierung und des Bundestages, die Beschneidung aus religiösen
Gründen von männlichen Kindern, wie sie im Islam und Judentum vorgenommen
werden, auf eine sichere rechtliche Grundlage zu stellen. Es ist zwingend
notwendig, Rechtssichersicherheit für muslimische und jüdische Eltern zu
schaffen, die ihre Söhne nach den Geboten ihres Glaubens beschneiden lassen
wollen, um ihre religiöse Identität zu bewahren und weiterzugeben.
Die Beschneidung von Mädchen fällt aber nicht darunter und ist auch nicht
mit Islam und Judentum vereinbar.

Dabei ist es unbestritten wichtig, dass moderne medizinische Standards
gelten und eine fachgerechte Ausführung der Beschneidung sichergestellt
wird. Die Beschneidung männlicher Kinder ist dann auch ungefährlich. Sie
bietet laut entsprechenden Studien der Weltgesundheitsorganisation WHO
sogar gesundheitliche Vorteile. Die Beschneidung von Mädchen fällt aber nicht
darunter und ist auch nicht mit Islam und Judentum vereinbar.

Wir fordern daher die Duisburger Bundestagsabgeordneten auf, sich bei
den Beratungen in dem entsprechenden Gesetzgebungsverfahren dafür
einzusetzen, dass Muslime und Juden in Deutschland weiterhin ihren Glauben ausüben können.

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Jüdische Gemeinde am Duisburger Innenhafen

Jüdische Gemeinde am Duisburger Innenhafen

Seit es vor einigen Tagen zum brutalen Überfall auf einen jüdischen Rabbiner in Berlin durch vermutlich arabischstämmige Jugendliche kam wird in manchen Medien aber auch von Politikern versucht Muslimen antisemitisches Gedankengut zu unterstellen.

Leider stimmt das manchmal, es gibt auch judenfeindliche Stimmungen unter manchen Muslimen, häufig beziehen sich diese feindlichen Stimmungen aber auch auf den Nahost-Konflikt und werden durch Ereignisse in Israel, Palästina und den arabischen Nachbarstaaten hervorgerufen. Ein Vergleich mit dem Antisemitismus der Neonazis ist da ziemlich fragwürdig. Natürlich hilft das dem krankenhausreif zusammengeschlagenen Rabbi und seiner Familie in Berlin nicht. Es ist natürlich auch nur ein schwacher Trost für den Betroffenen sowie die in Deutschland lebenden Juden, dass die übergroße Mehrheit der Muslime solche Gewaltakte ablehnt und selbstredend auch die muslimischen Dachverbände den gewalttätigen Übergriff verurteilt haben. Aus welchen Motiven die brutalen Schläger ihre Tat auch immer verübt haben mögen, sie wandern dafür hoffentlich bald hinter Gittern.

Ich kann natürlich nicht für alle Muslime reden, wer kann das auch schon, aber meiner Meinung nach müssten Muslime und Juden in diesem christlichen Land natürliche Verbündete im Kampf gegen Benachteiligung und Missachtung ihrer religiösen Identität sein. Ob „Beschneidungsverbot“, Schächten von Schlachttieren oder ewige Totenruhe, es gibt Gemeinsamkeiten und gemeinsame Interessen gegenüber der christlichen Mehrheitsgesellschaft zu vertreten. Eine Gesellschaft, die von „Verstümmelung“ und „körperliche Misshandlung von Kindern“ spricht wenn Eltern ihre männlichen Kinder wie seit Jahrtausenden üblich beschneiden lassen und mit dem Tierschutzgesetz versuchte das ebenfalls seit Jahrtausenden übliche Schächten von Tieren zu verbieten.

Vor der Oberbürgermeisterwahl in Duisburg habe ich mit einigen Mitgliedern der DAL und von Moscheevereinen darüber diskutiert ob wir nicht den unabhängigen Oberbürgermeisterkandidaten Rubinstein unterstützen sollen, fast alle waren nach längerer Diskussion dafür. Fast alle Mitglieder der DAL sind Muslime, manche sind schon seit Jahrzehnten politisch aktiv und politisch eher rechtskonservativ wie türkisch-national eingestellt. Aber auch die fanden es gut einen Kandidaten zu unterstützen, der inhaltlich die Interessen von Migranten vertritt. Dass Herr Rubinstein auch Geschäftsführer der jüdischen Gemeinde in Duisburg ist wussten viele schon vorher, einige hatten die Gemeinde schon besucht, alle Mitglieder habe ich aber selbstverständlich auch darüber informiert. Mancher fragte „ob man dem Juden auch trauen könne“, aber keiner lehnte es von vornherein ab über eine Unterstützung zu diskutieren, die wir dann auch beschlossen.

Ich habe sogar Zustimmung gefunden als ich vorschlug auch in Zukunft ein gutes Verhältnis zur jüdischen Gemeinde zu pflegen und bei gemeinsamen Interessen auch eine lockere Zusammenarbeit zu initiieren. Mein Eindruck ist, dass solange es nicht um den „Nahost-Konflikt“ oder Israel und die Palästinenser geht, das Verhältnis zwischen Juden und Muslimen sehr entspannt sein könnte. Das ist hoffentlich wichtiger als jugendliche Schläger und radikalislamistische Organisationen, die den Glauben dazu missbrauchen Menschen aufzuhetzen.

Ich werde jedenfalls meine Möglichkeiten dazu nutzen um wenn vorhanden gegen antisemitisches Gedankengut vorzugehen und für eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Muslimen und Juden zu werben.

Benny im Kostüm zur Feier seiner Beschneidung

Benny im Kostüm zur Feier seiner Beschneidung

Seit ein deutsches Gericht entschieden hat, dass Beschneidungen bei männlichen Kindern wie sie im Judentum und Islam zum religiösen Selbstverständnis gehören strafbar sind stellt sich wieder die Frage ob die deutsche Mehrheitsgesellschaft alle nicht-christlichen Glaubensgemeinschaften in diesem Lande an ihrem religösen Leben hindern möchte.

Wahrscheinlich begreifen die meisten Menschen in diesem Lande nicht wirklich wie wichtig für die religiöse Identität die Beschneidung der männlichen Kinder sowohl im Judentum als auch im Islam ist. Wer das verbieten will muss eigentlich auch Judentum und Islam in Deutschland verbieten wollen denn die Beschneidung der Söhne ist in beiden Religionen die Voraussetzung um überhaupt zur Glaubensgemeinschaft dazugehören zu können. In einer zunehmend religionskritischen Gesellschaft wird das leider nur von wenigen verstanden.

Verständlich, dass sich einmütig nun der Zentralrat der Juden wie muslimische Dachverbände gegen diesen Angriff auf ihren Glauben zur Wehr setzen und sich entsetzt fragen ob sie an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden sollen. Seit Jahrtausenden werden männliche Kinder beschnitten, das Gebot lässt sich sogar im Alten Testament der Bibel nachlesen. Seit fast 2000 Jahren leben Juden in Deutschland und beschneiden ihre Söhne gemäß den Geboten ihres Glaubens, das gleiche gilt für Muslime, die seit einigen Jahrzehnten hier zuhause sind. Jetzt auf einmal findet ein Gericht das strafbar, und viele Kommentatoren und Leserbriefschreiber finden das auch noch richtig. Hier sehen wohl einige wieder die Gelegenheit andere Glaubensgemeinschaften zurückzusetzen.

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