Mutmaßungen

10. Oktober 2013

Duisburg

Duisburg

In Hochheide hat gestern ein Haus auf der Kirchstraße gebrannt. Das ist traurig und für die Bewohner eine Tragödie da sie jetzt ohne Dach überm Kopf da stehen und nur notdürftig untergebracht sind.

Nun sind Wohnungsbrände zum Glück eher selten, aber sie kommen auch leider immer wieder mal vor. Bei dem Hochheider Haus gibt es nur die Besonderheit, dass dort laut Medienberichten Armutsflüchtlinge lebten. Und so kommen nun Spekulationen über die Brandursache auf, die bei einer anderen Wohnung mit anderen Bewohnern niemals aufkämen. Dabei sollte es eigentlich keine Rolle spielen welche Nationalität oder Herkunft die mit Rauchvergiftungen davongekommenen Hausbewohner haben. Aber leider ist die Stimmung in der Stadt durch die Diskussionen über Armutsflüchtlinge und die Verhältnisse in gewissen Stadtvierteln zu sehr belastet um nicht auch Vermutungen aufkommen zu lassen, dass vielleicht eine Brandstiftung vorliegt und dass eine solch vermutete Brandstiftung rassistische Motive haben könnte.

Ich hoffe sehr, dass diese Vermutungen nur Vermutungen bleiben. Denn Duisburg hat auch so schon genug Negativmeldungen abbekommen. Schlimm genug, dass Rechtsextremisten immer wieder in unserer Stadt auftauchen und versuchen politischen Profit aus den Problemen zu schlagen, wenn jetzt aber auch noch ein Brandanschlag mit rechtsextremen Hintergrund in den Nachrichten die Runde machen würde könnten wir in Duisburg wohl auf absehbare Zeit alle Werbemaßnahmen für unsere Stadt vergessen.

Ich hoffe daher sehr, dass es sich gestern in Hochheide um einen „normalen“ Wohnungsbrand handelte und die Bewohner schnell wieder eine andere menschenwürdige Bleibe finden. Das wäre für alle die beste Nachricht.

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Brand bei Thyssen?

28. Oktober 2012

Rheinufer bei Duisburg-Beeckerwerth am 2810.2012 um 06:20 Uhr

Rheinufer bei Duisburg-Beeckerwerth am 2810.2012 um 06:20 Uhr

Vor nicht mal einer Stunde bin ich nach einer 13-Stunden-Nachtschicht auf dem Weg von der Arbeit nach Hause am linken Rheinufer bei Baerl vorbeigekommen als ich dichte Rauchschwaden auf der anderen Uferseite bei Duisburg-Beeckerwerth bemerkte. Genau dort wo sonst immer das Oxygenstahlwerk II von Thyssen gut zu erkennen ist sowie die daneben liegenden Anlagen.

Normalerweise ist dort immer alles gut erleuchtet und bietet so eine imposante nächtliche Kulisse. Aber heute morgen war praktisch außer Rauch nichts zu erkennen, selbst die Rheinbrücke war teilweise kaum zu sehen. Entweder brennt es bei Thyssen oder in der unmittelbaren Nähe. Denn ein leichter Brandgeruch lag auch in der Luft.

Rauchschwaden auf dem rechten Rheinufer bei Duisburg-Beeckerwerth und Duisburg-Laar am 28.10.2012 um 06:15 Uhr

Rauchschwaden auf dem rechten Rheinufer bei Duisburg-Beeckerwerth und Duisburg-Laar am 28.10.2012 um 06:15 Uhr

Irgendwie haben wir in unserer Stadt ein wenig Pech was die Sicherheit in Industriewerken angeht: erst vor wenigen Wochen zogen dicke Rauchschwaden von einem Brand in einem Düngemittelwerk in Krefeld-Linn über unsere Stadt hinweg und sorgten für dicke Luft und viel zusätzlichem Feinstaub. Offensichtlich gibt es noch einigen Verbesserungsbedarf was die Brandvermeidung in Industriebetrieben angeht.

Gibt es Hoffnung?

Karneval ist vorbei, endlich möchte ich sagen! Und seit gestern abend darf ich auch überraschenderweise wieder arbeiten weil ein Kollege durch Krankheit ausgefallen ist.

Schade nur, dass ich dann heute abend nicht beim Politischen Aschermittwoch der Linken in Rheinhausen dabei sein kann. Die Stimmung beim Fischessen, guter Musik und polemischen Reden verspricht gut zu werden. Aber Arbeit geht nun mal vor!

Und diese Arbeit scheint noch besser zu sein als das was sich zur Zeit am Arbeitsmarkt finden lässt. Da meldete sich doch gestern und heute die selbe Leiharbeiterfirma telefonisch bei mir um zu fragen ob ich noch arbeitssuchend sei! Aber als ich mitteilte, dass ich eine bessere Arbeitsstelle suche mit deren Verdienst ich auch meine Familie ernähren kann waren die Werber vom „Personaldienstleister“ nicht mehr so an meiner Arbeitskraft interessiert. „1400 EURO brutto sind kaum möglich bei 7 EURO die Stunde!“ war die zögerliche Antwort. Danach war das Gespräch auch mit den üblichen Floskeln schnell beendet. Nur, dass die zweimal anrufen müssen um festzustellen, dass ich nicht für Hungerlöhne zur Verfügung stehe ist wohl ein Zeichen dafür, dass hier viele Stellen zu besetzen sind. Also Hungerlöhne und Armut haben wohl wirklich einen „Aufschwung“!

Und meine Frau ist zur Zeit aufgeregt wegen des Hausbrands in Ludwigshafen mit 9 toten türkischen Bewohnern und vermutet sofort einen Brandanschlag wie „damals in Solingen“! Wahrscheinlich haben viele diesen Verdacht und die türkischen Medien nähren diesen Verdacht auch noch. Ich hoffe sehr, dass es „nur“ eine „normale“ Brandkatastrophe war! Alles andere wäre verheerend für die Stimmung in diesem Lande! Die Kommentare in den Online-Foren diverser Zeitungen sprechen Bände! Ich finde es nur auffällig, dass in kurzer Zeit soviele Brände ausbrechen!

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