Ramazan ayımız mübarek olsun

Es ist Sommer, die Sonne scheint und dieses Jahr liegt der islamische Fastenmonat Ramazan genau in den Sommerferien, also jetzt!

Das Fasten fällt bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen nicht gerade leicht, aber trotzdem tun es viele Muslime. In Zeiten der Diskussion um Beschneidungsverbote und islamfeindlichen Tendenzen in der deutschen Mehrheitsgesellschaft ist es auch wichtig an eigenen Traditionen und religiösen Gebräuchen festzuhalten um die eigene Identität zu schützen.

Als Vorsitzender der DAL wünsche ich daher allen Muslimen einen gesegneten Fastenmonat und ein anschließendes fröhliches Zuckerfest ab dem 19. August wo die Entbehrungen dann belohnt werden.

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Benny im Kostüm zur Feier seiner Beschneidung

Benny im Kostüm zur Feier seiner Beschneidung

Seit ein deutsches Gericht entschieden hat, dass Beschneidungen bei männlichen Kindern wie sie im Judentum und Islam zum religiösen Selbstverständnis gehören strafbar sind stellt sich wieder die Frage ob die deutsche Mehrheitsgesellschaft alle nicht-christlichen Glaubensgemeinschaften in diesem Lande an ihrem religösen Leben hindern möchte.

Wahrscheinlich begreifen die meisten Menschen in diesem Lande nicht wirklich wie wichtig für die religiöse Identität die Beschneidung der männlichen Kinder sowohl im Judentum als auch im Islam ist. Wer das verbieten will muss eigentlich auch Judentum und Islam in Deutschland verbieten wollen denn die Beschneidung der Söhne ist in beiden Religionen die Voraussetzung um überhaupt zur Glaubensgemeinschaft dazugehören zu können. In einer zunehmend religionskritischen Gesellschaft wird das leider nur von wenigen verstanden.

Verständlich, dass sich einmütig nun der Zentralrat der Juden wie muslimische Dachverbände gegen diesen Angriff auf ihren Glauben zur Wehr setzen und sich entsetzt fragen ob sie an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden sollen. Seit Jahrtausenden werden männliche Kinder beschnitten, das Gebot lässt sich sogar im Alten Testament der Bibel nachlesen. Seit fast 2000 Jahren leben Juden in Deutschland und beschneiden ihre Söhne gemäß den Geboten ihres Glaubens, das gleiche gilt für Muslime, die seit einigen Jahrzehnten hier zuhause sind. Jetzt auf einmal findet ein Gericht das strafbar, und viele Kommentatoren und Leserbriefschreiber finden das auch noch richtig. Hier sehen wohl einige wieder die Gelegenheit andere Glaubensgemeinschaften zurückzusetzen.


Logo der Schweizerischen Eidgenossenschaft

„…die Schweizer!“ Vor meinem geistigen Auge läuft gerade der aus der Werbung sattsam bekannte Ricola-Mann mit seiner dezenten Krawatte mit Schweizerkreuz durch die Weltgegend um allen möglichen Weltbürgern die Schweizer Erfindungsgabe nahe zu bringen!

Nur mit der Erfindung des Minarettverbotes haben sich die Schweizer wohl so ziemlich ein globales Eigentor geschossen! Die ganzen 4 Minarette (in Worten: vier!), die es in der Schweiz gibt waren wohl eine besonders groß gefühlte Bedrohung für die helvetische Lebensart. Dabei liegt der letzte Religionskrieg in der Schweiz schon 160 Jahre zurück! Seit dem gilt das Mutterland des Roten Kreuzes als Paradebeispiel für Neutralität und geheime Konten!

Nur warum lassen sich die Schweizer, denen es ja materiell noch recht gut, geht von einer populistischen Angstkampagne zu einem Votum verführen, das ihnen international ziemlich schaden wird und innenpolitisch sicher die Spannungen verschärft?

Dass es zu Boykottaufrufen kommen wird ist schonmal sicher (was mache ich jetzt nur mit meinem Schweizermesser!). Aber Toblerone und Schweizer Käse dürften auch bei großen Umsatzrückgang keinen nennenswerten Schaden bei der Schweizer Handelsbilanz auslösen, aber die Bankiers in Zürich könnten ins Schwitzen kommen wenn nun die Milliarden aus den Golfstaaten woanders hinfließen und mancher muslimische Geschäftsmann einen Bogen um die Alpenrepublik machen wird!

Interessant dürfte auch sein ob die Schweiz ein Minarettverbot einführen kann ohne gegen zahlreiche internationale Vereinbarungen zu verstoßen!

Aber die eigentliche Frage bleibt natürlich warum ist die Angst vor Minaretten so groß??? Würden ähnliche Abstimmungen auch in Deutschland durchgeführt bekämen wir wahrscheinlich auch ähnliche Ergebnisse!

Das beunruhigt mich auch als weltlichen Muslim vielmehr wenn ich mit der Erkenntnis leben muss, dass meine christlichen Mitbürger mich als Gefahr wahrnehmen und mir wer weiß was alles zutrauen!

Vielleicht erleben wir hier auch nur ein Übergangsstadium im Zusammenleben von Christen und Muslimen in dem wir viele Fragen klären müssen und eine Menge Missverständnisse auszuräumen sind. Vor rund 250 Jahren soll es übrigens in Moers (meine Geburtsstadt) zu heftigem Streit gekommen sein weil im damals protestantischen Gebiet auch katholische Kirchen erbaut werden durften.

Damals musste der preußische König die Toleranz von oben befehlen. Heute müssen wir das irgendwie selbst hinkriegen!

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