Gemeinnütziges Giftgas!

8. April 2009


Das Gefahrensymbol für giftige Substanzen nach der Richtlinie 67/548/EWG vom European Chemicals Bureau (Chemikalienfachstelle der EU).

Heute morgen sah ich auf der Titelseite der Rheinischen Post als erste Meldung die Vereinbarung der NRW-Landesregierung mit Bayer in der die geplante CO-Pipeline als „gemeinnützig“ deklariert wird!

Die Pipeline führt auch über den Duisburger Süden und transportiert hochgiftiges Kohlenmonoxid (CO)! Bayer will mit der Pipeline kostengünstiger produzieren können. Das ist auch nicht unbedingt verwerflich und sichert wohl auch manchen Arbeitsplatz. Aber was ist daran gemeinnützig???

Das Gewinnstreben eines milliardenschweren Konzerns wie der Bayer AG zum „gemeinnützigen“ Ziel zu erklären scheint wohl eher zu demonstrieren wie mächtig heutzutage Kapitalinteressen geworden sind!

Zumal die CO-Pipeline auch an Wohngebieten vorbeiführt und so tausende von Menschen, die dort leben in ernste Lebensgefahr bringt. Denn ein noch so kleines Leck kann sofort tödliche Folgen haben.

Während meiner 15 Jahre als Bergmechaniker auf der Zeche bin ich natürlich auch unter Tage ständig auf CO-Warnmelder gestoßen, die schon bei 20 ppm („parts per million“!) Alarm schlugen! Und in den regelmäßigen Sicherheitsschulungen lernte ich mit den anderen Kumpels zusammen, dass schon 50 ppm tödlich sein können! Also wohlgemerkt, 50 millionstel Teilchen!!!

Ich kann nur allen Leuten, die in der Nähe der CO-Pipeline leben dringend raten sich CO-Warnmeldegeräte anzuschaffen und nur noch wie in manchen Industriebetrieben mit mobilen CO-Warnmeldern in die Nähe der Pipeline zu gehen. Denn das hochgiftige Gas ist geruchlos und man spürt bei einer Vergiftung nur eine plötzliche Müdigkeit bevor man bewußtlos wird und leider nicht mehr in dieser Welt aufwacht.

Aber man stirbt dann wenigstens mit dem beruhigenden Gefühl, dass es für einen „gemeinnützigen“ Zweck ist!

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