Das Rathaus in Homberg

Zum Schluss wurde es nochmal richtig heftig: SPD, CDU, Grüne und der linke Bezirksvertreter Busche haben sich heute im Homberger Rathaus ordentlich gefetzt. Es droht wohl eine Art Deponie auf der ehemaligen Bergehalde Lohmansheide in Baerl, und die CDU wie die Linke vermuten, dass die SPD das auch so möchte!

Jedenfalls hat die SPD heute massiv versucht einen Beschluss zu verhindern, der eine Verfüllung der Bergehalde mit Schutt und alten Erden aus der Emscher ausschließen wollte um so jeder Deponierung einen Riegel vorzuschieben. Die Vorstellung, dass in einer hochwertigen naturnahen wie begehrten Wohngegend wie Baerl eine Mülldeponie entstehen soll, die mit ziemlicher Sicherheit die Grundstückspreise und damit auch die Laune der Häuschenbauer in Baerl absolut vermiesen dürfte erschien niemanden positiv. Trotzdem kam die SPD mit teils skurillen Behauptungen an wie die Stadt müsse das Gelände kaufen wenn sie eine Deponie verbiete um ein Gewerbegebiet auf der großen Fläche der Lohmannsheide zu entwickeln. Bei der Diskussion wurde dann auch der Bezirksbürgermeister aggressiv und herrschte den Bezirksvertreter der Linken, Roland Busche an er solle keine Lügen erzählen als dieser die ständigen Mauschelrunden des Bezirksbürgermeisters kritisierte, womit auch ein Gespräch mit der RAG gemeint war, die wohl eine solche Deponie in Form einer „Renaturisierung“ betreiben möchte.

Das Klima zwischen den Parteien in der Bezirksvertretung ist immer noch sehr gespannt was auch daran zu erkennen ist, dass der Bezirksbürgermeister Paschmann sich wie ein kleiner Sonnenkönig aufführt und es nicht für nötig hält mit seinem Stellvertreter zu reden. Überhaupt scheint Ausgrenzung statt Zusammenarbeit das Motto des SPD-Bezirksbürgermeisters zu sein wenn er „interfraktionelle Gespräche“ führt zu denen nur ausgewählte Bezirksvertreter eingeladen werden. Diverse Gespräche mit Vertretern von Unternehmen oder Vereinen werden gerne im Internet auf der Homepage der Homberger SPD veröffentlicht ohne natürlich von sich aus auch die Bezirksvertreter darüber zu informieren. Jedenfalls musste die CDU über Anfragen spärliche Informationen dazu erzwingen.

Zu meiner Verwunderung stimmten heute auch SPD und Grüne gegen die Zielvereinbarung zwischen Integrationsrat und Rat der Stadt, also auch gegen die Beschlüsse der gewählten Vertreter der Duisburger Bürger mit Migrationshintergrund. Rot-Grün gegen die Migranten, das ist schon bemerkenswert!

Immerhin gab es auch positive Nachrichten: trotz Schuldenberg wird es mehrere Straßenbauprojekte geben und auch die schon vor 10 Jahren vorgeschlagene Gedenkstätte für den grausam ermordeten Jungen Sedat Aydin wird in Form einer Gedenktafel in Hochheide kommen. Dank der Hartnäckigkeit des linken Bezirksvertreters Roland Busche und der Großzügigkeit der Firma Sachtleben, die die Kosten für die Tafel übernimmt wird es nun voraussichtlich schon im nächsten Monat einen würdigen Gedenkort mitten in Hochheide geben um des sogenannten „Pokémon-Mordes“ zu gedenken, der vor über 10 Jahren die ganze Stadt aufwühlte.

Zu Beginn der Sitzung wurde auch der Opfer der Nazi-Terroristen in einer Gedenkminute gedacht und eine neue Bezirksvertreterin vereidigt. Ansonsten war es größtenteils unspektakulär, wozu vielleicht auch die spendierten belegten Brötchen beitrugen, die zwei Geburtstagskinder aus der BV organisiert hatten.

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