Mercatorhalle im bei einem Konzert in 2011

Mercatorhalle bei einem Konzert in 2011

„Avanti Dilettanti“ scheint das Motto mancher Verantwortlicher in unserer Stadt zu sein. Nach über 5 Jahren fällt auf einmal auf, dass die neu gebaute Mercatorhalle im City Palais nicht sicher ist und geschlossen werden muss.

CityPalais

Die Veranstaltungshalle schlechthin in unserer Stadt, in der schon seit über 5 Jahren jede Menge Großveranstaltungen mit vielen tausend Besuchern stattfanden war die ganze Zeit nicht sicher. Früher habe ich ja immer gedacht, dass neue Gebäude, und insbesondere Veranstaltungsorte an denen Menschenmassen regelmäßig auflaufen vor(!) Inbetriebnahme penibel auf Einhaltung aller Sicherheitsstandards kontrolliert werden. Die Halle wurde Anfang 2007 eröffnet, der Stadtdirektor hieß damals noch Brandt und war meines Wissens nach auch für die Überwachung der Bauarbeiten am „City Palais“ zuständig, also auch für die darin befindliche „Mercatorhalle“. Ebenso stellt sich die Frage wer von den „Fachleuten“ bei IMD oder DMG die ordnungsgemäße Abnahme der Halle verpennt hat.

Ich bin ja mal gespannt ob jetzt auch geklärt werden wird wer Mist gebaut hat. Der neue Oberbürgermeister hat die Halle sofort zugemacht, so schwer sollen die Mängel sein. Wäre nicht auch eine andere weniger radikale Zwischenlösung möglich gewesen? Von anderen Veranstaltungsorten weiß ich als Sicherheitsfachkraft, dass bei Brandschutzmängeln auch sogenannte „Brandwachen“ und verschärfte Veranstaltungsregelungen wie Begrenzung der Besucherzahlen für eine Übergangszeit möglich sind um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Wieso ging das hier nicht? Die Geschäfte und Gastronomen im „City Palais“ sowie das Kulturleben in unserer Stadt werden jetzt durch die Radikalmaßnahmen der Stadt ziemlich in Mitleidenschaft gezogen.

Offensichtlich will sich die neue Stadtspitze mit leicht übertriebenen wie auch nicht ungefährlichen Aktionismus besonders hervortun. Bei der Gestaltung der neuen Bahnhofsplatte vorm Hauptbahnhof zeigt sich das gleiche Phänomen: da sollen jetzt irgendwelche Zwischenlösungen realisiert werden, die groß medial verkündet werden aber weder der Politik bekannt gegeben wurden, als Ratsherr habe ich bis heute nichts offizielles vorliegen, noch den Förderbedingungen entsprechen können. Die Gestaltung der Platte ist in einem Wettbewerb vor einiger Zeit festgelegt worden, finanziert mit Landesfördermitteln, wenn ich mich noch richtig erinnere.

Wenn jetzt auf Veranlassung des neuen Oberbürgermeisters was anderes vorm Hauptbahnhof realisiert werden sollte stellt sich nicht nur die Frage wer das bezahlt, schließlich sind wir immer noch eine Nothaushaltskommune, sondern auch ob die Fördermittel des Landes für die Gestaltung nicht in Gefahr geraten und ob es nicht auch entsprechender Beschlüsse der kommunalpolitischen Gremien bedarf. Ich hoffe ich irre mich, aber ich werde den Verdacht nicht los, dass die Verantwortlichen unserer Stadtspitze nicht so richtig wissen was sie tun.

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Komische Oper

7. Juni 2012

Duisburger Stadttheater

Duisburger Stadttheater

Wird das Theater bald leer sein? Gibt es schon bald keine Oper und keine Philharmonie mehr in Duisburg?

Der Sparzwang könnte auch hier zu Schließungen und dem Wegfall wichtiger kultureller Angebote führen. Genauso wie auch in vielen anderen Bereichen. Es war wahrscheinlich auch keine Überraschung, dass auch die Oper am Rhein mit ihren jährlichen Zuschussbedarf von über 35 Millionen Euro zum Objekt des Haushaltssanierungsplanes werden würde. Nun bezahlt zwar Düsseldorf den größten Batzen davon, aber 11 Millionen Euro muss Duisburg tragen, und das fällt immer schwerer angesichts der gewaltigen Haushaltsprobleme. Die politische Diskussion zur Rettung der Oper läuft gerade auf vollen Touren. Die CDU im Duisburger Rathaus wollte schon am 21. Mai im Rat der Stadt eine entsprechende Erklärung beschließen lassen. SPD, Linke und Grüne haben das verhindert. Obwohl alle angeblich die Oper retten wollen.

Ich selbst bin mir noch im Unklaren ob die Oper zu retten ist, das wird sich im Laufe der nächsten zwei Wochen auch in meiner Fraktion herausstellen unter welchen Bedingungen die Opernehe mit Düsseldorf und damit der Spielbetrieb weitergehen können. Es hängt ja auch einiges daran wie die Philharmonie, das Stadttheater und die Mercatorhalle. Ohne Oper würden auch diese Einrichtungen in Gefahr geraten. Es gilt also bis zur entscheidenden Ratssitzung am 25. Juni sehr gut abzuwägen.

Angeblich haben aber SPD, Linke und Grüne, die ja bekanntermaßen über die Mehrheit im Rat der Stadt verfügen schon bechlossen, die Oper zu retten, zumindestens tun sie so. Nur im Rat der Stadt waren sie am 21. Mai nicht bereit dazu, und vorgestern haben sie auch im Kulturausschuss, der zusammen mit den Düsseldorfern tagte alles getan um sich nicht festlegen zu müssen. Die linken Freunde, die zwei Jahre lang fast alle Einsparungen mit dem Argument verhinderten „man werde keine Grausamkeiten am Bürger begehen“ wollen sich jetzt nicht eindeutig für den Erhalt der Kultureinrichtung Oper einsetzen. Kann es sein, dass die SPD mit ihren linken Verbündeten nur die Oberbürgermeisterwahl am 17. Juni abwarten möchte bevor sie dann am 25. Juni bei der Verabschiedung des Haushaltssanierungsplans im Rat der Stadt die Opernehe mit Düsseldorf aufkündigt und damit den Spielbetrieb in absehbarer Zeit? Nur bis dahin spielt sie den Bürger weiterhin das Theater vor sie wolle die Schließung verhindern. In dieses Bild passt auch, dass die Schließungspläne angeblich von einer Verwaltungsmitarbeiterin mit SPD-Parteibuch in gehobener Stellung bei den städtischen Kulturbetrieben stammen.

Es könnte also passieren, dass nach der Oberbürgermeisterwahl die Duisburger SPD ihre alten Versprechungen die Oper zu retten ganz schnell vergisst sobald der Chefsessel im Rathaus von ihrem blassen Jungparteisoldaten in Besitz genommen wird. Jedenfalls haben selbst die Düsseldorfer Genossen es vorgestern bei der gemeinsamen Kulturausschussitzung nicht geschafft die Duisburger Parteifreunde dazu zu bewegen eindeutig für den Erhalt der Opernehe zu votieren. Da sich bis zum 25.06. die Zahlen nicht ändern und die SPD bis heute nicht in der Lage war ein eigenes Sparkonzept vorzulegen (das erwartet sie ständig von der Verwaltung) bleibt nur die Schlussfolgerung, dass es mit Oper und Philharmoniker schon bald vorbei sein wird in Duisburg.

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