Lecker und süss

Heute beginnt das Ramazanfest, auch als Zuckerfest bekannt. In wenigen Stunden geht es zur Moschee und dann ist Verwandtenbesuch angesagt

Wahrscheinlich sieht der Tagesablauf bei vielen heute ganz ähnlich aus. Ebenso wie die fröhlich ausgelassene Feiertagsstimmung. Daher nutze ich hier jetzt die Gelegenheit allen, die ich zur Zeit nicht persönlich ansprechen kann auf diesem Wege schöne Feiertage im Kreise von Familie und Freunden zu wünschen. Den Kindern wünsche ich natürlich viele Süßigkeiten und kleine Geschenke und uns allen ein gesegnetes glückliches Ramazanfest.

Zukunft

Für ein Miteinander und eine gemeinsame Zukunft

Heute gab es in Rheinhausen auf dem Hochemmericher Markt ein schönes wie erfolgreiches internationales Kinderfest mit tausenden Besuchern.

Besucher auf dem Hochemmericher Markt

Beliebtes Kinderfest

Am Vormittag sah es noch nicht danach aus: mit Verspätung konnte das Fest mit wenigen dutzend Besuchern um 11 Uhr losgehen. Die Hüpfburgen konnten zur großen Enttäuschung der wartenden Kinder nicht pünktlich in Betrieb gehen und auch der Aufbau der anderen Stände verzögerte sich etwas. Aber ab 12 Uhr waren alle Probleme gelöst und der Hochemmericher Marktplatz füllte sich erst mit Kindern und deren Eltern und dann auch mit zahlreichen anderen Besuchern, die der Bühnenmusik lauschten sowie die kulinarischen Angebote nutzten.

Adana

Adana Kebab vom Grill mit ordentlich viel Rauch

Folkloregruppe

Folkloregruppe

Die Veranstalter, drei große Moscheevereine (Türk Kültür Ocagi, DiTiB und IGMG) mit ihren aktiven Mitgliedern haben heute ein ordentliches Programm geboten; ganz im Sinne des „23 Nisan“, also des Feiertages für die Kinder und die Völkerverständigung. Die verschiedenen griechischen, spanischen und türkischen Folkloregruppen wie auch die irische Tanzgruppe begeisterten die Besucher. Die Kinder wurden zum großen Fotoshooting mit deutschen, türkischen und europäischen Fähnchen vor die Bühne gerufen während die Erwachsenen neben den Pressevertretern zahlreiche Fotos machten. Die Stimmung auf dem Hochemmericher Markt war einfach großartig. Das beeindruckte den türkischen Generalkonsul so sehr, dass er dieses Fest von allen Festen die er bis jetzt besuchte als das beste Kinderfest lobte.

Leider ließ sich von der Stadtspitze trotz Einladung niemand blicken. Weder der Oberbürgermeister, der laut einem der Moscheevorsitzenden mündlich zugesagt hatte, noch einer seiner drei Stellvertreter (Bürgermeister) kamen zum Fest. Die Moscheegemeinden haben das aufmerksam registriert und werden das auch nicht so schnell vergessen.

Aber auch ohne Bürgermeister war das ein erfolgreiches Fest, ab 14 Uhr wurde der Marktplatz dermaßen voll, dass es schwerfiel sich seinen Weg durch das Gedränge zu bahnen. Die Sitzbänke waren schon lange besetzt. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch, nur die immer länger werdenden Warteschlangen vor den Imbißständen mit Döner, Adana Kebab etc. trübten bei manchem die Stimmung. Dafür entschädigte das Musikprogramm und die Spielereien für die Kinder aber umso mehr. Überhaupt die Kinder, sie konnten sich so richtig ausleben. Es war schön zu sehen wie sie ihren Feiertag auslebten.

Wie mir ein Moscheevorsitzender verriet soll das „23 Nisan“-Fest auch im nächsten Jahr wieder stattfinden; dann aber sorgfältiger vorbereitet und mit Kirchengemeinden wie anderen örtlichen Vereinen zusammen.

Es ist wieder „Bayram“

19. August 2012

Zuckerfest in Deutschland

Zuckerfest in Deutschland

Urlaubszeit wie Fastenzeit sind heute vorbei und dafür beginnt das viertägige Zuckerfest. Seit gestern sind wir aus der Türkei zurück und Benny ist ein wenig traurig darüber, dass er nicht bei seiner Tante in Safranbolu den „Şeker Bayram“ verbringen kann.

Dafür hat er heute in der Nachbarschaft mit anderen Kindern zusammen Geldgeschenke und Süßigkeiten gesammelt. Obwohl wir eine nicht geringe Menge guten Lokums aus Safranbolu mitgebracht haben, die natürlich auch an Freunde und Bekannte verschenkt werden soll. Aber das Zuckerfest ist vor allem ein Fest für Kinder und Familie, weshalb neben Verwandtenbesuche das Wandern von Tür zu Tür der Kinder im Wohnviertel einfach dazugehört wie die vielen guten Festtagswünschen.


Webseite: http://www.bbm.gov.tr/Forms/p_main.aspx

Trotz der von israelischen Soldaten getöteten türkischen Zivilisten scheint der türkische Ministerpräsident wieder auf Friedenskurs zu gehen und nur mit friedlichen Mitteln gegen die israelische Gewaltpolitik agieren zu wollen!

Hier die gestrige Rede Erdogans zu den Vorfällen:


„Heute will ich mich nicht nur an mein Volk, sondern an die gesamte Menschheit wenden. Ich möchte mein Verlangen an das Gewissen der Menschheit zu appellieren heute offen mit Ihnen teilen.

Gestern in den dunkelsten Stunden der Nacht geschahen zwei Anschläge. Der erste Anschlag galt unserer Armeeeinheit in Iskenderun und wurde von Terroristen begangen. Bei diesem feigen Anschlag starben 6 Soldaten und 7 wurden verletzt.

Die Schiffe, die Mitgefühl und Solidarität beförderten haben ihr Ziel nicht erreicht. Gestern morgen griffen Einheiten der israelischen Streitkräfte die Schiffe, welche sich auf dem Weg nach Gaza befanden an. Sie vergossen das Blut unschuldiger Menschen.

Dies ist ein Anschlag auf internationales Recht.

Das blutige Massaker der Israelis auf den Hilfskonvoi nach Gaza erfordert jegliche Art der Verurteilung. Dieser Angriff gilt direkt dem internationalen Recht, dem Mitgefühl der Menschen und dem Weltfrieden.

Ich spreche über „das Mitgefühl der Menschen“ weil sich auf dem Schiff Menschen aus 32 Nationen befanden, deren einziges Ziel es war, den unter der Blockade leidenden Menschen zu helfen. Vor dem Ablegen wurde die gesamte Ladung der Weltöffentlichkeit gegenüber deklariert. Als Zeugen befanden sich 60 internationale und einheimische Reporter an Bord.

Es ist eindeutig, dass der Angriff in internationalen Gewässern geschah, dass er den bedürftigen Menschen galt, dass er 600 Helfern und 6 Schiffen, die jenen helfen, deren Häuser zerstört wurden, galt und dass dieser bewaffnete Angriff der Grundsätzen der Vereinten Nationen galt.

Die Schiffe wurden trotz weißer Fahnen angegriffen

An Bord der Schiffe befand sich niemand außer Zivilsten und Hilfspersonal. Die Schiffe hissten weiße Fahnen. Trotz alledem wurden die Schiffe angegriffen. Während dieses Vorfalls befanden wir uns auf unserer Südamerika Reise. Aufgrund des empörenden Anschlages in Hatay und des illegalen Angriffes haben wir unser Program abgebrochen und haben uns in die Türkei begeben.

Die notwendigen Schritte haben wir in der Türkei mit unseren Freunden gemeinsam eingeleitet. Gestern ging Bülent Arinc im Kreise der zuständigen Behörden dieses Thema an. Unser Außenministerium und unsere Streitkräfte verfolgen die Entwicklungen.

Die Republik Türkei nutzt alle Optionen des internationalen Rechts und der Diplomatie und wird dies auch weiterhin tun.

Der Angriff wurde verurteilt

Ich habe auch die internationale Gemeinschaft kontaktiert. Wir haben uns über alle Möglichkeiten in diesem Rahmen in vollem Umfang beraten. Die Türkei folgt internationalem Recht und rief ihren Botschafter aus Tel Aviv zurück. Drei gemeinsame Militärübungen wurden abgesagt. Unser Außenminister reiste nach New York und rief den UN Sicherheitsrat zusammen. Der Sicherheitsrat das das vorgehen verurteilt.

Unsere Jugendnationalmannschaft, welche sich in Israel befand, sagte das Spiel gegen Israel ab. Der UN Sicherheitsrate wurde zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen. Wir fordern die Arabische Union und die Europäische Union auf, ihre Pflicht zu erfüllen.

Wir können unsere eigenen Wunden selbst versorgen

Israel bot uns an, die Verletzten auszufliegen. Allerdings haben wir die Kraft uns um unsere Verwundeten selbst abzuholen und haben das Angebot abgelehnt.

Wir fordern die Herausgabe der beschlagnahmten Schiffe. Die Verletzten werden in der Türkei behandelt werden.

Wir fordern die Israelis auf, die Nachrichtensperre und die Behinderung der Berichterstattung für die Weltöffentlichkeit, die seit der ersten Sekunde des Angriffes andauert, aufzugeben.

Das Embargo gegen den Gaza Streifen muss aufgehoben werden

Wir betonen nochmals, dass das menschenunwürdige Embargo gegen den Gaza Streifen seitens Israel sofort aufgehoben werden muss. Die Hilfslieferungen an die Menschen in Gaza dürfen nicht mehr behindert werden! Wie sie wissen arbeiten wir zusammen mit Spanien an dem Projekt „Allianz der Völker“. Ziel ist es den verschiedenen Kulturen verschiedener Völker einen Weg für das gemeinsame friedliche Leben auszuarbeiten.

Mit Bedauern muss ich sagen, dass die gestrigen Vorfälle ein Rückschritt für dieses Projekt sind. Es wird als große Schande in die Geschichte eingehen.

Das Abschlachten Unschuldiger Menschen und das Behandeln von Zivilisten als Terroristen ist ein Betrug an der Menschlichkeit und eine niederträchtige Frechheit.

Auch im Krieg und im Frieden gibt es Regeln

Wir wissen, dass es sowohl im Krieg als auch im Frieden Gesetze gibt. Man attackiert keine Kinder, Frauen, alten Leute, Zivilisten, Geistliche und jene, welche die weiße Fahne hissen.

Diejenigen, die dies nicht einmal im Frieden achten missbrauchen nicht nur die Gesetze sondern treten sie mit Füßen und hören auf Menschen zu sein.

Sogar Banditen und Piraten halten sich an bestimmte moralische Vorgaben. Für jene, welche keine Empfindsamkeit kennen, wären sogar diese Begriffe als Kompliment aufzufassen.

Der Weltfrieden hat eine große Wunde davongetragen. Der rücksichtslose, moral- und gesetzeslose Angriff Israels muss unter allen Umständen bestraft werden.

Anstatt von jenen, die das Lügen zur Staatspolitik erklärt haben und die ohne zu Erröten Verbrechen begehen eine Aufklärung zu verlangen muss die internationale Gemeinschaft dies selbt untersuchen und rechtliche Schritte einleiten.

So wertvoll unsere Freundschaft ist, so stark ist auch unsere Feindschaft

Die Türkei ist kein neu entstandener wurzelloser Staat. Wir sind auch keine Bananenrepublik. Niemand sollte die Geduld der Türkei auf die Probe stellen. So wertvoll unsere Freundschaft ist, so erbarmungsloser ist auch unsere Feindschaft. Allein die Freundschaft der Türkei zu verlieren, ist bereits ein großer Schlag.

Wir waren stets Freunde Israels und der Juden. Die Israelis, welche diese Tat verurteilen, wissen was für ein großer Fehler es war. Sie verstehen sehr wohl, dass dies ein schwerer Angriff auf unsere Freundschaft war.

Es geht darum, dass die vorhandene Regierung Recht und Gesetze nicht achten, Gewalt ausüben und Blut vergießen und den Frieden bedrohen.

Heute ist ein neuer Tag, eine neue Zeitwende. Es ist offensichtlich, dass nichts so werden wird, wie es einmal war.

Keine Aufklärung ohne Rechenschaft

Ein Staat der massenhaft mordet, massenhaft Massaker begeht, der aggressiv ist, kann ohne Bedauern zu äußern und Rechenschaft abzugeben keine Aufklärung bieten.

Jedes einzelne Schiff war ein Schiff der Barmherzigkeit. Allein das Eingreifen in ein Ziviles Schiff, das Entführen der Passagiere ist 72 Seemeilen jenseits des eigenen Hoheitsgebietes in internationalen Gewässern ein Verbrechen. Daher ist der bewaffnete Angriff auf diese Zivilisten, das Blutvergießen und das Massaker nichts anderes als Staatsterrorismus!

Sie leugnen es. Sie behaupten, mann hätte auf sie geschossen. Wir haben endgültig genug von euren Lügen! Seid endlich ehrlich! Die beschlagnahmten Schiffe sind mitsamt Besatzung und Passagieren auf der Stelle freizulassen. Keiner hat das Recht zu behaupten die Freiwilligen, die Europäischen Abgeordneten, die 60 Reporter wären aus einem anderen Grund als zur humanitären Hilfe dort. Dieser Angriff zeigt einmal mehr die jahrelange menschenverachtende Grausamkeit gegenüber den Palestinensern auf.

Sie wissen zu gut, wie man tötet

Ich habe es schon vorher gesagt (Anm. Übersetzer: gemeint ist Davos). Ich habe gesagt, sie können gut töten. Sie haben einmal mehr der Welt gezeigt, wie gut sie im Morden und im Massaker verrichten sind. Selbst die verletzten auf den Tragen werden mit Handschellen gefesselt. Wie kann man sowas erklären? Es ist nun nicht mehr möglich, der Welt zu erklären, wie wenig diese Menschen die Menschlichkeit achten. Es reicht nicht mehr aus, die Taten zu verurteilen. Ergebnisse müssen endlich folgen! Die Welt muss wissen das am Ende nicht die Gewalt, sondern das Gesetz siegt!

Dies ist unser aller Problem

Israel kann mit keinerlei Begründung diese blutvergießende Politik rechtfertigen. Israel kann mit keinem Vorwand und keiner Begründung seine Hände rein waschen. Die Probleme, die dieser Angriff mit sich gebracht hat, sind die Probleme der gesamten Welt.

Wer auch immer seine Augen vor diesem blutigen Angriff verschließt, muss wissen, dass er zum Mittäter wird. Einmal mehr wurde klar, dass es nicht darum geht, sich gegen Terror zu schützen, sondern ein Gebiet und seine Bevölkerung vollständig zu vernichten.

Sie sollen die Türkei nicht mit anderen gleichstellen

Erst testet ihr an der Bevölkerung eure Phosphorbomben, bombardiert Krankenhäuser und Moscheen und sogar das Büro der Vereinten Nationen und als ob das nicht reicht schneidet ihr die Menschen dort auch noch vom Nötigsten ab!

Ihr werdet mit eurer menschenverachtenden Grausamkeit nicht einmal vor denen Halt machen, welche den Menschen Medizin, Nahrung und Baustoffe bringen wollen. Auch wenn alle die Augen vor dieser Ungerechtigkeit verschließen und, ich sage es offen heraus, dieses hinterhältig unterstützen , so soll Israel die Türkei nicht mit anderen Staaten gleichstellen.

Sie sollten keinesfalls so einen Fehler begehen. Die Folgen wären gravierend. Israel wählt mit seinem Mord auf Hoher See und seinen blutigen Taten der Welt gegenüber die Einsamkeit und Isolation.

Wir werden nicht wegschauen

Auch wenn jeder schweigt, wegschaut und den Rücken kehrt: Wir, die Türkei werden Gaza nicht unseren Rücken kehren und wegschauen!

Unser Volk muss stark sein. Wir werden unsere Märtyrer im Herzen tragen, unsere Verwundeten gemeinsam versorgen. Mit Zufriedenheit beobachten wir, dass unser Volk das Thema mit großer Sensibilität verfolgt. Es wird der Tag kommen, an dem der Großmut und das Mitleid der Menschen Gaza erreichen werden.

Meine Worte gelten jenen, die diese gesetzlosen Angriffe unterstützen

So sehr ihr auch hinter der Illegalität steht, umso stärker stehen wir hinter der Legalität. Je mehr ihr hinter blutigen Operationen steht, desto stärker stehen wir hinter Frieden und Gerechtigkeit!

Je mehr ihr gegen die Zivilisten im Gaza Streifen seid, desto stärker stehen wir hinter ihnen!“

Die Übersetzung stammt von http://mideastcenter.blogspot.com/2010/06/erdogan-mit-historischer-rede.html. Der Autor nennt sich Farooq

Stunde der Wahrheit!

4. Dezember 2009

Gestern abend fuhr ich mit meinem politischen Mitstreiter zur Uni Duisburg um den Vortrag des neuen Mercator-Professors Peter Scholl-Latour zu hören!

Aber zuerstmal mussten wir einen Platz im völlig überfüllten Audimax ergattern. Obwohl wir eine halbe Stunde vorher da waren fand sich kein freies Plätzchen außer den reservierten Sitzreihen. Selbst in den Gängen kam man nur schwer durch. Der Name Scholl-Latour verfehlte seine Wirkung nicht!

Zum Glück konnten wir mit Hilfe eines älteren Teilnehmers dann doch noch freie Plätze finden. Nämlich die reservierten, auf denen sowieso niemand saß!

Pünktlich ging es dann auch los und der Rektor der Uni eröffnete mit einigen Worten die Veranstaltung. Nachdem der neue Mercator-Professor seine Urkunde und die Blumen bekommen hatte ging dann der Vortrag los. Und Scholl-Latour, der mit seinen 84 Jahren auch noch ganz fit war begann auf die von ihm bekannte lockere Art sich vorzustellen und darauf hinzuweisen, dass er ja auch ein Kind des Ruhrgebiets sei und immer wieder gerne hierhin zurückkehre. Die Verleihung der Mercator-Professur war für ihn auch eine große Ehre.

Sein Vortrag lautete „Siegen in Afghanistan?“ und das Fragezeichen war für Peter Scholl-Latour ganz wichtig! Denn er ließ überhaupt keinen Zweifel an seiner kritischen Haltung gegenüber dem in Europa und den USA weitverbreiteten Irrglauben man könne mit Waffengewalt und viel militärischem Drohpotential anderen Ländern seine Werte aufzwingen. Interessant waren auch die vielen kleinen Anekdoten, die Scholl-Latour aus seiner über 50-jährigen journalistischen Tätigkeit zum Besten gab. Da war viel Lebenserfahrung herauszuhören.

Als in allen Teilen der Welt herumgekommener Publizist warnte er auch davor zu glauben es gäbe nur unsere westlichen Werte, die wir nur zur Glückseligkeit aller Länder verbreiten müssten. Es gäbe eben auch islamische und konfuzianische Werte, die auf eine sehr lange Tradition zurückblickten. Das dürfe man nicht ignorieren!

Und mit den Kriegen in Irak und Afghanistan ging er auch hart ins Gericht. Das Konzept des „Nation Building“ sei nicht machbar und rufe natürlich auch die Widerstände bei fast allen Bevölkerungsschichten hervor. Veränderungen müssten von innen aus den betroffenen Gesellschaften selbst heraus kommen. Mit dem Einmarsch in fremde Länder würde nur Feindschaft und Widerstand hervorgerufen. Gerade in islamischen Ländern wie dem Irak und Afghanistan würde man als feindliche Besatzungsmacht wahrgenommen egal mit welch guten Absichten man käme!

Gerade in Afghanistan ließe sich das auch gut beobachten wo nun die Bundeswehr immer stärker unter Druck gerate und die ihr unterstellten Regionen schon gar nicht mehr kontrolliere! Die Ereignisse von Kundus würden nun die Stunde der Wahrheit einläuten und zeigen in welch verschärfter Situation die Soldaten sich befänden. Es sei auch völlig unrealistisch zu glauben man könne das Land auch mit noch soviel Militär wirklich kontrollieren. Er sei mit Geländewagen durch schwer zugängliche Bergregionen gefahren worden ohne militärischen Begleitschutz und habe auch stundenlang nicht einen einzigen Posten gesehen.

Die vielen Berge und Täler hätten schon einigen Großmächten eine Eroberung des Landes unmöglich gemacht. Die Russen würden jetzt auch mit einiger Schadenfreude zusehen wie die USA und ihre Verbündeten sich in eine ähnlich aussichtslose Lage hineinmanövriert hätten wie die alte Sowjetunion 30 Jahre zuvor!

Man könne nur noch zusehen wie man ohne großen Gesichtsverlust wieder aus dem Land herauskäme. Er schlug interessanterweise dazu vor Truppen aus anderen islamischen Ländern wie Marokko oder der Türkei die Rolle als Ordnungsmacht zu übertragen. Da diese als Glaubensbrüder eher von den Afghanen akzepiert würden.

Zum Schluss gab es dann auch noch eine kleine Fragerunde, die leider von manchen Studenten auch genutzt wurde um Verschwörungstheorien zu verbreiten und Koreferate zu halten.

Immerhin war danach noch ein Schwätzchen bei kostenlosem KöPi und Salzgebäck möglich. Am 26. Januar 2010 soll in Essen auch der nächste Vortrag mit dem Titel „Das Ende der weissen Vorherrschaft“ sein. Da werde ich auch hinfahren wenn mir nichts dazwischenkommt!

Zu den Unarten der Diskussion um den Israel-Palästina-Konflikt zählt es leider auch fast jeden Kritiker der israelischen Kriegspolitik gleich als Antisemiten oder Judenhasser zu brandmarken um so eine Diskussion über Kriegsverbrechen der israelischen Armee abzuwürgen!

Doch es gibt auch Kritik von Menschen jüdischen Glaubens an der aggressiven israelischen Politik, die eben auch deutlich machen, dass das Handeln der israelischen Armee sowie der Regierung in Jerusalem nicht tolerierbar ist. Das könnte vielleicht helfen eine offenere Diskussion ohne gegenseitige Totschlagargumente zu führen um einen gerechten Frieden für alle Menschen im Nahen Osten zu erreichen!

Ein Aufruf jenseits der üblichen Fronten!

aus http://www.steinbergrecherche.com/09vernichtungskrieg.htm#DeutscheJuden

Deutsche Juden und Jüdinnen sagen NEIN zum Morden der israelischen Armee

Anzeige in der Süddeutschen Zeitung vom Samstag, 17. Januar 2009, S. 10, links unten

Nach einer 18 Monate währenden Blockade, nach systematischer und umfassender Bombardierung eines unentrinnbar umschlossenen Landstreifens, der mit 1,5 Millionen Menschen der dichtest besiedelte Raum der Welt ist, nach einem Blutbad, das über 1000 Menschen in den Tod gerissen, Tausende schwer verletzt und die gesamte Bevölkerung von Gaza traumatisiert hat, nach den unsäglichen Zerstörungen, die seit dem 27. Dezember die Weltöffentlichkeit täglich entsetzen, – nach all diesem gibt es immer noch Stimmen, die diese Maßnahmen Israels als gerechtfertigt, human und notwendig bezeichnen.

Wir sind über diese Unmenschlichkeit erschüttert. Dass das europäische Judentum Opfer eines von Deutschland verübten mörderischen Unrechts wurde – gibt dies nun dem jüdischen Staat das Recht, Anderen Unrecht zu tun? Glauben deutsche Politiker wirklich, es sei eine Wiedergutmachung der Ermordung unserer jüdischen Verwandtschaft, dass nun Israel haltlos und bindungslos alles machen darf, was ihm einfällt?

Wir appellieren an die deutsche Regierung darauf hinzuwirken, dass die EU-Kommission dem Morden in Gaza ein Ende setzt. Der Schlüssel zu einem Ende des Bombardements von Gaza und der erdrückenden jahrelangen Blockade Gazas durch Israel liegt bei der EU. Es gibt keine Alternative zu Verhandlungen mit Hamas, denn dies ist die gewählte Vertretung der Palästinenser. Hamas benutzt terroristische Methoden, aber das tut die gewählte Vertretung Israels auch, und zwar hundertfach effektiver.

Israel kann durch Abschreckung nur einen Pyrrhusfrieden erzielen. Durch Verhandlungen über eine gerechte Lösung für die Palästinenser, ein Ende der Besiedlung der West Bank und der Blockade Gazas hätte Israel schon längst maximalen Schutz für die eigene Bevölkerung herstellen können: Einen dauerhaften Frieden. Dahin muss die internationale Gemeinschaft Israel bringen….

Galit Altshuler, Asaf Angermann, Esther Bejarano, Stacey Blatt, Prof. Dr. Michal Bodemann, Gideon Boss, Dr. Eliav Brand, Elias Davidsson, Prof. Dr. Almut Sh. Bruckstein-Çoruh, Prof. Dr. Wolfgang Edelstein, Hedy Epstein, Ursula Epstein, Erica Fischer, Ilil Friedman, Ruth Fruchtman, Iris Hefets, Dr. Ronit Land , Dr. Jean Joseph Lévy, Jonathan Kaiser, Michal Kaiser-Livne, Dr. Kate P. Katzenstein-Leiterer, Felicia Langer, Mieciu Moshe Langer, Dr. Edith Lutz, Abraham Melzer, Petra Mendelsohn, Moshe Perlstein, Prof. Dr. Fanny-Michaela Reisin, Michael Riese, Prof. Dr. Paul Otto Samuelsdorff, Nirit Sommerfeld, Tanya Ury, Prof. Dr. Rolf Verleger, Dr. Susan Winnett, Barbara Wolterstädt

Bitte unterstützen Sie die Finanzierung dieser Anzeige: Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost, EJJP Deutschland, Berlin-Friedrichshain. Konto-Nr.: 1053200, BLZ 100 205 00 V.i.S.d.P.: EJJP Deutschland

T:I:S, 16. Januar 2009. Ergänzt um weitere Unterzeichner am 17. Januar 2009


Bildquelle: Wikipedia

Nachdem der Gaza-Krieg immer blutiger wird kommt es zu Demos von Kriegsgegnern, Israel-Kritikern und leider wohl auch Antsemiten, die die Situation für ihre Propaganda nutzen wollen!

Am letzten Samstag haben die Islamisten von Milli Görüs eine Demo im Duisburger Stadtzentrum veranstaltet auf der wohl auch eindeutig antisemitische Töne gefallen sind.

Und wegen zweier Israel-Fahnen in einem Fenster einer Privatwohnung am Wege des Demonstrationszuges wäre es auch noch fast zum Krawall gekommen, der nur durch das Entfernen der Fahnen durch die Polizei verhindert wurde.

Das stimmt mich bei aller Kritik am Krieg und dem brutalen Vorgehen der israelischen Armee in Gaza doch nachdenklich. Denn mit Islamisten wie auch Antisemiten möchte ich nichts zu tun haben!

Zu allem Überfluss ist für übermorgen schon die nächste Demo in Duisburg-Hochfeld angesagt, und wieder mit einem zweifelhaften Veranstalter aus dem islamistischen Umfeld! Das lässt sicher manchen Bürger bangen um den Ruf der Stadt und das künftige Zusammenleben.

Ich frage mich aber auch wieso solche Demos nicht mit schärferen Auflagen bedacht werden. Denn Krawall und Androhung von Gewalt ist niemals durch das Demonstrationsrecht gedeckt. Nebenbei schadet das auch dem Anliegen für den Frieden zu demonstrieren und ein Ende der Kämpfe zu fordern.

Wer aber meint er könne nun die Gelegenheit nutzen um gegen Juden zu hetzen und antisemitische Parolen zu verbreiten sollte auch kein Recht haben auf unseren Straßen seine Aufmärsche durchzuführen!!!

Wieso ist es nicht möglich gegen diesen Krieg zu demonstrieren und die Verantwortlichen dafür zu benennen ohne auf anti-jüdische Ressentiments zu setzen. Kann man nicht einfach sachlich argumentieren, auch wenn es angesichts der schrecklichen Bilder und des Leids der Zivilbevölkerung schwerfällt?!

Deswegen sage ich auch allen die demonstrieren wollen:
Demonstriert für den Frieden!!!

Neueste Nachricht: Jetzt gibt es auch eine „Pro-Israel“-Demo in Duisburg am Samstag! Damit ist nun der Nahostkonflikt auch in unserer Stadt angekommen! Aber irgendwie frage ich mich auch ob die da etwa für den Krieg demonstrieren wollen oder auch Frieden möchten!

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