Vorgestern hat selbst der Kapitalpräsident und Ex-Banker Köhler in seiner neuesten „Ruck“-Rede auch Fehler eingeräumt und auf seine Ex-Kollegen von den Banken geschimpft!

Nach den gigantischen Schäden und Verlusten der Nieten in Nadelstreifen sah er sich wohl dazu genötigt. Denn wenn hunderte Milliarden EURO einfach so im kapitalistischen Nirvana verschwinden und die Versager in den Bankpalästen auch noch so unverschämt sind dafür Bonuszahlungen zu verlangen und die Allgemeinheit (also wir dummen Steuerzahler!) die Schäden bezahlen zu lassen, kann das schon zu ziemlichen Ärger führen. Und das ausgerechnet auch noch im Wahljahr!

In einer solchen Situation wo das Versagen der Kapitaldiener trotz aller medialen Vernebelungskampagnen sichtbar wird fordert selbst die sonst so kapitaltreue FDP einen Untersuchungsausschuss um die Umtriebe der Spekulanten bei der „Hypo Real Estate“ aufzuklären und der Unfähigkeit der Bundesregierung Merkel/Steinmeier/Steinbrück auf den Grund zu gehen, die schon sage und schreibe 102 Milliarden(!) Euro nur für diese eine Spekulantenbank verbraten hat.

Da lohnt es sich nachzufragen wieso da solche gigantischen Summen unseres Geldes reingesteckt werden und ob die Bankenaufsicht des Ministers Steinbrück nicht schon viel früher hätte eingreifen müssen um die Schäden zu begrenzen!!!

Auf die Aufklärung bin ich schon gespannt. Wenn sie denn nicht mit allerlei Tricks verhindert werden sollte. Denn es sieht so aus als ob die Kapitaldiener der Bundesregierung absichtlich gewartet haben bis die Haftungsverpflichtungen der früheren Besitzer einer Privatbank abgelaufen sind um die Kapitaleigner zu schützen und dem Steuerzahler die Verluste der Spekulanten aufzubürden!!!

Wahrscheinlich ist es bloßer Zufall, dass ausgerechnet im Wahljahr 2009 nach Jahren des Streichens und Kürzens unsere werte Bundesregierung die Bürger mit kleinen Wohltaten bedenkt!

Rente, HARTZ IV, Kindergeld, Kinderzuschlag, Wohngeld und einiges anderes werden nun erhöht um das Volk wieder milde zu stimmen. Denn nach den gigantischen Milliardenpaketen für asoziale Spekulanten und Steuergeschenken für die Kapitalgesellschaften könnten die Bürger ja auf den Gedanken kommen den Kapitaldienern von SPD und CDU/CSU am Wahltag einen unangenehmen Tritt in den Allerwertesten zu verpassen!

Aber wenn die Bürger mal auf die Idee kommen nachzurechnen wer von der Großzügigkeit von Merkel, Münte, Steinbrück und Steinmeier am meisten profitiert werden sie erkennen, dass diese Kapitaldiener wie auch schon in den letzten Jahren vor allem der Oberschicht milde Gaben zu gute kommen lassen: ob 500 Milliarden EURO-„Rettungsschirm“ für die asozialen Spekulanten in den Bankpalästen oder Bonuszahlungen für die Versager von IKB und „Hypo Real Estate“, für diese Herrschaften ist immer wesentlich mehr Geld vorhanden wie für den gemeinen Bürger!

Und natürlich spielen die großen Massenmedien dieses Spiel mit und wagen es nicht zu hinterfragen warum diese Bundesregierung mit Steuerhinterziehern wie einem Zumwinkel Verträge abschließt, die 20-Millionen-EURO-Pensionen für einen kriminellen Manager ermöglichen. Jeder kleine Beamte würde seine Pension verlieren wenn er sich was zu Schulden kommen lässt! Auch für das totale Versagen der Bankenaufsicht wird niemand zur Rechenschaft gezogen. Warum fragt keiner den Bundesfinanzminister Steinbrück von den aSozialdemokraten wieso seine Behörde die letzten Jahre geschlafen hat?! Stattdessen wird dieser Mann, der schon als früherer Ministerpräsident von NRW vor allem durch Pleiten aufgefallen ist auch noch hoch gelobt!

Die nächsten Monate werden wir uns als Bürger mit einer konzertierten medialen Propagandakampagne für diese Bundesregierung konfrontiert sehen, die verhindern möchte, dass wir uns an die Grausamkeiten der letzten Jahre erinnern und an die Steuergeschenke der Merkel-Münte-Steinmeier-Koalition für Hedgefonds („Heuschrecken“) und die Deregulierung der Finanzmärkte, die die derzeitige schwere Krise mitverursacht hat.

Lassen wir uns von BLÖD-Zeitung, WAZ, FAZ & Co. dazu verleiten im September wieder die Kapitaldiener zu wählen, oder wird der Bürger mal so mutig sowohl SPD wie auch CDU/CSU zum Teufel zu jagen?!

In den Amokmeldungen der letzten zwei Tage ist diese Nachricht völlig untergegangen, und selbst die BLÖD-Zeitung, die doch sonst alle möglichen Verfehlungen gleich in ganz großen Schlagzeilen anprangert brachte vorgestern nur eine kleine verschämte 3-Zeilen-Meldung:

Die „Hypo Real Estate“-Bank, die schon 102 Milliarden EURO aus unseren Steuergeldern erhalten hat will nochmal 10 Milliarden! Sonst droht wieder einmal die Pleite!

Mal abgesehen davon, dass in dieser Krise nur noch mit schwindelerregenden Milliardensummen herumjongliert wird, frage ich mich doch langsam wieso seit Monaten ständig scheibchenweise immer neue böse Meldungen aufkommen. Schmeißen die unfähigen Kapitaldiener der Bundesregierung unser Geld in ein Fass ohne Boden???

Sind 102 Milliarden(!) EURO gewissenlosen „Bankstern“ hinterhergeworfen worden? Erst 90, dann 102 und bald schon 112 Milliarden EURO an Steuergeld für asoziale Spekulanten verbrannt???!!!

Wieso waren diese Verluste nicht schon früher bekannt? Hat eigentlich einer mal die Bücher dieser Pleitebank geprüft bevor(!) gigantische Unsummen öffentlichen Geldes in diese private Spekulantenbank flossen?

Oder wollte man uns, den dummen Steuerzahlern nicht gleich die ganze Wahrheit zumuten um einen Aufschrei der Empörung zu verhindern? Das würde dann auch erklären wieso die Massenmedien kaum was zu diesem Skandal sagen.

Wenn ich nur daran denke was mit 102 Milliarden EURO alles Sinnvolles getan hätte werden können! Kindergärten, Schulen, soziale Leistungen, Gesundheitssystem und vieles andere wäre damit locker finanziert gewesen.

Da wurde aber gespart, nur für Spekulanten fließen solche Summen. Da ist selbst das Konjunkturpaket mit gerade mal 50 Milliarden Euro nur ein kleines Pflaster für die öffentliche Meinung!

Das finde ich ziemlich merkwürdig wieso eine einzelne Bank, die kaum einer kennt doppelt soviel Geld bekommt wie das Konjunkturpaket für die Wirtschaft des ganzen Landes!!!

P.S.: In den USA wurde gegen einzelne Spekulanten schon Prozesse eröffnet. Die Angeklagten wurden mit Handschellen vor den Richter geführt! Auf solche Meldungen warten wir in Deutschland wohl vergeblich! Hier kriegen die Verbrecher in Nadelstreifen noch Geld hinterhergeschmissen!!!

Ich hätte ja nie gedacht, dass ich mal einem Artikel von Norbert Blüm zustimmen würde. Aber die Finanzkrise hat nun überdeutlich gezeigt, dass selbst die gute alte gesetzliche Rente doch sicherer ist als die kapitalfinanzierte Privatrente a la Riester!

Da haben Massenmedien und Kapitaldiener aus Politik und Wissenschaft uns jahrelang dazu gebracht unser Geld den Spekulanten in den Banken und Versicherungen hinterherzuwerfen um das große globale Finanzkasino zu bezahlen und nun sind viele hunderte von Milliarden im Nirvana des Kapitalismus verschwunden!

Hier die Analyse von Norbert Blüm dazu:

aus den NachDenkSeiten

„Die Rente ist noch immer sicher!“ von Norbert Blüm

Verantwortlich: Albrecht Müller | Druckversion | Beitrag versenden | < zurück Die kapitalgedeckte Privatvorsorge ist erwartungsgemäß in der Krise. Norbert Blüm bietet eine gut verwertbare Zusammenfassung der Auseinandersetzung. Albrecht Müller

„Die Zeit heilt Wunden“ weiß der kluge Volksmund. Aber die Zeit bringt auch verdrängte Wahrheiten ans Licht, wie viele schon erfahren haben.

„Die Rente ist sicher“. Über diesen Satz wurde kübelweise der Spott ausgegossen, und wer immer das Wort „Rente“ buchstabieren konnte, meinte, es gehöre sich, Blüm ans Bein pinkeln zu müssen.

Als vermeintlicher Retter in höchster Not wurde rund um die Welt und die Uhr die kapitalgedeckte Privatvorsorge angepriesen. Die Versicherungskonzerne rieben sich die Hände. Das Geld klingelte in der Kasse.

Die Kirmes der Privatisierung

So ging es einige Jahre – aber eine kürzere Zeit, als ich selbst erwartet hatte. Auf der Kirmes der Privatisierung ist plötzlich der globale Kater ausgebrochen. Die kapitalgedeckte Privatversicherung ist an allen Ecken der Welt ins Schleudern geraten. Massenweise haben Pensionsfonds ihr Leben ausgehaucht. (Das sind jene Kapitalsammelstellen, die das Geld der Arbeitnehmer einsammelten, mit denen sie die Hedgefonds fütterten, um anschließend die Arbeitsplätze der Arbeitnehmer zu zertrampeln. Ein Perpetuum mobile der Destruktion.)

Aber auch an anderer Stelle war die Kapitaldeckung kein Hit. Das chilenische, von der Weltbank initiierte Alterssicherungssystem, das auf Kapitaldeckung basiert, steht vor der Zahlungsunfähigkeit. In den Niederlanden sieht es nicht viel besser aus. Der größte amerikanische Versicherungskonzern AIG konnte nur mit staatlicher Hilfe gerettet werden, nachdem diese Firma einen Rekordverlust von über 100 Milliarden Dollar zustande gebracht hatte. Hierzulande konnte sich Allianz nur durch Flucht dem Desaster entziehen. In einem Allmachtsanfall kaufte Allianz vor ein paar Jahren für 24 Milliarden Euro die Dresdner Bank, drehte diese, als das Geschäft der Übernahme sich als Flop erwies, der Commerzbank an und machte sich dann – nachdem sie noch 6,4 Milliarden Euro verloren hatte – fluchtartig aus dem Staub. Den Letzten beißen die Hunde.

Der Staat rettet jetzt mit 18 Milliarden Euro Steuergeldern die Commerzbank. Die 30 Milliarden Euro, welche Allianz bei dem „Coup Dresdner Bank“ aus dem Fenster geworfen hatte, waren auch Geld, das aus den Beiträgen der staatlich geförderten Riester-Rente stammten. So ist das, wenn man bei der Alterssicherung auf das Spekulationspferd gesetzt hat.

Die einzige Alterssicherungsform, die von den Turbulenzen des Weltfinanzmarktes nicht berührt wird, ist das umlagefinanzierte, von der Arbeit gespeiste, gute, alte, viel gescholtene Rentenversicherungssystem.

Die Rache der Realität

Die Krise der Weltwirtschaft ist bei Licht betrachtet die Rache der ökonomischen Realität am virtuellen finanzwirtschaftlichen Wolkenkuckucksheim, in dem die Finanzkapitalisten ihre hochstaplerischen Geschäfte betrieben. Alles passé. Es wird nicht mehr so werden, wie es war. Der Wohlstand der Völker, das wusste schon Adam Smith, hängt von der Arbeit ab. Die neue Wahrheit ist die alte: Geld arbeitet nicht – entgegen den Legenden, welche die Finanzwissenschaft unters Volk brachte.

Die Feinde der Rentenversicherung haben sich wechselseitig überboten, um die Rente madig zu machen. Die Crème de la Crème der deutschen Volks- und Betriebswirtschaftslehre war sich nicht zu schade, sich an der Kampagne gegen die Rentenversicherung zu beteiligen. Einer ihrer Leuchten, Herr Professor Oberender, rechnete für BILD sogar aus, wie viel Euro ein heute Geborener in 70 Jahren in die Rentenversicherung eingezahlt hat und wie viel er im Gegenzug aus dieser im Alter erhält. Der Mann muss entweder einen Draht zum lieben Gott gehabt haben oder ein begnadeter Hellseher sein, dass er offenbar alle Fakten des nächsten Jahrhunderts im Kopf hat. An der Börse wissen sie nicht den Aktienkurs der nächsten 14 Tage vorauszusagen, aber die Gurus der Kapitaldeckung rechnen die Renditen der Alterssicherungssysteme für die nächsten Generationen aus. BILD verglich zudem noch den realen Wert der gesetzlichen Rente mit den Zusagen der Privatversicherung, unterschlug bei Berechnung der realen Wertentwicklung bei der Privatrente allerdings kurzerhand die Wirkung der Preissteigerung. Diese aber trifft die Privatrente härter als die gesetzliche Rente, weil die Privatrenten in der Regel nicht dynamisiert sind.

Die Blamage der ökonomischen Gelehrten

Mehr Täuschung durch Hochstapelei war nie unterwegs. Kräftiger hat sich die ökonomische Wissenschaft nie blamiert als im letzten Jahr. Die Hof-Astrologen an den mittelalterlichen Fürstenhöfen, die noch behauptet hatten, die Sonne drehe sich um die Erde, haben die Bewegungen der Sterne genauer vorausgesagt als die modernen Koryphäen der Volkswirtschaftslehre die Bewegungen am Finanzmarkt. Von deren Urteil soll das Vertrauen zur privaten Alterssicherung abhängen? Noch im Herbst vergangenen Jahres hatten diese Professoren der Volkswirtschaft nicht kapiert, was die Stunde geschlagen hatte. Sie säuselten über die Probleme der Wirtschaft, als handele es sich um die Reparatur eines tropfenden Wasserhahns, während das Haus schon brannte…

Der ganze Artikel ist unter http://www.nachdenkseiten.de/?p=3813 nachzulesen!

Die Märchenerzählerin

3. Januar 2009


Kanzlerin-TV

…ein neuer Geist…“ geht angeblich durchs Land! So jedenfalls hörte ich es in der Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin!

Ob sie damit die anstehenden Arbeitsplatzverluste und die pünktlich zum Jahresbeginn erhöhten Krankenversicherungsbeiträge meinte sowie die fetten Milliardenpakete für die Spekulanten in den Bankpalästen?!


Kanzlerin-TV

Und irgendwie werden wir natürlich schon die Krise überstehen dank unserer Kanzlerin und ihrer Garde von Kapitaldienern namens Bundesregierung. Wer glaubt dieser Märchentante eigentlich noch etwas?

In den „NachDenkSeiten“ fand ich dazu auch eine gute ausführliche Analyse:

2. Januar 2009 um 9:52 Uhr
Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin – Eine atemberaubende Flucht aus der Wahrheit
Verantwortlich: Wolfgang Lieb | Druckversion | Beitrag versenden | < zurück

Festtagsansprachen von Politikern sollen den Gemeinsinn ansprechen und bei den Menschen Zuversicht schaffen. Das ist ein legitimes Anliegen. Aber die Neujahrsansprache der Kanzlerin strotzte nur so von Selbstlob und von neoliberalem „Neusprech“. Das Gesagte und das Gemeinte, die Ansprache und die Wirklichkeit könnten nicht weiter auseinander liegen. Man muss nur einmal Satz für Satz hinterfragen, was sich hinter dem Gesprochenen verbirgt und welche Täuschungsversuche hinter den Worten stecken. Wolfgang Lieb

Gehen wir einfach einmal die wichtigsten Sätze durch.

„Deshalb steht für mich auch im kommenden Jahr an erster Stelle, Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen. Gerade hier ist Deutschland in den vergangenen drei Jahren gut vorangekommen. Es gibt heute mehr Erwerbstätige als je zuvor.“

Die Kanzlerin will uns wieder einmal einreden, dass die Zunahme der Zahl der Erwerbstätigen ihr politischer Erfolg sei. Sie verdrängt bis heute, dass die (leichte) Belebung auf dem Arbeitsmarkt vor allem auf den von der Weltwirtschaft getragenen Konjunkturaufschwung zurückzuführen war. Sie fragt darüber hinaus nicht, welche Art der Erwerbstätigkeit zugenommen hat. Sie folgt der inhumanen Parole von der Arbeit zu jedem Preis und zu allen Bedingungen. Kein Wort zum Mindestlohn, kein Wort zu gleichem Lohn für gleiche Arbeit. „Vorangekommen“ ist vor allem die Leiharbeit und die prekäre Beschäftigung und die Zahl der „Aufstocker“, die so wenig verdienen, dass sie auf staatliche Zuschüsse angewiesen sind.

„Auch die Sozialversicherungen sind stabiler geworden und die Staatsfinanzen solider.“

Auf wessen Kosten die Sozialversicherungen „stabiler“ geworden sind, bleibt genauso unerwähnt, wie die Ruinierung der gesetzlichen Rente und die Tatsache, dass die Arbeitslosen-„Versicherung“ kaum noch ihren Namen verdient und Millionen mit dem Arbeitslosengeld II an die Grenze des Existenzminimums geführt hat.
Verschwiegen wird auch, dass die Staatsfinanzen vor allem deswegen solider geworden sind, weil durch den leichten Konjunkturanstieg die Steuern stärker gesprudelt sind.

„Die Familien wurden gestärkt.“

Die Frage ist nur, welche Familien wurden gestärkt. Das Elterngeld hat besser verdienende Familien gestärkt und arme geschwächt. Ca. 155 000 Familien werden durch die Neuregelung schlechter gestellt und das ganz bewusst. Diese Gruppe hat nämlich bei einer Geburt seit dem 1. Januar 2007 volle 3.600 Euro weniger im Geldbeutel. Betroffen davon sind alle Arbeitslosengeld II – (bzw. Sozialhilfe- und Grundsicherungs-) bezieher/innen: Sie bekamen vorher über zwei Jahre hinweg 7.200 Euro und erhalten jetzt wahlweise über ein oder zwei Jahre hinweg nur noch 3.600 Euro.
Die Kindergelderhöhung von 10 bzw. 16 Euro erreicht die Hartz-IV-Empfänger nicht.

War die Streichung der Eigenheimzulage, die Kürzung der Pendlerpauschale, die Beschränkung des Kindergelds nur bis zum 25. Lebensjahr und die Mehrwertsteuererhöhung eine Stärkung der Familien?….

Der ganze Beitrag: http://www.nachdenkseiten.de/?p=3678

Einkaufen macht wieder Spass!

16. Dezember 2008

Alles wird auf einmal billiger: Benzin kostet 50 Cent weniger den Liter wie vor wenigen Monaten und Lebensmittel sind preismäßig auf Vorjahresniveau!

Beim gestrigen Einkauf staunte ich jedenfalls nicht schlecht als ich auch Jacobs Krönung für 2,89 EURO beim Discounter sah, das gibt es sonst nur in den Niederlanden! Und die Preissenkungen waren überall zu finden!

Da auch bei anderen Discountern Preissenkungen stattfinden sieht das Ganze nach einer konzertierten Aktion aus. Offenbar haben einige wichtige Leute beschlossen die Preise zu senken um das Konsumklima in diesem Lande nicht völlig in den Keller rasseln zu lassen. Denn weniger Geld werden wohl in nächster Zeit viele Menschen in diesem Lande haben!

Aber immerhin spare ich jetzt bei jedem Einkauf ordentlich, und da ab nächstem Monat die Krankenkassenbeiträge kräftig steigen werden bei gleichzeitig sinkendem Monatslohn freue ich mich natürlich über das gesparte Geld. Denn wer weiß wie schlimm es noch werden wird!

„Regierung sucht Ideen…“

15. Dezember 2008


Kanzlerin im TV

Was sah ich da gestern im Fernsehen: die Regierung sucht Ideen und veranstaltet einen großen Krisengipfel! Wahrscheinlich hat diese Bundsregierung keine Ideen! Deswegen müssen „Konjunkturgipfel“, „Rettungspakete“ und „Schutzschirme“ der Öffentlichkeit suggerieren, dass unsere Kapitaldiener von der Bundesregierung die handfeste Wirtschaftskrise irgendwie schon unter Kontrolle kriegen werden!


Plüsch und Plum im TV

Wahrscheinlich werden wieder neue zusätzliche „Rettungspakete“ für das Kapital geschnürt, ist ja schließlich bald Weihnachten! Nur wir dummen Bürger werden weiterhin geschröpft und dürfen ab nächstem Monat kräftig erhöhte Krankenkassenbeiträge für die Apparatschiks im Gesundheitswesen zahlen. Wer wird da wohl mehr konsumieren?

Dass der Bürger aber etwas mehr Geld haben müsste um mehr zu konsumieren scheint bei unserer politischen „Elite“ noch nicht angekommen zu sein. Denn trotz aller heißen Luft, die gerade Merkel, Münte & Co. produzieren, es gibt keine Entlastungen (also mehr Geld!) für den Normalsterblichen. Die Milliarden, die gerade so großzügig an Banken und Industrie verteilt werden sollen wohl eher die Kapitalprofite retten.

Darüber können auch die paar Milliarden für öffentliche Aufträge kaum täuschen. Denn über 400 Milliarden für Spekulantenbanken stehen bis heute keine konkreten Summen für arbeitsschaffende Investitionen gegenüber. Das sind bisher nur leere Versprechungen. Aber kritische Nachfragen von TV-Journalisten brauchen unsere Kapitaldiener nicht zu fürchten!

Traurig, aber selbst in der Krise können die Oberen in Berlin treiben was sie wollen!

P.S.: Fragt eigentlich noch einer welche Lehren aus dieser schweren Krise gezogen werden? Werden jetzt nicht nur rhetorisch auch die Regeln verschärft und die Zocker in den Banketagen an die Leine genommen?!

Sonntagsarbeit

8. Dezember 2008

Den Sonntag durfte ich mich wieder meinem Hungerlohnjob widmen! Immerhin war es ein schöner Job in idyllischer Landschaft!


Und auf der Fete der Boulevardzeitung mit den großen Buchstaben durften ich und meine Kollegen umsonst futtern und brauchten auch nur in der Gegend herumzustehen und den Gästen die Parkplätze zeigen! Der Sonntag ist also gut verlaufen und ein paar Euros mehr sind verdient.

Was mir nur immer wieder in der idyllischen Landschaft auffiel waren die vielen fetten Limousinen und Geländewagen auf dem überfüllten Parkplatz. Es gibt eben noch eine Menge vermögende Leute trotz Finanzkrise. Und ein Kollege erzählt mir, dass er aus der SPD ausgetreten ist weil er die Partei einfach nur unmöglich findet und keinen Bock hatte dafür auch noch Beitrag zahlen zu müssen.


Zu den wenigen Annehmlichkeiten meiner Arbeit gehört auch der Umstand jeden Morgen einen Haufen neuer Tageszeitungen auf den Tisch zu bekommen und so die allerneuesten Meldungen auf der Arbeit lesen zu können. Oder zumindestens mal einen Blick darauf zu werfen!

Und da überrascht es schon plötzlich Karl Marx ausgerechnet auf der Titelseite des Handelsblattes zu sehen und eine kurze Würdigung seiner Theorien zu entdecken. Das Kapital muss wirklich in einer tiefen Krise stecken wenn ausgerechnet nun in den USA die ökonomischen Thesen von Karl Marx, wie das Handelsblatt berichtet, auf positive Resonanz stoßen. Muss wohl an der tiefen Wirtschaftskrise in die wir nun alle dank den Spekulanten hineinschlittern liegen.

Da passt es auch gut, dass nun alle von einer ganz tiefen Wirtschaftskrise ausgehen, selbst die unfähigen Kapitaldiener unserer Bundesregierung können es jetzt nicht mehr leugnen. Nur pumpen Merkel, Steinbrück und Glos die Milliarden in die Unternehmen und Banken, anstatt sie den einfachen Bürgern zu gute kommen zu lassen.

Da kann man von allerlei „Rettungsschirmen“ für verschiedene Branchen lesen, nur eben nur für die Kapitalseite. Wir dummen Arbeitnehmer kriegen nichts und dürfen stattdessen nächstes Jahr auch noch höhere Krankenkassenbeiträge für die Apparatschiks zahlen. Da werden Ende Januar 2009 viele Arbeitnehmer sich ganz schön ärgern beim Lesen ihrer Lohnabrechnungen.

Die Presse greift das aber nicht auf sondern verbreitet lieber die Sicht der kapitalhörigen Bundesregierung mit ihren hohlen Versprechungen. Dann wundert sich ein Medienkonzern wie die WAZ-Gruppe, dass ihren Zeitungen die Leser verloren gehen (auch dank Abo-Sharing) und sieht als Lösung die Entlassung von Journalisten an. Dabei sind es wahrscheinlich gerade die guten (und kritischen) Journalisten an denen es in den SPD-Propagandablättern WAZ und NRZ so sehr mangelt.

Die Schlagzeilen sehen jetzt aber immerhin wenigstens etwas kapitalkritischer aus! Wenn der Inhalt allerdings immer noch sehr weichgespült und regierungskonform ist. Ob sich das jemals ändern wird?

Es ist ja auf einmal erstaunlich wie die Kapitaldiener der Bundesregierung nun ihre ganzen Glaubenssätze von den Verheißungen des freien Marktes aus der Vergangenheit vergessen machen wollen! Selbst die eifrigsten Marktfetischisten sprechen sogar von „Systemfehlern“. Wie sagte es gestern in einer Talkshow Oskar Lafontaine so schön: es gibt jetzt in Berlin nur noch Wendehälse!

Im Blog „Kritik und Kunst… alles mögliche von Hartmut Finkeldey“ finden sich ein paar passende Reime dazu:

Finanzballade — Immer schon dagegen!
von Finkeldey Pro @ 2008-10-30 – 11:20:47

(für Achim Amme)

1

Merkel, Steinbrück sind empört.
Jeder von den beiden schwört:
„Die Vorwürfe? Ganz ungerecht!
Heldisch ging es ins Gefecht,
gegen die Entfesslungswut
zeigten wir stets wahren Mut!“
Egal, dass sie Gesetze machten,
die den Märkten Freude brachten:
Derivate, Fonds, Verbrieftes,
ein geniales und gewieftes
Innovativ-Finanzprodukt.
Da hat man nicht genau geguckt.
Denn wenn im Ministerium
Externe sich ganz schwungvoll um
den Finanzmarkt kümmern, dann
sitzt da schon der rechte Mann.
Für das Ändern von Gesetzen,
die den Markt in Rausch versetzten,
will sich auch jetzt kein Finger regen:

„Wir waren immer schon dagegen!“

2

Der deutsche VWL-Prof mit
besorgter Miene, leisem Schritt
baut er sich vor der Presse auf,
klärt eloquent der Welten Lauf:
„Im Weltmarkt müssen wir bestehn.
Deutschland wird sonst untergehn.
Alternativlos gilt es drum:
Wir schmeißen alle Regeln um.
Die Arbeit hier ist viel zu teuer!
Senkt die Unternehmenssteuer!
Wenn der Finanzmarkt frank und frei,
ist für jeden was dabei.
Regulieren bringt kein´ Segen!“

Jetzt war er immer schon dagegen.

3

Die Bänker selber ahnen Schlimmes:
Boni und der Rettungsbimbes,
doppelt zocken, oh wie fein.
Wie schenkt man das dem Bürger ein?
Gibt zwar kein´ Grund, sich zu beklagen.
Nur darf man das nicht offen sagen.
Drum waren selbst die Bänker wegen
ihres Rufs ganz strikt dagegen.

4

„Reformen, das weiß jedes Schwein
sind hart und müssen leider sein.
Und überhaupt und sowieso,
im Grunde bin ich sogar froh:
Dass mans dem Stütze-Zocker jetzt
besorgt, das finde ich zuletzt
nicht mal so schlecht, im Gegenteil:
Versohlt dem mal das Hinterteil!
Ein-Euro-Jobs fürs Hartzer-Pack,
alle in den großen Sack.
Maßnahme und Sanktionsbescheid,
Schmarotzer tun mir niemals leid!“

So lallte es aus Bürgers Mund,
selbstgerecht… Auf einmal: Schwund!
Denn sein Depot steht jetzt im Regen,
und shortet, drum war er dagegen.

5

Künstler, Literatenszene,
wie wenn man sich nach Schönem sehne…
Ob Story-trash von Koks und Sex,
ob Zeichentründel, Traum und ex,
ob flauschig feine Ironie,
Mimesis und Mimikry,
Großstadtlifestyle, Partywahn,
„Eure Armut kotzt uns an!“
Ein zugekiffter Adabei:
Postmoderne Gaukelei.
Erst jetzt, wo der Kulturetat
zusammenschmilzt ist sie ihm nah,
die Krise, die er dumpf beschwiegen…
Der Künstler? Immer schon dagegen.

Quelle:
http://kritik-und-kunst.blog.de/2008/10/30/finanzballade-immer-schon-dagegen-4955558

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