Screenshot Atatürk und türkischsprachiger Artikel in der Bild-Zeitung

Screenshot Atatürk und türkischsprachiger Artikel in der Bild-Zeitung

Seit Tagesschau, BILD-Zeitung und diverse andere deutschsprachige Medien angefangen haben auf türkisch zu publizieren weiß ich, dass Deutschland nur das beste für die Türkei will!

Früher hieß es immer „Hier wird Deutsch gesprochen“ und gerade die Türken sollten sich besser anpassen. Dank Erdogan ist das nun Schnee von gestern, es ist geradezu en Vogue geworden in türkischer Sprache zu publizieren um der türkischsprachigen Bevölkerung Demokratielektionen erteilen zu können und sicher zu gehen, dass der gemeine Deutschtürke auch weiß was die deutsche Mehrheitsgesellschaft von ihm erwartet, also wie er abzustimmen hat beim türkischen Verfassungsreferendum, und wehe er hält sich nicht daran. Dann kann er doch zu seinem Erdogan in die Türkei gehen. Oder wie es der allseits beliebte Cem Özdemir, der Pate der Armenienresolution, vorgestern so schön zurückhaltend in Marxloh ausdrückte: „Niemand wird gezwungen in Deutschland zu bleiben…wer Erdogan super findet kann gerne in der Türkei leben…“. Wenn das kein glaubwürdiges Plädoyer für Meinungsfreiheit ist.

—> Videoclip: Fragen an Cem Özdemir

Überhaupt drängt sich mir nach den Erfahrungen mit der Trump-Hysterie der Verdacht auf viele politisch Verantwortliche in Deutschland bestimmen gerne für alle Länder der Welt was Demokratie ist und wie sie ausssehen darf. Da ist doch klar, dass die Türkei sich kein eigenes Regierungssystem geben darf ohne vorher um Erlaubnis zu fragen. Sowas wie nationale Souvärenität kennen die linken und grünen Beglücker der Menschheit eben nicht. Und die türkischen Bürger einfach mal selbst entscheiden zu lassen trauen sich die demokratischen Lehrmeister irgendwie auch nicht.

Eigentlich ist eine Volksabstimmung die demokratischste Art über eine Verfassung zu entscheiden. Wir wären vielleicht froh wenn wir in Deutschland als einfache Bürger auch mal über bundespolitische Themen abstimmen dürften. Leider dürfen wir aber noch nicht mal unser Staatsoberhaupt bestimmen. Dafür beschimpfen dann einige den vom Volk direkt gewählten türkischen Staatspräsidenten als „Diktator“. Man muss Recep Tayyip Erdogan nicht mögen, und seine Nazivergleiche lehne ich natürlich selbstredend ab, aber er hat es schon geschafft uns selbst etwas undemokratisch aussehen zu lassen in unserem Bestreben den türkischen Wählern die richtige Entscheidung vorzugeben und die „falsche“ Meinung im Wahlkampf zu behindern. So als ob die künftige türkische Verfassung auch für Deutschland gelten würde. Sie gilt aber nicht hier, und deswegen geht es uns überhaupt nichts an wie die Türken entscheiden.  Sie werden schon wissen was sie tun. Oder demokratisch ausgedrückt: das Volk entscheidet, in diesem Falle das türkische. Lasst uns das als Deutsche einfach akzeptieren.

 

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