Sanierungsfall

18. Dezember 2012

Brandmelder mit Kappe

Brandmelder mit Kappe

Die SPD-Apparatschiks in Duisburg haben mal wieder ganze Arbeit geleistet: eine nagelneue Veranstaltungshalle ist nun nach gerade einmal 5 Jahren zum Sanierungsfall geworden.

Die Presse schreibt darüber nur sehr halbherzig, schließlich sind bei der Projektleitung während des Baus nur SPD-Apparatschiks unter sich gewesen. Und alle näheren Einzelheiten über offen gehaltene Hände und sträflich nachlässige Projektlenker aus Zieling-Zeiten, die jahrelang mit geschlossenen Augen über die Baustelle liefen und alle Belege blindlings für bare Münze nahmen werden unter Ausschluss der interessierten Öffentlichkeit in nicht-öffentlichen Sitzungen behandelt. Die SPD-Propagandablätter des WAZ-Konzerns, die sonst auch über nicht-öffentliche Details aus Sitzungen berichten sind auffällig zurückhaltend wenn langjährige SPD-Apparatschiks während ihrer Tätigkeit die Hand aufhalten und mit üblen Tricksereien auf Kosten der Bürger Hallen errichten, die nicht mal den geringsten Sicherheitsvorschriften genügen.

Konzert in einer unsicheren Halle

Konzert in einer unsicheren Halle

Der geneigte Leser wird spätestens jetzt wissen welche neue Halle in Duisburg gemeint ist, die jahrelang betrieben wurde ohne wirklich sicher zu sein. Und keiner der Verantwortlichen hat etwas davon wissen wollen. Welches Parteibuch alle Beteiligten haben brauche ich hier natürlich nicht zu erwähnen. Ich rate nur allen kritischen Geistern, die Meldungen aus der Lokalpresse sehr misstrauisch zur Kenntniss zu nehmen, es steht weniger als die halbe Wahrheit darin, die Zustände während des Baus waren viel schlimmer. Leider darf ich nicht mehr darüber schreiben. In Duisburg sind alle Sauereien „nicht-öffentlich“.

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Brand bei Thyssen?

28. Oktober 2012

Rheinufer bei Duisburg-Beeckerwerth am 2810.2012 um 06:20 Uhr

Rheinufer bei Duisburg-Beeckerwerth am 2810.2012 um 06:20 Uhr

Vor nicht mal einer Stunde bin ich nach einer 13-Stunden-Nachtschicht auf dem Weg von der Arbeit nach Hause am linken Rheinufer bei Baerl vorbeigekommen als ich dichte Rauchschwaden auf der anderen Uferseite bei Duisburg-Beeckerwerth bemerkte. Genau dort wo sonst immer das Oxygenstahlwerk II von Thyssen gut zu erkennen ist sowie die daneben liegenden Anlagen.

Normalerweise ist dort immer alles gut erleuchtet und bietet so eine imposante nächtliche Kulisse. Aber heute morgen war praktisch außer Rauch nichts zu erkennen, selbst die Rheinbrücke war teilweise kaum zu sehen. Entweder brennt es bei Thyssen oder in der unmittelbaren Nähe. Denn ein leichter Brandgeruch lag auch in der Luft.

Rauchschwaden auf dem rechten Rheinufer bei Duisburg-Beeckerwerth und Duisburg-Laar am 28.10.2012 um 06:15 Uhr

Rauchschwaden auf dem rechten Rheinufer bei Duisburg-Beeckerwerth und Duisburg-Laar am 28.10.2012 um 06:15 Uhr

Irgendwie haben wir in unserer Stadt ein wenig Pech was die Sicherheit in Industriewerken angeht: erst vor wenigen Wochen zogen dicke Rauchschwaden von einem Brand in einem Düngemittelwerk in Krefeld-Linn über unsere Stadt hinweg und sorgten für dicke Luft und viel zusätzlichem Feinstaub. Offensichtlich gibt es noch einigen Verbesserungsbedarf was die Brandvermeidung in Industriebetrieben angeht.

Da wird Kasino gespielt

Es ist unfassbar: nach 5 Jahren ist den Experten unserer Stadtverwaltung aufgefallen, dass es in der Mercatorhalle praktisch keinen Brandschutz gibt!

Gestern wurde wohl endlich das getan was schon vor über 5 Jahren hätte passieren müssen: eine penible Kontrolle aller Brandschutzeinrichtungen in der neuen Mercatorhalle. Es ist irgendwie immer noch unbegreiflich, dass niemand in den letzten 5 Jahren bemerkt haben will, dass es keine Brandschutzwände gab, sondern laut Medienberichten nur billige Rigipsplatten und auf Brandmeldern sogar die ganzen Jahre über noch die Schutzkappe steckte sowie etliche andere unfassbare Mängel.

Schwerste Mängel, die kein Verantwortlicher bemerkte, man vertraute blind dem Sachverständigen und hätte bei einem Brand unzählige Menschenleben riskiert. Die damals zuständigen Verantwortlichen der Verwaltung sollen laut Lokalmedien der ehemalige Stadtdirektor Brandt und der Stadtkämmerer Langner gewesen seien. Auch das Planungsamt, dass doch damals eigentlich dem allseits bekannten Ex-Baudezernenten Dressler unterstand soll bei der Geschichte beteiligt gewesen sein.

Ich bin mal auf die Sitzung des Rechnungsprüfungsausschusses in knapp vier Wochen gespannt, vielleicht werden da mal neue Erkenntnisse zu den Verantwortlichkeiten beim Bau des CityPalais verbreitet. Leider aber natürlich nur in „nicht-öffentlicher“ Sitzung, also am Bürger vorbei. Ich kann jedenfalls nicht glauben, dass fehlende Brandschutzwände jahrelang nicht bemerkt wurden, und denke wie so manch anderer, dass da wohl gewisse Leute beim Bau und vielleicht auch nach Inbetriebnahme der Halle angestrengt weggeschaut haben. Falls das der Fall war wurde über 5 Jahre lang bei jeder Großveranstaltung in der Mercatorhalle geradezu kriminell mit dem Leben von Menschen gespielt. Gehen Korruption und Geldgier so weit, dass „Fachleute“ dieses Risiko eingehen? Hoffentlich werden diese und andere Fragen bald geklärt werden.

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