Duisburg Bulvari

In unserer Partnerstadt Gaziantep

Vor einigen Stunden kam die schlechte Nachricht, dass der Bombenterror der PKK auch unsere Partnerstadt Gaziantep im Südosten der Türkei erreicht hat und zahlreiche Todesopfer forderte

Ausgerechnet während der Ramazan-Feiertage, also dem Zuckerfest, wurde im Stadtzentrum von Gaziantep ein blutiger Bombenanschlag verübt. Medien sprechen von „mindestens 8 Toten“ und „zahlreichen Verletzten“. Gerade Gaziantep steht schon seit Jahrtausenden für das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Völker und Religionen. Beim Besuch der Stadt in einer offiziellen Delegation des Duisburger Stadtrates vor knapp zwei Jahren konnten ich und die anderen Teilnehmer die bunte vielfältige Kultur Gazianteps bewundern sowie die wirtschaftliche Dynamik der Stadt bestaunen, die längst zu einer regionalen Metropole geworden ist.

Es gilt als sicher, dass die Terroristen der PKK für den gestrigen blutigen Anschlag verantwortlich sind, offensichtlich wollen sie das friedliche Zusammenleben der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen in der Region torpedieren um ihre separatistischen Ziele zu verwirklichen. Ich hoffe, dass die Menschen sich durch den Terror aber nicht gegeneinander aufbringen lassen.

Dem Oberbürgermeister Gazianteps, Dr. Asim Güzelbey, habe ich gerade als Duisburger Ratsmitglied per eMail meine Anteilnahme und mein Beileid ausgedrückt. Das ist das wenigste was man an diesem traurigen Tag tun kann.

Duisburg Bulvari

Heute endet der dreitägige Besuch bei unseren Freunden in Gaziantep!

Seit 2005 hat die Stadt Duisburg mit der türkischen Stadt Gaziantep eine Städtepartnerschaft begründet! Und daraus hat sich eine interessante und freundschaftliche Zusammenarbeit entwickelt!

Duisburger Straße

Es hat auch schon einige Besuche und Gegenbesuche gegeben, die geholfen haben die Beziehungen zwischen den beiden Städten zu vertiefen. Jugendliche aus beiden Städten haben die jeweils andere Stadt kennengelernt und auch wirtschaftliche Kontakte sind erleichtert worden.

Gaziantep hatte zum Pistazienfest Vertreter aus allen Partnerstädten eingeladen und mit Ulan Bator in der Mongolei sogar eine neue Partnerschaft begründet. Und so durften ich und Vertreter anderer Ratsfraktionen zusammen mit Mongolen, Syrern, Franzosen und Niederländern bei zahlreichen Veranstaltungen der Stadt anwesend sein und lernen wie dynamisch Gaziantep in den letzten Jahren gewachsen ist. Der Zoo der Stadt ist übrigens der drittgrößte der Welt und hat Eintrittspreise von ca. 1,50 EURO pro Erwachsenen!

Überall in der Stadt wird gebaut, die imposanten Einkaufszentren sind überlaufen und das kulturelle Leben scheint auch zu blühen. Jedenfalls wirkten das Folklorefestival mit Ministerbesuch sowie das Nachtleben der Stadt recht beeindruckend. Leider haben die drei Tage kaum ausgereicht um die alte historische und zugleich moderne Stadt wirklich kennenzulernen.

Handwerkskunst aus Gaziantep

Neben den vielen offiziellen Anlässen hatten ich und die anderen Delegationsteilnehmer dann gestern noch Gelegenheit Pistazien und sehr ästhetisch wirkende Kupferwaren zu kaufen. Gaziantep ist ja auch wegen seiner Pistazien und den zahlreich daraus hergestellten Waren bekannt. Interessant ist auch die multikulturelle Tradition dieser alten und modernen Stadt: Muslime und aramäische Christen sowie Türken, Kurden und Araber leben hier seit Jahrhunderten zusammen. Die Stadtverwaltung hat sogar vor kurzem erst die Renovierung einer alten Kirche abgeschlossen.

Beschämt war ich als ich sah mit welchem Aufwand Gaziantep seine Partnerstädte würdigt: große Boulevards wurden nach den jeweiligen Partnern benannt was natürlich auch einen imposanten „Duisburg Bulvari“ auf der größten Hauptstrasse der Stadt zur Folge hat. Zusätzlich wurden auch noch die Wappen der Partnerstädte an anderer Stelle gut sichtbar aufgestellt.

Duisburg in Ostanatolien

In Duisburg wäre sowas wohl nur sehr schwer durchzusetzen. In Gaziantep haben sich dagegen sogar Geschäfte und Wohnanlagen nach Duisburg benannt.

Überall wurden wir in der Stadt sehr freundschaftlich aufgenommen und konnten viele Eindrücke gewinnen! Ich war zum ersten Mal in Gaziantep, aber sicher nicht zum letzten Male!

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