Heute hat das Opferfest begonnen, und die Verwandten aus der Türkei rufen an um ihre Grüße und Segnungswünsche zu übermitteln.

Nach dem Zuckerfest ist das Opferfest der wichtigste religiöse Höhepunkt im Islam. Der theologische Hintergrund für diese drei Feiertage im Islam lässt sich übrigens sogar in der Bibel finden! Die Stelle im alten Testament in der Abraham seinen eigenen Sohn opfern soll und dann doch in letzter Sekunde auf göttlichen Befehl hin ein Opfertier an seiner Stelle darbringt ist für Juden, Christen und Muslime wichtig!

Jedenfalls bedeuten diese Tage auch Verwandten- und Nachbarschaftsbesuche. Und an ärmere Familien wird ein Teil des Fleisches der Opfertiere verschenkt. Letztes Jahr brachte der Nachbar sogar uns ein Kilo vorbei. Und so arm bin ich zum Glück (noch?) nicht!

Bis Sonntag ist jetzt jedenfalls Feststimmung angesagt, nur der Kindergarten meines Sohnes will am Montag das Opferfest feiern wenn schon alles vorbei ist. Offensichtlich kennen die sich nicht aus. Einer der Erzieher will sich jetzt immerhin einen Kalender besorgen wo alle wichtigen Feiertage verzeichnet sind!

Der Ramazan ist vorbei und drei Tage Zuckerfest haben gestern begonnen!

Ich wünsche allen Freunden und Bekannten, die ich heute nicht erreichen kann auf diesem Wege ein fröhliches und gesegnetes Zuckerfest!

Benny und die Nachbarskinder freuen sich auch sehr über die Süßigkeiten und Geldgeschenke, die sie seit gestern in der Siedlung sammeln.

Heute kamen die Fotos aus dem Labor, und wie versprochen stelle ich jetzt ein paar Bilder mehr von der Moschee an der Warbruckstraße in Duisburg-Marxloh hier zur Verfügung!

Ich hoffe die Bilder gefallen, in meinem Fotoblog werde ich sie in größerer Auflösung zur Verfügung stellen! Wie schon gesagt: von innen ist diese erste wirklich erkennbare Moschee Duisburgs sehr gelungen!

Gestern war ich auf dem Jahresempfang des Beirates für Zuwanderung und Integration der Stadt Duisburg in der neuen großen Moschee an der Warbruckstraße in Marxloh. Neben über 300 anderen Gästen!

Dabei natürlich viel politische Prominenz und ein mittleres Aufgebot an Medienvertretern. Aber neben diesen ganzen Amtsleitern, Ratsherren und dem Oberbürgermeister kamen auch viele „normale“ Bürger vorbei. Sogar Leute vom alevitischen Verein schauten vorbei sowie der Bundestagsabgeordnete der Linken, Hüseyin Aydin.

Die Moschee wird also über alle Lagergrenzen hinweg durchaus positiv angenommen. Und nachdem was mir ein Vorstandsmitglied des Moscheevereins erzählte kommen immer noch jede Woche ganze Reisebusladungen an neugierigen Besuchern aus aller Herren Länder vorbei. Wobei ich ja das Innere der Moschee wirklich für sehr gelungen halte während die Außenarchitektur auf mich eher langweilig wirkt.

Der Empfang gestern war auch für meinen Benny interessant, denn den habe ich auch mitgenommen damit er schon mal sieht, dass es nicht nur in der Türkei schöne Moscheen gibt. Leider hat er aber auch die Gelegenheit genutzt um dann beim Fototermin der politischen Mandatsträger vor die Kameras zu laufen und den Pressefotografen die Zunge rauszustrecken.

Aber ansonsten war das ein guter Abend, auch weil ich erfahren habe, dass nun an der Kita meines Sohnes doch nicht das Mittagessen für drei Tage ausfallen wird wie noch vor wenigen Tagen angekündigt! Manchmal macht es doch Sinn sich ganz oben zu beschweren! 😉

Zuckerfest — Seker Bayram

30. September 2008

Heute ist der Fastenmonat Ramazan zu Ende gegangen und alle Muslime feiern das mit dem sogenannten „Zuckerfest“ (Seker Bayram).

Das ist ein Fest, dass man mit Familie, Freunden und guten Nachbarn zusammen feiert. Für die Kinder bedeutet es jede Menge Süßigkeiten und Geschenke, vergleichbar mit Weihnachten.

Ich habe zwar aufgrund meiner Arbeit nicht viel Gelegenheit zum Feiern, aber die Süßigkeiten genieße ich trotzdem!

Ein ruhiger Feiertag!

23. Dezember 2007

Ruhiger Feiertag

Heute war einfach nur ein ruhiger Feiertag mit Anrufen von Freunden und Verwandten mit Feiertagsgrüßen. Eben echt besinnlich und mit viel Zeit zum Nachdenken bevor ich morgen wieder zur Arbeit muss.

Glauben

Morgen ist der letzte Tag des islamischen Opferfestes und der erste Tag von Weihnachten! Irgendwie regt das zum Nachdenken an wenn Christen und Muslime fast zeitgleich ihre hohen Feiertage haben. Und praktisch dazu, denn die Feiertagsstimmung, sofern sie nicht schon völlig vom Konsum überlagert wurde, ergreift so die Gläubigen beider Weltreligionen!

Und bevor ich es vergesse: ich wünsche natürlich auch den Christen ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest!

Weiße Pracht!

Heute morgen in aller Frühe sah ich die weiße Pracht als ich mich auf dem Weg zur Moschee nach Hochfeld machte. Es ist heute schließlich der erste Tag des islamischen Opferfestes! Zwar bin ich nicht religiös, aber wenn sogar der Oberbürgermeister Sauerland zu Besuch kommt dann gehe ich auch mal dahin. Zumal ich auch gebeten wurde einige Fotos für den Verein zu machen!

Als ich in der „Muradiye“-Moschee ankam war der OB schon mit Mitgliedern des Beirates für Zuwanderung und Integration und Vorstandsmitgliedern des Moscheevereins beim gemütlichen Teetrinken und lockerem Plausch.

Viele Moscheebesucher im schon fast überfüllten Gotteshaus waren denn auch angenehm überrascht als der Oberbürgermeister ans Rednerpult trat und allen einen gesegnetes Opferfest wünschte. Das kam gut an, denn das sind Muslime häufig nicht gewohnt, dass hohe politische Repräsentanten ihnen Grüße persönlich überbringen. Auch der Hinweis, dass ja auch Weihnachten kurz bevorsteht und so Muslime und Christen fast zeitgleich ihre Feste feiern wurde positiv aufgenommen. Die Gläubigen neben mir nickten zustimmend und freuten sich auch sichtlich über die Wertschätzung!

Nachdem der OB gegangen war wurde das Feiertagsgebet eingeleitet und der Raum füllte sich so sehr, dass viele Gläubige nur draußen im Vorhof oder im Raum des Cafes beten konnten. An Feiertagen sind die Moscheen voll, aber sonst ist es, ähnlich wie bei den Kirchen eher ruhig wie ich erfuhr.

Auf dem Weg nach Hause waren die Strassen schon frei aber der Schnee hängt noch in den Bäumen und Parks. Hoffentlich bleibt davon auch noch was zu Weihnachten übrig! Denn auch Weihnachten soll schön werden!

Weiße Bäume

Schnee!

Gerade bekam ich per Post vom DITIB-Stadtverband eine Grußkarte zu den Feiertagen! Allerdings nicht wie die vielen sonstigen vielfach verschickten Grußkarten nur zu Weihnachten sondern auch zu den Feiertagen von Judentum und Islam!

In diesen Tagen treffen die wichtigsten Feiertage der drei großen monotheistischen Weltreligionen zufällig fast zeitgleich zusammen. Chanukka, das „Lichterfest“, Opferfest (Kurban Bayram), dessen Anlass überigens auch in der Bibel steht, und Weihnachten, das christliche Fest der Nächstenliebe!

Eine schöne Gelegenheit um Juden, Christen und Muslimen gleichermaßen gesegnete Feiertage zu wünschen und die Gemeinsamkeiten zu betonen. Und im Zusammenleben Respekt dem Andersgläubigen gegenüber zu zeigen. Nur so funktioniert eine offene tolerante Stadtgesellschaft.

Deshalb kann man dem islamischen Stadtverband DITIB in Duisburg zu dieser Idee nur beglückwünschen!

Hier gibt es weitere interessante Infos:

„Weinukka“, DITIB-Stadtverband Duisburg

Mevlana im CityPalais!

9. Dezember 2007

Das CityPalais in Duisburg

Gestern abend war im Duisburger CityPalais eine ungewöhnliche Veranstaltung zu bestaunen: westliche klassische Musik traf mit islamischer Mystik des Mevlana zusammen.

Mevlana-Derwische im Duisburger CityPalais

Über tausend Besucher zwängten sich in die Mercatorhalle im oberen Stockwerk des CityPalais um eine ungewöhnliche Kombination der Musikstile zu bestaunen. Zumindestens nach einer Stunde Verspätung!

Zeitweise erinnerte das Ganze auf der Bühne mehr an einer Oper als an einer Veranstaltung zum Gedenken des 800. Geburtstages des berühmten islamischen Mystikers. Die türkischen Besucher, die deutlich in der Mehrzahl waren schienen eher irritiert als die beiden Opensänger auf der Bühne ihre Kunst darboten. Das war ganz anders als man sich Mevlana Celaleddin Rumi im türkischen Raum vorstellt. Danach kamen dann aber auch die bekannten Derwische mit ihrem Semah wie er weltweit bekannt ist.

Die Redner am Anfang der Veranstaltung des Ruhrinstitutes wiesen auch besonders auf die grenzüberschreitende Bedeutung des islamischen Mystikers mit seinem Werk hin, auf das sich auch Afghanen, Iraner und Völker auf dem Balkan beziehen. Denn Mevlana war offen gegenüber allen Menschen unterschiedlichen Glaubens. Das macht ihn auch heute noch interessant in einer Zeit wo manche gerne neue Kulturkriege vom Zaun brechen möchten!

Mevlana im CityPalais!

Das war trotz einiger organisatorischer Schwächen eine sehr interessante Veranstaltung!

P.S.:
Der Vorsitzende des Beirates für Zuwanderung und Integration der Stadt Duisburg sollte nächstes Mal lieber nicht Sätze aussprechen wie „…ich verstehe nicht viel von Musik, ich komme vom Schwarzen Meer…„! Das hat bei meiner Frau und meiner Schwägerin und vielen anderen Türken von der Schwarzmeerküste zu einer gewissen Verärgerung geführt!

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