Benny langweilt sich…

5. März 2009

…aber es geht ihm jetzt besser! Seit letzten Freitag hatte er ja heftige Fieberanfälle, Übelkeit und Durchfall als ich ihn aus dem Kindergarten abholte!

Ich danke für die vielen Genesungswünsche, die hier und in einigen eMails mitgeteilt wurden. Traurig ist für ihn nur, dass er die letzten Tage zuhause bleiben musste um gesund zu werden. Das fällt einem kleinen wilden Jungen wie ihm nicht leicht. Aber heute werden wir mit ihm ein bischen rausgehen!

Übers Wochenende ist mein kleiner Benny plötzlich erkrankt. Fieber, Durchfall und Erbrechen sowie heftige Bauchschmerzen haben ihn und damit auch mich und meine Frau gequält!

Heute war ich mit ihm bei der Kinderärztin. Sie hat ihn untersucht und mit gesagt was er essen sollte. Natürlich hat sie ihm auch Medikamente verschrieben. Als ich nachfragte ob sie auch schleimlösende Mittel verschreiben könnte meinte sie nur, dass sie das jetzt nicht dürfte da ihr Budget für dieses Quartal schon überschritten sei. Die Krankenkassen würden nicht mehr genehmigen. Völlig unabhängig davon wieviel kranke Kinder zu ihr kämen würde sie nicht mehr Geld zur Verfügung gestellt bekommen. Sie hätte schon jetzt Probleme wegen ihrer vielen Patienten.

Als ich ungläubig staunte erklärte sie mir, dass trotz Grippewelle mit entsprechend hohen Krankenzahlen, dass Budget für Medikamente nicht erhöht worden sei. Einem Mädchen, dass unter einer Allergie leidet hatte sie auch kurz zuvor noch geraten sich ihr Medikament erstmal selbst zu kaufen und im April wiederzukommen wenn das neue Quartal anfängt.

Dass eine Ärztin kranken Kindern notwendige Medikamente nicht verschreiben darf weil Krankenkassen sich weigern mehr zu zahlen selbst wenn es mehr Bedarf gibt zeigt schon wie tief unser Gesundheitssystem gesunken ist. Da wird eben auch an kranken Kindern gespart während gleichzeitig die Beiträge drastisch erhöht werden!

Was soll man von solch einem Gesundheitssystem noch halten? Welche Apparatschiks treffen die Entscheidung Kindern notwendige Medikamente vorzuenthalten indem sie Ärzte unter Druck setzen?

Ausblick aus dem Fenster!

Leider hat sich der Gesundheitszustand meiner 82-jährigen Mutter deutlich verschlechtert. Und so liegt sie nun seit zwei Tagen wieder im Homberger Krankenhaus!

Jeden Morgen nach der Nachtschicht besuche ich sie nun. Heute kam ich dabei auch mit ihrer Zimmernachbarin ins Gespräch als ich fragte wo denn das Frühstück bleibe. Da meine zuckerkranke Mutter regelmäßig essen muss um den Zuckerspiegel nicht fallen zu lassen ist das ja auch medizinisch wichtig. Die Nachbarin meinte nur, dass es an Sonntagen sogar normal sei, dass nur Frühstück und Abendbrot ausgegeben würde. Und die Dame ist ebenfalls zuckerkrank und fühlte sich auch schon flau nach längerem Warten auf was Essbares!

Überhaupt war sie auf die Verhältnisse im Krankenhaus nicht gut zu sprechen und deutete an, dass sie die Stationsärztin kaum zu Gesicht bekäme. Es seien viel zuwenig Leute da um sich um die Kranken zu kümmern. Die Krankenkassen hätten nicht genug Geld um auch Hustensaft zu finanzieren meinte sie ernsthaft als ich nach längerem Husten meiner Mutter auf die Idee kam mal bei der Stationsleitung danach zu fragen, „sowas gibt es längst nicht mehr im Krankenhaus„!

Ich weiß nicht ob es stimmt, aber das Personal ist wirklich knapp und hatte viel zu tun. Jedenfalls liefen die Schwestern und Pfleger ziemlich hektisch von einem Zimmer zum anderen und waren sichtbar im Stress. Nach einer Weile des Wartens vor der leeren Stationsleitung gab ich dann auch auf.

Angesichts solcher Verhältnisse kann ich nur hoffen und beten, dass mir das Krankenhaus erspart bleiben wird. Meine Mutter dagegen muss es ertragen sowie die anderen Patienten, dass Ärzte, Schwestern und Pfleger kaum Zeit für sie haben und das Essen auch schon mal verspätet ausgeteilt wird.

Die Arbeit ruft!

Ich weiß ja nicht ob es da einen Zusammenhang gibt: aber gestern habe ich erfahren, dass jetzt auf einmal nach dem ganzen Ärger mit den fehlerhaften Lohnabrechnungen Krankmeldungen eingegangen sind und deswegen der Dienstplan komplett überarbeitet werden muss!

Da werde ich heute mal draufgucken und den stellvertretenden Objektleiter darauf hinweisen, dass ich der Firma eine Frist bis Freitag gesetzt habe meine Lohnabrechnung zu korrigieren! Ab Samstag könnte ich dann schon fristlos kündigen wegen Lohnbetrugs falls die Fehler nicht bereinigt werden. Dann ist die Dienstplanung ab Samstag wieder hinfällig!

Und der Objektleiter ist nun auch noch überraschend unter dramatischen Umständen ausgefallen: eine Notoperation wegen eines Bypasses hat ihm das Leben gerettet! Aber er wird jetzt wohl längere Zeit nicht mehr dienstfähig sein!

Wie schnell sowas gehen kann! Am Freitag hatte er noch ganz fit auf mich gewirkt.

Benny mit seiner Oma

Seit gut einer Woche ist nun meine Mutter wieder zuhause in Deutschland. Und nach einigen Tagen im Malteser-Krankenhaus in Homberg haben ich und meine Frau meine Mutter auch nach Hause geholt da sie sich im Krankenhaus überhaupt nicht wohl gefühlt hat.

Benny hat nun seine Oma wieder! Leider geht es ihr gesundheitlich nicht so gut und ich muss heute dringend mit ihrer Krankenkasse wegen eines Rollstuhls reden. Denn mit einer Rente von gut 500 EURO im Monat kann sich meine Mutter so was kaum leisten! Und über meinen kärglichen Verdienst habe ich schon genug geschrieben!

Wichtig ist jetzt erstmal, dass meine 82-jährige Mutter wieder auf die Beine kommt und weitere Amputationen verhindert werden können. Der Arzt im Malteser hat uns da sogar Hoffnung gemacht. Bis zu ihrer Bypassoperation bleibt meine Mutter bei uns was praktisch Pflege bedeutet. Denn Laufen funktioniert nicht und wegen Diabetes müssen wir auch auf ihr Essen achten. Mal sehen ob das alles klappt.

Kaltes Wetter!

Was für ein Ostermontag: erst Schnee, dann Sonne, dann wieder Hagel um dann am Abend wieder Schnee! Drei Jahreszeiten an einem Tag! Beim Blick aus dem Fenster denke ich doch lieber an den Urlaub in der Türkei zurück!

Altstadt von Safranbolu

Heute habe ich mir auch die Zeit genommen meine ganzen Urlaubsfotos zu bearbeiten und für den Blog anzupassen. Zuvor musste ich noch meine Mutter im Homberger Krankenhaus besuchen wo sie seit Samstag liegt. Ich bin froh sie wieder nach Deutschland zurück gebracht zu haben! Am Freitag konnten wir in Safranbolu meinen Vater endlich überzeugen, dass es besser ist in Deutschland im Krankenhaus behandelt zu werden. Erst recht für eine 82-jährige Frau!

Ansonsten war der Urlaub in der Türkei ziemlich wechselhaft. Sowohl das Wetter spielte da verrückt wie auch manche Verwandten, die meinten man müsse unbedingt bei ihnen vorbeischauen. Ich und meine Frau haben trotzdem die Zeit genutzt um uns zu erholen und kleine Ausflüge nach Safranbolu und Karabük zu unternehmen. Davon werde ich jetzt immer wieder abwechselnd berichten!

Zum Glück war das alles recht günstig da meine Schwägerin (die Schwester meiner Frau) uns aufgenommen hat. Ab und zu bin ich auch nach Bartin zu meinem Vater gefahren. Denn er ist auch nicht mehr gesund nach seiner Kehlkopfoperation. Bei den vielen Ausflügen konnte ich dann auch Landschaft und Leute gut beobachten. Davon gibt es Berichte in meinem alten Blog da „WordPress“ in der Türkei gesperrt ist. Sogar „YouTube“ geht da nicht. Was Meinungsfreiheit angeht ist das Land leider noch nicht so weit! Zumindest was den Staat angeht.

Die Menschen reden recht offen über alles und schütteln häufig den Kopf über „die da oben“! Überhaupt ist es das Wichtigste gute Bekannte undFreunde vor Ort zu haben um das Land zu verstehen und die schönsten Ecken zu finden. Und gemeinsam ein paar Bier zu trinken auch natürlich!

Gemeinsames Biertrinken im Wald

Für heute ist jetzt erstmal Schluss. Morgen berichte ich weiter!

Arbeitsplatz

…und an Sylvester und Neujahr auch noch! Allerdings sind auch viele Arbeiter übers Wochenende und Sylvester im Werk beschäftigt!

Während ich aber nur im Werk rumlaufen und überwachen muss sind die Arbeiter richtig am malochen. Für 8 EURO die Stunde klettert da eine Putzkolonne zirkusreif auf den großen Anlagen herum und riskiert für wenig Geld Gesundheit und Leben. Da wird die Kranbahn und Presse geputzt und neu angestrichen. Das alles muss bis nachmittags fertig werden weshalb die türkischen Kollegen auch richtig reinhauen und wie Zirkusartisten auf den Maschinen rumklettern da nicht genug geeignete Bühnen vorhanden sind.

Trotzdem sind die Kollegen bei guter Laune und unterhalten sich gerne lebhaft untereinander. Bei Gesprächen in denen ich sie bitte vorsichtig zu sein und lieber die Arbeit langsamer fortzuführen erfahre ich, dass sie aus Hattingen kommen und für einen Subunternehmer arbeiten. Offenbar verdient ihr Chef gar nicht so schlecht, denn er fährt mit einem fetten VW Touareg aufs Werksgelände. Morgen früh werde ich ihn mal bitten für seine Leute gefälligst sichere Bühnen und Höhensicherungen zu beschaffen! Solche Sachen passieren nur mal nebenbei bemerkt in einem hochprofitablen Unternehmen!

Schön anzusehen und profitabel

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